Etappen – Deutschland II – 22.08. – 25.08.2021

22.08.2021 – Heuer habens wir gschafft, rechtzeitig aus Wien raus und bei Schärding gud über die Grenz nach Bayern, genauer gesagt nach Straubing zu kommen.

Apropos – die 4.000 sind voll!

Hiesig haben wir unsere Mainzer Freunde Kathi und Matthias getroffen, die grade im Heimaturlaub weilen und uns mei recht freundlich bei Kathis Eltern begrüßten. Kathis Vaddi, der Klaus, hat uns a sauber Führung durch Straubing gewwe un dann gings in die Näh vun Regensburg bei Donaustauf auf die Walhalla naufi.

A zünftig bayrisches Essen gabs dann im Biergarten in Regensburg, nachdem mer a bissel gschlendert sinn un dann hats uns noch auf die „Couch“ (Nicht die von Freud, sondern eine hiesige Hippsterkneipe!) fern Absagger verschlan. Und in Regensburg war der Stadtname ziemlich Programm, Regen satt, nur die Burg hat gfehlt. Do merkt ma, dass ma wieder im Lande is.

Pfiat di!

23.08.2021 – Zum Schluss hin wirds immer entschleunigter. Man muss sich ja irgendwie an das Ankommen gewöhnen. Also schauten wir uns nochmals in der Weltkulturerbe-Stadt Regensburg um. Für die Historiker: Hier schließt sich übrigens der Habsburger-Kreis (von Sarajevo über Budapest, Bratislava und Wien) mit der Niederlegung der Kaiserkrone 1806 durch den Österreichischen Regenten, damit Napoleon sich nicht auch noch der Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen ermächtigt, nachdem er sich selbst zum Kaiser der Franzosen krönen ließ.

Regensburg glänzt besonders durch seine kleinen traditionsreichen Geschäfte in den Altstadtgäßchen, sodass wir die letzten Mitbringsel zusammen suchten, dann doch noch unsere Leberkassemmel bekamen, weiter nach Speyer zu Familie Lehrmann fuhren und fest entschlossen nun lange fleischlos genießen wollen.

Fast schon wie zu Hause!

24.08.2021 – Von Speyer brachen wir mittags auf ins schöne Mainz am Rhein und welch Wunder: Natürlich haben wir weiterhin eine Baustelle vor der Wohnung, aber immerhin einen Parkplatz gefunden.

Es ist der letzte Tag der 1. kleinen Tour. Dabei war ich 5 Wochen, 2 Tage, 6 Stunden und insgesamt 4533,9 Kilometer quer durch 8 Länder in und außerhalb der EU auf Achse. Auf meiner Reise haben mich gute Freunde, meine Partnerin und vor allem der Drang, Neues zu entdecken, spontan und flexibel zu reisen und gleichsam mit Achtsamkeit Orte, Menschen, Geschichten, Erlebnisse oder Schwierigkeiten anzunehmen, bewegt.

Wehmut nicht mehr unterwegs zu sein und zurück zu kommen? Nicht wirklich. Aber vielleicht muss sich das alles erst einmal setzen. Vorab überwiegt die Freude, wieder in der schönen Pfalz zu sein, in den eigenen vier Wänden, mit Rieslingschorle in den Händen und dem Wunsch, nachdem die Füße genügend hochgelegt wurden, wieder weitere bekannte Gesichter zu treffen und zu erfahren, was die letzten Wochen so los war.

Gewohnheitsmäßig liegen meine Füße bisher noch eher selten lange oben, weshalb ich auch mal schauen werde, wer denn beim Tippspiel abgesahnt hat. So viel sei schon einmal gesagt: Die Black Pearl musste Einiges durchmachen! Ich berichte darüber nochmals genauer.

Der oder die Gewinner*in erfahren es, wie alle aufmerksamen Leser*innen dann morgen im Laufe des Tages. Jetzt habe ich dann auch mal gegendert. Ich hoffe, man hat es mir zuvor nachgesehen, sonst wäre ich abends nie zu meinem Schlaf gekommen. Ebenso werde ich fortan im Sinne des besseren Leseflusses wieder darauf verzichten. Bitte nicht übel nehmen.

25.08.2021 – Bevor ich mich für gute zwei Wochen im Blog abmelde, bin ich noch schuldig, auf das Tippspiel zurückzukommen. Die Wette galt: Sollte mein Auto zum Beispiel in der Art zu Schaden kommen, dass es nicht mehr fahrtüchtig ist, weil man mir die Reifen durch Backsteine ersetzt hat, den Wagen aufbricht und mir das Lenkrad klaut, der Motor streikt, die Bremsen versagen, ich in einen folgeschweren Unfall verwickelt sein sollte oder einfach nur ausgeraubt werde, dass es für den besten Tipper (= vom Datum am nähesten an der Misere), der eine Spende getätigt hat, ein Mitbringsel gibt.

