Panama – 19.02.2022 – 28.02.2022

19.02.2022 – Die Nacht war extrem durchwachsen, da die Wände eher aus Pappe waren, die Türen ständig ab 3 Uhr bis früh morgens nachts knallten, weil Leute eintrafen oder das „Casa Lapa“ verließen. Ich stand dann um 7 Uhr auf, hatte direkt ein Uber zum Flughafen und war planmäßig am Gate. Ohne Probleme wurde mein onward – Ticket akzeptiert. Das hat sich echt bewährt und ich werde wohl ebenso künftig darauf setzen, damit ich flexibel reisen kann. Mein Flieger nach Panama – City war glücklicherweise auch right in time und ich erreichte mein neues Urlaubsland mit einer Stunde Zeitverschiebung nach vorne um 12 Uhr 20 Ortszeit. Erneut nutzte ich ein Uber, um ans „Hotel Doral“ am nördlichen Punkt der Altstadt zu kommen. Hier teile ich mir ein Zimmer zwei Nächte mit Alberto, den ich in Corcovado kennengelernt hatte und der ebenso heute eintreffen wird. Nach dem Check In, in dem nicht wirklich vorzeigbaren Schuppen, besorgte ich mir mal wieder eine lokale Simkarte und spazierte los. Zu Beginn hatte ich nicht ganz die richtige Abzweigung und entdeckte eher schlechte als rechte Gegenden. Dort war es sehr ärmlich, dreckig und heruntergekommen. Ein ganz anderes Bild präsentierte die Stadt von sich im zentralen Altstadtbezirk. Hier reihen sich Bars und Restaurants, unterbrochen von historischen Gebäuden, aneinander.

Um den ersten Schock zu verdauen, sowie angelockt von Musik und regem Treiben, betrat ich die „Pedro Mandinga Rum Bar“. Was die Herren für ein Gedeck am Nachbartisch hatten, weckte mein Interesse und man kam ins Gespräch.

Übrigens Deutsche;) – Tobias und Uli, zu denen später noch Marcel und Bernd stießen. Letzteren begrüßte ich mit einem fröhlichen „Gude“. Unglaublich, was das mal wieder ein Türöffner war. Er wohnt in Offenbach und daher war ihm die Floskel mehr als vertraut. Lustiger allerdings war, dass wir feststellten, dass wir beide eigentlich Pfälzer sind und eine weitere entfernte Verbindung haben. Er ist ursprünglich ein Landauer und bei seinem Vater, Herr Rothenberger, war angangs an der Uni mein Geschichtsdozent für neuere Geschichte. Es war zudem sehr schön, mol wirrer so richdich pälzisch zu babble.

Danach schlenderte ich weiter durch die Altstadt und verschaffte mir einen ersten Überblick, bis sich Alberto meldete, dass er bald am Hotel eintreffen würde. So machte ich mich auf den Weg zu ihm und wir hatten ein herzliches Wiedersehen.

Wir zogen dann noch los durch die Altstadt, aßen beide unsere erste Pizza seit Monaten im „Calicanto“. Und sie war wirklich gut. Ich hatte die Vegatarische ohne Käse, aber mit Hühnchen;). Ja, ich weiß: Typisch!

Danach zog es uns auf die Rooftopbars. Im „Lazotea“ nahmen wir unseren Absacker, bevor wir den Heimweg zum Hotel antraten.

Die allerbesten Grüße von den Dächern Panamas aus möchte ich meinen Kumpels aus dem Geschichtsstudium: „Wünschels Zeitzeugen“ senden. Wir hatten schon Korifäen als Dozenten.

20.02.2022 – Das Hotel Doral bietet so ziemlich nichts, außer Pritsche und Dusche, sodass wir nach durchwachsener Nacht aufgrund der ziemlich lauten Klimaanlage früh raus zum Frühstücken unterwegs waren. Im „Nomada“ in der Altstadt wurden wir fündig.

Anschließend nahmen wir ein Uber, um zum Panama-Kanal zu kommen, doch leider gab es für das Besucherzentrum keine Tickets mehr, Imax-3D – Kino und Musuem waren dauerhaft geschlossen. Daher warteten wir auf ein nächstes Uber, sahen im Nebenarm des Kanals noch zwei Krokodile, und ließen uns zum Naturschutzgebiet und -park um den Hausberg Panamas, den „Cerro Cedro“, bringen. Den Aussichtspunkt erliefen wir in einer knappen Stunde und erblickten erstmals einen guten Teil der Skyline, auf die wir im Anschluss erneut auch auf Straßenhöhe blicken konnten. Auch ein ziemlich aktives Faultier machten wir in einer Baumkrone aus.

Dazwischen schoben wir eine Siesta im Park ein.

Ja, so schön ist Panama, bzw. kann es auch sein. Nachdem wir gestern eher feststellen mussten, dass sich um die Altstadt herum viele Armutsviertel befinden, in denen es äußerst dreckig und heruntergekommen war, realisierten wir heute umso mehr, wie eng hier Armut und Reichtum, Traditionen und Moderne, Einfachheit und Materialismus beieinander liegen.

Zu Fuß liefen wir an der Promenade entlang in die Altstadt und fanden uns rechtzeitig zur Happy Hour im „Chingada Madre“ ein, wo wir uns durchs Margarita – Angebot durchtesteten und absolut hochprofessionel den Poolbillardtisch bespielten.

Auf dem Rückweg zum Hotel für einen kurzen Zwischenstopp schnappten wir uns an der Straßenküche Hähnchen mit Yukka und Honigsauce – köstlich. Frisch herausgeputzt verbrachten wir unseren letzten gemeinsamen Abend in der Rooftopbar „Villa Amazonica“.

Wir haben den ganzen Tag eigentlich nur rumgealbert und uns schlapp gelacht. Alberto, du warst mir ein toller Reisebegleiter und daher gehen meine Grüße natürlich an dich. (Insider, auch für Vas: „Let’s Rock!)

21.02.2022 – Der Wecker von Alberto riss uns um 5 Uhr aus dem Schlaf. Er musste sich auf den 16-stündigen Rückweg mit dem Bus nach San Jose, Costa Rica machen, da ihn seine Eltern von Madrid aus besuchen kommen. Wir verabschiedeten uns und ich versuchte in dem Moloch, was sich unser Zimmer nannte, nochmal zu schlafen. Am besten hätte ich eine FFP2-Maske tragen sollen. So war ich eigentlich froh im frühen Morgen das Hotel zu verlassen, zu frühstücken und in die Altstadt zu laufen, wo ich Ruinen, Plätze (Plaza de la Indepencia, Plaza Tomas Hererra, Plaza Santa Ana, Plaza El Emperador Carlo V, Plaza de Francia), Kirchen (Cathedral Basilica Metropolitana Santa Maria La Antigua, Iglesia de la Merced, Iglesia Francisco de Asis) und eine Ausstellung zur neuen Kunst Panamas besuchte und somit mir selbst eine Stadtführung bescherte.

Die Museen sind auch hier montags geschlossen. Ich genoss nochmals den Blick auf die Skyline, aß zu Mittag und kehrte zum Zimmer zurück, um gefühlt in einer Millisekunde meine Sachen zu schnappen und aus dem Hotel Doral auszuchecken. Mit dem Uber ging es in die City zum „Nomada Container Hotel Panama City“. Ich dachte mir, erneut im Container zu hausen, nach den positiven Erfahrungen, die ich in Jaco gemacht hatte, kann nicht schaden und wo passt es besser, als hier?

Ich habe mir mal gleich ein Upgrade besorgt und lebe nun auf weitläufigen 30 Quadratmetern mit Küche, Bad, Schlafzimmer und TV.

Oh, wie schön ist Panama. Nachdem ich mich eingerichtet hatte, suchte ich gleich vier kleinere und größere Supermärkte auf, damit sich mein Kühlschrank nicht unnütz fühlen muss. Letztendlich kaufte ich das meiste im Koscheren Delimarkt ein, weil das Angebot in den kleineren Märkten sehr zu wünschen übrig ließ. Billig war es nicht, aber zumindest lupenrein und ich wollte unbedingt mal wieder etwas gesundes Frisches.

So war ich heute doch noch gut auf den Beinen unterwegs und schlief sogar auf der Couch ein, bevor ich meinen Kadaver ins fantastische Bett hievte und meine Grüße an meine Couchpotato zu Hause schicke.

22.02.2022 – Da morgen Wouters, eine meiner Bekanntschaften aus La Fortuna, in Panama – City ankommen wird, spare ich mir den Kanal noch etwas auf und schaute mal, was wir uns sonst noch so alles gemeinsam anschauen könnten.

So entschied ich mich heute, eher meinen historischen Interessen nachzugehen und erforschte das wirkliche „Panama la Vieja“, wo die ersten Siedlungsformen des ursprünglichen Panamas gefunden wurden. Auf dem Areal findet sich nicht nur eine ausgedehnte Ruinenlandschaft, sondern auch ein Museum, welches über die Stadtgeschichte Auskunft gibt.

In dem heutzutage abgesperrten archäologischen Bereich werden einerseits nach wie vor Ausgrabungen und geschichtliche Forschung betrieben, andererseits zeugen die baulichen Überreste und Funde von der Besiedlung und Lebensweise der indigenen Ureinwohner ab 800 v. Christus über die Inanspruchnahme des strategisch wichtigen Landstrichs an der Südküste durch die Spanier im frühen 15. Jahrhundert. Vasco Nunez de Balboa folgte den Berichten der Einheimischen, welche ihm von einem weiteren Ozean erzählten. Er war der erste Europäer, der den später so titulierten Pazifik 1513 zu Gesicht bekam. 

Bis 1519 hatten die Spanier den strategisch wichtigen Knotenpunkt dort, den sie Panama – Stadt nannten, nicht nur besetzt und die Indigenen weitgehend vertrieben oder durch Missionare christianisiert, sondern gründeten neben einem Handelszentrum ebenso einen Bischofssitz. Hier wurde peruanisches Gold und Silber vom Hafen erst über den Landweg und auf der Karibikseite nach Spanien verschifft. Franziskanermönche gründeten mehrere Konvents, um das gesellschaftliche Zentrum der Stadt, der Kirche, herum, neben der ein Ratsgebäude, sowie die Herrenhäuser reicher Kaufleute standen.

Die Entdeckungsgeschichte Panamas mit seiner Bedeutung in der Weltwirtschaft ist also auch eine Geschichte der Ausbeutung, Versklavung und Vernichtung der einheimischen Völker durch die Conquistadores bis zum 17. Jahrhundert. Als nun Arbeitskräfte Mangelware waren, verschleppte man Sklaven aus Afrika, um für den Profit der Kolonialherren zu schuften und zu sterben. Sklavenaufstände wurden durch in die Wälder geflüchtete Indigene und sogar Piraten wie Francis Drake unterstützt. Der Berüchtigste unter ihnen war Henry Morgan, der den Spaniern immer wieder schwer zusetzte. Auch Panama – Stadt wurde durch seine Truppen zerstört und man entschied sich, es zehn Kilometer weiter südlich neu zu bauen, weshalb sich dort nun ebenfalls eine Altsatdt befindet. Bis 1821 war das Land unter spanischer Herrschaft, verlor aber bis ins 18. Jahrhundert stark an Bedeutung, da die Überwindung des Landwegs sehr beschwerlich war, wodurch die Schiffe folglich eher ums Kap Horn segelten. Bis zum Bau des Panamakanals, der Karibik und Pazifik mit einander verbindet, sollte es noch dauern.

Input hatte ich bis dahin reichlich eingesaugt, sodass es einem totalen Abschalten bedurfte. Mit einem Leguan machte ich im Schatten eines Unterstandes Siesta und wir ließen uns von den vorbei hüpfenden oder über uns kreisenden Geiern nicht beunruhigen. Danach ging es zum Shopping in die „Alta Plaza Mall“.

Den Abend verbrachte ich mit Udo im Hof, einem Rheinländer, der nach Kanada ausgewandert ist und, so vermuteten wir, den ortsansässigen Narcos oder Panama – Paper – Betreibern am Nebentisch, die mit ihren fetten Karren direkt ins Hotelgelände des Kontainerhafens einfuhren, reichlich Drinks und dicken Cohibas frönten und zu guter Letzt bis spät nachts monoton unnötige Technobeats laufen ließen. Und natürlich war es notwendig um halb 1 Uhr noch die Motoren der Protzkarren dermaßen aufheizen zu lassen, dass man dachte, es schlägt eine Bombe ein. Morgen beschwert sich der Alman. Anzeige ist raus!

Somit grüße ich alle mir bekannten Schutzmänner.

23.02.2022 – Die Nacht war bescheiden und am Morgen wandte ich mich an den Concierge aufgrund der gestrigen Störung und fehlerhaften Angaben bei Booking, sowie nicht funktionierender Einrichtung. Natürlich entschuldigte er sich, fand diese Aktion ebenso nicht korrekt und hat dies leider auch schon öfters erlebt. Allerdings seien ihm ohne Beschwerde der Gäste die Hände gebunden. Mein Verdacht von gestern verhärtete sich. In der über 10 – köpfigen Männerrunde befanden sich allesamt einflussreiche Teilhaber oder Freunde derer. Udo meinte, dass da gut Geld gewaschen wird. Schließlich kostet ein kleines Bier 5 Dollar:). Sichtlich unwohl informierte der Verwalter seinen Chef. Abwarten, ob da noch eine Antwort folgt.

Müde statt munter versuchte ich den letzteren Zustand, mit einem guten Frühstück zu erreichen und genoss die Ruhe im Containerhof.

Zu Mittag trabte ich ins „El Machico Hostel“, in dem Wouters gelandet ist. Es war wirklich toll, den holländischen Haudegen wiederzusehen. Bis er sein Zimmer beziehen konnte, sprangen wir in den Pool des Hostels und machten uns dann auf den Weg zur Aussichtsplattform Miraflores am Panamakanal. Sehr beeindruckend zu sehen, wie die Ozeanriesen die Schleusen überwinden und das letzte Stück in den Pazifik zurücklegen. Mit viel Geduld produzierte Wouters ein Zeitraffervideo dazu:

Daraufhin ging es mit dem nächsten Uber in die Altstadt, wo ich Wouters etwas herumführen konnte und wir einen Abstecher im kleinen „Historischen Museum von Panama“ unternahmen.

Hier kann man vor allem den politischen Weg und Kampf des Landes zur Unabhängigkeit Panamas verfolgen. Und das bis in die jüngste Vergangenheit hinein. War Panama zuvor von den Spaniern und später Kolumbianern bis um 1900 herum besetzt und fremd beherrscht, gab es auch im Innern Unruhen und blutige Niederwerfungen von Studentenprotesten in einer Zeit, in der bei uns die Mauer fiel, bis auch in Panama die demokratischen Bürgerrechte mehr und mehr Einzug erhielten. Die erste Nationalflagge ist ebenso hier ausgestellt.

Die Sonne schickte uns noch ihre letzten Strahlen, als wir weiter durch die Altstadt schlenderten, bevor wir in das Kontainerhafenhotel fuhren, kochten und unsere weiteren Aktivitäten planten.

Kurzerhand beschlossen wir nicht nur eine Eintagestour nach San Blas Islands zu buchen (Leider waren alle Übernachtungstouren für das Wochenende ausgebucht, da Carneval ist!), sondern auch einen Flug nach Medellin für kommenden Montag.

Die Sundownergrüße möchte ich der lieben Abby zu ihrem Geburtstag, wenn auch leicht verspätet, senden. Lass es dir gut gehen auf deiner Reise und fühl dich gedrückt.

24.02.2022 – Morgens lernte ich Luane aus Kanada kennen. Sie wohnt auch ein paar Tage im Kontainerhotel und entschloss sich, sich mir und Wouters für eine Halbtagestour anzuschließen, nachdem ich mich beim Pförtner Luis nach möglichen To Do’s erkundigt hatte. Mit Samuel, den wir als Fahrer für unsere Tour engagierten, fuhren wir nach Gamboa und ich organisierte uns dort ein Schnellboot samt Skipper für eine Privattour zu den „Monkey Islands“. Dabei fuhren wir über den Panamakanal in die Mangroven und Seenlandschaft der Lagune Catun, stoppten an mehreren kleinen Inseln und unser Skipper Carlos lockte die Affen an – Manchmal näher, als uns aufgrund der spitzen Zähne und Nähe lieb war!

Neben den Brüllaffen und Weißkopfaffen, entdeckten wir einen Basilisk, Seeadler, Ibisse, Leguane und auch zwei Krokodile.

Die Lagunenlandschaft war idyllisch, sofern uns nicht allzuviele Boote kreuzten.

Ebenfalls war es beeindruckend, erneut die großen Ozeanriesen oder Industrieschiffe an uns vorbeifahren zu sehen.

Im Anschluss unternahmen wir einen kleinen Spaziergang zum Beginn des Ölpipelineweges, wo wir erneut eine Bande Brüllaffen in Action beobachten konnten, bevor es wieder zurück ging. Ich verbrachte mit Wouters noch etwas Zeit in seinem Hostel im Pool und am Billardtisch.

Wir setzten uns ebenso an die Buchung unserer Kolumbienflüge, wie auch einer Unterkunft und organisierten uns für morgen Räder.

Erschrocken hat uns heute alle die Kriegshandlung Russlands gegenüber der Ukraine. Wir können nur hoffen, dass es nicht weiter ausartet, eine Deeskalation möglichst schnell stattfindet und weitere Opfer vermieden werden können. Mit großer Besorgnis schaue ich in die Ukraine und auf Europa. Es kann doch nicht sein, dass man aus der jüngsten Vergangenheit überhaupt nichts gelernt hat! Meine Sympathien gehen an alle Verfächter für das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Friedensaktivisten.

25.02.2022 – Hatten Wouters und ich gestern noch unsere Mountainbikes für heute reserviert, durften wir direkt feststellen, dass noch genau zwei Räder im Hostel vorhanden, allerdings abgeschlossen und der Schlüssel von einem Mitarbeiter mitgenommen war. Also musste mal wieder ein Uber bestellt werden, das uns zum Biomuseum brachte.

Dies ist ein tolles und teils interaktiv aufgebautes Museum, das die geologische Entstehung Panamas, welches auf einer eigenen tektonischen Platte liegt und somit von Erdbeben eigentlich verschont bleibt, aber auch neben der Menschheits- die Besiedlingsgeschichte näher verdeutlicht und sehr gut erklärt. Auch das Personal war sehr freundlich und zuvorkommend und präsentierte jeweils die unterschiedlichen Themenfelder zu Beginn einer neuen Ausstellung.

Zudem wird nicht nur die archäologische Entwicklung aufgezeigt, es schließt sich nahtlos die naturhistorische Wissenschaft mit an und zeigt die enorme Biodiversität zu Wasser, an Land und in der Luft, ebenso von der Urzeit bis heute. Panama, wie auch Costa Rica, entstand durch Vulkanausbrüche, die erst zum Zusammenwachsen mehrerer Inseln zu einem Eiland führte. Ein Land, das gleichsam Mittelamerika mit Südamerika erst verband und somit zwei Ozeane von einander trennte. (Um später den Seeweg und die Verbindung über den im 19. Jahrhundert geschaffenen Panamakanal zu ermöglichen, musste übrigens das Inland um die neu geschaffene Lagune Gatun herum geflutet werden. Deshalb müssen die Schiffe auch zweimal den Höhenunterschied mittels der Schleusen überwinden.) Durch das Schaffen einer Landbrücke zwischen Nord-/Mittel- und Südamerika kam es in der Steinzeit zur Wanderung der Urtiere, wobei die mehr agressiven Tiere des Nordens viele Arten des Südens ausrotteten. So hat unter anderem leider auch das riesige „Walking Ground Sloth“ nicht überlebt. Säbelzahntiger waren dann doch stärker, schneller und vor allem sehr taktische Jäger.

Erstaunliche 3 Stunden konnten wir uns im Biomuseum beschäftigen und fanden daraufhin einen Fahrradverleih, sodass wir doch noch zu einer kleinen Tour gekommen sind. Wir radelten den Hafen Panamas und die „Isla Flamenco“ an.

Der Hunger übermannte uns natürlich am Nachmittag, weshalb wir am „Plaza Santa – Ana“ eine Soda (= lokale einfache Küche) aufsuchten. Danach führte ich Wouters durch den oberen Teil der Altstadt, bis wir schlussendlich doch in meiner bevorzugten Rum – Bar landeten und eine wohl verdiente Pause einlegten.

In der Dämmerung erreichten wir Wouters Hostel und zockten etwas Karten und Billiard, bevor ich heimwärts trottete und nun meine lieben Grüße an meine Bikerboys absende. (Weder) Hals noch Beinbruch!

26.02.2022 – 4:40 Uhr bin ich aufgestanden, weil ich mich zwischen 5 und 5:30 Uhr für die Tagestour zu den San Blas Islands bereithalten sollte. 4:48 Uhr klopfte der Abholdienst. Zusammen mit Wouters und 4 weiteren Gästen wurde ich einmal von der Süd- zur Nordküste über den gesamten Isthmus gefahren. Erst in totaler Dunkelheit und später im panamaischen Hochland ging es über 3 Stunden durch die Pampa und dann auch lange durch den Regen. Es war trüb, grau, nass und ungemütlich, so dass wir alle bangten und hofften, dass wenigstens der Regen nachlassen würde, wenn wir zu unserem Inselhopping aufbrechen können. Dass wir so früh los sind, hatte wirklich Sinn gemacht, denn halb Panama hatte die gleiche Idee. Das lag auch daran, dass der Präsident verboten hatte, Karneval zu feiern, weshalb viele Einheimische quasi in internationale Gewässer bzw. die San Blas Inseln flüchteten, um dort die Tage zu verbringen. Auf dem Weg zum Fährhafen für die Schnellboote, dem Puerto Tupile Dibin, passierten wir mehrere Polizeikontrollen, mussten Vakzination und Pass vorzeigen, sowie eine Gebühr von 22 Dollar an die Cuna, der ursprünglich hier lebende indigene Volksstamm begleichen. Ich stellte mir die körperlich sehr kleinen Cuna im Vorfeld andächtig, traditionell, naturverbunden und bescheiden vor. Meine erste Begegnung riss mich aus meiner falschen Vorstellung. Zum einen herrschte eine große Umweltverschmutzung um den Anleger und zum anderen war der Cuna sehr fordernd und harsch. Kurioser war allerdings, dass ich ein Tattoo auf seinem Arm entdeckte, das weder eine abstrakte Schildkröte, noch ein traditionelles Symbol aufzeigte, sondern ein deutsches Wort: „saufen…“ verdeutlichte seine Lieblingsbeschäftigung. Er konnte sogar deutsch und hat Verwandte in München. Eine gut antrainierte Hopfenkugel schob er schwerfällig vor sich her. Da war ich schon perplex und wenig später noch mehr, als ich auf dem Schnellboot einen Cuna zur Hausbauweise fragte. Dieser stellte sich als ein weiterer Verwandter heraus, der gestern zu viel „saufen…“ war. Immerhin konnte er mir erklären, dass hier kaum ein Gezeitenunterschied (Im südlichen Küstenabschnitt, wie zum Beispiel in Panama – City dagegen herrscht der größte gemessene Unterschied zwischen Ebbe und Flut.) merkbar ist und die Cuna ihre Behausungen entweder auf den kleinen Sandinseln oder Korallenriffen errichten können, ohne Angst haben zu müssen, dass einmal die eigenen vier Wände davongetrieben werden. Ob das allerdings so bleibt, wenn insgesamt der Meeresspiegel aufgrund der Klimaerwärmung steigt, mag ich zu bezweifeln. Im Notfall hilft immer noch: „saufen…“!

Unsere Überfahrt zur ersten Insel, der „Isla Perro“, glich einer Kombination zwischen Rollercoaster und Rodeo. Die Wellen waren heute ungewöhnlich hoch und wir wurden im hohen Tempo gut durchgeschüttelt. Mir hat es auf alle Fälle tierisch Spaß gemacht. Und das kleine aus dem türkisblauen Meer herausragende Eiland war paradiesisch.

Später, wie erreichten als erste Besucher die Insel, trafen immer mehr Tagestouristen oder Camper ein und „zelebrierten“ Karneval auf panamaisch.

Nach dem Mittagessen steuerten wir zwei Sandbänke, „Natural Pools“ genannt, an.

Bis wir dann vor „Isla Diablo“ den Anker warfen und ein wenig Zeit hatten, ein durchaus schönes Korallenriff mit teils stattlichen Fischlis zu schnorcheln. Alles in allem war das bis dahin ein echt gelungener Ausflug und ich rief mir wieder einmal vor Augen, welch ein Glück ich doch gerade habe.

Auf der Rückfahrt mit dem Boot war ich ordentlich geschafft und froh, dass ich nicht über Bord ging, weil ich beinahe mehrmals eingenickt wäre. Mit dem Auto dauerte es dann noch weitere 3 1/2 Stunden bis zur Unterkunft (Wouters ist die nächsten 2 Nächte ebenfalls im Kontainerhotel unter.), die wir um 19:30 Uhr erreichten, was kochten und dann den Abend ausklingen ließen.

Meine lieben Grüße gehen an de Ichel, der mir den Tipp mit den San Blas Inseln gab und hundertprozentig damit bei mir ins Schwarze getroffen hat.

27.02.2022 – Nix los heute in Panama – City oder gar bei mir, nachdem der gestrige Ausflug nun Tribut forderte. So verlief der Tagesstart sehr gemächlich. Wäsche waschen, ein leckeres Brot im „Petit Paris“ holen, lecker frühstücken und notwendigen „Papier“kram für die nächsten Ziele erledigen, war angesagt und damit der Morgen auch schon gefüllt. Der Kühlschrank wurde langsam geleert und nachmittags spazierte ich zwischen den Wolkenkratzern hindurch und an der Promenade entlang Richtung Altstadt, nahm mir Zeit für eine Siesta im Park und nahm nochmal etwas die Energie der Stadt auf, bevor es morgen weitergeht nach Medellin.

Nach einer Einkehr beim Mexikaner in „Casco Vieja“ machte ich mich auf den Rückweg. Mit Wouters verbrachte ich den Abend mit weiteren Buchungsangelegenheiten. Natürlich gehen die Geschehnisse in der Ukraine nicht an uns vorbei und sind seit Tagen in unseren Köpfen präsent. Es ist gut, über die sozialen Medien zu sehen, dass sich Menschen aus vielen Teilen der Welt solidarisch hinter die Ukraine stellen, für das Selbstbestimmungsrecht und die Menschenrechte eintreten, v. a. für Frieden demonstrieren. Auch in Panama erstrahlte heute ein Gebäude in Blau und Gelb. Durch Menschlichkeit kann dieser Wahnsinn vielleicht gestoppt werden. Sanktionen und klare Positionierung der einflussreichen Mächte müssen ihr Übriges tun.

Grüße an alle Despoten dieser Welt. Genau euch brauchen wir in solch katastrophalen Zeiten. Ihr schafft es auch noch die Klimaerwärmung, vergangene Flüchtlingskrisen, Bankencrashs, sowie eine globale Pandemie in den Schatten zu stellen. Eine wirklich große Leistung, für die ihr zurecht in die Geschichtsbücher eingehen werdet. Lasst euch von euren Familien, Kindern und Kindeskindern feiern. Alle nachfolgenden Generationen werden es euch danken. Euer Name wird auf ewig mit solch ruhmreichen Begriffen wie Unterdrückung, Willkür, Terror, Tod, Vertreibung, Vernichtung oder Völkermord verbunden sein.

Costa Rica III – 10.02.2022 – 19.02.2022

10.02.2022 – Überpünklich wurde ich in „Maris BnB“ vor 8 Uhr eingesammelt und, wie viele andere Reisende, über das Hinterland nach El Castillo zur Laguna de Arenal gefahren. Anfänglich noch sonnig erinnerte die Gegend ans bayrische Voralpenland mit Weidelandwirtschaft, saftigen Wiesen, steilen Berghängen und vereinzelten Wäldern bis zur Baumgrenze. Mit der Zeit merkte man sichtlich, dass man an Höhe gewann und der Nebel sich über die Bergrücken zog, bis es leicht zu regnen anfing und sich ein Regenbogen nahezu horizontal am Himmel erstreckte. Zum Schluss der 90-minütigen Fahrt verlief die Schotterpiste abfallend, bis wir die Lagune erreichten und mit Fährbooten eine gute halbe Stunde zur Anlegestelle in  Arenal schipperten und dabei den ersten Blick auf den gleichnamigen Vulkan „Arenal“ erhaschen konnten.

Erneut stiegen wir auf ein Shuttle um und kurz vor 12 Uhr erreichte ich mein Ziel, das Hotel „San Bosco Inn“. Nach dem Check-In machte ich erstmal im „Ketchup“ Mittag und nutze im Anschluss die Möglichkeit zur Entspannung im Schwesternhotel „Volcano Lodge & Spa“, welches 6 Kilometer entfernt liegt, aber heiße Thermalquellenbecken, die so genannten „Hot Springs“, besitzt. Neben  mehreren bis zu 45 Grad heißen Becken, genoss ich meine Auszeit im Pool, dem Jacuzzi, in der Hängematte oder bei Saunagängen.

Der Name des Resorts versprach weiterhin einen tollen Blick auf den Vulkan und hat dies auch gehalten, sodass ich hier gute 6 Stunden verbrachte.

Zum Abendessen im „La Fonda“ traf ich Stefanie Lö., die sich für eine Weile in La Fortuna niedergelassen hat und ich zuvor übers Internet kennengelernt hatte. Wir beschlossen, sobald ich in der Nähe bin, uns mal auszutauschen und den ein oder anderen Trip ins Auge zu nehmen. Wir haben uns gut unterhalten und verstanden, weshalb wir auch morgen auf kleine Tour gehen werden.

Grüße, Glück, Gesundheit möchte ich Karolin und Johannes zum Geburtstag übersenden. 

11.02.2022 – Easy going und leckeres Frühstück im „San Bosco Inn“ – und somit hatte ich einen gemütlichen Start. Ich suchte danach die Wäscherei auf und setzte mein gestrig geschmiedetes Vorhaben, mehr Spanisch zu sprechen und deshalb mittels Apps meine Kenntnisse zu vertiefen, in die Tat um. Anschließend traf ich mich mit Stefanie, die mich fernab der touristischen Faultierparks in ein Insider-Waldstück mitnahm, wo wir Ausschau nach den gemächlichen Baumbesetzern hielten. Allerdings entdeckten wir nicht eimmal ansatzweise ein Fellbündel in den Bäumen. Am Boden waren wir erfolgreicher. Hunderte Blattschneideameisen verrichteten ihren Dienst und zum ersten Mal und zweiten und dritten Mal konnte ich einen „Blue Jeans“ – Frosch sichten, dessen Gift zu harten, bis tödlichen Krämpfen, Fieber und Atemnot führen kann.

Brüllaffen machten auf sich aufmerksam und auch Leguane konnten wir in ungewohnter Höhe entdecken.

Es war aber weit und breit kein Faultier zu sehen, bis wir zwei nette US-Amerikaner mit einem Guide trafen, die uns einluden, sie zu begleiten. Da sagten wir nicht nein und hatten direkt Erfolg. Der Guide hatte wirklich gute Augen und kannte die Gegend wie seine Westentasche, sodass wir vier Faultiere, darunter Mutter mit klammerndem Kind, sehen konnten, bis ein starker Regenguss einsetzte und wir den Rückweg antraten.

Nachmittags vertiefte ich motiviert mein Spanisch und wartete auf Jason, den ich im „Iyok Ami“ zu Beginn meiner Costa Rica – Reise kennengelernt hatte. Er arbeitet in La Fortuna beim Gericht und wohnt in der Nähe des Rio Celeste. Wir hatten schon vor zwei Wochen ausgemacht, dass wir uns nochmal kurzschließen, wenn ich weiter nördlich bin. Nach seiner Arbeit nahm er mich somit mit nach San Rafael de Guatuso. Von hier aus werden wir morgen eine Tour starten.

Den weiteren Abend verbrachte ich mit Fabian, Oscar und Bredyan, dem Verwalter des „Rio Frio“, in dem ich untergekommen bin. Es war ziemlich erfrischend, sich mal wieder mit den Locals auszutauschen und mehr über Land, Leute und Alltag zu lernen. Die Stimmung war gut und Oscar und Bredyan gaben mir noch ein progressive Rock VIP – Konzert in ihrem angrenzenden Proberaum.

Meine ganz lieben Grüße gehen heuer  anlässlich ihres Ehrentages an meine liebe Godi Burga.

12.02.2022 – Jason stand etwas nach 9 Uhr mit dem Motorrad vor der Tür, lud mich auf und wir legten die rund 25 Kilometer auf dem Geländehobel bis zum Nationalpark Tenoria zurück. Dort befinden sich zwei Vulkankrater, welche aus der selben Lavakammer gespeist werden. Direkt nach dem Parkeintritt machten wir eine Bande Kapuzineraffen in den Bäumen aus, fanden später zwei Schlangen, schauten einem Nasenbär beim Verschlingen seines Mittagessens zu und legten die zwei laufbaren Trails zum Wasserfall und zur Verschmelzung zweier Flüsse zurück.

Hier trifft der „Rio Buenavista“ (braun) auf mineralisches Sedimentgestein und fließt im „Rio Celeste“ weiter. Kein schlechtes Naturschauspiel und auch der Wasserfall konnte sich sehen lassen.

Nach Verlassen des Parks und anschließender Stärkung, sowie vergeblicher Suche eines Tapirreservats weiter nördlich, entschlossen wir uns, bei Bekannten von Jason auf dem „Rio Celeste“ eine Rivertubbing-Tour zu unternehmen.

Und das war nicht einfach nur ein Rumgeschippere mit Brumkreisel in den Stromschwellen auf einem Reifen. Mehrfach meldeten sich mein Podex oder das Becken rechts und links aufgrund hartem Steinkontakt. Der Fluss hätte gerne etwas mehr Wasser mit sich führen können. Froh war ich definitiv über den Helm, als mich ein Strudel mitriss und ich kopfüber den Steinen auf dem Grund meine Aufwartung machte. Aber was soll man machen? Man muss ja irgendwie den Fluß runter. Besser als rauf! Im Endeffekt war es nicht ganz Kanufahren auf der Ardeche, aber trotzdem nice.

Für den coolen Tag bedanke ich mich herzlich bei Jason, der sich meine Grüße mit der lieben Anna, die heute Geburtstag feiert, teilen darf. Fühl dich gedrückt Anna.

13.02.2022 – Aufstehen, auschecken und den Bus zurück nach La Fortuna nehmen und dann mal weitersehen war angesagt. Das hat soweit alles geklappt und ich bin im „Nice Place Hostel“ für eine Nacht untergebracht. Nach kurzer Rast traf ich und hatte einen netten Plausch mit Graham, mit dem ich noch einen Burger essen war, bevor ich mich mit Stefanie traf und wir an den „Rio Fortuna“ liefen, wo wir verweilten und uns abkühlten. Es war wirklich sehr gut kühl;).

Anschließend unternahmen wir noch einen ausgedehnten Marsch, bis wir uns in einer fancy Chocolateria, in der sogar Livemusik aufspielte, für unsere zurückgelegten Kilometer entlohnten und später im Hostel zusammen kochten und aßen.

Nach den Süßigkeiten gab es Wraps, anständig scharf. Mit Graham und seinem Buddy Wouter aus den Niederlanden bin ich dann noch was Trinken gegangen. Kaum im „La Parada“ angelangt, schlappte der verrückte Schwede Mattis, den ich in Monteverde kennengelernt hatte, vorbei. Er war schon gut dabei, sodass wir nicht mithalten konnten, aber mit Sicherheit eine Menge Spaß und uns auch so super unterhalten hatten. Alles in allem war es ein cooler Abend.

Meine ganz lieben Grüße gehen heute allerdings an Jason, der mir wirklich gestern eine tolle Tour bot und mir die Kultur und Geschichte der costaricanischen Natives sehr gut näher brachte.

14.02.2022 – Trotz langer Nacht gestern, stand ich früh in der Küche und frühstückte ordentlich, um genug Power für den Aufstieg zum „Cerro Chato“, der kleine Nachbarvulkan direkt neben dem „Arenal“, zu haben. Mein Gepäck brachte ich ins „La Posada de Mama“ und organisierte mir ein Uber zum 70 Meter Wasserfall in La Fortuna. Von Zlati, die diese Tour letzte Woche unternahm, wusste ich, dass man in der Nähe des Parkplatzes einen kostenlosen Schleichweg nutzen kann, um auf den Hauptweg zu gelangen. Nach kurzer Suche war ich mir sicher, den richtigen Trampelpfad gefunden zu haben und steuerte auf den Waldrand zu, wo ich bereits schwitzend, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, ankam und einen erstmal gut angelegten Weg mit vielen hohen Holztreppenstufen fand.

Diesem folgte ich eine gute halbe Stunde, in der mich bisweilen ein mulmiges Gefühl beschlich. Zlati beschrieb den Hike als den schlimmsten, den sie je gelaufen war. Der 3-stündige Aufstieg hatte sie echt fertig gemacht. Ich wollte da gar nicht so viele Details wissen, sondern endlich einen Vulkan auf Costa Rica besteigen. Der „Cerro Chato“ bietet zudem die Möglichkeit, im Kratersee zu schwimmen. Dennoch, ich war allein unterwegs und weit und breit war keine Menschenseele. Ich hoffte dabei, weder auf Schlangen, Skorpione, Spinnen, giftige Frösche oder Pflanzen, noch gar auf einen Puma zu stoßen. Froh war ich dann, Stimmen zu hören und nach einiger Zeit auf eine Familie aus Israel zu treffen, die einen schlammigen Hang hoch stiegen. Wir schlossen uns zusammen und übertrafen die Markierung, die einem das weitere bewandern des „Weges“ untersagt. Ab hier konnte man auch wirklich nicht mehr von einem Weg sprechen, sodass einem auch klar wurde, warum das Verbot ausgesprochen wurde. Mit Wandern hatte das nun nichts mehr zu tun. Mehr und mehr kam man ins Bergsteigen und Klettern, wobei man sich vor allem an Wurzeln hochziehen oder in Felsspalten hochdrücken musste. Dabei nahm die Matschepampe unter den Füßen und an den Hängen immer weiter zu. Bisweilen musste man sich durch 20 – 30 cm breite Spaltöffnungen zwängen und sonst auch schauen, dass man nirgends ab- oder wegrutscht.

Irgendwann wollte ich das gar nicht mehr auf einem Foto festhalten, weil ich stets matschige Hände hatte und nach dem Erreichen des oberen Kraterrandes es steil und rutschig weitere 10 Minuten bergab verlief, wobei man sich seinen Weg echt suchen musste. Teils rutschte man somit etwas mehr und suchte stets nach passendem Halt für Hände und Füße. Endlich am Kratersee angekommen, sah ich, dass ich nichts sah, außer einen Holländer und einen Kanadier. Der Rest des bei gutem Wetter blaugrün gefärbten rund 200 Meter im Durchmesser große Kratersee hing schwer in den Wolken.

Ein kühles Bad auf 1140 Meter Höhe ließ ich mir dennoch nicht entgehen. Entstanden ist der Vulkan, der übersetzt so viel heißt wie „flacher Hügel“ vor 38000 Jahren und zum letzten Mal vor 3500 Jahren ausgebrochen. Seit dem ist er inaktiv.

Erst bergauf, dann vom Kraterrand wieder bergab folgte ich den beiden Jungs, Casper und Joel. Auf dem Rückweg trafen wir zu Beginn ein paar weitere Wagemutige, die das Ziel noch vor Augen hatten. Kurz danach setzte starker anhaltender Regen ein, was den Weg für diese Nachzügler überaus schwieriger und noch fordernder bis nicht machbar machte. Pfützen wie Schlammmassen nahmen zu, die Rutschpartie war eröffnet. Wir waren daher ziemlich froh, den leichteren Teil vor uns zu haben. Konzentrieren mussten auch wir uns bei jedem Schritt. Geschafft haben wir es letztendlich, bis sich unsere Wege genau dort trennten, wo ich zu Beginn auf meine ersten Teiletappenmitstreiter aus Israel traf. Den Rest legte ich flotten Fußes zurück, freute mich, gut durchgekommen zu sein und wurde dann von einem Streckenposten kurz vorm Ziel aufgehalten. Statt mich am Ende abzukasieren, lotste er mich auf einen weiteren Pfad, dem ich bis zum Eingang des La Fortuna Wasserfalls folgte. La Fortuna war mir wettertechnisch wirklich nicht hold. Glücklich war ich allerdings, als ich Graham und Wouters dort auf dem Parkplatz erblickte. Sie hatten sich Motorroller für den Tag gemietet und machten kurz am Parkeingang einen Stopp. Sie hatten mir sogar einen Extrahelm organisiert und boten sich an, mich mitzunehmen. Pfundskerle – die Jungs. Da hatte ich aber 30 Sekunden vorher ein Uber bestellt, sodass ich das Angebot erstmal ablehnte, bis ich feststellen musste, dass der Uberfahrer zwar kam, mich allerdings nicht eingesammelt hat und Abfuhr, während ich gestikulierend und verbal auf mich aufmerksam machte. Von daher ging es dann auf dem Rücksitz bei Wouters zurück zum Hostel, wo ich ausgiebig duschte, meine Klamotten wusch, sowie meinen Socken und Schuhen das letzte Geleit gab.

Man beachte den Verlauf der Schnürsenkel!

Nach kurzer Rast und Regenpausen luden mich die zwei Easy Rider erneut auf. Unser Ziel waren die „naturell Hot Springs“, gespeist mit warmem Wasser vom „Arenal“ 14 Kilometer nördlich. Hier tummelten sich Einheinische wie Touristen und aalten sich in den kleinen Becken entlang des Flusses.

Und auch wir verweilten dort, während Kolibris unermüdlich über unseren Köpfen schwirrten, bis wir schrumpelig waren. (Insider: Selbst Wouters konnte seine luftgetrockneten Finger nicht komplett aus dem Wasser halten.) Wir hatten eine Menge Spaß und selbst der Regen konnte uns den Buckel runterrutschen.

Zum Abendessen mit ausgelassener Stimmung trafen wir uns mit Stefanie nochmal im „Le Parada“ und ließen unsere gemeinsame Zeit in La Fortuna ausklingen.

Für die wunderbare Gesellschaft der letzten Tage bin ich sehr dankbar und wünsche uns allen eine gute weitere Zeit auf unseren Wegen, wo auch immer sie uns hinführen mögen. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Meine weiteren Grüße möchte ich natürlich Marion und Lukas Schw. senden, die beide heute ein Lebensjahr dazugewonnen haben. Alles Gute und Liebe euch beiden.

15.02.2022 – Nach morgendlicher Mahlzeit, das gewohnte „Gallo Pinto“, schlappte ich zum Bus, der mich nach Quesada kutschierte. Hier stieg ich um und hatte nochmal weitere 2 Stunden Fahrt bis Alajuela vor mir. Dort nahm ich ein Uber, das mich in die Berge Richtung Vulkan Poas nach Poasito brachte. Gegen 14 Uhr konnte ich im „Churrasco Hotel y Restaurant“ einchecken. Das liegt in the middle of nowhere.

Ich erkundete die nähere Umgebung und sorgte fürs leibliche Wohl. Der Rest des Tages stand unter dem Motto: „Probiers mal mit Gemütlichkeit!“

Die Ödnis nutze ich somit etwas zur Entschleunigung und starte morgen wieder durch. Ganz lieb grüßen möchte ich heute den verrückten Schweden Mattias. (Insider: He is amazing!)

16.02.2022 – Vorhang auf, leicht wolkig, aber ausreichend Sonne. Der Wetterbericht hatte nicht gelogen und ich habe mich umso mehr gefreut, dass ich gestern noch online ein Eintrittsticket für den „Nationalpark Vulkan Poas“ erworben hatte. Glücklicherweise bekam ich in der Abgeschiedenheit von Poasito sogar ein Uber, nachdem sich sogar die Taxisuche schwierig gestaltete. Nach 9 Kilometern Fahrt erreichte ich den Eingang und schloss mich der Gruppe für 8 Uhr 40 an. Hier war alles streng zeitlich getaktet. Zuerst bekommt man einen kurzen Film über die Gefahren am Krater und nötige Verhaltensweisen im Falle einer Eruption oder eines verstärkten Gasaustritts gezeigt. Danach hat man Zeit, zum Vulkan zu laufen und dort 20 Minuten zu verweilen. Trotz der Hetze – der Anblick hat sich gelohnt. Vor allem, nachdem ich nach dem quälenden Anstieg zum „Cerro Chato“ vor zwei Tagen nur trübes Wasser im Wolkengürtel, statt einen blaugrünen Kratersee erblicken musste. Beim 260 Meter tiefen und 1 Kilometer breiten „Poas“ hingegen war mir Fortuna hold.

Der Koloss soll sich vor rund 5000 Jahren in der 600000 Jahre alten seismischen Zone, die heute den Nationalpark darstellt, gebildet haben und ist immer noch aktiv. Der erste Ausbruch wurde 1834 dokumentiert, Schwefelsäure tritt eigentlich dauerhaft aus. Es war ein schönes Schauspiel, wie die leichten vorbeiziehenden Wolken ihre Schatten auf dem Kratersee abbildeten.

Zwei Niederländer schlugen mir vor, mich mit zurück zum Hotel zu nehmen. Ich nahm dankend an. Allerdings war mir aufgrund des schönen Wetters und da der ganze Tag noch vor mir stand, eher nach einem „Hop on, hop off“. Daher ließ ich mich auf halber Strecke absetzen und hockte mich mit meinem Krimi, „Die Pestglocke“ von Patrick Dunne, in ein Restaurant mit herrlichem Ausblick über die Landschaft bis nach Alajuela und San Jose, welches meine nächsten und letzten Ziele in Costa Rica sein werden.

Trotz dessen, dass ich im Restaurant „El Mirador de Poas“ saß, merkte man den stark aufkommenden Wind am Gebäude zerren und ich war durchaus froh, gerade jetzt meine Auszeit genommen zu haben. Entlang der Straße absolvierte ich die nächsten 4 Kilometer zu Fuß. Irgendwie habe ich mich zwischenzeitlich an Deutschland zurück erinnert gefühlt. Landschaftlich sah es aus wie im Allgäu mit großen Weideflächen und Kuhherden, gepaart mit dem eisigen Wind der Eifel. Es zog wie Hechtsuppe.

Doch heute hieß es, jeden Sonnenstrahl mitzunehmen, nachdem es die letzten Tage so trübe, regnerisch und ungemütlich war. Weshalb ich auch nach dem Mittagessen im „El Sabor de la Montana“, anschließendem Fußball schauen, sowie Kaffee und Kuchen nochmal für zwei Stunden wandern ging.

Für den späten Snack holte ich mir Empanadas in einer Bäckerei, wobei mir das Nachbargebäude mehr als nur dezent auffiel und ich mal „Hola!“ sagte. Ich traf auf Gustavo, den Besitzer des bunten Cafes und Hobbykünstler, der gerade bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Malen, war.

Wir hatten noch eine nette längere Unterhaltung und er ließ mich nicht ziehen, bevor ich nicht auf seinem heißen Ofen geritten bin.

Natürlich ließ ich mich nicht zweimal bitten. Pura Vida und liebe Grüße an meinen lieben fränkischen Sauer(teig)braten Stefan mit Familie.

17.02.2022 – Tatsächlich konnte ich gemächlich in die Puschen kommen und trat motiviert meinen Weg mit vollem Marschgepäck in Richtung ins 21 Kilometer entfernte Alajuela an. An den Vortagen hatte ich nämlich feststellen müssen, dass der erste Bus von Poasito aus nachmittags um 15 Uhr in die Nachbarstadt von San Jose geht. Also entschied ich mich dafür, meinen ohnehin am Tragegurt leicht lädierten Wanderrucksack, sowie meinen Rücken, auf Herz und Nieren zu prüfen. Im Notfall könnte ich es ja immer noch per Anhalter probieren. Von meinem Balkon in Poasito aus sah ich mein Ziel bereits in der Ferne und wusste, dass es hauptsächlich bergab gehen würde. Die nächste brauchbare Bushaltestelle war 30 Minuten entfernt. Als ich sie erreichte, durfte ich feststellen, dass der nächste Bus noch etwas auf sich warten ließ und ich eigentlich auch voll motiviert weiterlaufen wollte. In einer Stunde legte ich 6 Kilometer strammen Schrittes zurück und konnte dann doch nicht widerstehen, in den vorbeifahrenden Bus einzusteigen. Die letzten 15 Kilometer liefen somit im Energiesparmodus ab. Im sehr geschäftigen Alajuela schaute ich mich etwas um, erkundigte mich nach einer Weiterfahrtmöglichkeit mit Ziel San Jose und stieg doch in den falschen Bus, wie ich feststellen musste. Meine Spanischkenntnisse stecken eben noch in den Kinderschuhen. Immerhin bemerkte ich den Fauxpas dank Google Maps rechtzeitig, zog die „Notbremse“ und trat die letzten 18 Kilometer zum „El Castillito“ mit einem Uber an.

Denira begrüßte mich dort direkt herzlich. Ebenso auch Diego, nachdem ich nach dem Mittagessen aus dem „Yettsy“ zurück kam. Ein Sprung in den Pool durfte nicht fehlen. Schließlich hatte ich ja doch ein paar Meter zurückgelegt. Zudem musste ich mich etwas um meine Weiterreise kümmern und traf abends Abby wieder. Darauf hatte ich mich besonders gefreut. So enden meine letzten Tage in Costa Rica mit den netten Menschen und an dem Ort, an dem meine Tour begonnen hatte.

Mit meinem Backpacker zogen Abby und ich in die Innenstadt San Joses, um im Totto-Laden zu erfragen, ob ein Umtausch möglich wäre. Den Kassenzettel hatte ich als Vorzeige-Alman vorschriftsmäßig aufbewahrt, sodass mir zumindest Optionen gemacht wurden. Dafür muss ich allerdings wohl morgen ins Werk fahren. Schauen wir mal. Daraufhin lud mich Abby zum Dinner und Cocktails ein. Neben toller Unterhaltung hatten wir einen ebenso tollen Blick von der Rooftopbar des „P3“ aus. Vielen lieben Dank für den schönen Abend Abby.

Meine liebsten Grüße und besten Wünsche möchte ich Sepp und Helga da lassen.

18.02.2022 – Spannendes gibt es heute nichts, was großartig zu berichten wäre. Der Tag stand im Sinne der Vorbereitung auf die Weiterreise. Schließlich musste ich meinen Rucksack umtauschen. Dabei half mir erneut Abby, welche nötige Anrufe mit dem Totto-Werk und dem Shop in San Jose Innenstadt führte. Dort musste ich dann auch nochmals mit dem Bus hindüsen, wobei der Umtausch dann problemlos verlief. Somit kann die Backpackertour weitergehen und mein Koffer konnte aussortiert werden. Da mir die letzte Wäscherei in La Fortuna ein paar Anziehsachen bei der Rückgabe unterschlagen hatte, kaufte ich mir ein paar Shirts nach. Einige Sachen hatte ich auch schon aussortiert und Dinera geschenkt. Meinen Koffer, sowie den Tischventilator und ein paar Andenken überreichte ich Abby, welche ich mittags zum Essen einladen und mich für den gestrigen Abend revanchieren durfte. Von ihr bekam ich als Abschiedsgeschenk Paulo Coelhos „Handbuch des Kriegers des Lichts“, das ihr viel bedeutet und welches ich nicht nur alsbald lesen, sondern auch in Ehren halten werde. Um 16 Uhr trat ich die nächsten Bustouren nach Alajuela an, um für morgen stressfreier zum Flughafen zu kommen. Keine schlechte Idee von mir, wie sich herausstellte. Für die 19 Kilometer brauchte ich knappe 2 Stunden und war froh, gerade noch vor Sonnenuntergang im „Casa Lapa“ einzuchecken. Sowohl gestern Mittag im Zentrum Alajuelas, gestern Abend und heute morgen in San Jose wurde ich immer wieder angehalten, angebettelt und teils sehr offensiv fordernd nach Geld gefragt. Weitere zwei Stunden waren nötig, um die erforderlichen Nachweise für die Einreise nach Panama zu erbringen: Einreiseformular, den Check-In bei der Airline, Unterkunftsbestätigung, onward-Ticket zur Weiterreise und Versicherungsschein. Reisen ist trotz 3 Impfungen mitunter immer noch etwas nervig und zeitintensiv im Vorfeld. Aber, geschafft.

Meine allerbesten Grüße möchte ich heute natürlich Abby senden. Sie kommen von Herzen. Nicht nur, weil sie mich beim Start und meiner Weiterreise einfach toll unterstützt hat. Sondern, weil sie so super herzlich ist und meinen San Jose – Aufenthalt wirklich bereichert hat. Ich danke dir kleine Kriegerin. Diesen Sonnenuntergang habe ich für dich aufgehoben:

Costa Rica II – 01.02.2022 – 09.02.2022

01.02.2022 – Ich habe besser geschlafen, als bei dem ganzen Ungeziefer erwartet und organisierte Greg und mir ein Taxi zu den „Nauyaca Waterfalls“, rund 45 Minuten entfernt von Uvita. Vom Eingang aus liefen wir eine Weile steil bergab zum eigentlichen Einstieg in den Trail und von dort aus gute 45 Minuten, 5 Kilometer, mehr zum Wasserfall. Voll geschwitzt kamen wir an, aber es hat sich gelohnt und wir verbrachten einige Stunden dort auf den beiden Ebenen.

Mit einem Uber traten wir die Heimfahrt an, nachdem uns ein paar Schweizer ein Stück den Berg hoch mitgenommen hatten. Greg lud mich noch zum Essen bei sich ein und wir hatten noch eine schöne Zeit zusammen.

Heute musste ich hart mit meinem neuen Rucksack ins Gericht gehen. Ich hatte extra eine gute Summe investiert, um einen guten Backpacker zu haben. Bei einer zu abrupten Aufhebeaktion riss mir eine Halterung im Tragegurtsystem heraus. Glücklicherweise hatte ich „Denyknoten“, also Kabelbinder, dabei und reparierte es in „Mac Gyver – Manier“. Zufrieden kann ich mit meiner Neuerwerbung allerdings nicht hundertprozentig sein. Mal sehen, wie lange das gute Stück noch hält. Ich machte die Probe aufs Exempel und marschierte 2 Kilometer zum „Blue Sunshine Hostel“, wo ich ein 4-Bettzimmer für mich alleine erhielt und einen netten Abend verbrachte.

Meine lieben Grüße gehen heute natürlich an die Geburtstagskinder Lea und Svenji. Pura Vida.

02.02.2022 – Ab- und Anreise: Heute war  der Weg das Ziel. Von Uvita aus nahmen Zlati aus Prag und ich um 7:30 Uhr ein Taxi zur Hauptstraße in Uvita, nur um dann kurz vor 9 Uhr feststellen zu müssen, dass der Bus knapp an unserem Hostel vorbeifuhr. Dennoch – der Weg zur Bank war nötig, da es in Corcovado, unserem Ziel, keine selbige gibt. An der Haltestelle lernten wir Tor aus UK kennen und teilten uns anschließend von Palma Norte nach Sierpe ein Taxi. Von dort aus stiegen wir nach der Mittagspause auf ein Schnellboot um und schnellten über den Sierpe River aufs offene Meer hinaus bis nach Drake Bay, wo wir 1 Stunde später anlandeten. Tor hatte dort schon eine Unterkunft gebucht und Zlati schloss sich mir im „Casa Tucan“ an. Während die beiden Mädels an den Strand und abends auf einen Nachthike gingen, wollte ich erstmal locker ankommen, legte eine Wäsche ein und traf beide später am Strand wieder, bevor ich spontan den „Drake Bay Hiking Trail“ in Angriff nahm, um noch etwas weiter zum „Cocalito Beach“ zu . Unverhofft keine schlechte Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Es war malerisch und dazu flogen grüne und rote Aras durch die Lüfte. Eigentlich dachte ich, dass das kaum getoppt werden konnte. Doch auf dem Rückweg, da war es da. Ein junges Faultier bewegte sich im Geäst, quasi ein Teenager in seiner wilden Phase: Ein überaus faszinierender Moment.

Abends war Enstpannung nach Faultiermanier in der Hängematte angesagt, weil es morgen um 5 Uhr zur Tagestour durch den „Corcovado Nationalpark“ rausgeht.

Zum Schnappszahlen- und Geburtstag alles Gude, lieber Tom. Das Highlight des Tages geht natürlich an dich. Hangloose Digger.

03.02.2022 – „Casa Tucan“ kann ich nicht empfehlen. Es war sehr schwül, Bett und Kleidung sind klamm und es modert etwas. Heute Abend werde ich die weitere gebuchte Nacht überstehen, dann suchen Zlati und ich uns was anderes. Auch die Wäsche wird einfach nicht richtig trocken. Also verbrachte ich so wenig Zeit wie möglich dort und brach kurz vor 6 Uhr morgens zum Tagestrip in den Corcovado Nationalpark auf. Ich hatte bei Sukia Travel einen Platz ergattert, um zuerst mit dem Schnellboot eine Stunde nach Sirene zu fahren. Dort stapfte unsere 8-köpfige internationale Truppe mit Ranger Andre 3 1/2 Stunden durch den jüngeren Regenwald (circa 300 Jahre) auf der Suche nach dessen ursprünglichen Bewohnern. Wir entdeckten unter anderem Spidermonkeys, Seeadler, Tinamous, Wildschweine, ein Faultier, einen Nasenbär und sogar einen Tapir in dem geschützten Reservat.

Der Tapir war faul und hatte seine 300 Kilo fest platziert.

Der Ameisenbär und Pumas gingen uns leider durch die Lappen.

Anschließend sprangen wir auf das Boot auf. Die Weiterfahrt nach San Pedrillo folgte. Wie auf dem Hinweg hielt ich gespannt Ausschau nach Walen und Delphinen. Leider vergeblich. Ich musste auch stark damit kämpfen, nicht einzuschlafen und über die kleine Reling zu kippen. Der Spanier, Alberto, hielt seelenruhig ein Nickerchen, während wir mit vollem Tempo über die Wellen hüpften. An der nächsten Station war ein sehr moderater Hike angesagt, nachdem wir ein Krokodil und eine Kreuzotter fanden und an einem Wasserfall Rast, Lunch und ein Bad einlegten.

Und hier trennte sich die Spreu vom Weizen, bzw. die flotten Läufer mit Stechschritt und die Schlenderer. Gelesen hatte ich bereits in einer Facebook-Gruppe, dass der Hike in schnellem Tempo zurückgelegt wird und ich war mit den beiden anderen Almans Oskar und Lena, sowie Claudia aus Katalonien vorne dabei.

Als sich die Gruppe zu sehr nach einer kurzen Rast an einer Finca erneut auseinanderzog, sprach ich Andre darauf an und teilte ihm mit, dass dies vorherigen Tourteilnehmern ein kleiner Dorn im Auge war. Ich schlug ihm vor, die Company zu fragen, ob man nicht einfach den Hike auf 2 Stunden, statt 90 Minuten strecken könne, da ja meist Leute mit unterschiedlichem Niveau an solch einer Tour teilnehmen. Es würde sich nicht so entzerren, man würde alles besser überblicken und es wäre mehr Zeit da, den in San Pedrillo 4100 Jahre alten Regenwald zu genießen und eventuell noch ein paar Tiere (u.a. Puma) zu sehen. Kaum ausgesprochen, da war es passiert. Nanna aus Dänemark rief zu uns nach vorne, dass etwas nicht stimme. Wir schickten Andre zurück zu ihr und Almas (Inderin). Lena, Oskar, Claudia und ich warteten eine Weile und Lena bekam etwas Panik. Sie hatte Angst und fühlte sich von unserem Guide im Stich gelassen. Er hatte uns erzählt, wir müssen das Boot bekommen und deswegen so zügig laufen. Während Oskar und wir versuchten, sie zu beruhigen, wir keine Angst vor Schlangen, einem Puma oder der Dunkelheit (Es war gerade mal 16 Uhr!) haben müssen, dachten Claudia und ich eher an die Situation der anderen. Wir vermuteten, dass Alberto, der sich unbedingt an der vorletzten Abbiegung noch eine Kippe anzünden musste, danach im Schlendriantrott und mit fehlender Sicht auf die anderen, dem Hauptweg folgend weiter lief, statt den kleineren Pfad abwärts zu nehmen. Als nach einer Weile Andre nur mit Nanna und Almas zurück kam, war auch uns etwas mulmig. Alberto und Almas Freund Vas (Grieche) waren verschwunden. Die Affen brüllten, was hoffentlich kein Warnsignal für Pumas war. Lena regte sich weiter auf, dass wir zu spät seien, bis ich ihr nahelegte, sich mal in die Situation derer zu versetzen, die nun alleine auf sich gestellt waren oder wie es gerade Almas ergehen könnte. Claudia, Nanna und ich redeten ihr gut zu. Logischerweise hat man in solch einer Situation zwei Möglichkeiten: dem Hauptweg folgen. Er wird schon irgendwann enden. Oder man wartet, bis ein Vorderer zurück eilt. In dem Falle hätte man sogar gut zur Finca zurückkehren können. Wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht, wie sich Vas und Alberto entschieden hatten. Nichts desto trotz mussten wir unserem Ranger folgen. Er eilte mit uns zur nächsten Bootsanlegestelle, mit dem Plan in Rincon auszusteigen und nach den beiden zu suchen. Auf dem Boot konnte der Skipper Entwarnung geben. Der Chef der Company hatte ihn in Kenntnis gesetzt, dass er von Alberto einen Anruf bekommen hatte. Sie hätten die Gruppe verloren, seien dann den Hauptweg entlang gerannt und säßen nun in Rincon bei einem Bier im Restaurant. Typisch, die Südländer. Vom Restaurant aus wurden sie mit dem Jeep abgeholt. Wir fuhren derweil bis zum Strand in Drake Bay zurück und erwarteten sie dann am Office von Sukia Travel. Wir waren alle erleichtert, dass die Geschichte gut ausging, alle gesund und munter zurück kamen und Andre fiel neben Almas wohl der größte Stein vom Herzen. Nach einem Afterworkdrink, verabredeten wir uns für abends zum Essen und Andre spendierte ein paar Runden „Costa Ricaner“ im „El Reina del Mar“, wo es einen echt geilen Burger gibt. Allerdings auch eine Speisekarte mit unterschiedlichen Preisen für die Locals, welche wir hatten, und eine für Touris, welche wir dankend ablehnten. Es war ein aufregender Tag und ein lustiger Abend. Zuvor war ich noch mit Tor und Zlati, die heute einen Schnorchelausflug unternahmen, im „Robertos“. Alles in allem war ich geschafft und die Hitze zu Hause im „Casa Tucan“ gab mir den Rest. Morgen geht’s auf jeden Fall raus hier. Ansonsten: Pura Vida.

Ratet mal, wer auf dem Bild der Spanier ist.

Meine ganz lieben Grüße gehen heute natürlich ans Geburtstagskind Manu. Celebrate good times, … .

04.02.2022 – Chilli Milli war angesagt. Ich checkte frühzeitig aus dem „Casa Tucan“ aus, marschierte zu den „Happy Feet – Apartments“ und war glücklich, dass ich dort etwas früher einchecken konnte. Mit allerlei tropischen Früchten deckte ich mich in der Markthalle ein, gönnte mir im „Corcovado and Drake Inn“ gleich zwei Kaffee, frühstückte daraufhin und tätigte ein paar Heimatanrufe. Nach der Mittagszeit mietete ich mir ein Quad und legte die abenteuerliche Strecke nach „Rincon Beach“ zurück. Dabei durfte ich mehrfach Flussläufe durchqueren und durch das Hinterland der Halbinsel düsen.

Am Strand angekommen, konnte ich feststellen, dass meilenweit sonst niemand war und ich genoss die Einsamkeit. Nur ich und das Meer. Die Wellen stoßen sich über zwei Meter auf und gaben zwischendurch Silhouetten von kleineren und größeren Fischen preis. Mit voller Wucht wurde ich bisweilen zurückgestoßen, hatte somit einen Riesenspaß. Vom Strand aus konnte ich sogar ein bisschen Delfin-Action in der Entfernung ausmachen, bevor ich zurück musste.

Über dem Strand zog mal wieder die costaricanische Luftwaffe, wie sie hier genannt wird – nämlich Pelikane, ihre Kreise und flogen Formation.

Nach aufregender Fahrt, bei der ich Buckelrinder, Pferde, Truthahngeier und zuvor im „Casa Tucan“ einen gigantischen blauen Schmetterling mit 20 cm Flügelspannweite erblicken konnte, fuhr ich erneut dorthin, um zu schauen, ob Zlati von ihrer Dschungelsafari zurück sei. Sie winkte mir schon happy zu, als ich ums Eck bogen und freute sich enorm. Wir luden ihr Gepäck auf und ich brachte sie ins „Happy Feet“, wo wir uns ein Zimmer teilen. Für uns beide war die neue Unterkunft ein Segen und wir legten erstmal eine Früchte-Orgie ein, bevor ich zu einem kleinen Strandspaziergang und sie zu Kajaken mit Tor aufbrach.

Zum ersten Mal seit langem gönnte ich es mir mal wieder, hinter dem Herd zu stehen und bereitete mir ein gut bürgerliches Abendessen zu, schwatzte noch ein wenig mit ein paar Schweitzern und genoss die Atmosphäre der Unterkunft, sowie die Geräusche der Tierwelt außen herum, bis Zlati und Tor zum Absacker eintrafen. Der heutige Gruß geht am letzten gemeinsamen Abend, yes of course to Tor, isn’t it?. Have a nice journey.

05.02.2022 – Mittels Schnellfähre traten wir den Rückweg übers offene Meer und den „Sierpe River“ mit seinen Mangroven an und waren mehr als erstaunt, wie viele Rucksäcke und Koffer in den Laderaum gepresst wurden. Das Boot war so überfüllt, dass sich Mitglieder der Crew auf den Bug legen mussten.

Es folgte die Weiterfahrt mit einem Sammeltaxi nach Palma Norte, wo wir feststellen mussten, dass es keine Tickets mehr für die nächsten Busse nach Jaco bevor 1 Uhr gab. So suchte ich für uns nach Mitfahrgelegenheiten und Zlati erkundigte sich nach Alternativen beim Busunternehmen. Letztendlich warteten wir auf den Bus und fragten, ob wir irgendwie mitkönnten, notfalls auf dem Boden sitzend. Das hat dem Fahrer nichts ausgemacht. Zusammen mit uns und ein paar anderen, war das leicht verdientes Geld und für uns besser, als weitere 3 Stunden zu warten. Streckenweise hatten wir sogar Glück und konnten einen Sitzplatz ergattern. Mit Pause in Uvita dauerte es dennoch bis 14 Uhr, bis wir unseren „Containerhafen“ in Jaco, einem sehr touristischen Ort, erreichten. Für Zlati ist es die Durchgangsstation, da sie morgen nach Monteverde aufbrechen will. Ich habe mir zwei Nächte hier genommen, um den Strand zu genießen und auszuspannen.

Die Container-Tiny-Rooms haben was für sich. Es herrscht eine nette Atmosphäre und gut gelegen, zwischen Beach und Haupteinkehrstraße, sind sie auch, sodass wir uns einen Strandausflug genehmigten. Auch Jaco ist ein Surferhotspot. Kein Wunder bei den hohen Wellen, die sich auf 2 Meter auftürmten und nicht nur von Surferdudes genutzt wurden. Ebenso Mantarochen auf der Jagd nach kleineren Fischen schnellten mit ihnen gen Strand und mussten dann im zu seichten Gewässer mit Flossenschlägen wieder die ins Meer weichende Strömung erwischen, um den nächsten Jagdanlauf zu unternehmen.

In der Dämmerung legten wir einen Zahn zu, um daraufhin rechtzeitig einen Aussichtpunkt zu erreichen und den letzten Blick auf den Sonnenuntergang zu erhaschen.

Beseelt schlürften wir unsere Kokosnuss beim Abstieg und mussten auf dem Rückweg feststellen, dass wir uns mittlerweile doch ein äußerst gutes Stück von unserer Unterkunft entfernt hatten. Am Strand kamen wir wegen der anschwellenden Flüsse zudem auch nicht weiter, machten ein paar Meter mehr, bis wir einkehren konnten und den Abend ruhig ausklingen ließen. Zlati muss morgen erneut früh raus und natürlich gehen meine Grüße an meine liebe Reisebegleitung.

06.02.2022 – Mit einem Faultierstart in den Tag wanderte ich erneut zum „Jaco Mirador“, auf dessen erste Aussichtsplattform ich gestern mit Zlati zum Sundowner war. Zwischen beiden Aussichtspunkten fanden sich zahlreiche lateinamerikanisch landestypische Malereien auf und in Stein.

Auf der oberen Ebene erwartete mich die nächste Überraschung. Ich würde die mehrstöckige Ruine mal als Künstler-Freiluft-Graffiti-Atelier mit anliegender Marihuana-Höhle bezeichnen.

Ich habe sogar ein trauriges Mädchen gefunden. Ob die Mainzer Künstlerin Maria M. Fantasma wohl hier gewesen war? Der Ausblick hat mich für den weiten Weg vom Strandende aus und den steilen Aufstieg definitiv vollauf entschädigt.

Geht es eigentlich noch blauer?

Über den Strand, es herrschte Ebbe, konnte ich bis zu meinem Schiffskontainer zurückkehren, legte eine Pause ein, trabte zum Mittagessen und anschließend zum Friseur. Es war durchaus Zeit für einen Kahlschlag. Mehr oder weniger gewollt fiel dieser dann auch äußerst radikal aus, da es mit der Übersetzungs-App und den hiesigen Schneidegewohnheiten Unstimmigkeiten gab. Jetzt kann ich es immerhin wieder einige Wochen wuchern lassen.

Für den Erwerb wärmerer Kleidung habe ich mich vergebens in Jaco umgeschaut. Wenn es morgen nach Santa Elena ins Gebirge geht, unternehme ich dort einen nächsten Versuch. Und bevor ich das Meer wiedersehen werde, tauchte ich bei hereinpreschender Flut nochmals ein. Aber nur wenige Minuten, weil mich etwas hart am Bein traf. Als ich mich direkt daraufhin umblickte, sah ich einen Manta an mir im seichten Wasser vorbeiflattern. Da war wohl wieder einer auf Jagdbeute aus. Ich wollte es dennoch nicht sein, der in seinen Stachel tritt und trat gepflegt den Rückzug an, damit er sich mehr auf kleinere Fische konzentrieren konnte.

Den Abend verbrachte ich ruhig auf meinem Balkon und möchte herzlichst meinen Studi-Kollegen Matthias grüßen. Halt die Ohren steif alte Socke.

07.02.2022 – Die nächsten Busfahrten, natürlich verbunden mit enormen Wartezeiten aufgrund der ungenauen Fahrpläne, standen an, um von Jaco, über Puntarenas nach Santa Elena zu kommen. Für die rund 130 Kilometer war ich entgegen Zlati, die gestern über 10 Stunden gebraucht hatte, nicht einmal den halben Tag unterwegs. Nach zwei Stunden Busfahrt erreichte ich Puntarenas und schnappte mir mit zwei Schweizern ein Taxi und kam gegen 13 Uhr 30 in Santa Elena an, wo es Zeit für eine Stärkung war. Ich tappte in die Insulinfalle, konnte einem erwärmten Croissant mit Nutella aber einfach nicht widerstehen. Wie lange habe ich sowas nicht mehr gegessen???

Ich vertrieb mir noch etwas die Zeit in Santa Elena und fragte mich so durch, was ich für die nächsten Tage unternehmen könnte. Einem gigantischen Fikus, der sich teils über ein Flußbett spannt, bis er erneut wurzelt, steuerte ich ebenfalls an.

Danach machte ich mich zu Fuß auf zur „Rustic Lodge“ in Perro Negro. Eher edel, als rustikal. Ich bin begeistert. Das hat Zlati gut ausgesucht und ich bleibe auch hier mindestens noch eine Nacht länger.

Vom Balkon vor unserem Zimmer aus, hatte ich einen schönen Blick auf die hinter den Bäumen untergehende Sonne, bis es mit Zlati zum Mexikaner ins „Tacotaco“ zum Abendessen ging.

Ganz liebe Grüße möchte ich meinen Cousins Sven und Kay senden.

08.02.2022 – Genau zwei Monate bin ich nun seit meinem letzten kurzen Deutschlandstopp auf Achse und es gab zum ersten Mal Pfannkuchen mit Früchten in der „Rustic Lodge“ zum Frühstück;). Danach brachte ein Taxi uns, Zlati und mich, sowie Vince und Quentin aus Montana, die wir vorgestern in Jaco kennengelernt hatten, zum „Monteverde Cloudforest“, um dort ein paar Trails zu laufen. Immer waren wir nebenbei auf der Suche nach Bewohnern des Regenwaldes.

Bei der Tarantelsuche hatten wir Glück. Vince und Quentin leuchteten gefühlt in jedes mögliche Spinnenloch. Daneben erblickten wir Kolibris und hörten Brüllaffen.

Wir durchstreiften das Reservat und kamen an eine Aussichtsplattform, welche die karibische Seite des Landes auf der Linken und die pazifische Seite auf der Rechten liegen ließ. Wenn es hier regnet, kann der eine Tropfen tausende Meter in die eine Richtung fließen, um in der Karibik zu landen, der Tropfen auf der anderen Seite steuert den Pazifik an.

Später kamen wir an einem kleinen Wasserfall an und einem Restaurant, wo ich mir einen Kaffee und eine Empanada zuführte, damit ich nicht wegdämmerte. Zusätzlich schwirrten mir dabei zahlreiche Kolibris verschiedener Unterarten um die Ohren und hielten mich wach.

Mit dem Bus fuhren wir um 14 Uhr zurück nach Santa Elena, wo ich meine Weiterreise für Donnerstag und die morgigen Aktivitäten im Touristenoffice organisierte. Anschließend brachte ich meine drei Mitwanderer zum gigantischen Fikus von gestern und führte uns zum „Santuario Ecologio Parc“, auf dessen Weg die nächste Tarantel ausgemacht werden konnte. Auf dem Gelände streiften wir etwas durchs Dickicht und verfolgten einen Nasenbär und mehrere Agutis (= größere Meerschweinchenart), bis sich unsere Wege trennten.

Morgen wird auch Zlati weiterfahren, während ich noch eine weitere Nacht bleibe, allerdings morgen die Unterkunft wechseln werde. Meine Grüße gehen an Vince und Quentin aus den Bergen Montanas. Ich habe noch nie solch unvorbereitete Wanderer gesehen.

09.02.2022 – Aufgeweckt um 4 Uhr vom tosenden Wind, der durch die Berge von Monteverde peitschte, und später durch Zlati, die heute bereits nach La Fortuna aufbrach, war abermals kein Ausschlafen angesagt. Nach dem Frühstück konnte ich immerhin noch etwas verweilen, bis ich per Shuttle abgeholt und an die „Hanging Bridges“ gebracht wurde. In diesem privaten Naturreservat, welches Primary und Secondary Forest beinhaltet, brachte ein Guide unsere 6-köpfige Truppe durch die oberen Regionen des Regenwaldes. Zwischen Grund und Baumkronen liefen wir teils über 10 Hängebrücken und bekamen das Ökosystem erklärt.

Zum Beispiel, wie Baumbesetzerpflanzen über Wind und Luftfeuchtigkeit ihren Wirt finden oder dass den Bodenwurzlern nur 30 Zentimeter Humusschicht zur Verfügung stehen, um Nährstoffe zum Wachstum zu gewinnen. Ebenso, wie sich Primary und Secondary Forest gegenseitig bedingen, indem manche Baumarten unglaublich schnell wachsen, den anderen Schutz bieten und über viele Jahre von ihnen bei weitem in ihrem Ausmaß überholt werden. Zudem gibt es Bäume, die sich lianenhaft an einem bereits stattlich gewachsenen Baum hochangeln, ihm dort die Sonne, sowie aus dem Stamm die Nährstoffe entziehen, anschließend wieder weitere Wurzeln zur Erde hin wachsen lassen und den Ursprungsbaum irgendwann umschließen und er innerlich abstirbt. Durch solch ein Exemplar durfte ich sogar klettern.

Neben Kolibris erblickte ich meinen zweiten großen „Blauen Morphofalter“ mit rund 10 Zentimeter Flügelspannweite und zum ersten Mal einen Tucanette, die kleinste Tucanart, nachdem ich die größeren Artverwandten in Uvita entdecken durfte. Insgesamt habe ich einen guten Überblick über den sensiblen Lebensraum erhalten und bedauere es sehr, dass die Klimaerwärmung auch hier die Artenvielfalt immer mehr begrenzt.

Im Anschluss zu den „Hanging Bridges“ hatte ich bei der gleichen Company, „100% Aventura“ ein Canopy gebucht. Dies wurde ursprünglich auch in Costa Rica erfunden und ist uns besser bekannt als Ziplining. Nach kurzer Einweisung im Abenteuerpark, ging es über die ersten Übungsstrecken von Plattform zu Plattform, wobei sich die Fahrtlänge jeweils steigerte, bis ich zu einer 600 Meter langen Zipline kam. Das hat mir durchaus ein euphorisches Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Zwischendurch gab es noch eine Abseilstation und nach der 9. Zipline, welche man alle angehockt im freien Sitzen zurücklegte, folgten die „Superman-Stationen“, die man auch zuerst mit einer Buggyfahrt erreichen musste. Beim „Superman“ hängt man bäuchlings in der Luft, während man am Rücken angeschnallt ist und die Füße in Schlaufen hängen. So flog ich wie Clark Kent über die längste Zipline Costa Ricas von mehr als 1500 Metern mit herrlichem Blick über den Regenwald und das Gebiet von Monteverde.

Zum „Cooldown“ vorm nächsten Adrenalinkick gab es den 2. „Superman“ mit 700 Metern. Fakultativ war der darauffolgende „Tarzan-Sprung“ an einem Bungeeseil. Natürlich habe ich mich von der wackeligen Plattform ins Nichts fallen lassen.

Ein bisschen aufgepuscht trat ich die Rückfahrt zur „Rustic Lodge“ an, schnappte mein Gepäck und zog weiter zu „Maris BnB“. Vor meinem Einkauf fürs Abendessen, konnte ich quasi nahe der Haustür den Sonnenuntergang bestaunen.

Liebe Grüße gehen hiermit an Marius und Patrick. Das wäre heute definitiv auch was für euch gewesen.

Costa Rica I – 25.01.2022 – 31.01.2022

25.01.2022 – Es folgte der 2. Teil der Anreise nach Costa Rica, nachdem ich gestern Vormittag in Puerto Rico gestartet bin, aber lediglich bis Miami kam. Nach der ungewollten Übernachtung aufgrund der Flugverspätung konnte ich ein paar Stunden in einem echt weichen Bett verbringen, bis ich heute Morgen wieder um 7 Uhr raus…

… und mit dem Shuttle um 8 Uhr erneut an den Flughafen in Miami musste. Den habe ich nun wirklich die letzten 12 Tage zu oft gesehen. Man kann mich quasi schon als ortskundig beschreiben. Wie es aber Murphys Gesetzt will, durfte ich abermals etwas länger warten, da auch heute keine mörderische, aber eine kleine Verspätung vorlag. Um halb 12 war die Maschine dann in der Luft und nahm Kurs auf Costa Ricas Hauptstadt San Jose, wo ich direkt wieder auf „Murphy“ traf, der mir verdeutlichte: „Geduld ist eine Tugend!“, weil ich bis zum Schalter für Immigration 2 1/2 Stunden in der Schlange stehen durfte. Diese Tugend habe ich erfolgreich absolviert, indem ich mir So gut es ging Kurzweil verschaffte. Das mangelnde Entertainmentprogramm, sowie die langen Wartezeiten, haben es ermöglicht, dass ich die rund 280 Seiten meiner letzten Reiselektüre nochmals intensiv studiert hatte, was mich allerdings nicht gerade fitter werden ließ. Ebenso wartete ich, nicht auf meinen Koffer, der glücklicherweise schon am Gepäckband stand, dennoch eine gute dreiviertel Stunde auf Diego, meinen Vermieter für die nächsten Tage. Der Verkehr war sehr dicht, einzig die Fußballnationalmannschaft Panamas kam dank Eskorte flott voran. Gegen 17 Uhr kam ich letztendlich im „Hotel El Castillito Bed and Breakfast“ in Rohrmoser an. Abby schaute kurz bei mir vorbei, sodass wir uns wenigstens kurz vor ihrem Abendkurs zum ersten Mal sehen konnten. Ich habe sie über Facebook kennengelernt und sie hat sich angeboten, mir bei meinen Start in Costa Rica zu helfen. Morgen haben wir dann etwas mehr Zeit. Für nun war erstmal Schicht im Schacht, weshalb mein Gruß an alle Kumpels, egal ob Grubenarbeiter oder Schalkefans geht. Ich bin ja tolerant;).

26.01.2022 – Mit einem fantastischen Frühstück lässt es sich gut in den Tag starten.

Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen, denkt man sich in seinem jugendlichen Leichtsinn und hat weit gefehlt. Abby holte mich um 9 Uhr 30 pünktlich wie die Maurer ab und wir steuerten eine Bank an, damit ich mir ein paar Colones ziehen konnte, bevor wir den Bus in den inneren Stadtbereich nahmen und zum Jade-Museum liefen. An der Kasse kam das große Erwachen: Kreditkarte weg, die Gehirnsuppe angestrengt und erkannt, die Karte kam nicht aus dem Geldautomaten heraus. Ich war nur auf die Moneten und die Quittung fixiert, welche auch nicht ausgedruckt wurde. Kopflos trotz zwei Tassen Kaffee. Mhh, der war wohl zu mild. Aber immerhin habe ich in der Situation nicht meinen restlichen Kopf verloren, sondern die neue Telefonkarte eingelegt, neu gestartet, habe die Sperrnummer gewählt und wurde während des Verbindungsversuchs mit dem Kreditkartenunternehmen aus der Leitung geworfen, weil das Guthaben durch den Auslandsanruf und die Warteschleife („Drücken Sie die …“) zugleich aufgebraucht wurde. Abby konnte die Bank nicht erreichen, wir riefen ein Uber und fuhren zurück. Stau. Zeit, um mit einem Hotspot bei der Bank online die Sperrmöglichkeiten zu prüfen. Glücklicherweise wäre dies möglich gewesen. Eine weitere Zahlung wurde bisher nicht getätigt, weshalb ich keine Sperrung vornahm. Sonst käme meine Ersatzkarte nur in Mainz an und nicht in Costa Rica. Dort angekommen, erfuhr ich, dass bisher keine Karte gefunden und abgegeben wurde, aber der Automat sie vielleicht eingezogen hat. Also durften wir uns in die Schlange stellen und warten, bis wir an einen Schalter gerufen wurden. Und da war es, das sprichwörtliche Glück im Unglück. Abby fiel ein größerer Stein vom Herzen als mir, dem es mehr Leid tat, dass ich uns solche Umstände bereitet hatte. (Aus der Reisepasssituation in Kroatien habe ich also bereits gelernt, im Notfall: Ruhe zu bewahren. Auch eine schöne Erkenntnis.) Nun konnte es quasi losgehen. Ab zum Jademuseum;). Noch einmal.

Die Geschichte der Jadekunst seit 1500 vor Christus ist im Grunde genommen auch der historische Rückgriff auf die indigene Urbevölkerung Costa Ricas. Heutzutage gibt es immer noch Indianer in den Wäldern, die ihre ursprüngliche Sprache sprechen und nach ihren alten Gebräuchen und Traditionen leben. Das Museum bietet einen wirklich guten Überblick darüber, wie die Einheimischen ihre Welt wahrnehmen, für sich erklären und mit der Natur im Einklang sind. Die Entwicklung der Steinarbeiten mit immer mehr Details über die Zeit und kunstvollen Keramiken waren beeindruckend.

Notwendig war für mich der Kauf eines Backpackers, was sich tatsächlich in einem Land, in dem so viele Rucksackreisende unterwegs sind, gar nicht so leicht war. Sowohl im Marktzentrum, in dem es wirklich alles gibt, als auch in der „Shoppingmeile“ war ein brauchbarer Rucksack wirklich rar gesät. Im Endeffekt hat es etwas gedauert und ich habe genau ein Modell gefunden, das mir zusagte und somit gekauft. Meinen Koffer und sonstigen Tand, den ich nicht unbedingt brauche, werde ich aussortieren und Abby schenken. Ansonsten hatte ich einen wirklich wunderschönen Tag mit Abby und vielen tollen Gesprächen. Es war sehr nett, dass wir uns direkt sehr offen begegneten und verstanden. Deswegen geht mein heutiger Gruß natürlich an sie. Vielen lieben Dank Abby.

Abends hatte ich noch eine schöne Unterhaltung mit einer Besucherung des „El Castillito „, Nicole Laroche aus Quebec. Es ist einfach erfüllend, wie viele fremde Menschen man treffen kann, die mit einem auf der gleichen Welle schwimmen.

27.01.2022 – Angekommen bin ich bereits. Notwendiges für die Weiterreise habe ich getroffen, doch jetzt gilt es zu schauen, wo es hingehen soll. Ich habe mich in vielen Foren informiert und doch keine Richtung bekommen. Es gibt so vieles hier zu entdecken, unzählige  Nationalparks, tausend Tourenanbieter, über zehn Busunternehmen, die in unterschiedliche Richtungen von San Jose aus fahren, aber keinen festen Fahrplan haben. Das macht es natürlich nicht einfacher, umherzureisen. Ewig wartete ich heute auf Diego, der mir weiterhelfen wollte, aber extrem bussy war. So erwies es sich für mich als Wink des Schicksals, dass er ein Pärchen aus Quebec, Eloi und Jessica, vom Flughafen abholte und ich sie kennen lernen konnte. Meine Entscheidung, morgen definitiv irgendwie in Richtung Südosten aufzubrechen hatte ich zwar schon getroffen, aber dann mit den beiden gefestigt.

27.01.2022 – Stundenlang habe ich nach dem formidablen Frühstück geschaut, wie ich weiterreisen kann, welche Fortbewegungsmöglichkeiten es gibt und wie man am Sichersten reist. Das war alles Markulatur. Es gibt dabei einfach keinen Königsweg und zudem wollte ich spontan und flexibel rumkommen. Bisher hatte sich dies noch nicht angedeutet, sodass ich nach etwas Kopfzerbrechen erstmal ein kühles Bad im Pool nahm.

Mit Blick auf die Berge im Hintergrund, konnte man ausreichend abschalten. Diego war heute sehr bussy. Immerhin lernte ich noch seine Family und seine Ziehtochter Miranda kennen. Von morgens 7 Uhr bis abends 18 Uhr hoffte ich auf seine Tipps. Das wurde allerdings nichts. Und auch ins Stadion für das Länderspiel Costa Rica gegen Panama kam ich nicht mehr, weil es ausverkauft und die Kapazität wegen der Pandemie auf 30 % Auslastung gedrosselt wurde, weshalb keine Karte mehr übrig war. Schade, aber das hatte bestimmt einen tieferen Sinn.

Und tatsächlich: Jessica und Eloi, auch mal wieder wie alle bisherigen Gäste im „El Castillito“ aus Quebec/Kanada, checkten nachmittags ein, wir verstanden uns direkt und paldoverten eine Rute für den nächsten Tag aus, sodass wir ein Stück zusammen fahren können, bis sich unsere Wege trennen. Das nenne ich Schicksal oder dass sich dann immer eine Tür aufmacht, wenn man eine sucht.

Zusammen mit Silvain und unserer lieben Köchin Dinera gingen wir noch etwas essen, trinken und tatsächlich Fußball im „Jettsys“ schauen.

Für heute Grüße ich Christina Möller. Mal sehen, ob ich die Tage auch noch in der „Finca Pasiflora“ lande.

28.01.2022 – Wie ausgemacht waren Jessica und ich um 6:30 Uhr in der Küche und nahmen unser Frühstück kurz später auf der Terrasse ein. Nur Eloi, der am Abend noch vorschlug, dass wir uns früh auf den Weg machen und uns ein Uber teilen sollten, weil wir in die gleiche Richtung wollten, war noch länger in den Federn. Diego traf um 8 Uhr ein und checkte für uns, ob eine Möglichkeit bestünde, heute den Nationalpark Los Quetzales zu besuchen. Um 13 Uhr sollten wir dort sein, damit wir dort noch 3 Stunden hiken gehen könnten. Die Fahrt dorthin dauere 2 Stunden, so sollten wir um 10 Uhr aufbrechen, um zuvor uns noch eine Unterkunft zu besorgen und einzuchecken. Da sprang Eloi erstmal in den Pool. Eine Stunde später ließ er sich erneut zu einer Bank chauffieren und setzte noch einen Abstecher im Mobilfunkladen drauf. So dauerte es bis 12 Uhr, das wir ins Uber stiegen und losfahren konnten. Für mich war das nervig und die Erkenntnis des Tages folgte auf dem Fuße: Bevor du unnötig genervt warten musst, fülle diese Zeit mit etwas Sinnvollem oder Schönem. Die Fahrt durch die Provinz Cartago, geprägt durch den Regenwald, war schon schön, vor allem aber das Gefühl, endlich loszukommen, Neues zu entdecken und aktiv zu sein. Wir steuerten das „Iyok Ami“ an, eine kleine urige Lodge in der Nähe des Nationalparkeingangs. Natürlich kamen wir viel zu spät an und mein Besuch dort muss noch warten. Jessica und Eloi beschlossen ebenso, hier zumindest eine Nacht zu verbringen, ich werde wohl zwei Nächte bleiben. Wir luden unseren Fahrer Alexander noch auf einen kräftigen lokalen Kaffee ein und unternahmen im Anschluss eine 2-stündige Wanderung durch den Nebelwald. Am Ende des Trails erwartete uns sehr versteckt ein kleiner Wasserfall.

Zurück in der Lodge waren wir nicht mehr allein. Gäste aus Costa Rica: Jason und dessen Eltern, ein weiteres kanadische Pärchen: Laurence und Joakim mieteten sich ebenso ein. Jairo zauberte uns ein traumhaftes Abendessen, legte Platten aus den 70ern und 80ern auf, die Tischtennisplatte wurde kräftig bespielt und ebenso der Tischkicker, während unsere nassen Sachen vorm Kamin trockneten.

Grüßen und bedanken möchte ich mich abschließend bei Diego und Dinera, die mir den Aufenthalt in San Jose angenehm gestaltet hatten.

29.01.2022 – Die Nacht war unruhig und ziemlich kalt. Den Verkehr der Straße hörte ich lange und immer wieder. Das leckere Frühstück, während ausgiebiger Vogelbeobachtungen, entschädigte wenigstens. Eigentlich wollte ich in den „Los Quetzales Nationalpark“, habe mich dann doch Joakim, Laurence, Jessica und Eloi angeschlossen, um einen Hike zu unternehmen. Los ging es erneut ganz schön zeitverzögert – Eloi eben. Wir fuhren 19 Kilomter zum Traileinstieg, entrichteten unseren Obulus und wurden erstmal, weil wir freundlich den Daumen rausstreckten, mit einem Safarijeep ein Stück mitgenommen. Von da an wurde es hart, richtig hart. 15 Kilometer nur berghoch auf die 2. größte Erhebung Costa Ricas, den „Cerro de la Muerte“ mit 3451 Meter Höhe. 1380 Höhenmeter mussten wir bei enormer Luftfeuchtigkeit zurücklegen.

Wir starteten unerwartet mit Sonnenschein und Sonnencreme, nachdem wir uns zuvor so richtig eingepackt hatten. Die Moskitos nahmen sobald Gefallen an uns. Und auch der Regenwald machte seinem Namen zwischendurch alle Ehren. Es gleichte, als ob man einen Waschzuber voll von innen geschwitzt und von außen noch mit kühler Dusche durch den Blätterwäld erfrischt worden wäre. Man kam sich wirklich wie bei Indianer Jones vor. Dennoch beeindruckend.

Oft anhalten und großartig umschauen wollte ich mich dennoch nicht immer. Es war einfach schwer, wieder in den Tritt zu kommen, weil es stetig hoch ging. Vor allem nicht mehr, nachdem wir die Strecke nach „Los Robles“ zurückgelegt und den Einstieg zum „Cerro de la Muerte“ vor uns hatten.

Bis hierhin waren wir schon 3 Stunden unterwegs und es wurde noch mörderischer. Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und 2 Stunden später den Gipfel erreicht, wo sogar kurz etwas Sonne heraus kam und uns belohnte.

Obwohl es dort nicht wirklich einladend war, war die Freude riesig – La pura Vida!

Nach kurzer Stärkung ging es, während die Sonne tatsächlich erneut rauskam, abwärts, sodass wir um 17 Uhr 15 eine Aussichsplattform erreichten und auf den Sonnenuntergang warteten.

Die letzten Meter zum Auto schlenderten wir beschwingt weiter, bis Highland Tinamous und ein Kojote unseren Weg kreuzten. Auch die Vogelwelt erwachte zu der Zeit. The right time on the right place. So ergehen heute herzliche Sundownergrüße an meine Mithiker Joakim, Laurence, Jessica und Eloi, die mir auf der Heimfahrt noch die Ehre erwiesen, indem sie mir die Hymne von Quebec „La Ziguezon“ zum Besten gaben.

Zurück im „Iyok Ami“, was aus der alten indigenen Sprache übersetzt so viel wie „Mutter Erde“ bedeutet, zockte ich mit Bedrich, dem Besitzer, eine gute Runde Tischtennis. Nach dem Abendessen, das uns Jairo gezaubert hatte, nahm ich bei ihm etwas Spanischunterricht und brachte ihm im Gegensatz ein paar deutsche Vokabeln und Sätze bei, die er für sein Business gebrauchen kann. Gestern wie heute war es eine Freude, mit meinen Mitreisenden auf Zeit und dem Personal interessante Gespräche zu führen.

30.01.2022 – Die letzte Nacht im Regenwald war erneut grauenhaft, da eisig kalt. Ich konnte nicht wirklich schlafen und das, obwohl ich unter drei Decken schlüpfte und ein Stock unter mir der Kamim brannte, zwar nicht wärmte, dafür aber meine gesamten zuvor frischgewaschenen Klamotten einräucherte. Daher bin ich froh gewesen, Richtung warme Pazifikküste aufzubrechen. Joakim und Laurence brachten Jessica, Eloi und mich an die nächste Haltestelle und wir nahmen den Bus nach San Isidro de El General, stiegen dann auf ein Taxi um und während die beiden im Surferparadies Domenical ausstiegen, ließ ich mich bis Uvita ins „Samsara Hotel“ bringen. Kaum zur Mittagszeit eingecheckt, ergriff ich die Gelegenheit und meldete mich für eine 4-stündige Bootstour mit der Hoffnung auf eine Walsichtung an. Vor dem Start im „Marino Ballena Nationalpark“ mit dem Schnellboot, konnte ich einen Kayman auf der Lauer entdecken.

Mit anständig Wind um die Ohren flogen wir rasant über die Wellen auf offene See, sahen Pelikane und hielten vergeblich nach Buckelwalen Ausschau. Eine 80 % – Chance würde bestehen, da sich die Meeressäuger bis Ende Januar auf der Durch- bzw. Weiterreise befinden. Allerdings hatten wir kein Glück, weshalb sich unser Guide bemühte, uns mehr die hiesige Vogelwelt zu zeigen, sowie uns mit einer Schnorcheltour (Keine Vergleichbarkeit mit Grenada!) und eiskalten Früchten zu entschädigen, bis wir gegen 17 Uhr am Strand landeten.

Während Christina am Strand chillte, entschlossen Anna-Maria, Mariano und ich uns, die einzigartige „Walfischschwanzflossenbucht“ entlang zu laufen, um von dort aus den Sonnenuntergang zu genießen. Dabei mussten wir einen Teil, der durch die Flut überschwemmten „Schwanzflosse“, hüfttief im Wasser zurücklegen.

Besser Languste im Haar, als kein Wal im Wasser.

Nach einem herrlichen Sonnenuntergang, den ich Jairo, Chrissi und Bedrich vom „Iyok Ami‘ widmen möchte, steuerten wir das „Fernandos“ zum Abendessen und für ein paar Drinks an.

Ich probierte sogar das für viele Ticos Nationalgetränk „Michelada“ ( = Imperialbier auf Eis mit frischgepresstem Limettensaft und Salzrand am Glashals – Es war nicht meins!), dennoch: La Pura Vida.

31.01.2022 – In der Früh hatte ich Glück, dass ich mit den richtigen Informationen aus einer Costa-Rica-Facebookgruppe an die richtige Adresse gekommen bin und einen freien Platz für eine Führung am 03.02.2022 im Nationalpark Corcovado ergattern konnte, weil gerade jemand storniert hatte. Ohne Guide darf man diesen nicht betreten und der nächste freie Platz wäre erst Tage später gewesen. Also schlug ich zu und kümmerte mich um kommende Übernachtungen. Eigentlich wollte ich heute zum „Nauyaca Wasserfall“, was einerseits weit entfernt und dazu sehr umständlich ohne Auto ist und andererseits war ich nun etwas spät dafür, weshalb ich mich dazu entschloss, erstmal per Anhalter einen Supermarkt, eine Bank und das Busterminal anzusteuern, um auszuloten, wie ich überhaupt in Richtung Naturreservat fahren könne. Ansonsten schlenderte ich einfach los und gelangte zu einem kleineren Wasserfall in Uvita, wo ich auf die ersten Alemans, Stefan und Patrizia, gestoßen bin.

Es war sehr nett, sich mit den beiden austauschen zu können, Tipps zu bekommen und um zudem festzustellen, dass wir sogar in Corcovado eine Übernachtungsüberschneidung haben werden, wo wir uns nochmal treffen können. Meine Sprünge und das Herabrutschen vom Wasserfall hielten sie netterweise für mich auf Kamera fest.

Anschließend trottete ich etwas flussabwärts durchs Gelände, fand eine Schmetterlingsstation und Greg, aus Seattle, der sich ebenso eine längere Auszeit gönnt und sich entschloss, mit mir dem Fluss zu folgen, bis wir eine zusätzliche Bademöglichkeit nach dem größten Bambuswald, den ich je gesehen habe, fanden.

Weil Gregs Unterkunft in der Nähe des Strandes liegt, lud er mich zum Kaffee ein und wir verabredeten, morgen zusammen eine Möglichkeit nach „Nauyaca“ zu suchen.

Darauf war es mir gegönnt, einen Ara und sogar ein Faultier zu sehen. Beide hielten absolut still, was bei Zweiterem wenig verwundert. Allerdings waren sie entweder etwas entfernt oder im Blätterdickicht gut getarnt.

Zu Abend gab es leckere BBQ-Rippchen im „Las Eferaras“. Ich verweilte länger, da der Regen einsetzte, bis ich mir einen „Taxifahrer“ organisieren konnte.

Zurück im ‚Samsara“ bezog ich mein neues Zimmer, wie gestern verabredet, um vom Lärm der Straße weg zu sein. Ich hoffte im Obergeschoss auf weniger Tausendfüßler. Dahingehend hatte ich Glück. Mir begegneten nur Ameisen, Kakerlaken und hinter der Toilette war ein Berg voll Rattenkot. Für die Preislage nicht wirklich passend, sodass ich die Tausendfüssler und den Verkehr vorzog und wieder in meinem ursprünglichen Zimmer residierte.

Entspannte Grüße schicke ich aus der Hängematte unterm Dachboden an mein „Faultier“ zu Hause. ;).

Puerto Rico – 14.01.2022 – 24.01.2022

14.01.2022 – Nach der langen Anreise und dem örtlichen Krähwettberb der bestem Hähne von San Juan fand ich spät in den Schlaf und wurde vier Stunden später durch ein temperamentvolles Gespräch aufgeweckt. Im Hof waren Verwalterin Maria und ihr Mann Luiz mit Hausarbeiten und Reparaturen im kleinen Apartenentkomplex beschäftigt. Beim ersten Eindruck dachte ich: Ui, die haben ein gutes Gras geraucht, bis ich mit ihnen ins Gespräch kam, mir Tipps für die Umgebung einholte und klar war, dass der Geruch von der nahegelegenen medizinischen Marihuanaklinik herrührte. Beide waren bemüht, mir mit Rat und Tat zu helfen, sowie mich mit zusätzlichen Utensilien für das Apartment auszustatten, weshalb ich auch darüber hinwegsehe, dass anfangs nicht alles so top war.

Im Anschluss klapperte ich hiesige Supermärkte ab, fand für mein Handy eine Besserung im Ladeprozess in Simons Cellshop, besorgte mir dort eine lokale Simkarte und ließ mich durch die Straßen treiben. Schon hier um die Calle Loiza herum erkennt man, dass Puerto Rico für seine Künste lebt. Sei es die Musik, der Tanz, das Theater oder die Malerei. In letzterem Falle haben es mir einmal mehr die Graffitis angetan, die oftmals das kulturelle Leben der stolzen Bevölkerung beschreiben. Hier nur einige wenige Auszüge:

Mein Schrittzähler hat mein erreichtes Tagesziel bereits vor der Mittagsstunde angezeigt, weshalb ich nach meiner Tour erst einmal drei Tassen puertoricanischen Kaffee inhalierte, in die Heimat telefonierte und danach durch den Puntas las Marias Skate Park zum Strand, Hobby Beach, flanierte.

Kaum am Wasser angekommen, traf ich auf Jeff and Doyle, zwei Amis, die begannen, den Strand von Plastikmüll und Glasscherben zu befreien. Das fand ich sehr respektabel, sodass ich mich direkt angeschlossen habe. Der Sack war ruckzuck gefüllt und wir hatten eine nette Unterhaltung, bevor ich den kompletten ellenlangen Strandabschnitt entlang und über die Straße zurück lief.

Somit habe ich mir heute erstmals ein gutes Bild über die nähere Umgebung gemacht und mir mein Abendessen, sowie einen gemütlichen Cooldown verdient. Ganz liebe Grüße gehen raus von der Couch an Ralle und Claudi. Ich sammle schon einmal genug Eindrücke für eure zukünftige Reise hierher.

15.01.2022 – In Sachen Begegnungen war der Tag heute noch verrückter als der „Namenstag“ gestern. Während ich noch genüsslich beim Kaffee saß, mir die App „Moovit“ herunterlud und mich dort nach einer Busverbindung in die Altstadt San Juans umschaute, realisierte ich, dass es genau eine Buslinie dahin gibt und ich mich etwas beeilen sollte, sofern ich nicht zu lange warten wollte, bis die nächste Gelegenheit bei mir um die Ecke vorbei fahren würde. So packte ich zügig meinen Rucksack, ließ den dritten Kaffee, der hiesige ist echt top, stehen und sprang noch rechtzeitig in den Bus T5. Das passende Kleingeld hatte ich nicht, weshalb mich der Fahrer durchwinkte, ein anderer Fahrgast mir dann die 0,75 US Dollar spendete. Ein Spottpreis für eine Fahrt von fast 40 Minuten. Diese verflogen regelrecht, da ich ins Gespräch mit zwei älteren Damen aus der USA kam. Sie verbringen seit 20 Jahren ihren Urlaub in Puerto Rico und waren somit die idealen Beraterinnen und gaben mir direkt eine kleine Stadtführung. Dabei stellte sich heraus, dass Nancys Vorfahren teils aus Süddeutschland ausgewandert waren und ihr Mädchenname Hauenstein war, der sich im Laufe der Zeit zu Hohnstine wandelte. Verrückt. Als ich dann noch erklärte, dass viele Pfälzer, wie ich einerseits ehemals für meine Examensarbeit recherchiert, andererseits auf Liberty Island, New York, im Museum für Einwanderungsgeschichte gelesen hatte, zur Zeit der großen Hungersnot im 18. Jahrhundert in die USA, zum Beispiel Philadelphia, emigrierten, wurde es noch doller. Nancy kommt aus Philadelphia, in das auch einige Hauensteiner damals gingen und ihre neue Heimat fanden. Dort kann man übrigens an der Universität die pfälzische Sprache studieren. Und da Nancy ebenso als Lehrerin (u. a. Hauswirtschaftslehre, genau wie ich) tätig war, hatten wir eine dicke Connection zu einander. Janets Nachname ist übrigens Wood. Würfelt man beide Nachnamen zusammen kommt für mich ganz klar „Hauensteiner Wald“ heraus ;). Wie geil, das hat mich völlig geflasht.

Die beiden führten mich ebenso über den samstäglich stattfindenden „Farmers Markt“, ein regionaler Spezialitätenmarkt und Nancy schleuste mich über ihre „Ehrenamtskarte“ kostenlos in die Festung „San Felipe del Morro“ oder kurz „El Morro“, die Mauer, ein.

Sie erhebt sich an der westlichen Landspitze der Altstadt und diente zur Bewachung und Verteidigung des Hafens seit 1533 und trägt ihren Namen zu Recht. Die gigantische „Mauer“ erstreckt sich über 6 Ebenen vom Seelevel bis zur oberen Aussichtsplattform und ist Ausdruck einer ausgeklügelten architektonischen Meisterleistung in Sachen Verteidigungsanlagen.

Anders war das ungefähre Ausmaß nicht fotografierbar.

Die Spanier hielten Puerto Rico, von Christoph Kolumbus 1493 in Besitz genommen und ab 1508 durch Ponce de Leon zur Kolonie erhoben, bis 1898. De Leon war es auch, der die Natives, die eingeborenen Taino Indianer mit seinen waffentechnisch überlegenen Truppen niederstreckte und die Urbevölkerung unterdrückte. Ab Ende des 16. Jahrhunderts musste man sich der Angriffe der Briten und Niederländer erwehren und baute das Fort im Laufe der Zeit immer weiter aus. Es konnte in seiner Geschichte bis zum Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 niemals eingenommen werden. Puerto Rico und somit das Kastell „El Morro“ ging dann als Kriegsbeute in die Hand der Sieger, der Amerikaner, über und ist heute ein US Nationalpark.

Mit Blick auf den Friedhof Maria Magdalena legte ich meine Mittagspause auf der Mauer ein, bevor ich über den milimeterhohen Rasen zur weiteren Erkundung aufbrach.

Im Restaurant „The Cave“ standen Tapas auf meinem Speiseplan, die ich bei lateinamerikanischen Klängen schnabulierte und mir eine Auszeit gönnte. Die Stadt bietet auch im alten Kern so viele Entdeckungsmöglichkeiten, dass ich mir bewusst noch einige Ecken für die nächsten Tage aufgehoben habe. So schaute ich lieber noch in ein paar Geschäfte rein und ließ mich treiben, bis ein Platzregen einsetze und ich mich zum Busterminal durchschlug, da leider auch das Mardi Gras ähnliche Festival zu Ehren von San Sebastian Corona bedingt gestrichen wurde. Schade! So verbrachte ich einen ruhigen Abend und paukte weitere Englischvokabeln mittels eines wenig anspruchsvollen Sylvester Stalone Actionmovies. Von daher können meine voll Testosteron überschäumenden Grüße nur an den „Boss“ aller Expendabels, an Schlossi, gehen.

16.01.2022 – Eigentlich wollte ich mich heute in Ruhe über mögliche To do’s informieren und nochmal die Altstadt besuchen. Es kam anders. Bein Frühstück lernte ich Kenny und Chrystal kennen. Zwei New Yorker mit Wurzeln in Puerto Rico und der Dominikanischen Republik. Wir kamen locker ins Gespräch und verstanden uns gut. So kam eins zum anderen, dass ich mein Frühstück verkürzte, rasch meine Sachen packte und wir gemeinsam zum Schildkrötentauchen aufbrachen. Am Escabron Marine Park ernüchterte sich unsere Stimmung, da die Touren ausgebucht waren. Wir hätten zwar auf eigene Flosse schnorcheln gehen können, aber bereits tauchende Tourbucher rieten uns davon ab. Sie hätten gerade einmal einen Fisch gesehen. So entschieden wir uns, morgen an einem anderen Ort unser Glück erneut zu versuchen und fuhren dafür in den „El Yunque National Forest“, quasi der Dschungel hier.

Auch keine schlechte Wahl. Als wir an am Parkeingang ankamen, empfahl uns die Kassiererin, zurück zu fahren und einen anderen Weg zu nehmen, um die Wasserfälle anzuschauen, sofern wir keine Guided Tour machen wollten. Kenny kommunizierte auf Spanisch mit ihr, mir war es erst mal Wurst. Ich war glücklich, dass ich eine tolle Fahrt über den Ostteil der Insel hatte und das Abenteuer wartete. Doch irgendwann kam uns auch der Weg spanisch vor. Es dauerte lange und wir mussten einige Male nachfragen, bis wir in der Pampa auf der richtigen Strecke waren. Nichts desto trotz fanden wir den Wasserfall am Rio Espiritu Santo und nahmen erst einmal ein Bad, kletterten anschließend noch etwas umher und steuerten den nächsten die Passstraße passierenden Quellfluss an.

Zu meiner Verteidigung: Die Belichtung der Kamera war nicht besonders. Ich bin tatsächlich so viel Farbe, wie noch nie zuvor bekommen;).

Nicht weit entfernt, am Quebrada Sonadora, trafen wir auf eine domenikanische Familie, die am Straßenrand das traditionelle Sanchoco, ein Eintopf mit Kürbis, Wurzelgemüse, Mais, Huhn und Schwein, zubereitete und Langusten fischte. Ich war in Fajrt und zettelte eine Unterhaltung an. Prompt waren wir zum Essen eingeladen. Es schmeckte herrlich.

Das war wirklich nice, sehr gastfreundschaftlich und herzlich. Ich revangierte mich mit einem Rum, als die Musikbox ausgepackt wurde und wir verbrachten eine coole Zeit zusammen, bis wir die Rückfahrt antraten.

Zuhause saßen wir noch etwas zusammen und daraufhin schaute ich mir den Film „The Stand“ an, der von der Black Power Bewegung 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko handelt. Hiermit grüße ich meine „Big Mens“ Bakary, Solomon, Sam und Nuha.

17.01.2022 – Eigentlich hatten Kenny, Chrystal und ich gestern ausgemacht, früh aufzustehen und um 6 Uhr zum Turtle-Watching aufzubrechen. Für die Fahrt mit Fährübertritt auf die Isla de Culebra hatten wir 3-4 Stunden angesetzt. Ich war Abmarsch bereit, alles andere war Pustekuchen. Kurz vor 7 Uhr bekam ich dann Bescheid, dass die beiden zu fertig seien und lieber einen ruhigen Tag verbringen möchten, bevor sie morgen zurück nach New York fliegen. Das kann ich ja verstehen, aber mich eher zu informieren, wäre auch cool gewesen.

Vielleicht war es auch ganz gut so, da Kenny gestern als Fahrer nicht wirklich brillierte. Kein Wunder, er rauchte auf dem Highway erstmal einen halben Joint fertig. Man wird hier schon fast schief angeschaut, wenn man „clean“ ist. Aus dem Auto springen konnte ich in der Situation nicht wirklich. Chrystal versicherte mir, dass sie ihm zu hundert Prozent vertraue. Bei mir waren es ein paar weniger.

Also legte ich mich nochmal ab, pushte mich später mit Kaffee auf, vertiefte meine via Facebook gefundenen Kontakte in Costa Rica etwas mehr und lief anschließend los zum Hotel San Juan, um dort Janet und Nancy zu treffen. Dabei kam ich an einem Urban Gardening Project vorbei, wo ich die wohl größten Eidechsen (~ 35 cm Länge) meines Lebens erblickte. Am Ende des „El Alambique/Hobby Beachs“ angekommen, verbrachte ich etwas Zeit mit den beiden (Ich meine nicht die Eidechsen!) und revanchierte mich für ihre Tipps und Unterstützung mit einer Einladung zum Kaffee.

Der Tag wurde somit zum Strandtag auserkoren. Das war auch nicht schlecht.

Das Meer hier hat eine enorme Strömung und der Sog zieht einem erstmal den Grund unter den Füßen weg, nimmt einen ein Stück raus, spült einen aber auch gleich wieder um so mehr Richtung Strand zurück. An vielen Stellen der Küste wurden natürliche Wellenbrecher in Form von Steinwällen installiert, wodurch es dort nicht so gefährlich ist. Die Wellen türmen sich gut auf, bevor sie brechen, weshalb sich die Küste auch zum Surfen empfiehlt. Bereits bei meinen ersten Strandbesuch traf ich auf einen Surflehrer,  bei dem ich mich informierte und eventuell Stunden nehmen werde, sofern meine Hände in der Zwischenzeit komplett wieder einsatzbereit wären.

Dem anschließenden Einkauf, Kochen (Was bei den zwei vorhandenen Elektroherdplatten, bei denen abwechselnd mindestens eine gerne mal zwischendurch aussetzt, seine Zeit dauert.), Essen folgte die Couch und ich machte da bewusst weiter, wo ich gestern noch zufällig angefangen hatte. Nämlich mit einem Film über die Civil Rights Bewegung in der USA, „I am not your Negro“ mit Portraits über Malcolm X und Martin Luther King, denn heute ist passender Weise:  „Martin Luther King Day“. Solidarische Grüße an euch: Ali, Kebbah und Sulayman.

„History is not the past. It is the present. And we are our history!“ (James Baldwin)

18.01.2022 – Absolut gigantisch – anders lässt sich das Highlight des Tages nicht besser in Worte fassen. Aber dazu später mehr.

Zuerst fuhr ich mit dem Bus zum „Museo de Arte Diseno de Miramar“ kurz „MADMi“, um mir, neben der an den Bauhausstil angelegten kleinen Dauerausstellung, eine Retrospektive zu Suzi Ferrer (1940 – 2006) anzusehen. Was mich dabei erwarten würde, wusste ich nicht. Ich hatte einfach mal wieder Lust, eine Kunstausstellung zu besuchen. Mit meinem Lehrerausweis kam ich sogar umsonst rein. Also konnte ich nichts falsch machen. Die Künstlerin schuf abstrakte Gemälde, Collagen, Plastiken, Zeichnungen auf sich überlagerten Plexiglasscheiben und Installationen im expressionistischen Stil, kombinierte zudem Dadaismus und Surrealismus. Thematisch geht es um den Existenzialismus der Frau. Somit kann man sie als Kämpferin für ein besseres, selbstbestimmteres Frauenbild in der Gesellschaft betrachten. Dabei provoziert sie extrem, teils bis ins Psychedelische, und geht stets nicht nur sprichwörtlich unter die Gürtellinie.

Freud wäre stolz auf Ferrer.

Im Anschluss schlenderte ich in Condando um die Lagune, fand kleine Sanduchten, stieß zufällig auf den „Walk of Fame“ von Puerto Rico, auf dem unter anderem Ricky Martin, Jennifer Lopez und Julio Iglesias verewigt sind und kam am Malecon raus. An dieser kleinen Uferpromenade schlugen die Wellen nur so entgegen und verschafften mir eine leichte Abkühlung.

Auf der Brücke „Los dos Hermanos“ hielt ich mehrfach an und bewusst Ausschau nach Manaties, die sich in der ruhigen Lagune tummeln sollen. Zwei bekam ich sogar von Weitem zu Gesicht, weshalb ich in naher Zukunft noch einmal zurück kehren und mir ein Stand Up Paddle oder Kajak leihen werde, um den sanften Meeressäuger noch näher zu kommen.

Es zog mich nämlich erneut zum „El Escambron Beach“, an dem ich am Samstag mit Kenny und Chrystal kurz stoppte, wir uns aber entschieden, erst den Regenwald anzusteuern. Seit langem habe ich den Wunsch, mit einer  Meeresschildkröte zu tauchen. Ich hatte meine Schnorchelausrüstung im Gepäck, drückte einem Mitarbeiter von der Tauchschule „Scuba Dogs“ 5 Dollar in die Hand, dass er meine Sachen sicher verwahrt und tauchte ab. An einem vorgelagerten Riff wurden noch zwei Wellenbrecher angelegt, sodass die mit Seegras bewucherte Bucht dahinter relativ geschützt liegt und Schildkröten, selten Manaties, dort hinein zum Futtern schwimmen. Bei meinem ersten Schnorchel- und Tauchgang suchte ich die Bucht vergeblich über 40 Minuten ab. Außer mir waren einige Tauchschüler unterwegs und wirbelten Staub auf. Die Sicht war nicht immer gut. Bisher hatte ich den ein oder anderen Fisch vor der Flinte, aber weit und breit war keine Schildkröte in Sicht. So schwomm, schnorchelte und schrumpelte ich vor mich hin. Dann entschied ich mich, die tiefsten mit viel  Seegras bewachsenen Plätze zu erkunden. Fehlanzeige. Irgendwann kam mir ins Gedächtnis, dass die Schildkröten bei „Findet Nemo“ sich mit dem warmen Strom treiben lassen und das tat ich folglich auch. So ließ ich mich in wärmere Gewässer treiben, nicht ganz so tief und zudem mit besserer Sicht. Die Tauchgruppe war mittlerweile aus dem Wasser. Und plötzlich sah ich Bewegung am Grund. Da war sie. Meine erste grüne Meeresschildkröte. Und kurz darauf die zweite, der ich mich zu schnell näherte, sodass sie ebenso fix entschwand. Die andere zupfte dennoch genüsslich ihren Nachmittagssnack und ließ sich von mir nicht aus der Ruhe bringen. An ihrer Seite begleitete ich sie beim Grasen, Schwimmen und Luftschnappen, bis wir erneut abtauchten und dahin gleiteten. Ihr folgen zu können, sie zu betrachten, ihre sanften Bewegungen nachzuahmen, erfüllten mich mit großem Glück. Und als wollte sie mir einen Gefallen tun, führte mich die etwa 70 Zentimeter große Schildkröte zu drei weiteren Artgenossen. Alle waren mindestens einmal an der Flosse gechipt und zwischen 60 – 80 Zentimeter lang. Das ist die Krönung, dachte ich. Nun kann ich selig zurückschwimmen. Bis auf einmal – sie kam. Ich nenne sie „Alma“, was für mich etwas Erhabenes, Allmächtiges, Erfahrenes hat. Alma, eine grüne Riesenschildkröte kreuzte meinen Weg. Im Gegensatz zu ihren kleineren, jüngeren Verwandten war sie ein sanfter Koloss. Auch sie erlaubte mir, sie zu begleiten. Fantastisch – ich schwamm mit einer Riesenschildkröte, schaute ihr in die Augen, wahrte respektvoll ein wenig Abstand und umrundete sie. Allerdings wurde ich die nächste zu Wasser gelassen Tauchgruppe auf Alma aufmerksam und umzingelte uns. Beide suchten wir das Weite. Ich mehr als sie. Schließlich soll dieser denkbare Augenblick auch anderen vergönnt sein. Kurz an Land auszuruhen und die Begegnung mit den Schildkröten im Nachgang nochmal aufzusaugen, war zu der Zeit zudem nicht verkehrt. Den Tauchlehrer fragte ich nach meinem zweiten Tauchgang, bei dem ich „Atlantis „, eine künstlich angelegte Unterwasserwelt mit von Algen und Korallen bewachsenen Säulen, Statuen, Krügen, Amphoren und Steinbänken erkundete, was er mir zu Alma sagen könnte. Er schätzte sie auf rund 10 Jahre, wobei die kleineren 4 – 5 Jahre auf dem Panzer gehabt haben könnten. Das Weibchen Alma dürfte ungefähr 4 Fuß lang gewesen sein, was rund 120 cm entspricht. Anbei ein Archivbild, um das Ausmaß zu verstehen;)

Nach meinem Taucherglück spazierte ich an einer alten Verteidigungsruine vorbei, landete bei der Suche nach der nächsten Busstation in einer nicht ganz so schönen Gegend, bis irgendwann mein Bus kam und mich nach Hause brachte.

Herzliche Sundownergrüße gehen heute an meine Kultur- und Kunstbeauftragten Marion und Milli. 

19.01.2022 – Gerne habe ich mich heute morgen nochmal rungedreht und bin erst gegen 11 Uhr in der Altstadt angekommen, habe mir die Hafenpromenade, den „Jardin de la Princessa“ zu Ehren der einstigen Bürgermeisterin Felisa Rincon de Gautier angeschaut und startete auf dem „El Morro Trail“ um die Stadtmauer, welche von den Spaniern zwischen 1540 und 1635 angelegt wurde, des alten San Juan.

Dabei entdeckte ich wieder so einiges, was kreucht und fleucht oder sogar zum Sonnenbad an Land schwamm. Allein mit den 12 besten Exemplaren könnte man einen fantastischen Leguan-Jahreskalender gestalten.

An der Ostseite der Festungsanlage „El Morro“ endete der Trail. Hier genoss ich auf der Bergkuppe nochmals das Anpeitschen der Wellen an die Felsen und bekam sogar noch Sprühregen von den Wassermassen ab.

Nach der körperlichen Ertüchtigung stand mir der Sinn nach geistiger Nahrung. Die wollte ich mir im „Museo de las Americas“ einverleiben. Wie wir wissen, ist Amerika groß und vielfältig, so auch die thematische Ausstellung und Exponate im Museum. Von der Geschichte der Besiedlung, der Sklaverei, den westafrikanischen Einflüssen (auch die Jolof aus dem Senegal und Gambia wurden hierher verschleppt), traditionellen Kulten  über moderne Kunst wird hier berichtet. Herausheben möchte ich den Festtagskult, angelehnt an den „Dios de la Muerte“ (Tag der Toten), den man genauso feiert, wie Karneval mit Schwellköpfen wie in der Meenzer Fastnacht.

Vom Terminal ab nahm ich einen Bus zur Laguna del Condado“

Visuell überfrachtet verließ ich das Museum, ruhte ein wenig, stattete der Kunstakademie noch einen schnellen Anstandsbesuch ab und entschloss mich, den Gang durch „La Perla“ zu wagen. Das kleine, von der Stadtmauer vom Altstadtbereich abgetrennte, kommunale Wohngebiet schreibt seine eigenen Regeln und lässt sich entfernt mit den Favelas Rio de Janeiros vergleichen. Nachts wäre ich dort nicht durch gelaufen. Macht die Polizei ja auch nicht. Wer sich allerdings abends berauschen möchte, ist in dem verfallenen Wohngebiet am richtigen Ort. Kaum betrat ich die Hauptstraße, wurde ich schon kritisch beäugt und kurz darauf trat der erste Dealer mit seinem Bauchladen auf mich zu. Ich lehnte dankend ab und ließ mich nicht beirren. Fotos schoss ich davon dennoch nicht. Wer weiß, was zurück geschossen kommt, wenn ich versehentlich daneben knipse. Bars wechselten sich mit Behausungen, Bars, Ruinen und Bars ab, bis ich passiert und den Weg durchs nächste Stadtmauertor gefunden hatte. Da stand ich schon fast vor der zweiten großen Festung der Stadt, dem „Castillo de San Christobal“, wendete mich dann zum „Plaza Colon“ zum Gedenken an den Entdecker Puerto Ricos Christoph Kolumbus zu und steuerte darauf den Mittelpunkt „Plaza de Armas“ zum Relaxen an.

Am Terminal stieg ich in den Bis zur „Laguna del Condado“, wo ich bis kurz vor Sonnenuntergang im kristallklaren Wasser dahintrieb, was meinen Beinen echt gut tat. Im Dunkeln gings nach Hause und da nicht mehr viel, außer Essen und die Brause.

Einen ganz lieben Sundownergruß bekommt heute natürlich meine Cousine Anne. Alles Gute zum Geburtstag. Lass dich hochleben.

20.01.2022 – Ruhetag, weil Strandtag. Nachdem ich über eine Stunde einen Laden gesucht hatte, der mir nötige Einreisedokumente für Costa Rica ausdruckte und ich zuletzt gut Kilometer gemacht hatte, entschied ich mich für einen unspektakulären, entspannten Tag am Hobby Beach. Mittags. Nicht zu früh. Alles gemächlich.

So schnappte ich mir einen Rucksackliegestuhl und ein Swimboard aus der Unterkunft und trottete los, ließ mich hier und da nieder, entspannte und genoss das Meer, bis es zu regnen anfing. Das war so nicht angezeigt, aber ist halt so gewesen, weshalb ich mir unter einem Palmenhain Unterschlupf suchte und ausharrte.

Wie zumeist sonst auch: Auf Regenschauer folgt Sonne! Und was lange wärt, wärt gut. Einen Sundowner kann ich dennoch präsentieren und grüße ganz herzlich meinen Studienleidensgenossen Daniel „de Ochs“.

21.01.2022 – Auf der Suche nach den Manaties! Um 9 Uhr war ich bereits an der „Lagune del Condando“, weil man in der Frühe oder vor der Dämmerung die beste Chance hat, Manaties zu sehen. Bisher konnte ich zwei der friedfertigen Seekühe von der Brücke aus beobachten. Heute wollte ich auf Tuchfühlung gehen. Deswegen lieh ich mir zuerst ein Kajak aus und paddelte zur mir beschriebenen Stelle in Brückennähe. Die Zeit verging und auch in der Umgebung hatte ich kein Glück. Einzig ein Leguan kreuzte meinen Weg.

Zurück an der Einstiegsstelle, stieg ich auf ein Stand Up Paddle um. Viel Erfahrung, außer die wackelige halbe Stunde letzten Sommer an der kroatischen Küste, hatte ich darauf noch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ein Manatie aus erhöhter Position erblicken zu können, ist größer als sitzend im Kajak. Also wieder raus, nach kurzer Einweisung und das Glück suchen. Es war mir allerdings auch hier und insgesamt nach 2 1/2 Stunden auf dem Wasser nicht hold. Zwar entdeckte ich etwas graues, längliches unter Wasser, was mich umkreiste, aber genau identifizieren konnte ich es nicht. Immerhin blieb ich trocken (Hätte ich ja nicht gedacht!), hatte des weiteren ein gutes Training zur Stabilisierung und Balance. Zwei meiner Finger kann ich weiterhin nicht zur Faust ballen. Das Paddel umgreifen konnte ich dennoch schmerzfrei. Das stimmte mich froh und bald werde ich wieder ganz hergestellt sein.

Darauf folgte der Besuch des „MAC“, das „Museo des Artes Contemporaneo“. Und schon wieder traf ich mit der Auswahl genau ins Schwarze. Neben der Zerstörung durch Hurrikan Maria, Gedanken zum Tod und dem Femozid (Vergewaltigung, Versklavung und Ermordung von Frauen), sowie der Verfolgung und Ausgrenzung von Transgenderzugehörigen gab es keinerlei leichte Kost. Viel Schwermut wird in der Ausstellung aufgezeigt und aufgearbeitet, während auf den Straßen praktizierte Lebensfreude vorherrscht.

Ein wenig schlapp war ich danach und hungrig, sodass mein nächster Halt der Food Truck Market war. Falafel stand auf meinem Speiseplan.

Anschließend spazierte ich als Kontrastprogramm zum „MAC“ kreuz und quer durch das Viertel Miramar, charakteristisch für seine Streetart, bei der Grafitis ganze Häuserfassaden zieren, und „La pura Vida“ vorherrscht.

In der Bar „Esquina Watusi“ verweilte ich ein wenig, bevor ich es nochmal wissen wollte. Vielleicht zahlt sich Beharrlichkeit aus. Ich ging nochmals zur Lagune zurück. Dieses Mal wollte ich mit Flossen und Schnorcheln auf Manatiesuche gehen. Von einem Kajakinstructor Lorenzo holte ich mir weitere Tipps und schwomm durch die seichte innere Lagune, bis zur Meeresöffnung. Doch außer ein paar angelegte Riffe und sich tummelnde Fische war nichts zu sehen, aber zu hören. Mehrfach vernahm ich allerdings ein Fiepen/Quietschen. Lorenzo erklärte mir später, dass meine Entdeckung am Vormittag ein großer Remora-Fisch gewesen sein könnte. Diese Art begleitet oft Manaties, Haie oder Schildkröten und die gehörten Geräusche sehr wohl die Kommunikationslaute der Manaties wären. Ein kleiner Trost ist das schon. Vielleicht haben sie ja mich gesehen. Im Sonnenuntergang eilte ich über die Brücken zur nächsten Haltestelle, nur um dann nach über einer Stunde Wartezeit endlich in den Bus einsteigen zu können. Es wäre natürlich noch schöner gewesen, wenn Fahrer und Fahrgast an der Folgestation nicht 5 Minuten inmitten des Busses ein hitziges Wortgefecht ausgetragen hätten. Die Prügel lagen in der Luft. So erreichte ich mein Apartment erst um 20 Uhr. Das war Balsam für meine Füße.

Mit der Erkenntnis des Tages: „Pack es an. Auch die kleinen Erfolge zählen!“, möchte ich ganz liebe Sundownergrüße an meine KKR+-Kollegin Suis senden.

22.01.2022 – Priorität hatte erstmal ausspannen und die Weiterreise organisieren. In Cosat Rica rein kommt man nämlich nur, wenn man wieder ein Weitereiseticket vorweisen kann. Mein Anschluss geht somit, stand jetzt am 19.02.2022 nach Panama City. Zudem sollte man einen Versicherungsnachweis vorlegen und den „Pass de Salude“ ausfüllen Meine Unterkunft für die ersten Tage werde ich in San Jose, Rohrmoser, haben und dann die alles weitere auschecken.

Nachmittags wollte ich dann mit dem Bus Richtung Stadt, doch es kam mal wieder keiner. Zweimal. Also das ist wohl Usus am Wochenende. Man sollte lieber direkt auf Uber setzen. Ich disponierte dann um und ging an den Strand. War mir auch genehm.

Meine herzlichen Grüße gehen heute an Alex und Felix. Lasst es euch gut gehen.

23.01.2022 – Lockeres Auslaufen in Puerto Rico war angesagt. Für heute nahm ich mir das letzte Museum vor, welches ich besuchen wollte. Das „Museo de Puerto Rico“ stellt die Geschichte und Entwicklung der Kunst des Landes, vor allem in den letzten 80 Jahren, in den Vordergrund. Hier ist von allem für jeden etwas dabei. Der dazugehörige botanische Garten lud zudem zum Luft schnappen ein.

Die „Episcopal Cathedral of St. John the Baptist“ konnte ich leider nicht besichtigen, da sie für Besucher zu meiner Ankunftszeit gerade geschlossen wurde. So machte ich mich weiter auf, um abermals Schildkröten zu begegnen. Am „Escabron Beach“ wusste ich mittlerweile genau, wo ich schnorcheln musste und hatte ziemlich gleich Erfolg. Insgesamt konnte ich vier „kleinere“ Exemplare von 60-70 Zentimeter Länge und wieder eine ausgewachsene Riesenschildkröte finden und mit ihnen tauchen.

Am Abend belohnte ich mich im benachbarten Grillrestaurant „Barbacoa“ mit einer Pullporkplatte mit Coleslaw. Habe es gerade so geschafft und traf daraufhin die letzten Weiterreisevorbereitungen.

Einen „bonito Saludo“ vom letzten Abendmahl aus geht an de Haugibär.

24.01.2022 – Ausschlafen, aufstehen, aufessen, auschecken. Das war eige glich ein guter Plan mit viel Luft dazwischen. Etwas gegen nach halb 12 war ich am Flughafen in San Juan. Zuvor checkte ich nochmals die Flugdetails. Alles sollte „right in time“ sein. Doch schon eine Stunde später nach der Kofferaufgabe kam die erste Verspätungsemail rein. 20 Minuten, kein Grund zur Panik. Etwas später – 40 Minuten – alles easy machbar. Dann 1 Stunde – ist noch gut. Danach 1 Stunde 30 Minuten – gerade noch im grünen Bereich. Anschließend 2 Stunden Verspätung – jetzt wird es äußerst knifflig. Als Nächstes 3 Stunden – und mein Anschluss war dahin. Im Endeffekt wurden es 3 1/2 Stunden Verspätung, was bedeutete, dass ich mir in Miami eine Übernachtungsmöglichkeit suchen musste, ein neues Ticket und einen Anschlussflug, sowie Transfers brauchte. Und das Schönste ist immer, sich zusätzlich mit der Versicherung und der Airline beschäftigen zu müssen.

So kam ich gegen 20 Uhr in Miami an, statt eine Stunde später in San Jose. Costa Rica muss also noch auf mich warten. Untergebracht hat man mich im Holiday Inn. Das ist jetzt nicht das Sheraton, aber so viel Komfort hatte ich lange nicht mehr. Ein kleiner Trost.

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