28.06.2022 – Mr. Sun, ein Kollege von Kittiphong hat mich um 10 Uhr 40 auf die Minute am „The Waters“ abgeholt und 100 Minuten später am Flughafen Phuket abgesetzt. Dort half mir, wie allen anderen eincheckenden Passagieren, eine Mitarbeiterin von AirAsia das Online – Gesundheitsformular von Malaysia auszufüllen. Mir ging es am Vortag also nicht alleine so, dass ich einfach nicht zur finalen Einstellung kam. Nachweise zur Impfung musste man dann nicht mal hochladen oder vorzeigen. Am Schalter und später auch bei der Emigration galt wie in den guten alten Zeiten: Ein Mann – ein Wort. Als ich allerdings im Boardingbereich erkennen musste, wozu dies führte, hätte ich es mir gerne weniger lax gewünscht. Im Wartebereich für den Flug nach Indien hat man niemanden mit einer Maske gesehen. Mein Gate war glücklicherweise am anderen Ende der Halle. Pünktlich wurde um 13 Uhr geboardet und 40 Minuten später gestartet. Mit einer Stunde Zeitverschiebung landete ich nach diesem Katzensprung um 16 Uhr 15 am Internationalen Flughafen Kuala Lumpur. Das lief wie bei einem Schweizer Uhrwerk. Toll. Hier hat man eben kein Personal während der Krise abgebaut. Stempel holen, Gepäck schnappen, Geld abheben, Taxi suchen und finden, folgte nach der Landung. Eine weitere Stunde dauerte es, bis ich im Hotel „Maya“, direkt in bester Lage um die Ecke der „Petronas Towers“ im Stadtzentrum Kuala Lumpurs im 19 von 22 Stockwerken mit bester Sicht auf die City einchecken konnte.
Schon auf der Hinfahrt versuchte ich pausenlos die Umrisse der malayischen Twintowers zu entdecken. Nach einer viertelstündigen Fahrt merkte ich, dass es noch 40 Kilometer bis ins Zentrum waren und vertröstete mich auf weitere 15 Minuten, bis ich das erste Mal die Zwillingstütme am Horizont aufragen sah, bevor sie gleich wieder verschwanden. Irgendwie ziehen sie mein Interesse magisch an, obwohl sie nicht mal das größte Bauwerk sind. Der „Merdeka 118 PNB Tower“ unweit das Zentrums ist mit 644 Metern nach dem „Burj Khalifa“ mit satten 830 Metern das zweitgrößte Gebäude der Welt. Da muten die „Petronas“ mit 452 Metern fast schon putzig daneben an. Wäre da nicht die ganz eigene Architektur, die die Zwillingstürme zu was ganz Besonderem machen. Sie sind der Blickfang der Megacity und sollten später nicht nur leuchten, sondern alles überstrahlen.
Erstmal machte ich mich aber auf, meinem Magen eine heimische Köstlichkeit zu gönnen. Ich staunte nicht schlecht, als ich 50 Meter entfernt vom Hotel, im Business-, Banken- und Konsumviertel einen einfachen Streetfoodmarket, umgeben von Wolkenkratzern, vorfand. Da musste ich zuschlagen, bevor es auf meinem Weg zum „Kuala Lumpur Tower“, der immerhin noch 421 Meter aufweisen kann, weiter ging.
Von hier aus hatte man eine herrliche Rundumsicht über die Hauptstadt Malaysias und in zwei „Skyboxen“ auf die beiden anderen Architekturtitanen.
Atemberaubend, einfach atemberaubend. Was der Mensch alles schaffen kann, wenn er seine Energie positiv einsetzt. Und was mich neben der Architektur am meisten beeindruckte, als ich nach einer Verweildauer wieder unten war: Man hört keinen Lärm, weder vom Verkehr noch sonst wo her. Ebenso ist die Luft frisch, es gibt viele Grünflächen und ich fühlte mich in dieser für mich völlig fremden Metropole sicher und gut aufgehoben. So machte ich mich auf, die „Petronas Towers“ nochmals aus der Nähe zu sehen. Und nach jeder Straßenecke bis hin zu den Wasserspielen am Einkaufszentrum „KLCC Suria“, sahen sie beeindruckender aus. Verzeiht mir die Schwärmerei.