Um die Spannung auf den Siedepunkt zu bringen, vor allem aber auch um einmal zu schildern, was unterwegs alles vorgefallen ist, gebe ich noch einen kleinen Abriss: Die Black Pearl jagte über Autobahnen und  Bundesstraßen, fuhr über Landstraßen und quetschte sich durch kleine Gassen kleinerer Ortschaften, meisterte ebenso den Trubel und Stadtverkehr mehrerer europäischer Metropolen, staubte zu auf Feld- und Waldwegen, quälte sich über Sand, Split und durch Matsch. Dabei legte sie insgesamt nicht nur 4533,9 Kilometer zurück, sondern auch Steigungen und Gefälle von 11, 16, 25 %. Mehrfach ging es in den Bergen über Serpentinen, sodass es zu bedenklichen Schleifgeräuschen in den Rechtskurven kam. Ständig musste man in Teilen Kroatiens, Montenegros oder Bosniens mit herabgestürzten Steinbrocken rechnen, sie auch oft genug umfahren. Die „Straßen“ waren hier meistens nicht nur mit Löchern und Rissen zersetzt, sondern auch stets eng und unübersichtlich, was den heimischen Bleifußvertreter dennoch nicht daran hinderte, alles zu versuchen, fünf Minuten eher am Ziel als regulär zu sein und waghalsige Überholmanöver nicht als unnötiges Risiko, sondern mehr als notwendige Mutprobe gleich einem Männlichkeitsritus zu betrachten. Die Straßenverkehrsordnung hörte hinter Österreich auf und kehrte dort auch erst wieder zurück. Da wird auch mal durch unbeleuchtete Tunnel gejagt, quasi mit dem Tunnelblick, ohne vor jeder Tunneleinfahrt Warnhinweise mit der Nummer des Abschleppdienstes zu beachten. Auch die Black Pearl musste mehrfach heranrasendem Gegenverkehr ausweichen und geriet dabei in die Bredouille. Aufsetzen auf abgeschrägten Wegen, weil irgendwann eben der Teer zum ordentlich Begradigen ausging, blieb da nicht aus. Eine Aufhängung für den Wagenheber hat sichtlich gelitten. Das Profil der Reifen ist ebenfalls durch und sie dürfen sich getrost an den Nagel hängen. Glücklicherweise bin ich diesmal durch keinen gefahren. Zwar haben wir immer darauf geachtet, wo wir parken, allerdings finden sich im Nachhinein schon einige Kratzer von Haltern, die anscheinend schlechter ein- und ausparken wollten als ich. Trotz allem ging dieser Kelch auch nicht an mit vorbei. Leider gab es keine Straßenbezeichnungen in Alemdins Heimatort und ich orientierte mich auf den letzten Metern nur mit Häuser- und Straßenfotos. Dabei hatte ich die falsche Ausfahrt genommen und nach gewonnner Erkenntnis beim Wenden einen Betonklotz leicht tuschiert. Aufgrund dessen Bekanntschaft mit meiner hinteren Stoßstange musste ich eine Millisekunde mit mir ins Gericht gehen, um zu merken, dass bisher einfach alles nochmal gut gegangen ist und der kleine Kratzer keinen weiteren Gedanken wert. 

Und somit kann ich abschließend guten Gewissens verkünden, wer mit seinem Tipp, nach formulierten Kriterien, ins Schwarze getroffen hat. Ich gratuliere hiermit nochmals ganz herzlich Ömer und Milli, die seit Tag eins ihr vollstes Vertrauen in die Pearl, unsere Fahrtkünste und unser Reiseglück ausgesprochen und gleichsam jedwedes Missgeschickt, dass zu einer Reiseunterbrechung geführt hätte, ausgeschlossen haben.

Ebenso möchte ich allen anderen Teilnehmern, die ihren Einsatz für den guten Zweck gespendet haben, von Herzen meinen Dank aussprechen.

Nun möchte ich mich für eine Weile verabschieden, schalte ab und bereite mich auf meine nächste Tour vor. Somit verbleibe ich, bis es am 13.09.2021 heißt: „Hello Gambia!“ mit lieben Grüßen an alle Leserinnen und Leser.

Ein Kommentar zu “Etappen – Deutschland II – 22.08. – 25.08.2021

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten