Grenada III – 05.01.2021 – 13.01.2022

05.01.2022 – Mit einer großen Portion Wehmut verließ ich heute Morgen Steffen, Kate, Josh und William, konnte mir eine Träne nur knapp verdrücken und blickte schweren Herzens nochmal auf die „Maria Rosa“ zurück, als ich auf meiner neuen Bleibe, der „Ti Odara“ bei Marcel anheuerte.

Wir begannen, das Boot seefertig zu machen, wiederholten die wichtigsten Funktionen und Abläufe und zogen das Dinghi an Bord, bauten es auseinander und verstauten es, nachdem Marcel Gas geholt hatte. Meine Aufgabe war es zudem die Ankerkette herauszuziehen und zu säubern, während Marcel das Schiff senkrecht über ihr halten musste. Mit gelichtetem Anker, sowie angeschaltetem Motor fuhren wir locker aus Clarkes Court Bay um 11:30 Uhr raus.

Ich durfte auch direkt ans Steuer und manövrierte uns zwischen den Riffen auf die offene See, wo wir Kurs Richtung St. Georges nahmen.

Eine weitere meiner Aufgaben war es und wird es weiterhin sein, unsere Fahrtdaten jede Stunde ins Logbuch einzutragen, damit wir unsere Peilung zurückverfolgen und Kursabweichungen erkennen können.

Nachdem wir die Bay verlassen hatten, schalteten wir den Motor aus und rafften die Genua, zogen also das Vorsegel hoch. Das Großsegel konnten wir nicht benutzen, da wir uns sonst den schon spärlichen Wind aus der Genua genommen hätten. So schipperten wir eine Weile an der Südküste zur westlichen Spitze Grenadas entlang, bis wir das Großsegel raffen und nutzen konnten. Leider waren wir damit einen Ticken zu vorschnell und fielen schlecht in den Gegenwind ab, sodass wir gute 40 Minuten gegen Wind und Strömung kämpfen mussten. Ebenso erging es mir. An das stete Schaukeln muss ich mich erst gewöhnen, was mir hoffentlich lieber bald als später gelingt. Ganze 5 Stunden dauerte es, bis wir vor St. Georges an einer Boje, die ich anhaken und anziehen musste, festmachten. Zum Kiel sauber kratzen war es zu spät und wir folgten der Einladung von Lexy und Jason, einen Abschlussabend in Le Phareu Bleu Marina einzulegen. Sie holten uns in der Nähe des Anlegerpunktes mit dem Auto ab. Skurril, dass wir von dort aus eine halbe Stunde zur Marina fuhren, die eigentlich etwas hinter unserem Startpunkt war und für unsere Segelstrecke mit Vorbereitung gute 7 Stunden benötigten. Immerhin konnten wir uns in der Marina neben einer Dusche eine warme Mahlzeit gönnen und trafen ebenso auf Felicitas, die uns wahrscheinlich übers Wochenende begleiten wird. Es war ein schönes Zusammensein und zum Abschied bekamen wir von Lexy einen Sauerteig mit, den wir fortan Salvador (Dali) nannten und die nächste Zeit kultivieren werden. Zurück auf der „Ti Odara“ betrachteten wir etwas den vergangenen Tag und schauten, wie es weitergehen wird.

Ich empfinde starke Dankbarkeit gegenüber den Meyerers und bin überglücklich darüber, was ich in den letzten 25 Tagen erleben, erfahren, erlernen und mitnehmen durfte. Für die herzliche Aufnahme, den wunderbaren Start auf Grenada und das Zusammenleben auf ihrem Schiff im Kreise der Familie möchte ich heute natürlich meine Grüße an Steffen, Kate, Josh und William senden. Ihr seid großartig.

06.01.2022 – Über St. Georges nahmen wir den Bus in den Norden nach Non Pareil und erreichten nach langer Fahrt die „Crayfish Bay Organics Chocolate Factory“. Hier hat Marcels Freundin Manon letztes Jahr Woofing (eine Art Work and Travel) gemacht. Ursprünglich war dies ebenso mein Plan, sofern nicht alles anders gekommen wäre und ich nun ein Seebärchen bin. Marcel kannte den Besitzer, Kim Russel, von früher und wir haben uns auf einen Plausch niedergelassen. Ich konnte mir die Plantage anschauen und war, kaum, dass ich mich versehen hatte, mitten im Produktionsprozess eingespannt. So kam ich doch noch zum Woofing. Die fermentierten und getrockneten Kakaobohnen tüteten wir in Säcke ein. Anschließend wurden die Bohnen geknackt, sodass im nächsten Schritt das Bruchfleisch von der Schale getrennt werden konnte. Beim darauffolgenden Erhitzen und Schmelzen spielt die Temperatur natürlich eine wichtige Rolle. Hat die Schokoladenmasse ausreichend ihre Runden im Topf gedreht, kommen zum Beispiel Kokosnusscreme oder ganz neu im Sortiment, aber noch nicht auf dem Markt erhältlich, Minze hinzu. Wir haben von allen Varianten eine Probe bekommen, hatten aber vorher gut dafür geschwitzt. Kims Schokolade schmeckte fantastisch. Es liegt wohl nicht nur an den guten Bohnen, sondern ebenfalls daran, dass er als einziger Hersteller auf Grenada bei der Röstung Holzkohle statt Gas einsetzt.

Gut eingedeckt, machten wir uns auf den Rückweg, steuerten einen Supermarkt an, deckten uns mit weiterem Reiseproviant ein und stampften vollbeladen zum Dinghi. Dort kauften wir einem Händler weiteres Obst ab. Marcel hatte in der Obstkiste etwas umherhuschen sehen und hat direkt die erste, später beim Waschen auf dem Schiff, die zweite Kakerlake entfernt. Eine Kakerlakenplage auf See hätte uns gerade noch gefehlt.

Es war ein klarer Arbeitstag. Das Schlimmste folgte. Der Unterboden, Kiel und das Ruder der „Ti Odara“ mussten von Algen, Muscheln und Tang gesäubert werden. Das hieß Spachtel in die Hand, Flossen an- und Taucherbrille aufziehen und abtauchen. Da musste gut was weggeschabt werden. Und je mehr wir das Boot vom Grünzeug befreiten, desto mehr Fische tummelten sich um uns, die ein Stück vom „Kuchen“ abhaben wollten. Zumindest ihnen hat es geschmeckt. Um mich herum, schwamm das Zeug und das Meerwasser fühlte sich eher wie Plörre an. Ich kann nicht ausschließen, dass ich mal ein Schlückchen davon, neben etwas Salzwasser, geschluckt habe. Nichts desto trotz sieht die „Ti Odara“ wieder sauber aus und wir machen morgen vielleicht einen Knoten im Schnitt mehr Fahrt, wenn es auf Carriacou zugeht.

Zum Feierabend schenkte uns die untergehende Sonne ihr Lächeln, welches ich heute gerne an Hilal weitergeben möchte.

07.01.2022 – Klar Schiff machen hieß es in der Früh und Felicitas vom Festland abholen, damit unsere Crew bis zum Tagesziel Carriacou komplett ist.

Gleich zu Beginn starteten wir mit gerafftem Großsegel und kamen gut aus St. Georges los. Felicitas hat ebenfalls eine gute Portion Segelerfahrung und kann mir, wie Marcel, bei dem Erlernen der Grundkenntnisse helfen. Allein die unzähligen neuen Begriffe der Seemannssprache, das Beobachten der Instrumente, sowie Wind und Wellen sind fordernd und nach Gefühl oder Intuition kann ich eben noch lange nicht segeln. Deshalb wechselten wir uns am Steuer ab, wobei Marcel den allergrößten Teil der Strecke übernahm. Fliegende Fische streiften die Wellen auf Höhe Halifax. Möwen flogen ihre Formationen auf der Suche nach Essbarem und zwischen der Hauptinsel Grenada und Ronde Island begleiteten uns drei Delphine ein kurzes Stück, kreuzten unter unserem Boot und einer sprang sogar in unserem Kielwasser. Ein wirklich starkes Erlebnis. Vor allem, wenn man sonst sehr stark mit der See zu kämpfen hat. Wind und Strömungen waren hart, besonders in der Nähe des „Kick ‚em Jenny“, einen aktiven Unterwasservulkan, über den wir mussten. Dies zwang uns oft dazu, zu tacken, also zu wenden, um den Wind nicht direkt von vorne abzubekommen. Dabei muss die Genua auf die gegenüberliegende Seite, also entweder Steuer- oder Backbord, gebracht und anschließend getrimmt werden.

Da uns Neptun vorm Ziel nicht gelegen war, mussten wir den Motor zuschalten, sind dennoch erst in der Dunkelheit in der Tyrell Bay im Westen Carriacous nach über 10 Stunden durchgeschüttelt und leicht gebräunt angekommen. Unter Deck aufhalten war absolut nicht empfehlenswert. Meine Bugkajüte schluckte bisweilen überschwappendes Wasser, da die Deckluke nicht ganz dicht war. Deshalb durchnässte mein Schlafplatz, wie auch Teile meiner Wäsche und sonstiger Habe, wodurch ich abends erstmal versuchte meine Sachen annähernd trocken zu bekommen, bevor ich uns was kochte, um anschließend kaputt in meiner Salzgrotte einzunickern.

Dafür konnten wir zuvor erneut einen wunderschönen Sonnenuntergang miterleben. Meine Sundownergrüße gehen an die komplette Päddler-Crew, mit der ich vor ungefähr 18 Jahren auf dem Ejselmeer unterwegs war. Ahoi zusammen.

08.01.2022 – Einen Monat ist es nun her, dass ich in die Karibik aufgebrochen bin und bisher überrascht jeder Tag aufs Neue. Mit einem frisch gemahlenen Bohnenkaffee plus Omlette an Deck zu frühstücken, während eine grünbraune Schildkröte ihren Kopf aus dem Wasser reckt, war schon einmal ein guter Start, bevor wir aus Tyrell Bay ausliefen. Unser erstes Ziel war Sandy Island, ein traumhafter Flecken Erde, bzw. wie der Name schon sagt, eine wunderschöne Sandinsel, halbmondförmig mit tollen vorgelagerten Riffs. Die See bis dahin war uns gewogen, nicht annähernd so wild wie gestern. Wir spannten die Segel weit auf, tackten ein paar Mal und erreichten Sandy Island nach zwei Stunden Fahrt.

Glücklicherweise nahm der Bojenkasierer Feli und mich mit seinem Motorboot auf die Insel, sodass wir das Bananenboot-Dinghi nicht erst aufbauen mussten. Zurück brachten uns rund drei Stunden später ein paar sehr nette Niederländer. Nach dem Sprung ins angenehme Nass, wurde die Sandbank erkundet.

Und wenn die Insel nicht schon zauberhaft genug gewesen wäre, befand sich hier das schönste Riff, das ich bisher getaucht habe. Zu Beginn schnorchelte ich inmitten eines gigantischen Fischschwarmes, bis ich weiter raus am abfallenden Riff meist den auffällig leuchtenden Fischen folgte. Die Sicht auf die Unterwasserwelt war wunderbar klar. Insgesamt war dieser Landausflug einfach grandios.

Anschließend entschieden wir uns dazu, den nächsten Ankerplatz in Hillsborough Hill zu suchen. Die Etappe gestalltete sich nicht mehr lange, aber dafür mit kleinem Schauer, welcher uns zwei Regenbögen präsentierte. Dort brauchten wir aufgrund des losen Untergrundes drei Anläufe, bis wir mit dem Anker fest waren.

Kurz zuvor nahm die Sonne von uns Abschied und über meine Sundownergrüße darf sich heute, im verregneten kalten Mainz, Steffi freuen. Fühl dich gedrückt und lass dich von der Sonne wärmen. 

09.01.2022 – Leider hatten wir eine grässliche Nacht. Gegen 23:30 Uhr bemerkte Marcel durch das aufdrehende Windrad, dass der Wind zunahm. Gleichzeitig schepperte es von außen an die Bordwand meiner Frontkajüte. Der Anker hatte sich vom Grund gelöst und wir trieben bei einsetzendem Platzregen unaufhaltsam auf das hinter uns liegende Fischerboot zu. Deshalb bekam ich das Kommando die Ankerkette herauszuziehen, damit Marcel den Motor starten konnte, um uns aus der Gefahrenzone zu bringen. Felicitas unterstützte am Steuer und übernahm für ihn, da er von hinten nach vorne mehrfach über das Deck rennen musste, als wir merkten, dass der Motor ins Stocken kam. Wir hatten uns in der Ankerkette des Fischerbootes, welches nur knappe 4 Meter von uns herrenlos trieb, verfangen. Der Motor musste gestoppt und die Fender an die Planke als Aufprallschutz gehängt werden. Während der ganzen Zeit musste ich unsere Ankerkette mit rund 40 Metern Länge einziehen und festhalten. Da alles so schnell gehen musste, konnte ich keine Handschuhe anziehen. Regen und Wind peitschen uns entgegen. Alles wurde nass, glitschig und rutschig. Irgendwann konnte ich den mich nach vorne ziehenden Anker kaum mehr halten. Der Zug des Gewichtes streckte mich bzw. meine Hände wie Finger immer weiter von meinem Körperschwerpunkt hinweg, wodurch ich mir mehrere Kapselzerrungen und ebenso -risse an beiden Händen zuzog, bis das Kommando kam, dass der Anker wieder fallen kann, alsbald wir nach hartem Kampf wieder im Wind und etwas mehr vom Fischerboot schaukelten. Marcel musste daraufhin mit Rettungsleine abtauchen, um die fremde Ankerkette unter unserem Kiel und Ruder zu befreien. Felicitas hielt den Rettungsring bereit und leuchtete das Wasser ab, sodass ich mit koordinieren konnte. Mehrmaliges Abtauchen war nötig, um uns zu befreien, worauf wir zwischen den anderen Schiffen kaum auf Sicht, mehr nach Gefühl im Stockdunkeln hindurch fahren konnten. Weiter auf See setzen wir mehrmals erneut den Anker, bis wir nach 90-minütigem Manöver fest waren. Keiner brach in der Zeit in Panik aus und wir arbeiteten als Team zusammen, sodass wir mit dem ersten Schrecken davon kamen. Nun hatte ich Zeit, mich um meine Hände zu kümmern und registrierte die Schwere der Verletzungen erst, fixierte meine Finger, nahm Schmerzmittel und lagerte sie hoch. Marcel und Felicitas wechselten sich bei der Nachtwache ab, um rechtzeitiger reagieren zu können, falls wir uns erneut lösen sollten, während ich zwar auch nicht einschlafen konnte, aber ruhen durfte.

Am Morgen und über den Tag hin hingen wir alle in den Seilen. An ein Sightseeing-Weitersegeln nach Norden war nicht mehr zu denken, sodass wir nach Tyrell Bay zurück fuhren und uns ausspannten. Kurz vor Ankunft wurde es aufgrund eines heftigen Regens mit starken Wind erneut kritisch. Plötzlich hieß es, die Schwimmwesten anziehen. Felicitas stürmte unter Deck und wir mussten sie umständlich erst suchen, meinen Schlafplatz auseinander bauen und allerlei Zeugs aus dem Stauraumfach ausräumen, bevor wir sie gefunden hatten. Zwar hieß es in der Situation wieder reagieren und kühlen Kopf bewahren, aber im Nachhinein war das ein absolutes Unding, dass die Schwimmwesten oder die Rettungsleinen nicht an Deck vorbereitet waren. Felicitas und ich haben uns darüber wirklich geärgert. In Tyrell Bay brauchten wir abermals drei Anläufe mit wechselten Liegeplatz, bis der Anker saß.

Ich für mich habe aus den Geschehnissen der vergangenen Stunden die Erkenntnis gewonnen, dass mir eine über 40-stündige Weiterfahrt mit Marcel nach Martinique mit kaputten, nicht funktionsfähigen Händen ohne dritte Person und den auf dem Boot herrschenden Verhältnissen nicht antun werde. Meine Gesundheit ist mir wichtiger, als das abenteuerliche Chaos, in das ich mich gestürzt hatte. Mein Vetrauen in diese Expedition ist verschwunden. Felicitas will morgen die Fähre zurück nach Grenada nehmen und ich werde mich anschließen, damit ich mich auskurieren, wie ärztliche Hilfe suchen kann und meine Reise neu auslege. Es verläuft eben nicht alles nach Plan.

10.01.2022 – Rückreisetag nach Grenada. Heute hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Die Rückkehr zuerst an Land in Tyrell Bay und später in St. Georges sehe ich nicht als Rückschritt. Zwar werde ich den Weg nach Martinique nicht mehr angehen, da es keine interkaribischen Flüge gibt, dafür öffnen sich neue Möglichkeiten. Zudem bleibt die Erkenntnis, dass ich künftig mehr auf meine Intuition hören werde, statt mich direkt auf jedes Abenteuer einzulassen. Herausforderungen suchen und Neues ausprobieren sind nach wie vor Teil meiner Reise. Aufgrund der unglücklichen letzten Seetage verschwinden die wunderbaren Erlebnisse der letzten Monate nicht. Wieder einmal scheinen John Streleckys Worte in meiner momentanen Reiselektüre „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“ (, was in meinem Falle das „Frogs“ war,) auf meine Situation wie die Faust aufs Auge zu passen und motivierten mich. Es gab viel zu reflektieren. Körperlich bin ich kurz ausgebremst, aber auf dem Weg der Besserung. Frische Energie erfasste mich, ein neues Ziel anzugehen und die nächsten Tage zur Organisation zu nutzen.

Mit Feli nahm ich mittags die Fähre von Tyrell Bay nach St. Georges, während Marcel los segelte. Auf der zweistündigen Überfahrt ließ ich meine Gedanken schweifen und tauchte bewusst in den Moment ein. Mit zurück geworfenem Blick nach dem von Meile zu Meile kleiner werdenden Carriacou, bis es am Horizont verschwand, vorbei an den anderen Inseln, die aus dem tiefblauen Meer aufragten, bis hin zur Hauptinsel Grenada, auf der sich die grünen Berge majestätisch in die Wolken streckten, hob sich meine Stimmung, wohlwissend, dass ich die richtige Entscheidung mit dem Abbruch der Seefahrt getroffen hatte.

Begleitet wurden wir abermals von Delphinen auf Höhe von Ronde Island, was ich als gutes Omen ansah. Möwen jagten erfolgreich Fische aus dem Wasser und die letzten Sonnenstrahlen leiteten uns in den Hafen, wo ich von Felicitas Abschied nahm. Mit dem Taxi steuerte ich das „Cool Runnings Apartment“ an, richtete mich ein, konnte warm duschen und freute mich, eine geräumige Unterkunft, gleichsam seit langem eine Schlafstatt an Land, zu haben.

Meine vorerst letzten Sundownergrüße vom Meer aus möchte ich Chrissi schenken, die mir direkt bei meiner Weiterreise geholfen hat. Danke vielmals.

11.01.2022 – Gut geschlafen und frisch erholt aufgewacht, startete ich zur Organisation meiner Weiterreise. Der Gedanke, dass es nach Puerto Rico gehen solle, reifte bereits gestern, als ich mich nach Alternativen zu Martinique umgeschaut hatte. Einreisebestimmungen, Coronasituation, Flüge, Transfers, Unterkunft, ein Weiterreiseticket mussten recherchiert bzw. gebucht, das ESTA-, sowie das APIS-Formular beantragt werden. Zudem begab ich mich zu einem medizinischen Zentrum in der Nähe, da ich für die Einreise in die USA (Puerto Rico gehört dazu) einen maximal 24 Stunden alten Antigen-Test (oder PCR-Test, das Auswärtige Amt gibt beides an) brauche. Mehrfach schaute ich bei der Bank vorbei, um endlich meine Barbados-Dollars umtauschen zu können, doch nach drei Anläufen im Dezember, hatte ich erneut kein Glück. In der Bank standen sich die Kunden die Füße platt. Es ist nicht selten, dass man mehrere Stunden aufbringen muss, um am Schalter zu landen, da alles mehr als gemächlich vonstatten geht und wegen Betrugsverdachts vieles mehrfach geprüft wird. Nachdem ich die Bank verließ und hoffte, dass mich der Bankautomat über die Runden bringt, wurde ich leider enttäuscht. Ich hätte mein Limit überzogen, habe aber sicher noch genug Moneten auf der Kreditkarte. Sehr merkwürdig. Das ist mir allerdings in Österreich schon einmal passiert und da gilt es nachzuforschen. Half alles nichts, ich musste im Supermarkt nun erstmal gut haushalten, weshalb mein Kühlschrank alles andere als gefüllt wirkte. Ich hakte es mal unter: „Fastenzeit“ ab. In der Spiceland Mall konnte ich zuvor wenigstens ein für mein Handy kabelloses Aufladegerät kaufen, weil mein USB-Ladeanschluss seit zwei Wochen nicht mehr aufgrund des Salzwassers und der Luftfeuchtigkeit funktioniert. Es sei denn, ich konnte das Smartphone per Powerbank laden. Um ein zusätzliches Backup zu haben, nachdem ich zweimal im Elektro-Servicecenter vorbeischaute und keine direkte Reparatur möglich war, entschied ich mich für die neue Aufladestation.

Meinen Fingern geht es besser. Die Kapselrisse erblühen von gelb, grün, blau bis violett und entfalten ihre wahre Farbenpracht. Zwar habe ich nun ein paar Wurstfinger, dennoch kommt in einigen die Beweglichkeit bereits zurück. Trotzdessen muss ich aufpassen, sie nicht falsch zu bewegen oder zu greifen.

Nachmittags brauchte ich von all der Reisevorbereitung eine Auszeit und schlenderte zu einem nahegelegenen ganz kleinen Strand namens Lance aux Epines, wo ich mein Buch aufschlug und relaxte.

Meine Grüße aus der Ferne möchte ich, während ich genüsslich ins Spicy Jerky Edelbeef beiße, den Spendern dieser Mainzer Köstlichkeit, den lieben Kocmaniths, senden.

12.01.2022 – Ich koche immer noch ein wenig auf Sparflamme und erhole mich gut. Dennoch eilte ich vorm Frühstück zur Bank, um endlich meine übrig gebliebenen Barbados Dollars und Euro in US Dollar und noch ein paar Grenada EC wechseln zu können. Gut 20 Minuten vor Öffnung wars des Deutschen Pünktlichkeit, dass er als zweiter in der Schlange stand und zusah, wie nach einander an die 30 Bankangestellte samt Sicherheitspersonal das Gebäude vor ihm betraten, nur um dann etwas nach 8 Uhr zwei Bankschalter und zwei Beratungstische zu öffnen. Hinter mir staute es sich schon, aber das lässt hier niemanden aus der gemütlichen grenadinischen Ruhe kommen. Hier ist der Kunde noch König – im Warten und sich Geduld üben. Etwas vor 9 Uhr verließ ich mit weniger Geldsorgen, da momentan meine Kreditkarte streikt, die Bank.

Reisen bzw. die Vorbereitungen darauf gestalten sich zurzeit gar nicht so einfach, wie es sein könnte. Man fühlt sich, als ob man ständig dem Passierschein A38 (siehe Asterix erobert Rom) hinterher jagt. Am Ende versucht man stundenlang, sich durch Antragsformulare zu wühlen, die zwölfte benötigte Reise-App zu installieren, nur um festzustellen, dass am Schluss immer noch was fehlt oder manche Funktionen nicht frei geschaltet sind und man vieles am Flughafen erledigen muss oder erst nach dem erledigten Antigentest bearbeiten kann. Das sind alles Zeitfresser. Aber Zeit kann man sich nehmen.

So habe ich es noch geschafft, ins nahe gelegene Univiertel zu schlendern und im Container Park was zu essen und mich unter die Studenten zu mischen.

Das „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ konnte ich dort auch zu Ende lesen. Abschließend war es eine tolle Lektüre zur eigenen Prioritätensetzung, welche Lebenslehren und Lebenswege, über die man ungezwungen sinnieren kann, leicht und locker beschreibt, weshalb man das Beste für sich herausziehen kann. Für mich eine weitere Leseempfehlung, die ich aussprechen möchte.

Ganz liebe Grüße gehen heute an Cilly und Familie. Jeder einzelne Tag kann ein besonderer sein oder dazu gemacht werden.

13.01.2022 – Aus den Federn und rein ins Testzentrum. Lange warten musste ich dort nicht und so ließ ich mir genüsslich in der Nase herumstechen, um meinen Antigen-Test für die Weiterreise nach Puerto Rico zu erhalten. Erst mit dem Ergebnis können die weiteren Apps zur Ausreise, bzw. Einreise in die USA und der Pass de Salude für Puerto Rico ausgefüllt werden. Man rief mich schnell auf, doch als mein Name ertönte, sprang fälschlicherweise ein Herr neben mir auf. Wenn jemand schon Tobias heißt, eine noble weiße Blässe aufweist und auch sonst eher dem europäischen Typ entspricht, dass er Deutscher ist, ist das ein schöner Zufall und ich fand einen Namensvetter. Wir unterhielten uns eine Weile und genau wie ich, war mein Namensvetter über seinen 4-wöchigen Aufenthalt auf der Gewürzinsel überaus glücklich. Nach einer Weile erhielten wir beide unser negatives Testergebnis und ich lief heimwärts, um noch frühstücken und duschen zu können und vor allem den ganzen bürokratischen Kram erledigen zu können, bevor ich um 10 Uhr auschecken musste. Das schaffte ich nicht ganz, sondern überzog eine Stunde, was niemanden störte. Hauptsächlich mich nicht, da mein Flug zum Drehkreuz Miami erst um 16 Uhr gehen sollte. Meine Wartezeit bei Glenda, der Verwalterin, am Empfang auf das bestellte Taxi gestaltete sich dann kürzer als erwartet, da auf einmal ein Jeep durchs Tor fuhr, um, wie ich erfuhr, ein Pärchen abzuholen, welches ebenso abreiste. Ich hörte aufmerksam hin, als der Fahrer gutes Englisch mit hartem Akzent sprach. Er stellte sich als Armin, aus Deutschland, vor, der mit seinem Schiff in Clarkes Court Bay lebt, quasi entfernter Nachbar von den Meyerers ist und das ebenso deutsche Pärchen auf seinem Boot mit nach St. Vincent nehmen wird. Das wäre auch meine Traumstrecke gewesen. Vorbei an zahlreichen Inseln und den Tobaco Keys. Armin bot sich an, mich am Flughafen abzusetzen, weshalb ich gerne zusagte, mein Taxi abbestellte und das gesparte Geld später im Duty Free in einen guten Westerhall-Rum No. 5 investierte. Eine sehr gute Anlage. Auf der kurzen Fahrt kamen wir alle etwas mehr ins Gespräch und wer hätte es gedacht, sie waren gerade erst in Puerto Rico gewesen und er heißt – Tobias. Was war denn los heute? Ist denn offizieller Namenstag? Ich hoffe, ich habe beide durch meine Erzählung meiner Erlebnisse auf dem Schiff nicht abgeschreckt und sie haben einen schönen Segeltrip. Durch Armins Hilfe war ich natürlich viel zu früh am Flughafen, aber wo ich heute wartete, damit ich Freitagnacht um 2 Uhr Ortszeit in San Juan, Puerto Rico, anlande, ist ja Wurscht. Der Flug ging erst 4 Stunden nach Miami, wo ich 4 1/2 Stunden Aufenthalt hatte, nur um dann wieder 3 Stunden zurück zu fliegen nach Puerto Rico, welches wir auf dem Hinflug bereits nach 90 Minuten passiert hatten. Die Wolken zeigten ein tolles Schauspiel am Himmel.

Bye bye Grenada!

Dabei erblickte ich einen Regenbogen, der etwas aus der Wolkendecke herausragte. Sehr nice. Genau wie der Blick im Anflug auf Miami mit beeindruckender Skyline.

Hier war ich bereits einmal im Alter von 17 Jahren, also schon lange her, aber einen längeren Zwischenstopp wollte ich nicht unbedingt einlegen, da es mich doch zu etwas Neuem zieht. Mit Puerto Rico habe ich eine gute Mischung zwischen amerikanischen und spanischen Einflüssen gewählt und bin sehr auf das Land gespannt. Lange dachte ich, ich komme gar nicht erst dazu, einzureisen, weil gefühlte 1000 Menschen gleichzeitig einreisen wollten. US-Bürger wurden bevorzugt behandelt und ich durfte mich in der Slow-Row einreihen. Nach drei Stunden in der Schlange, bat ich mehrfach zu prüfen, ob den mein Anschlussflug noch möglich wäre. Daraufhin hatte man ein Nachsehen mit mir und ließ mich in eine Prioritätenreihe. Der Polizeibeamte wollte noch ganz sicher gehen, dass ich keine Drogen konsumieren und schmuggeln sollte, bevor er mich passieren ließ und ich mich zum Boarden für den Anschlussflug, auf dem wir an einem beeindruckend blitzenden Gewitter vorbeiflogen, begab. In San Juan organisierte ich mir via Uber ein Fahrgelegenheit und landete nach 3 Uhr in der „Perfect Suite“ in der 102 Calle Bucare.

Doch bevor der Kopfsprung ins Bett erfolgte, grüße ich am „Namenstag“ den guten Tobias Bergdoll.

Grenada II – 25.12.2021 – 04.01.2022

25.12.2021 – Merry Christmas! Kate und Steffen deckten nachts noch den Gabentisch ein und ich schlich mich, bevor alle aufstanden (beinahe hätte ich verschlafen) durchs halbe Schiff, um kleine Hinweise (quasi Hash-like), sowie meine Geschenke, die durch Lösung von Rätseln zu finden sind, für die Meyerers zu verstecken. Früh morgens waren die Jungs schon wach und saßen als Erstes am Tisch. Für die Jungs hatte ich ein paar Spiele im Gepäck. Kate und Steffen erhielten Pfälzer Köstlichkeiten aus dem „Hollerbusch“. Und auch ich wurde überaus großzügig bedacht. Das Christkind versorgte mich mit einem exquisiten Westerhall-Rum samt Glas, einem Grenada-Shirt und -Capi. Tausend Dank ihr lieben Meyerers. Für alles und vor allem, dass ihr mich so herzlich aufgenommen habt.

Nach der Bescherung sattelten wir den 15-PS-Motor an den geschmückten „Dinghi-Schlitten“ und fuhren unter weihnachtlicher Beschallung selbstgemachte Plätzchen von Schiff zu Schiff an Bekannte aus.

Dem Frühstück folgte eine kurze Überfahrt an den „Hausstrand“, von dem aus ich zur „Maria Rosa“ zurück schwamm, weil ich die Sonnencreme vergessen hatte. Den Rückweg habe ich mir mit Flossen erleichtert, was nicht bedeutet, dass es damit mit dem Frühsport schon getan war.

Neues Spiel- und Sportgerät wollte ausgetestet werden. Ich versuchte mich am Hacky-Sack und an den Pois. Daneben boten weitere furiose Gaukler ihr Können dar.

Kaum zurück an Bord und unter Deck, wurden wir von einem beißenden Geruch in der Nase aufgeschreckt und eilten hinaus. Es brannte. Gut 500 Meter entfernt von uns. Dicke schwarze Rauchschwaden wehten uns entgegen und versperrten, sowie davor ankerte Schiffe, die Sicht auf die unmittelbare Katastrophe. Steffen und Josh sprangen sofort ins Dinghi und eilten mit einem Feuerlöscher auf die schwarzgraue Wand, aus der immer mehr Flammen schlugen, zu. Von allen Richtungen kamen Leute mit ihren Dinghis angeschossen, um zu helfen, retten und abzusichern. Diese große Bereitschaft vieler, sich in unmittelbarere Gefahr zu begeben, ohne mit der Wimper zu zucken, hat mich sehr beeindruckt. Zu retten war allerdings nichts mehr, wie uns Steffen und Josh anschließend berichteten. Das Sportboot brannte rasend lichterloh, lag an den Mangroven vor Anker und trieb nicht auf die anderen Schiffe zu, setzte  dennoch ein bereits nebenan liegendes Wrack teils in Brand. Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass es „nur“ ein unbemanntes Sportboot war, welches nun, 8 Stunden später, weiterhin (wegen dem Fieberglas) brennt und vielleicht auch noch morgen früh. Niemand wurde verletzt oder verlor sein „Zuhause“.

Mit dem Schreck davon gekommen, steuerten wir zwei tiefere Riffe auf offener See an, damit Josh seine neue Taucherbrille testen konnte. Der ober wie unter der Wasserlinie herrschende Sog war mir persönlich zu stark, sodass ich nur einen kurzen Tauchgang unternahm, mittels guter Sonneneinstrahlung immerhin einen tollen Blick auf die Unterwasserwelt hatte. Bevor ich dann allerdings meine zweite Flosse kurzzeitig verlieren würde, hievte ich mich auf das Boot und ritt stehend die anrollenden Wellen als gutes Training für meine hoffentlich baldige Überfahrt nach Martinique.

Um einen neuen Plan dazu zu entwickeln, wurde ich bei Marcel abgesetzt. Mit ihm sollte es morgen losgehen. Doch es kamen ein paar Probleme zusammen. Erst bestand der starke Verdacht, dass sich seine Freundin Manon als Kontaktperson einer Infizierten und positivem Schnelltest mit Corona angesteckt hatte, weshalb sie auf das Ergebnis des PCR-Tests wartete, ihren Flug schon vom 31.12.2021 auf den 15.01.2022 umgebucht hatte, um nicht auf den vollen Stornokosten sitzen zu bleiben. Dann gibt es da anhaltende Schwierigkeiten mit den Lithiumbatterien, weshalb sich unser Aufbruch auf unbestimmte Zeit verschiebt. Mittlerweile ist Manons Resultat da – negativ! Große Aufregung und Unsicherheit samt Planänderung, doch wenigstens gesund und beruhigt. Um Steffens Familie mehr Privatsphäre zu gönnen, hoffe ich, dass die „Ti Odara“ bald zum Auslaufen bereit sein wird.

Das Abendessen war göttlich, wie bisher. Kate bereitete ein vegetarisches Beef Wellington, Salate und Sorrel, ein warmer Hisbuskusblütentrunk, zu, während ich mit Steffen den Außengrill anschmiss und marinierte Rippchen bruzelte.

Die Meyerer Jungs brachen daraufhin zum Nachttauchen auf. Es gab Unterwassertaschenlampen von Santa.

An alle couragierten hauptberuflichen wie ehrenamtlichen Helfer und Mitglieder der Rettungsdienste möchte ich heute nicht nur Grüße senden, sondern meinen größten Respekt und Dank ausdrücken.

26.12.2021 – Eigentlich wollten wir einen Ausflug nach Petit Anse an den Galby Bay Beach unternehmen. Als dann von Jason und Lexy (Freunde der Familie) der Vorschlag kam, an die Golden Falls zu hiken, waren wir alle sehr schnell umgestimmt und haben sie, wie auch Marcel und Felicitas, begleitet. Kurioserweise musste mir Marcel heute berichten, dass man bei Manon das Covid-Testergebnis vertauscht hatte und sie jetzt doch positiv ist. Einfach unfassbar!

Nachdem wir die Küstenstraße hinter uns gelassen hatten, durchfuhren wir über die Bergpässe schöne kleine Dörfer im Landesinnere an und ich war wieder einmal völlig gedankenversunken, ob dieser herrlichen Kulisse, bis wir unser Gefährt in der Pampa parkten. An unserem Startpunkt befand sich direkt der erste Muskatnussbaum und ich stopfte mir die Taschen voll.

Bei unserem Hike musste ich abermals schnell feststellen, dass Trekking-Barfußschuhe zwar leicht und platzsparend im Reisegepäck sind, allerdings ungeeignet, um auf schlammigem oder glitschigem Untergrund zu laufen. Es dauerte nicht lange, bis wir das erste von unzähligen Malen den Flusslauf der Golden Falls überqueren mussten und sich unsere Wanderung zum Canyoning entwickelte. Bei großer Luftfeuchtigkeit durchschritten wir das unwegsame Gelände des imposanten Regenwaldes.

Einen Zwischenstopp legte wir an einem gigantischen Baum ein und hingen ein bisschen rum,

bevor wir dem Flusslauf folgend, eine Kletterpartie einlegten und uns über Seile um den Fels zu dem versteckten Wasserfall schwingen mussten. Die Golden Falls sind etwas Besonderes. Sie verdanken ihren Namen einer Schwefelquelle, sodass neben dem größeren kühlen Wasserfall eine kleine warme Quelle aus dem Gestein sprudelt. Es war herrlich. Nicht nur die Druckmassage der Wassermassen und das Schwefelbad, sondern vor allem das Gefühl von absoluter Freiheit und Zufriedenheit, welche mich schon den ganzen Tag begleitet haben.

Der Hinweg war gleichsam unser Rückweg, wobei wir (vor allem William,  der nur noch Mitten durch den Fluss rannte) es aufgegeben haben, trockenen Fußes anzukommen.

Mit dem Jeep ging es auf der Suche nach einem Eis nach Grand Etang. Zwar hatten wir dort kein Glück, ich gönnte mir aber noch einen Under the Counter Bushrum mit eingelegtem Tausendfüßler (, dessen Gift natürlich afrodisierende Wirkung hat), Wurzeln, Holz und was man sonst noch so alles auf dem Boden findet. Hat ein bisschen geschmeckt wie Landauer Willi. Das Eis (Grenada-Chocolate und Cherry-Vanille) gab es dafür an der nächsten Tanke.

Um 16 Uhr waren wir wieder auf der „Maria Rosa“ und es dauerte nicht lange, bis Steve und Nikolas, zwei alte Haudegen und Seebären mit ihrem Dinghis anlegten und Geschichten erzählten. Bis tief in die Nacht habe ich mich nicht mehr vom Deck wegbewegt und bin erneut unterm klaren Sternenhimmel eingeschlafen.

27.12.2021 – Dem gemütlichen Start in den Tag folgten die Vorbereitungen für ein Barbecue. Dazu wurde eine gigantische Kühlbox bestückt, der Schwenkgrill aus der Werkstatt geholt, Spielgeräte gerichtet und alles per Beiboot an einen Strand in der Hog Bay gefahren. Wir starteten direkt mit dem Entzünden eines Feuers. Daraufhin konnten die Keulen und Pois geschwungen werden. Mit der Zeit trafen Nikolas, Nico, Marcel und Steve ein und wir konnten es uns bei Lagerfeuerromantik schmecken lassen.

Abermals war der Sternenhimmel fantastisch. Man konnte die Milchstraße wunderbar sehen und die ein oder andere Sternschnuppe erhaschen. Sundownergrüße gehen heute an den „one-and-only-Aluritter“ David samt Familie.

28.12.2021 – Bisher kann ich nicht verleugnen, dass ich nichts erlebt hätte auf Grenada. Ich war schon ganz schön aktiv, weswegen ich mal einen Gammeltag einlegte. Nachdem ich Steffen bei ein paar Besorgungen begleitet hatte, setzte er mich bei der Whisper Cove Marina in Hog Bay ab und ich verweilte dort ein paar Stunden und pflegte Kontake in der Heimat.

Später ließen Josh und ich noch ein paar Blasen aufsteigen. Dazu tauchten wir unter das Dinghi, stellten uns Kopfüber, drückten uns mit den Füßen am Beiboot ab und ploppten Wasserblasen nach oben.

Nach dem Abendessen war ein Filmabend angesagt und während wir in die Röhre schauten, wurde in Mechtersheim und Ischgl noch gut gefeiert. Herzliche Geburtstags- und Sundownergrüße lieber Klaus und Abe.

29.12.2021 – Gut über zwei Wochen befinde ich mich nun auf Grenada und der „Maria Rosa“ und stelle langsam aber sicher eine Veränderung an mir selbst fest. Nicht Antriebslosigkeit, Unlust oder Faulheit sind es, die ich beim Nichtstun verspüre, sondern pure Entspannung, Gelassenheit und Selbstbestimmung machen sich breit. Weder die Zeit, noch eine To-Do-Liste oder gar ein Arbeitsplan bestimmen meinen Tag. Ich muss niemandem Rechenschaft ablegen. Ich schätze die Einfachheit des Alltags, nehme meine Umgebung viel stärker wahr, habe eine größere Achtsamkeit gegenüber meinen Mitmenschen und nicht wie früher das Gefühl, etwas zu verpassen. Es gab und gibt Momente, in denen ich einfach nur an Deck liege, in die vorbeziehenenden Wolken versinke, dem Plätschern der Wellen lausche, den Wind und die Sonne spüre. Entschleunigung pur. Ich hoffe sehr, dass ich mir dieses Innehalten, auch wenn ich wieder im Berufsleben als Lehrer mit Verantwortung gegenüber der Institution, meinen Kolleginnen und Kollegen, der Schüler- und Elternschaft, sowie vor allem mir selbst, bewahren oder wenn nötig zurückholen und abrufen kann. Auch in der Hinsicht, nicht nur im Hier und Jetzt, sondern ebenfalls einen erweiterten Blick nach dem Sabbatical auf meinen künftigen Alltag und den Beruf erhalten zu haben, war die Entscheidung, sich ein Jahr Auszeit zu nehmen, goldrichtig.

Um die Reise zu mir selbst zu verstärken, habe ich John Streleckys „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“ begonnen. Erste Erkenntnis daraus: Wer sich selbst stresst, vergisst schnell seine eigenen Wünsche und wird auch nicht auf Dauer glücklicher.

Mit dieser Erkenntnis sprang ich erstmal über Bord und ließ mich danach zum Trocknen aufhängen.

Nebenbei konnte ich einen tollen 360° Rundumblick über Hog Bay gewinnen.

Nachmittags liehen wir in der Marina Le Phare Blue zwei Hobie Cats aus und Steffen erklärte mir nochmal Wesentliches zum Segeln. Der Wind war wenig konstant und wir mussten stets schauen, wie wir uns am besten positionierten, um möglichst gut Fahrt zu machen.

In der Dämmerung liefen wir am Anleger der Marina ein und verbrachten dort noch etwas Zeit am Pool.

Entschleunigt gechillte Sundownergrüße möchte ich Lukas und Mareike senden.

30.12.2021 – Wie gestern habe ich vormittags gegammelt, bis Marcel für einen kurzen Schnack vorbei kam. Leider gibt es keine Neuigkeiten, wann es los gehen kann.

Während nachmittags die Jungs Wassersport bevorzugten, verließ ich sie in der Marina und schlappte zu einer Hauptverkehrstraße, auf der ich einen Bus weiter noch Osten nehmen konnte. In La Sagesse stieg ich aus und schlenderte zum Strand, an dem ich mich für ein paar Stunden niederließ. Die Wellen waren ganz ordentlich.

Der Busfahrer auf dem Rückweg hätte gut und gerne bei „Fast and Furios“ mitspielen können. Etwas weniger Bleifuß hätte es auch getan. Immerhin hat er mich nach dreimaliger Bestätigung, dass er wegen mir, seine Route für die anderen Fahrgäste nicht unterbrechen soll, um mich für einen Voucherpreis direkt zur Whisper Cove Marina zu fahren, an der richtigen Haltestelle rausgelassen und ich setzte meinen Weg zu Fuß fort. An der Marina traf ich dann wieder auf die Meyerer Boys, die mich mit nach Hause nahmen.

31.12.2021 – Für den Start ins neue Jahr sind wir auf See gefahren und haben uns den besten Ankerplatz in Hog Bay gesucht, um die Feuerwerke um uns herum bestaunen zu können. Neben anständig Böllerei waren auch wieder Sternschnuppen zu sehen und ich wünsche allen nicht nur ein frohes, neues und besseres Jahr 2022, sondern vor allem Gesundheit und Besonnenheit.

01.01.2021 – Das neue Jahr startete, als hätte ich mir gute Vorsätze gemacht. Hab‘ ich aber nicht. Dennoch habe ich am Neujahrstag noch nie zuvor solch ein Sportprogramm absolviert.

Nach dem Wake-Up-Wrap zum Frühstück wurde ich beim Schnorcheln und Tauchen erst so richtig wach. Wir fuhren an ein weiteres Riff auf offener See und ich fand einen riesigen Trunkfish, dem ich folgte. Auch sonst war es erneut sehr beeindruckend, was sich so alles zwischen den Korallen tummelte. Leider entging mir die Schildkröte, die Steffen sah. Ich hoffe wirklich, einmal dieses Glück zu haben, unter Wasser mit einer zu schwimmen. Dennoch spürten wir Langusten und eine Muräne auf, bis der Regen einsetzte und wir von allen Seiten durchnässt wieder auf dem Schiff anlegten. Nun war ich definitiv wach und irgendwie fit und motiviert, sodass ich mir eine Sportlermahlzeit zubereitete und mit Josh zu meinem zweiten Hash aufbrach.

Dieser startete heute am Stadion in St. Georges. Kurz vor Start füllte sich das Teilnehmerfeld nochmal gewaltig und pünktlich um 15:30 Uhr fiel der Startschuss für den Orientierungslauf. Zuerst führten uns die Zeichen (, diesmal aus Mehl bestehend,) steile Steintreppen und glitschig nasse Straßen durch die engen Gassen im Berg, in denen eher die „einfachen“ Leute leben, immer wieder hoch und runter. Das gestaltete sich mitunter knifflig und nicht wenig anstrengend, sodass sich schnell die Spreu vom Weizen trennte. Wir waren vorne gut mit dabei und fanden zudem den richtigen Weg. Später ging es zur nächsten mörderischen Steigung an einen Steinbruch und darüber hinaus hoch. Da wäre ich fast auf allen Vieren hoch, um nicht hinten über zu fallen. Über den nächsten Berg mit toller Aussicht auf Start- und Zielpunkt am Stadion ging es in Trippelschritten einen Steilhang hinunter zum Endspurt. Erneut haben wir ein ziemlich gutes Ergebnis erzielt und waren enttäuscht, dass der Lauf schon zu Ende war.

Den Abend ließen wir dann ruhig ausklingen und ganz liebe Grüße gehen heute aus tagesaktuellem Anlass an Tom Irrläufer.

02.01.2022 – Uff, frühes Aufstehen war angesagt, um möglichst zeitig in den nördlichen Teil zwischen Mount St. Catherine und den Tufton Hall Waterfalls zu kommen. Wir machten uns auf, um zu einem Geheimtipp, der auch vielen Einheimischen unbekannt ist, zu hiken. Die Rainbow Falls sind eben nur schwer zugänglich, sodass wir ganz schön durch den Dschungel stapfen mussten, nachdem wir eine alte Plantagen“straße“ hinter uns gelassen hatten. Sklaven legten die bröckelige Straße an, damit Bananen, Guaven und Kakao von den tiefer im Busch sitzenden Plantagen mit Hand- oder Eselskarren zur Weiterverarbeitung gebracht werden konnten. Über Stock und Stein, dafür weniger durchs Flussbett, liefen wir stets bergauf, bis wir uns über dem obersten von sieben Becken abseilten und nach und nach die Becken erkundeten bzw. uns auch eine notwendige Abkühlung, teils im Infinitypool, gönnten.

Unschwer lässt sich erkennen, woher die Rainbow Falls ihren Namen verdanken. Auch hier werden Schwefel und sonstige Erze aus dem Gestein herausgeschwemmt, Algen und Moose sorgen dazwischen für eine satte Grünfärbung.

In einem Becken bin ich gerade so nochmal der Beschneidung durch einen gelben Riesenkrebs davon geschwommen, nachdem ich bereits das pure Böse gepaart mit unbändiger Angriffslust in dessen holen, schwarzen Augen ausgemacht hatte.

Der Schock saß so tief, dass wir gar nicht anders konnten, als eine Schokoladenfabrik zu besuchen und Nervennahrung aufzunehmen. Auf dem rückläufigen Fußmarsch sammelten wir erneut mehrere Tüten voll Müll ein. Schon traurig.

Die Auswahl der Jouvay-Schokolade im Fabrik eigenen Shop, der vom National Geographic zu einem der 10 weltbesten gekürt wurde, ließ keine Wünsche offen und wir deckten uns gut ein. Die Jouvay-Schokoladenfabrik ging 1774 aus einer ehemaligen französischen Distille hervor.

Abends wurde gezockt, ein Schokoladentasting vollzogen und spät ins Bett gerobbt. Herzliche Grüße gehen an die Spielemonster Lukas und Miri.

PS: Wir haben jetzt auch „Zug um Zug“ ;).

03.01.2022 – Gute Nachrichten gleich am frühen Morgen. Die neuen Batterien von der „Ti Odara“ scheinen nun ihre Spannung zu halten, weshalb ich mit Marcel wohl bald in See stechen könnte. Der Kühlschrank wurde heute ebenso repariert. Um Marcel Arbeit abzunehmen und Zeit zu sparen, habe ich mich angeboten, die weiteren Besorgungen zu erledigen und die fehlenden Bootsteile zu kaufen. Sodann hatte ich mich zu Fuß auf den Weg und irgendwann den Anhalter gemacht, da auf meiner Strecke kein Bus kam. Ein schönes Gefühl, wenn endlich einer anhält und einen ein Stück mitnimmt, bis ich per Bus zu Island Water World weiterfahren konnte. Alles Nötige habe ich dort bekommen und schlenderte anschließend noch durch den Botanischen Garten von St. Georges, mahlte mir meine eigene Schokolade im Kakao-Museum, aß mein erstes Chicken-Roti (eine Art mit Hühnchen, Kartoffeln und Gemüse gefüllter Pfannkuchen), wartete den einsetzenden Regen ab und durchstreifte die Hauptstadt Grenadas, fand ein paar Lost-Places, bis ich in der Polizeikneipe landete, in welcher ich mir einen Drink mit den Cops beim Fußballschauen gönnte.

Nacht und See waren so schwarz, dass man im Wasser Bioiluminszenz gut sehen konnte.

Schokoladige zartschmelzende bis dunkelherbe Grüße an Sina und Family.

04.01.2021 – Mein letzter voller Tag auf der „Maria Rosa“. Marcel und ich sind in leichter Aufbruchstimmung. Wir haben uns entschieden, mit den alten Batterien bis nach Martinique zu segeln und die neuen als Backup zu nutzen, falls die Spannung abfällt. Von daher füllten wir die Wassertanks auf, checkten die Windvorhersagen, malten uns eine mögliche Route aus, besprachen, welche Vorbereitungen weiter zu treffen seien und Marcel säuberte das Dinghi. Morgen soll es los gehen. Allerdings erst nach St. Georges, wo wir in flacherem Gewässer im Hafen ankern und die Unterseite der „Ti Odara“ freikratzen müssen, damit wir besser Fahrt machen. Ebenso werden die Lebensmittelvorräte aufgefüllt und Besorgungen im Nordwesten gemacht. Erst dann segeln wir los.

Bevor ich die Meyerers verlasse, konnte ich ein weiteres kleines Highlight erleben. Ich stand zum ersten Mal auf dem Wakeboard. Und obwohl mir Steffen prophezeite, dass ich nicht einmal den „Arsch aus dem Wasser“ bekommen werde, hat es nach kurzer Eingewöhnungszeit super geklappt. Irgendwie bin ich trotz, für das Wakeboarden zu schwachen Außenbordmotor, noch leicht genug, sodass ich den Stand finden und über die Wellen reiten konnte. Es war richtig geil.

Abends lud ich die Familie als kleines Dankeschön für Alles, was sie mir ermöglicht hatten, mich aufgenommen und an ihrem Leben teilhaben ließen zum Essen in Wispher Cove ein. Wir dachten, es sei eine gute Idee, am Pizzatag Pizza zu bestellen. Diese Order ging leider von allen anderen Tischen ebenfalls in der Küche ein, sodass wir, bei zwei vorhandenen Pizzaöfen, gute zweieinhalb Stunden auf unseren Fladen warten mussten. Als unser Essen kam, war das Restaurant fast leer. Dafür erhielten wir eine Flasche Sekt vom Hause.

Danke für den schönen Abend. Zurück gab es dann noch einen Abschlussrum, bevor die Falle lockte.

Herzliche Grüße gehen an ihrem Geburtstag an Kate, samt Uwe.

Grenada I – 12.12.2021 – 24.12.2021

12.12.2021 – Alle meine Befürchtungen bei der Einreise haben sich dank fauler Flughafenbelegschaft in den Wind geschlagen. Man denkt halt oft zu deutsch. Steffen und sein ältester Sohn Josh haben mich außerhalb des Flughafengebäudes direkt in Empfang genommen und mich zum Hafen Hafen in Woburn in die Clarkes Court Bay gebracht.

Mit dem Beiboot legten wir den letzten Kilometer bis zum Segelschiff „Maria Rosa“ zurück, welches nun mein neues Zuhause sein wird. William, Steffens und Kates Jüngster hat extra seine Koje freigeräumt und sein Schlafquartier auf einem Beiboot bezogen. Ich wurde unglaublich nett empfangen und zum Abendessen und danach floss der Rum, wodurch ich selig einschlief, keinen Wellengang verspürte und auch mal länger liegen blieb.

13.12.2021 – Geweckt wurde ich durch den Duft frischer Apfelzimtmuffins. Dazu gab es Kaffee aus der Aeropress auf dem Achterdeck bei schwacher Prise. Herrlich. Das späte Frühstück ging schnell ins Mittagessen über, bevor wir an Land schipperten, um Erledigungen zu tätigen und einzukaufen. Dabei habe ich schon einmal die nähere Umgebung gezeigt bekommen.

Im Gegensatz zu dem flachen Barbados ist Grenada eine vulkanische Insel und von daher auch sehr bergig und wunderbar grün bewachsen. Leider hat es heute öfters geregnet und die Sicht war nicht allzu gut, aber ich freue mich schon auf die weitere Erkundung.

Abschließend möchte ich Joachim alles Liebe und Gute, Glück und viel Segen, Freude und Gesundheit zu seinem Geburtstag wünschen. Lass dich hochleben.

14.12.2021 – Gut gestärkt starteten wir mit dem Dinghi, einem Beiboot, zur nahegelegenen Hog Island, über die mich William und Kate bis zum Yard, dem Hafen samt Werft und wo sich auch Steffens Reparaturwerkstatt für Schiffe „Driftwood“ befindet, herumführten. Auf schlammigen Wegen durch die Mangroven, zwischen denen Einsiedlerkrebse ihre „Häuser“ wechselten, erreichten wir einen kleinen  Strand, an dem wir Mandeln fanden und knackten, Muscheln suchten und einen über 100 Jahre alten Kräutergarten inspizierten. Neben allerlei Essbarem gibt es allerdings ebenfalls giftige Bäume und Sträucher, vor denen man sich in Acht nehmen muss.

Die Landschaft ist einfach wunderschön und es gab stets etwas Neues zu entdecken. Ein himmlisch-harmonisches Paradies auf der einen Seite, leider aber auch durch anlandendes Strandgut, sowie das fehlende Bewusstsein der Einheimischen für Müllentsorgung auf der anderen Seite, ein traurigerweise teils dreckiges. Je nachdem, in welche Richtung man schaut. Wenn man dann einen Krebs in der Hand hat, einen Kolibri entdeckt, ein Fregattvogel über einem kreist und die Wellen an die vulkanischen Klippen peitschen, hat man doch eher die Idylle vor Augen.

Im Yard gab es dann ein Erfrischungsgetränk und man findet einfach immer jemanden, mit dem man sich austauschen kann. Auf dem Rückweg probierte ich, ins karibische „Horn“ zu stoßen und habe mir das tägliche Üben auf die Fahne geschrieben. Anschließend durfte ich das Dinghi bis zur „Maria Rosa“ steuern.

Nachmittags fuhren Steffen und William mit mir zum Speerfischen an ein Wrack und später zu einen Riff hinaus. Fangziel sollte der ursprünglich nicht hier heimische Lionfish sein. Ein aggressiver Räuber, der den heimischen Fischbestand dezimiert und somit die karibischen Fischarten gefährdet. Leider war die See etwas trüb und wir hatten kein Glück. Dennoch konnte ich beim Schnorcheln das Riff und seine Artenvielfalt bestaunen. Ich war unvorsichtig und zog mir ein paar Blessuren zu. Das Unterwasserschnorcheln wird meine nächste Trainingseinheit werden.

Nach dem Abendessen wurde gespielt und Kate schwang noch ihre brandneuen Pixel-Poi auf dem Deck.

Verabschieden möchte ich mich heute mit einem Lebensmotto und Grüße alle Scouts:

15.12.2021 – Vormittags nahm mich Kate mit in die Hauptstadt Grenadas, St. Georges, und führte mich herum. Dabei besichtigten wir auch Fort Georges, eine Festungsanlage, errichtet um 1700, mit herrlichem Rundblick auf Stadt, Hafen, Kratersee und Meer.

Am Nachmittag schnappte ich mir das Kajak und erkundete die Wracks in Hodge Bay und ging in kleinen Buchten auf Erkundungstour.

Außerdem habe ich eine neue Lektüre angefangen – „Das Cafe am Rande der Welt“ von John Strelecky. Thematisch erweist es sich nicht nur als Reiselektüre, sondern gar als Lektüre einer Reise zu einem selbst. Mal sehen, wo sie mich hinführt.

Weiterhin habe ich das erste Mal seit langem, damals waren wir mit den Päddlern auf dem Eijselmeer unterwegs, wieder auf einem Schiff gekocht. Das kann bei dem vorherrschenden Platzmangel herausfordernd sein. Geschmeckt hat es dennoch.

Zum Abend hin habe ich Steffen auf Deck noch mit einer Flasche Rum abgelenkt, damit die Familie die Vorbereitungen für seinen Geburtstag treffen konnten.

16.12.2021 – Bevor das Geburtstagskind Steffen seine Pritsche verließ, schmückten wir den Wohn-/Essbereich und Kate bereitete ein großes Frühstück zu. Nach reichlicher Stärkung holten wir Marcel, der mit seiner „Ti Odara“ auch hier ankert, ab und fuhren weiter, um den Mount Qua Qua zu besteigen. Dieser ist nicht nur der 2.-höchste Berg Grenadas mit über 700 Metern, sondern gleichsam ein alter Vulkan mit Kratersee, auf dessen Rand wir stiegen und über den Grat entlang wanderten. Palmen, Stauden, Bambus und mit Efeu umschlungene Bäume wechselten sich ab, dazwischen schauten Sträucher und Riesenfarn hervor oder Lianen hingen herab. Der schlammige, teils sehr rutschige und enge Weg führte uns an einen Aussichtspunkt über den Westen der Insel und auch zwischendurch konnte man seinen Blick immer mal wieder schweifen lassen.

Nach dem Hike setzten wir die Tour fort und erreichten wenig später den Annandale Waterfall, wo wir unseren Füßen (und dem restlichen Körper kostenlos dazu) eine Abkühlung gönnten.

Schon etwas erschöpft legten wir den letzten Stopp im Yard ein, bestellten Pizza und enternten die „Maria Rosa“, sodass Steffen endlich bei einem Filmabend in den Genuss seines Geschenkes kam. Wir schauten uns das Roadmovie „972 Breakdowns – Auf dem Landweg nach New York“ an.

Der abendliche Gruß geht heute natürlich an Steffen. Hoch sollst du leben;).

17.12.2021 – Jetzt habe ich doch ein wenig versäumt, von meiner Unterkunft zu berichten. Der Zweimaster „Maria Rosa“, gebaut 1979, ist 17 m lang und weist eine Breite von 5,20 m auf. Der Tiefgang liegt bei 1,5 m.

Angetrieben wird sie durch einen 130 PS starken Perkinsmotor, welcher auch der Bootskatze seinen Namen schenkte. Zudem lassen 150 m2 Segelfläche die rüstige Dame hart im Wind stehen. Eine Seewasserentsalzungsanlage und Wasserfilter sorgen für gute Trinkwasserqualität. Die Energie auf dem Schiff wird durch 3 Solarplatten am Heck, sowie einem Windrad am Mast erzeugt und in eine Reihe Lithiumbatterien im Motorraum eingespeist. Navigiert wird via GPS. Es gibt drei Kabinen mit zwei Waschräumen, einer schmalen Küche, sowie den Wohn-/Essbereich, an dem gegenüber sich ein Schreibtisch befindet. Überall finden sich Schubladen, Luken und sonstige Stauraummöglichkeiten, um alles für das tägliche Leben auf Schiff aufbewahren zu können. Das Deck dient als Terasse, lädt tagsüber zum Relaxen ein und nachts kann man den Sternenhimmel bestaunen.

Die Meyerers haben zudem drei Dinghis und ein Kajak, um das Festland erreichen zu können.

Fischen geht auch von Bord und ich warf nach dem Frühstück die Angel aus. Dabei ist Geduld gefragt und somit könnte ich noch etwas weiter lesen, mich ebenso ins Binden von Seemannsknoten einarbeiten. Der vorbeifliegende Pelikan hat definitiv mehr Anglerglück gehabt.

Später entschied ich mich für eine längere Kajaktour, um auf dem Rückweg bei Marcel vorbei zu paddeln. Er hat mir das Angebot gemacht, zusammen mit ihm auf seiner „Ti Odara“ nach Martinique zu segeln. Der Gedanke, dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte, reift immer weiter, auch wenn sein Schiff noch ein paar Reparaturen braucht und ich Grenada sehr viel früher verlassen müsste, als ursprünglich gedacht.

In der Dämmerung fuhren wir los zu Jaco, einem Mitarbeiter von Steffen, der zum Geburtstags-BBQ eingeladen hatte. Da er Südafrikaner ist, verstand er sich natürlich darauf, uns ein Festmahl auf dem Grill zu zaubern. Es hat so unglaublich gut geschmeckt, dass man es eigentlich nicht beschreiben kann. Allerdings hat es mich an meine Zeit bei Mama Rita in Mitchells Plain, einem Vorort Kapstadts, erinnert, weshalb wir auch allerlei Gesprächsstoff hatten. Ich würde zudem sehr herzlich aufgenommen und hatte einen tollen Abend.

Meine Sundownergrüße gehen daher, ganz selbstverständlich, an Mama Rita. Get well and stay healthy.

18.12.2021 – Es sollte ein sehr ereignisreicher Tag nach gemächlichem Start werden. Wir wollten an einem Hash teilnehmen, der dieses Mal im Osten der Insel stattfand. Den Anfahrtsweg verbanden wir mit einer kleinen Inselrundfahrt. Zwar ist Grenada mit einer Länge von 31 km, sowie in der Breite 16 km nicht gerade weitläufig, allerdings sind die einspurigen Straßen nicht im besten Zustand und man quält sich über zahlreiche Serpentinen die Berge rauf und wieder hinunter, sofern man nicht die Küstenstraße ganz außen herum nehmen kann. Wir hatten beides. Unseren 1. Stopp legten wir an den Concord Waterfalls ein. An diesem Wasserfall konnten wir Klippenspringern zusehen.

Weiter ging es an der Westküste entlang nach Black Bay, wo wir unseren Jeep im Busch parkten und zu Fuß weiter zu einem  schwarzen vulkanischen Sandstrand wanderten. Dabei zeigte sich erneut die enorme Vielfalt von Fauna und Flora Grenadas. Ananas, Bananen, Kokosnuss, Mangos, Brotfrucht, Muskatnuss, Mandeln, Kakao, … verhungern würde man hier nicht. Zudem wuchs zwischen den Bäumen und Palmen neben gigantischem Bambus auch mal ein Spikebaum, an den man sich gewiss nicht anlehnen sollte.

Auch Vieles, was kreucht und fleucht ist uns über den Weg gelaufen und Grenadataube, Reiher, Pelikan, Kolibri und Fledermäuse schwirrten durch die Luft. Über den beeindruckenden Sandstrand geschlendert, mussten wir einen Schleichweg einschlagen, um an eine Höhle der indianischen Ureinwohner zu gelangen.

Dort machte ich Bekanntschaft mit Spidermann und einer Kolonie Batman-Doubles, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Entlang der Küste ging es über Gouyave, Victoria, Sauters mit kurzem Stopp, um Kokosnüsse zu sammeln nach Pearls an die Ostküste.

In Pearls mussten wir erst einmal den Startpunkt des Hash, einer Art Schnitzeljagd für Jedermann, finden. Gerade noch rechtzeitig sind wir in festes Schuhwerk geschlüpft und haben uns angemeldet. So richtig wusste ich da noch nicht, was mich erwarten sollte. Dennoch bereute ich schon jetzt, dass die letzte Nahrungsaufnahme, ein halbes Stück Karottenkuchen, 9 Stunden zurück lag. Kate meinte, da geht man einfach mit und das macht Spaß. In der Hinsicht hatte sie definitiv Recht. Bloß wusste ich nicht, dass man sich bei dem Spaßwettbewerb auch anstrengen kann. Auf einmal fiel der Startschuss und während sich ein Großteil des Teilnehmerfeldes im leichten Lauf, als Walker oder Geher in Bewegung setzte, befand ich mich, nachdem es erstmal bergab ging, quasi im Rollen und versuchte an Josh und William dran zu bleiben. Aus dem Ort raus führte die immer mal wieder mit Papierschnippseln markierte Strecke in den Busch, durch sumpfiges Gelände, eng vorbei an Kuh und Bulle, die auf dem Weg grasten, zum Strand. Dort wurde es so langsam hart, aber der Ehrgeiz hatte mich schon gepackt. Einfach war es allerdings nicht. Mehrmals durchwartete man Flüsse, die vom Festlands ins Meer flossen, sackte bisweilen im Schlamm, Sand oder Moor ein, musste über allerlei Angeschwemmtes rennen und dabei auch noch bei brütender Hitze die Orientierung behalten.

Nach dem Strand, motivierten mich herrenlose Hunde noch ein Stück weit mehr, dran zu bleiben und Josh und ich joggten gemeinsam über den alten Flughafen, während uns William bereits abgehängt hatte. Er verpasste leider, wie ein Teil der Spitzengruppe die richtige Abzweigung, auf die wir glücklicherweise stießen und uns auf dem korrekten Pfad Richtung Inland, durch den Ort und somit zur Zielgerade machten. 7. Platz, ganz passabel denke ich. Nach dem Lauf hatten wir uns erstmal eine Stärkung vom Grill verdient und als „Hash-Jungfrau“ sollte ich noch ein Zertifikat als fortan vollwertiger Hasher erhalten. Überraschenderweise geht solch eine Zeremonie nicht ohne Bierdusche über die Bühne. Folglich habe ich gestunken wie ein alter Ziegenbock, also laut Urkunde auch alles richtig gemacht.

Bevor uns die Moskitos auffraßen, traten wir die Heimfahrt durch die Nacht an.

Es war ein langer, sehr schöner Tag, an dem aus gegebenem Anlass meine Grüße an meine Mainzer Laufbuddies, sowie an die Häschdemer, Weindahler und Dahner Extremrunners gehen.

19.12.2021 – Der 4. Advent ist bekanntlich Waschtag, weshalb ich wieder frische Klamotten besitze. Gegen Mittag schipperten wir mit dem Dinghi zur „Le Phare Blue Marina“, wo Josh seine Regatta mit dem Hobiecat und einem Lasor erfolgreich absolvierte.

Die kleine Marina, in der auch ein Leuchtturmschiff liegt, lud hervorragend zum Verweilen ein und so verflog eigentlich die Zeit im Nu, sofern man nicht ewig aufs Essen hätte warten müssen.

Kaum zurück auf der „Maria Rosa“ unternahmen wir mit dem Beiboot einen weiteren Versuch, einen Barrakuda oder Tarpun an Land zu ziehen. Was soll ich sagen? Irgendwann klappt’s.

Mein abendliches „Petri heil!“ geht daher an L. Trillofs David. Da müssen wir wohl doch nochmal zum Fischen fahren;).

20.12.2021 – Zum Frühshoppen habe ich meinen eigenen karibischen Cocktail kreiert – den „Grenada f(e)i(g)thing Pirate“! Man nehme dabei eine Kokosnuss, hacke das obere Drittel hinweg, schlürfe die Kokosmilch in Gänze, genieße das Kokosfleisch pur a la naturelle und lege ein wenig bei Seite zum späteren Verzehr. Nun fülle man die geöffnete Kokosnuss zu einem Drittel mit Clarkes Court Bay Dark Rum, füge ein Schuss Ginger Beer hinzu und veredle es mit einem angeriebenen Stück Lemongras. Vortrefflich entfaltet der „Grenada f(e)i(g)thing Pirate“ seinen Geschmack auf Zunge und Gaumen, wenn man ihn im Wechsel mit Kokosnussfleisch und dunkler Schokolade, mindestens 82 %, kredenzt und genießt. „Trinkt aus Piraten, joho!“

Mittags unternahm ich eine Wanderung mit Ziel Gran Anse Beach. Dazu musste ich vom Yard aus erstmal durchs Gestrüpp über die Bergkuppe wandern und ein paar Bullen ausweichen, bevor ich durch die Vororte zum wunderbar feinen Sandstrand kam. Dort gönnte ich mir auf dem Spice and Craft Market eine Stärkung und verbrachte etwas Zeit am Strand.

Nach dem Abendessen schauten wir uns alte Päddler-Bilder, aus Jahren, in denen Steffen, Josh und ich im Zeltlager waren, an. Aus diesem Grund geht unser aller Gruß heute an Mario, der uns diese nostalgischen Erinnerungen beschert hat.

21.12.2021 – Happy Birthday Steffi. Der Morgen füllte sich mit Besorgungen machen, damit Marcels Einmaster reisefertig wird. Dies hat leider etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, als erwartet. War aber notwendig. Ich will ja auch nicht auf dem Weg nach Martinique absaufen;). Entweder wird es am 25.12 oder 26.12.2021, je nach Windverhältnisse und wie wir einen Coronatest machen können, losgehen. Ich werde die Chance nutzen und mit ihm auf der „Ti Odara“ weitersegeln und dann mal schauen, was sich noch so ergibt.

Mittags konnte ich endlich ausgiebig mit meiner Steffi telefonieren. Heute ist sie der „Herr Maus“, was meint, sie hat Geburtstag. Es war wunderbar und ich wäre gerne heute nicht so weit weg gewesen.

Danach starteten wir den nächsten Versuch, einen Lionfish zu fangen und Steffen erlegte auch einen, der als Katzenfutter für Perkins sein Ende fand.

Meine Wünsche und Grüße gehen heute natürlich an Steffi, ILU. Sorry, dass ich dir keinen Picasso Triggerfish präsentieren kann.

22.12.2021 – Nachdem ich die Nacht erneut erst auf Deck und später in der Koje geschlafen hatte, kam ich etwas später aus selbiger. Die gute Seeluft machts und der Frühsport bestand aus Kajak fahren. Ich bin zu Marcel gepaddelt, trotzte dem Gegenwind und durfte dann gleich ranklotzen, da wir sein Schiff noch flottmachen müssen. Ich bereitete Benzin-Ölmischungen zu, nahm eine Trainingseinheit in seinem wackeligen Faltdinghi und brach auf, an Land Trinkwasser zu besorgen, welches ich anschließend an Bord in die Tanks abfüllte.

Dann bauten wir Solarpannels ab, ich lernte Begriffe und Knoten, sowie Notwendiges über die Steuerungselemente. Als Letztes schafften wir eine alte 50 Kilobatterie an Land und gönnten uns Lunch in der Hafenbar „Cruisers Galley“. Das war bitter nötig. Dabei konnten wir uns mit den Einreiseformalitäten für Martinique beschäftigen.

Meine Reiselektüre „Das Cafe am Rande der Welt“ habe ich abgeschlossen. Die beim Lesen aufgeworfenen Fragen und Gedanken in Bezug auf meine Reise (wohin auch immer sie führen mag und zu mir selbst) werden mich noch eine Weile begleiten. Danke Anna, fürs Ausleihen.

Für Steffen war es der letzte Arbeitstag des Jahres, bevor „Driftwood“ für zwei Wochen schließt. Dort schaute ich noch bei der „Weihnachtsfeier“ vorbei, von der mir Steffen später berichtete, dass es definitiv die friedlichste bisher war – ohne Knochenbrüche, Schlägerei oder sonstige Exzesse. Josh zeigte mir sein Boot, welches er gerade renoviert und er, William und ich tobten uns beim Billiard aus. Das letzte Mal war dann doch schon etwas her, in Montenegro mit Frank.

Von daher gehen meine Grüße heute an dich, Frank „The Tank“.

23.12.2021 – Definitv war der Besuch des Unterwasserskulpturen Parks zwischen Dragon Bay und Molinaire Beach ein absolutes Highlight. Um die unter Wasser versenken und fest installierten Darstellungen betrachten zu können, mussten wir nicht nur teils 6 – 7 Meter tief tauchen, sondern auch erstmal von einer Nebenbucht dorthin schnorcheln. Wir waren ja nicht mit einem Glasbodenboot unterwegs und die paar hundert Meter dorthin auf offener See den Riffen entlang haben sich mehr als gelohnt. Neben zahlreichen exotischen Fischen (wie Papageien-, Angler-, Drücker-, Schnapper-, Trunk-, Ziegen, Trompeten- oder Schmetterlingsfische, …) bestaunte ich Anemonen, Schwämme und Korallen, welche die Riffe bevölkerten. Allein das war schon faszinierend. Uns trieb sogar eine „Eingeweidenqualle“ entgegen und kaum, dass man sich versah, war man in Mitten eines riesigen Fischschwarms.

Ein Perlentaucher werde ich zwar nicht mehr, aber das „Eintauchen“ in diese Welt war etwas ganz Besonderes.

Im Anschluss durchfuhren wir den südlichen Inselteil von der West- und an die Ostküste, füllten dabei unser Wasser an einer Bergquelle auf und hielten an der Bergkirche St. Davids.

Zur späten Kaffeezeit kamen wir zurück, spannten aus, spielten und puzzelten mit selbst gemachtem karibischen Glühwein bis uns der Schlaf übermannte.

Meine durch den Schnorchel gepressten Grüße gehen heute an den Fischmeister Pirre samt Anhang.

24.12.2021 – Platsch hat es heute Morgen erst einmal beim auf Deck kriechen gemacht. Nein, ich bin nicht ausgerutscht, sondern habe gerade noch eine Riesenschildkröte abtauchen und noch zweimal zum Luft schnappen hochkommen sehen. So kann man in den Tag, auch wenn er zwischendurch sehr verregnet war, starten. Anders als in Deutschland ist der 24.12.2021 noch nichts Besonderes. Das Weihnachtsfest steht immer noch vor der Tür und wird erst am Morgen des 25. Dezember gefeiert.

So war zwar Zeit für Besorgungen, jedoch natürlich wie in Deutschland unglaublich viel los. Im Workshop haben wir noch ein wenig gewerkelt und ich habe das Dinghi entrostet. An Bord wurde fleißig gebacken und fürs Fest vorbereitet. Weihnachten in der Karibik liegt in der Luft. Des Weiteren hatte ich genug Zeit, meinen lieben Bekannten, Freunden, Verwandten und der Familie zu schreiben oder zu telefonieren. Ein frohes Fest, besinnliche Tage und allseits Gesundheit wünsche ich euch.

Abends haben wir zusammen gekocht und statt die Lichter am Baum anzuknipsen, erstrahlten erneut die Pixel-Poi an Deck.

Barbados – 08.12.2021 – 12.12.2021

08.12.2021 – Übergut in der Zeit bin ich am Frankfurter Flughafen angekommen und hatte den ersten kleinen Atemstocker, als mir die Dame an der Lufthansa-Gepäckaufgabe sagte, sie könne mir keine Bordkarte ausstellen, da Opodo bei der Buchung nicht alle Angaben für meinen Weiterflug von Barbados nach Grenada aufzeigt. Grenada kenne sie überdies überhaupt nicht! Als ob man sie veräppeln wolle;)!. Letztendlich konnte sie mich dennoch ins System einloggen und mir wurde aufgezeigt, dass ich ohne Weiterreiseticket von Grenada gar nicht erst dort einreisen brauche. Dem entsprechend habe ich wohl in den nächsten Tagen noch ein bisschen was zu entscheiden und zu organisieren. Eigentlich möchte ich ja auf Grenada etwas länger und erstmal für unbestimmte Zeit ausspannen und die Insel erleben. Wo es danach hingehen soll, wollte ich mir dann so peu a peu anschauen. Naja, ich lote bis zum Weiterflug alle Möglichkeiten aus und freue mich erst einmal auf Barbados. 

Dafür war der 9 1/2 – Stundenflug extrem komfortabel und mit der Landung um 18 Uhr auf Barbados in Time. Schätzungsweise war die Maschine von Eurowings nicht mal zu 10 % ausgelastet, sodass die Passagiere meist die 4 Sitze in der Mitte als Schlafstatt betrachteten. Die Einreiseformalitäten liefen ebenso positiv ab, nämlich alles flott und, sofern man alle notwendigen Papiere hatte, sehr unproblematisch. Das Allerbeste – mein Koffer reiste mit mir.

Mit dem Taxi ging es durch die Nacht ins „A home away from home“- Appartement in Saint Michaels, einem Stadtteil der Hauptstadt Bridgetowns, wo mich Virginia, eine äußerst nette und offene ältere Frau empfing. Als letzte Amtshandlung des Tages legte ich bei einem Tee auf der Terrasse entspannt die Füße hoch und möchte meine Sundownergrüße aus 12000 Meter leicht verspätet an die liebe Jasmin senden, die mir einfach immer aus der Patsche hilft, wenn ich mal was brauche und an mich denkt. Du bist ne tolle Freundin.;)

09.12.2021 – Wer hätte es gedacht? Heute hab ich was geschafft. Weil es auf Barbados (Der Name kommt übrigens von den ersten Eroberern, den Portugiesen. Sie trafen bärtige Ureinwohner an und entschieden sich äußerst kreativ das Eiland danach zu benennen.) ab 18 Uhr stockdunkel ist und mich zudem nachts irgendwelche Schreigeräusche, welche sich gerade als Affenbande vom Nachbarsbaume herausstellte, etwas wach hielten, bin ich früh raus, habe den Sonnenaufgang über dem Hafen angeschaut und die Kreuzfahrtschiffe beim Morgenkaffee einlaufen sehen. Dabei lernte ich Jared kennen. Er wohnt auf Dauer bei Virginia im Appartement, hat durch Corona seine Anstellung im Tourismussektor verloren und arbeitet normalerweise als Tagelöhner bei der Straßenreinigung. So habe ich mit ihm ein Arrangement, dass er mich lieber gegen einen entsprechenden Obulus die Tage ein bisschen rumführt und mir auch fernab vom Tourismus Barbados näher bringt, getroffen. Da hat er doch direkt gleich richtig Bock drauf gehabt und sich bei der Company die Woche abgemeldet.

Von der Grazettes Terrace kreuzten wir einige Trampelpfade und Nebenstraßen Richtung Ozean. Unterwegs stand eine Partie Racket an. Neben Fußball sind auf der ehemaligen englischen Enklave Cricket und Tennis sehr beliebt. Racket ist da irgendwas dazwischen, ergänzt mit einem Schuss Tischtennis knapp oberhalb der geteerten Grasnarbe. Der Sport des kleinen Mannes, also genau meiner;).

Steffi musste ich versprechen, dass ich am „Rihanna Drive“ einen Song, der wohl berühmtesten Künstlerin von Barbados, schmettere. Das habe ich auch, allerdings nicht wirklich mit Engelszungen („Shut up and drive“), bevor ich mir ihre damalige Behausung angeschaut habe.

Um 10:30 Uhr fand ich mich zu einer Rum-Tour in der Mount Gay – Distillery ein. Die heißt wirklich so, (obwohl Homosexualität hier unter Strafe steht) und ist tatsächlich die älteste Rumfabrik der Welt, 1703 gegründet. Was den Rum ebenfalls besonders macht, ist die Beschaffenheit des Bodens (Coral Limestone), durch welchen das Grundwasser, gleichsam Trinkwasser, fließt.

Eine Stunde später war meine Privattour (Großer Andrang war erst in der Folgeführung. Woran das wohl liegen mag?) ordentlich RUM und Zeit die zauberhaften Strandabschnitte mit beeindruckend türkisblauem Wasser zu bestaunen, in einem Hotpool (aufgeheizt von der Distille) zu entspannen und bis nach Batts Rock Beach zum einfach Eintauchen durchzuschlendern.

Zum Abend hin erreichte mich durch Steffi eine wunderbare Grußbotschaft von meiner lieben Chris und dem KKR+FOS-Kollegium zu meinem vergangenen Geburtstag. Vielen lieben Dank für die wundervollen Worte Chris. Das ging ja runter wie Öl. Aber, ein bisschen müsst ihr mich noch von der Leine lassen;). Demnächst heißt es ja auch: „Leinen los!“ Ich komme allerdings gerne zurück. Vielleicht in Teilzeit oder als PES-Kraft;). Bis dahin müsst ihr euch mit meinen Sundownergrüßen an euch zufrieden geben.

10.12.2021 – Tag 3 bei den „Bärtigen“, quasi Halbzeit und schon Zeit, einen weiteren PCR-Test für die Weiterreise am Sonntag zu machen. Jared begleitete mich zur gut organisierten Teststation im Queens Park und führte mich anschließend noch etwas durch Bridgetown, bis wir uns trennten, damit er seinen Arbeitslohn abholen konnte.

Daraufhin entdeckte ich die Agapay-Schokoladenmanufaktur und konnte nicht anders als mich über die Herstellung zu informieren und beim Eis zu zuschlagen. „Einmal Kokos-Vanille und klassisch Schokolade bitte!“ Es schmeckte super intensiv, quasi mehr als: „Very N’Eis“ (für alle Neustadt-Kenner!).

Irgendwie bin ich daraufhin falsch abgebogen und in einem, naja … weniger vorzeigbaren Gebiet gelandet. Den angebotenen Stoff und Schnapps lehnte ich freundlich ab und schlug mich zum Calisle Beach durch. Hier bot sich mir ein bisher unbekanntes Bild – Touristen! Diese ölten und aalten sich aufgereiht auf den dafür vorgesehenen Liegen. Nicht, dass ich nicht auch einer von ihnen wäre, aber ich schlenderte lieber über den Carlisle und Browns Beach noch an einen weniger frequentierten Abschnitt, weshalb ich am kleinen Peebles Beach landete. Außer mir, tummelten sich dort nur Krebse, sodass ich das kleine Paradies für mich alleine genießen konnte.

Auf dem Rückweg (inklusive kleiner Klippen-Klettertour, wodurch ich im Hilton landete) kam ich in den  Feierabendverkehr der Altstadt, was hier bedeutet: Afterworkdrink. Zwar habe ich bereits über den ganzen Morgen und Tag verteilt vorwiegend Rastas gesehen, die es sich ziemlich gut gehen ließen, doch nach 16 Uhr war Hochbetrieb in den Reggeabars. Daher habe ich da auch nochmal einen kurzen Stopp eingelegt, bis ich zur zentralen Busstation gelaufen und zur Grazettes Terrace mit  Glühwürmchenbesuch zum abendlichen Relaxen zurück gefahren bin. Zurück bleibt die Erkenntnis des Tages: Sand im Schritt macht unfit. Dennoch war mein Laufpensum nicht zu verachten und die Füße glühten.

Abschließend möchte ich heute Melanie plus Family grüßen. Ich hoffe, dass durch meine Beschreibungen deine Reiseerinnerungen an Barbados stets lebendig bleiben. Deshalb gibt es heute statt einen Sundowner, lieber eine kleine kulturelle Zusammenfassung:

11.12.2021 – Nach dem Frühstück und dem 2. Kaffee war es irgendwie schon Zeit, um BuLi zu schauen. Auf Barbados ist man gute 5 Stunden der deutschen Uhrzeit voraus. Mainz gegen Bayern wollte ich mir nicht nehmen lassen und trotz der 1:2 Auswärtsniederlage des FSV M05 bei den Millionarios der Fußballschickeria musste es heute nach starker Leistung lauten: „Mia san Mainzer!“

Im Anschluss ging es mit dem Bus nach Speightstown. Bereits als 2. Stadt der Insel 1603 gegründet, umfasst es heute dennoch lediglich nur etwas über 2000 Einwohner von der rund 290000-köpfigen Gesamtbevölkerung. Es wurde als „Little Bristol“ bezeichnet, da hier der Handel mit England besonders florierte. Somit war es später ebenfalls Teil des Dreieckshandels, wodurch sich auch die indigene Bevölkerung mit den afrikanischen Sklaven mischte. Beide Bevölkerungsgruppen wurden unter der Herrschaft der europäischen Eroberer als Mittel zum Zweck für den Kolonialhandel angesehen und ausgebeutet. Zum Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sich Speightstown als Walfang- und Fischerort.

Glücklicherweise gehören diese Zustände der Vergangenheit an. Ein Hauch von Kolionalismus ist dennoch in der Architektur zu bestaunen, welche ich am Ende des Heywoods Beach mit seinem rosa schimmernden Sand finden konnte.

Trotz aller Fremdherrschaft sind die Einwohner von Barbados sehr stolz auf ihre Insel und ihre Herkunft. In Speightstown zeigt ein riesiges Wandkunstwerk die Landesgeschichte auf.

Mein nächster Stopp war Holetown, welches schon sehr zeigt, dass heutzutage Fischfang keine große Einnahmequelle mehr ist, sondern man auf kaufkräftige Touristen setzt.

Bevor es dämmerte, erreichte ich mein Appartement. Leider musste ich mich vergeblich abmühen, nachdem ich mein negatives PCR-Testergebnis erhalten hatte, sowohl das Einreiseformular der Regierung Grenadas, als auch den Online Check-In bei der Airline hinter mich bringen zu können. Wieder gab und gibt es Probleme bei der Buchungsnummer für den Flug und Service wird bei Opodo wohl eher klein geschrieben. Zudem hat der Regierungsserver Grenadas Probleme. Schauen wir mal, was der Morgen bringt.

Zum Abschluss möchte ich heuer mein Glas auf das liebe Mit-40er-Geburstagskind  Josch erheben. Willkommen im Club Nachbar.

12.12.2021 – 3. Advent und es geht weiter nach Grenada. Irgendwie – hoffe ich zumindest. Seit gestern spinnt der staatliche Server zur Einreise, weshalb ich mein Einreisedokument nicht ausfüllen und absenden konnte. Einchecken konnte ich ebenso wenig und für die Weiterreise (Man braucht bei der Einreise ein Rückflug- oder Weiterreiseticket!) hat mir Steffen, den ich mit seiner Familie besuchen werde, ein Schreiben zukommen lassen, dass ich bei ihm in der Crew anheuere. Glücklicherweise helfen mir Steffen und meine Gastgeberin Virginia tatkräftig, damit ich mein nächstes Ziel erreichen kann.

Bis hin zum Flughafentransport konnte ich in der Hinsicht nicht mehr erreichen, weshalb ich nochmal einen ausgedehnten Spaziergang an den Batts Rock gemacht habe.

Während ich im Wasser war, flog plötzlich ein kleiner Schwarm fliegende Fische über die anbrandende Welle an mir vorbei. Gut, dass ich den Mund zu hatte.

Um 14:30 Uhr kam dann mein Taxi zum Flughafen. Der Abschied von Virginia war sehr herzlich. Sie ist eine tolle und zuvorkommende Gastgeberin. Ich habe sogar ein Abschiedsgeschenk von ihr bekommen und kann sie definitiv, aber nicht nur deswegen, weiterempfehlen.

Am Flughafen wurde die Fluggesellschaft überhaupt nicht ausgeschrieben, habe sie also etwas später als gewollt erreicht. Daraufhin musste ich 1/4 meines Koffers ins Handgepäck umpacken, weil die Intercarribean Airways nur 44 Pfund zulässt, statt die mir bei Buchung von Opodo garantierten 23 Kilo. Habe also umgepackt, ohne Gewicht im Gesamten zu verlieren. Aber die Hauptsache ist, es passt jetzt für den Schalterbeamten. Mit einer Minimaschine soll es gleich in die Lüfte gehen.

Teneriffa – 21.11.2021 – 01.12.2021

Kleines Vorgeplänkel: Zurück aus Gambia und der Freude wieder heimischen Boden unter meinen Füßen zu haben, meine Leute wieder zu sehen und einmal nicht mehr zu schwitzen, nahm ich erst einmal diverse Arzttermine wahr, um mein Bein untersuchen zu lassen. Die Hausärztin brauchte den Rat einer Dermatologin, der Chirurg schickte mich mehrfach zum Radiologen und wieder zurück, da der Tropenmediziner keine Zeit für mich hatte. Nach erfolgten Untersuchungen, Ultraschall und MRT stand zumindest fest, dass meine Sepsis, einen kleinen verkapselten, aber keinen bedrohlichen Apses zurückbehielt, entgegen zahlreichen Unkenrufen ohne irgendwelche lebende Wurmrestbestände. Mit einer speziellen Salbe sollte ich dies weiter behandeln, sodass momentan keine Verdickung mehr vorherrscht. Die Malariaprophylaxe dürfte ich noch 7 Tage weiternehmen und dazu gesellten sich diverse Hausmittelchen und Medikamente im Zuge einer hartnäckigen Erkältung, an der ich prompt auch Steffi teilhaben ließ. 1 1/2 Jahre Maske und das Wetter in Deutschland – ich bin nichts mehr gewöhnt! Nun denn, immerhin überstanden und nicht unterm Messer gelandet.

21.11.2021 – Nachdem wir, Steffi und ich, unseren Trip nach Mexiko (Von hier aus wäre ich gerne noch Costa Rica und Panama nach Grenada weiter gereist.) aufgrund einer Erkrankung stornieren mussten und uns in der Heimat auskurierten, wollten wir dennoch nicht die Segel komplett streichen, sondern unseren lang ersehnten Jahresurlaub in wärmeren Gefilden verbringen und haben Last Minute 11 Tage auf den Kanaren gebucht. Die Anreise nach Teneriffa mit Zug, Flugzeug und Shuttle hat dann doch 11 Stunden gedauert, sodass wir immerhin nach dem Einchecken ins H10 Costa Adeje Palace und Zimmerbeziehen direkt zum Abendessen kamen. Mit einem Abendspaziergang verschafften wir uns einen ersten Überblick über die Umgebung und das Nachtleben.

22.11.2021 – Dominierte auf der Fahrt zum Hotel noch eine triste Kargheit die Landschaft, zeigt sich im südlichen Touristengebiet „natürlich“ alles schön angelegt.

Hotelanlage reiht sich an Hotelanlage und Steffi freute sich mehrfach im Omaparadies zum Chillen gelandet zu sein. So sei es – ich gab mein Bestes:

Soweit sich die Wolkendecke immer einmal wieder löste, genossen wir nach dem Frühstück ein kleines Sonnenbad und die Poollandschaft, bevor wir uns an zwei nahegelegene Strände, einer mit hellem, der andere mit dem hier typischen schwarzen Sand, begaben.

Kaum, dass wir uns versahen, hangelten wir uns heute so irgendwie von Mahlzeit zu Mahlzeit und dann war der Tag auch schon rum. Mein Aktivitätspotenzial wird sich sicherlich noch steigern. Unsere Sundownergrüße gehen an Lena und David aus Speyer. Danke für eure Reisetipps.

23.11.2021 – Kleines Zwischenfazit nach dem Frühstück: Also zur Anlage, dem Zimmer und dem Essen gibt es nix zu schelten.

Auch das Novemberwetter war uns heute erneut wohlgesonnen. Erst die nächsten Tage soll es trüber und leicht regnerisch werden. So haben wir an der Küste und über die wirklich ansehnliche Promenade entlang der Costa Adeje vom H10 aus die Strände bis zum Puerto Colon angelaufen, uns im Meer geaalt, in der Strandbar einen Cocktail geschlürft und heimwärts den heranpeitschenden Wellen zugeschaut und gelauscht.

Unsere Sundownergrüße senden wir heuer unseren Eltern, bevor wir schnabulieren gehen und den Abend ausklingen lassen.

24.11.2021 – Eine kleine Wanderung entlang des Strandes und der Klippen von La Caleta diente zur nötigen Verdauung des üppigen Frühstücksbuffets. Pfälzer Mägen sind bekanntlich sehr elastisch :-). Dabei haben wir schon einmal die Landefläche der Paraglider angeschaut. Am Samstag geht’s für mich auch hoch in die Lüfte. An diesem Küstenabschnitt ist die See rauher, man hat aber die Möglichkeit durch mehrere Eingänge über die kleinen Felsen ins Meer zu gelangen.

Und auch sonst ist alles hier sehr malerisch und schön angelegt.

Um an unserer Bräune weiterzuarbeiten, verbrachten wir vorm obligatorischen Mittagskaffee im Strandcafe etwas Zeit am Hotelpool. Daraufhin habe ich es endlich geschafft, mich mal aufzuraffen und vor dem nächsten Essensgang noch Joggen zu gehen. Habe direkt mit besserem Gewissen geschlemmt und dennoch war ein weiterer Abendspaziergang nicht verkehrt. Nächtliche Grüße von der Plaza an Selma samt Anhang.

25.11.2021 – Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Für den Halbtagestrip zum größten Berg Spaniens, dem Teide mit einer Höhe von 3500 Metern, buchte ich mich fürs Early-Bird-Frühstück ein und wurde mit dem Shuttle über Villaflor durch den Teide-Nationalpark, der sich über das ursprüngliche Bergmassiv mit 18 Kilometer Krater weit erstreckt, gefahren. Der noch halbaktive Vulkan ist der Hühne von den gesamt 320 auf Teneriffa. Die Geografie der Insel, so wie sie heute sichtbar ist, wurde und wird nach wie vor durch eine riesige Magmakammer bestimmt, die auch die weiteren sieben der Kanarischen Inseln zum Vorschein kommen ließ und fortwährend speist. Wo einst nur Meer, später durch plattentektonische Verschiebungen drei einzelne Inseln aus dem Atlantik hervorstießen, bildete sich durch enorme Eruptionen der Teide in der Inselmitte und türmte sich zu Bestzeiten auf über 6000 Meter auf. Durch einen späteren Tsunami büßte er dann 2500 Höhenmeter ein und kolabierte. Bis zum Meeresgrund waren das satte 10800 Meter in der Spitze bzw. Tiefe. Wirkt die Gegend der Caldera um den Teide vielleicht im ersten Moment äußerst karg, finden sich auf dieser abwechslungsreichen „Mondlandschaft“ dennoch auch unterschiedliche Pflanzen und das Farbenspiel von Sand und Gestein über grün, gelb, orange, rot, braun, grau und schwarz ist durchaus sehenswert. Auf fast 2300 Meter konnte ich schroffe Felsformationen umwandern, durchstreifte Wüsten ähnliche Abschnitte und wir durchquerten längst erloschene Magmaströme und Obsidiangestein. Die Seilbahn zum Gipfel fuhr aufgrund der starken Winde leider nicht. Immerhin einen in etwa 800 Jahre alten Pinienbaum, der in der Breite auch der guten alten, leider unlängst zerstörten „Dicken Eiche“ im heimatlichen Hauensteiner Wald Konkurrenz bietet, konnte man auf Höhe der Baumgrenze bestaunen. Alles in allem war es ein schöner Ausflug.

PS: Steffi hatte auch einen guten Tag mit dem Very-Lately-Langschläfer-Frühstück gehabt und relaxte ordentlich.

26.11.2021 – Heute waren wir sogar beide Early-Birds beim Frühstück, da wir eine Inselrundfahrt als Tagestour unternahmen. Mit dem Bus fuhren wir an der Westküste entlang zu den „Los Gigantes“, einer Klippenformation, welche bis rund 600 Meter aus dem Meer ragt.

Leider war es insgesamt sehr trüb und regnerisch, sodass wir nicht immer die beste Sicht auf die Landschaft hatten. Weiter führte uns der Weg nach dem Städtchen Garachico, von dem nach einem Vulkanausbruch anno 1706 lediglich 1/3 übrig blieb. Die restliche bewohnte Fläche wurde von den Lavamassen, die der Arecas Negras ausspuckte, überrollt. Als sich die Lava ins Meer ergoss, wurde sie von den Wellen zurückgeworfen und erkaltete, sodass sich ein Magmaring bildete, indem sich heute angelegte Badebäder befinden.

Wenig später trafen wir in Icod de los Vinos ein, wo wir den Drachenbaum, dessen Alter man nur grob zwischen 800 und 1000 Jahre schätzen kann, bestaunten. Drachenbäume gibt es neben Teneriffa nur noch in Portugal. Sie blühen alle zwei Jahre und aus den Früchten wird Likör gewonnen.

Danach setzte mal so richtig der Regen ein und bestimmte weiterhin unseren 2-stündigen Aufenthalt in Puerto de la Cruz. Leider schafften wir dort gerade einmal unsere Pizza und einen Kaffee. Aber wenigstens waren wir im Trockenen. Unsere Laufleistung in dem Touristenstädtchen würden wir mit starken 250 Metern angeben.

Vom Norden ging es auf die Westseite der Insel nach Candelaria, die „Schwarze Madonna“ besuchen, bis wir nach 9 Stunden Rundreise im Hotel ankamen. Fazit des Tages: Individualreisen lohnt sich definitiv mehr.

Ganz liebe Grüße an unsere heimischen Early-Birds Svenji und Lisa.

27.11.2021 – Für das Highlight des Tages ging es in die Lüfte, genauer gesagt auf den Picho und dann wieder herunter. Er liegt in der Bergkette um die Costa Adeje herum und beinhaltet einen Abflugplatz zum Paragliding. Mein Tandemmaster Ludo brachte uns nach dem Start auf über 1000 Meter hoch und flog mich sicher über das Gebirge an die Küste ins Tal. Bevor wir nach einer Weile landeten, gab es, nach schönem Ausblick auf die Küstengegend und das offene Meer, ein paar Kurvenmanöver und eine Punktlandung vor den Klippen.

Steffi erwartete mich bereits gespannt. Anschließend verweilten wir am Strand, plantschten im Wasser und gingen vom Kaffee zum Cocktail in der Strandbar über. Den malerischen Sonnenuntergang konnte ich im Infinity-Hotelpool mitansehen. Dann war Zeit zum Schlemmen und notwendigerweise – Beine vertreten.

Zum Ende des Tages hin möchte ich herzlichst die liebe Marion grüßen, die sich mit mir vor einigen Jahren todesmutig mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug gestürzt hat.

28.11.2021 – Wir sagen euch an den 1. Advent, … Allerdings brannte an der Costa Adeje weniger die 1. Kerze, sondern mehr die Sonne beim Cocktail-Tasting. Man muss ja irgendwie in Weihnachtsstimmung kommen. Im Hotel ist es dem entsprechend kitschig geschmückt, was für mich bei diesen Temperaturen irgendwie befremdlich anmutet.

Im Anschluss kamen wir quasi nicht um eine Abkühlung im Ozean drum herum. So entspannten wir in der „Bahia Dulque Beach Bar“ und schauten der, sich auf der Meeresoberfläche sich tanzend spiegelten, untergehenden Sonne zu. Sundownergrüße gehen somit heute an die „Riverdale Bitches“ + Uwe, der ist auch dabei.

29.11.2021 – Das war eigentlich nicht ganz so beabsichtigt, als wir ins Shuttle zum Siam Aquapark in Las Americas stiegen. Aber letztendlich sind wir nicht im Rutschenparadies gelandet, sondern zur nahegelegenen Siam Mall geschlendert und styltechnisch erstmal leicht eskaliert – zumindest bei der Anprobe.

Als hipper Mainzer Neustadt-Bursch muss man stets en vogue sein. Doch letztendlich wurde es etwas dezenter…

Daher können meine Shopping-Grüße an Anna „Fashionista“ gehen. So kann man sich im „Georges“ sehen lassen. Meinste nicht? 😉

30.11.2021 – Morgen geht es von Teneriffa für uns leider zurück nach Meenz, weshalb wir nochmal satt Sonne am Pool tankten, darauf nochmal satt Sonne an der Qoquelche Beach Bar tankten, nachdem wir satt Sonne im Klippenrestaurant Mirlo tankten und abschließend unsere satten Sundownergrüße an Kathi und Matthias senden.

01.12.2021 – Nach dem Frühstück ging es direkt zum Flughafen und die 4 1/2 Stunden zurück nach Frankfurt und Mainz ins traute Heim. Wir hatten einen guten Flug und freuen uns wieder hier zu sein. Für mich soll es ein kurzes Gastspiel werden, da ich am 08.12.2021 erneut aufbrechen möchte. Wohin? Verrate ich noch nicht.

Zum Reiseende hin wollen wir ganz herzlich die kleine, süße Ella, die gestern das Licht der Welt erblickt hatte, samt ihren stolzen Eltern Eva und Carsten grüßen. Wir freuen uns mit euch über euer junges Glück.

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