Ich würde sagen – Tagesziel erreicht: gut angekommen und einen ersten bleibenden Eindruck verschafft. Bin gespannt, wie es morgen weitergehen wird. Bis dahin grüße ich ganz lieb meine Eltern. Bleibt gesund.
29.06.2022 – In der Nacht hatte ich erstmal festgestellt, dass im 13. Stock eine Großraumdisco ist. Und die hatte Betrieb. Also so richtig. Also bat ich am Folgetag um die Verlegung in ein ruhigeres Zimmer. Nun bin ich statt im 19. (vorne raus) im 21. Stock (hinten raus) unter gebracht. Höher geht’s nicht mehr, aber ob das so viel hilft? Schauen wir mal.
Hier nochmal ein Vergleich: Blick aus dem Fenster beim Aufstehen vs. Blick aus dem Fenster vorm ins Bett gehen.
Das Frühstück war dafür etwas fürs Auge. Reichlich, reichhaltig und reich an Kalorien.
Dennoch kommt hier nix gegen die Wurst vom Hääschdner Metzger Braun an! Das musste jetzt mal nach all den Frühstückserfahrungen aus aller Herren Länder gesagt werden.
Im „7Eleven“ habe ich mir dann mal noch eine Simkarte besorgt und dann bis mittags am Pool entspannt.
Dann informierte ich mich im 200 Meter entfernten Tourismusbüro über Nah- und Fernverkehr, Attraktionen und Aktivitäten. Man drückte mir gleich noch einen Flyer in die Hand, der für eine einstündige traditionelle Musik- und Tanzshow in ihrem Auditorium einlud. Allerhop dachte ich mir. Ein bisschen Kultur schadet ja nicht.
Ein paar heiße Beats waren dabei. Anschließend stand für mich die Welt, bzw. das „Upside – Down – House“ Kopf.
Ich hab gerade noch so unter die Decke gepasst.
Am Abend ließ ich es langsam angehen – relaxed in außergewöhnlicher Atmosphäre mit außergewöhnlicher Aussicht. Dank Ralles Tipp zog es mich auf die „Heli“ – Bar im „Menara KH“ – Tower. Über der 34. Etage des Bürogebäudes ragt eigentlich ein Hubschrauberlandeplatz auf. Dieser wird allerdings zumeist als Rooftopbar zweckentfremdet, was sich zu 100 Prozent lohnt. Schließlich hat man von hier aus einen noch besseren Rundumblick als gestern vom „Kuala Lumpur Tower“ aus, weil man eben ihn auch noch sehen kann. Zwei Drinks waren im Eintrittspreis mit drin, weshalb ich mir passend einen „Hellium“ (Vodka, Rum, Triple Sec, Pineaple, Lime) und einen klassischen Mojito nebst ein paar Tapas gönnte und gute 2 Stunden dort verbrachte, während ich langsam der untergehenden Sonne, sowie dem Hereinbrechen der Nacht und Aufglimmen der Millionen Lichter der Großstadt zu sah.
Den Abschluss bildete ein Kurzbesuch des Streetfoodmarkts gegenüber meines Hotels, auf dem auch heute wieder Livemusik spielte, bevor ich mich ablegte.
Meine ganz lieben Grüße gehen an Susanne Frank – April. So langsam glaube ich, du warst mir hier und an meinen kommenden Stationen schon längst um Jahre bis Jahrzehnte voraus. Auf alle Fälle freut es mich, dass du Gefallen an meinem Block gefunden hast, mir weitere Tipps gibst und ich dich ein bisschen in deine vergangenen Reisen zurückholen kann.
30.06.2022 – Heute musste ich mein Zimmer im Hotel „Maya“ räumen und orderte mir nach dem Frühstück ein „Grab – Car“ ( = das hiesige Uber), welches mich zum „Negara – Zoo“ brachte. Wenn ich schon einmal hier bin, möchte ich mir die Chance, einen Panda zu sehen, nicht entgehen lassen. Angekommen stellte ich fest, dass der Zoo wirklich riesig war. Ich nenne mal ein paar Highlights: Kängurus, Schwarzhaie, Nilkrokodile, Nashörner, Hippos, Giraffen, Löwen, sibirische und weiße Tiger, Orang Utans, Doppelhornvögel, Humboldt Pinguine, Königscobra und natürlich die Pandabären, welche in einem eigenen Conventioncenter untergebracht waren. Als ich einige Zeit bereits bei den trägen Bären namens „Feng Yi“ ( = Schöner Phönix, Weibchen, 18 Jahre alt) …
und „Fu Wa“ ( = Glückliche Puppe, Männchen, 18 Jahre alt) …
verweilte, erfuhr ich, dass gleich sogar eine Fütterung anstehen wird. Da kam dann langsam, aber immer noch sehr gemächlich ein bisschen Action in die Bude. Schließlich muss ein Panda ordentlich essen. Neben Kraftfutter und Obst verzehrt ein ausgewachsenes Exemplar bis zu 20 Kilogramm Bambus am Tag. In der Lage ist er dazu dank seines „6. Fingers“, welcher eigentlich ein evolutionär erweiterter Handknochen ist und wie ein Daumen funktioniert. Bambus kann innerhalb von 24 Stunden ein Wachstum von bis zu 120 Zentimetern hinlegen. Zwar denkt man immer, dass es sich hierbei um einen Baum handelt, doch in Wahrheit gehört Bambus zu den Gräsern. Weltweit gibt es über 1000 Arten, wobei 300 in China vorkommen und davon nur 25 Arten für einen Panda in Frage kommen, weshalb sich sein natürliches Lebensgebiet auf die „Sichuan Mountains“ beschränkt. Dort leben rund 1600 – 2000 Pandas in freier Wildbahn.
Erstmal wach gähnen!Satt!
Voll zufrieden war auch ich und war schon am Gehen. Im Souvenirshop kam ich nicht umhin, mir wenigstens ein typisch asiatisch auffälliges Kleidungsstück zu kaufen. Und weil mich die Pandas wirklich fasziniert haben, sollte es eine Mütze werden. Weiterhin dachte ich, ein Selfie damit und den Bären wäre nicht verkehrt. Also drehte ich um und staunte nicht schlecht. Sie hatten sich vermehrt. Da war ein Junges. Über dafür gab es nicht einmal eine Infotafel. Also erkundigte ich mich bei einem Pfleger. „Feng Yi“ und „Fu Wa“ haben einen 3 – jährigen Nachgewuchs gezeugt. So was passiert, gerade in einer Einrichtung, bei Pandas wirklich sehr selten und ist ein Indiz, dass sie sich wohl fühlen. Und ich mich dann in einem Zoo auch.
Im Anschluss an den Zoo „grabte“ ich mir die nächste Fahrgelegenheit zu den „Batu Caves“. An deren Fuße beginnt der Tempelkomplex und wacht die Göttin „Murugan“ (42,7 Meter hoch).
Die über 100 Meter hohe Höhle erreicht man nach der Bewältigung von 272 Treppenstufen und beherbergt den größten Hindutempel außerhalb Indens. Nachdem man sie bestiegen hat, steht man in der von Schreinen, Statuen und Wandbildern gezierten gigantischen Berghöhle, durch deren vereinzelter Deckenöffnungen die Sonne hereinstrahlt. Dazu tropfte es etwas von der Decke und es hallte das Krähen einiger Hähne von den Wänden ab.
Von der Höhle aus kann man weiter in den Felsen hinein gehen und zu einem weiteren Tempel unter freiem Himmel und doch vom Berg eingeschlossen gelangen. Alles sehr beeindruckend.
Für den Rückweg nahm ich den Zug bis zur Zentralstation von Kuala Lumpur und war überrascht, dass dies gleichsam nicht nur Zug-, Nah- und Fernbusverkehr, sowie die Monorail zusammenführt, sondern auch ein gigantisches Einkaufszentrum ist. Stuttgart 21 – so geht das!
Da ich mich noch etwas in der näheren Umgebung umschauen wollte, fand ich mich bald in Chinatown wieder. Davor hatte ich es bereits gerochen. Diese Mischung aus Gebratenem, Vergorenem und Plastik. Chinatown, wo reges Treiben herrscht, die „100%“ original Gutschi – Tasche nebst Froschspießen, Durian und Winkekatzen den Besitzer wechseln. Man muss es mal gesehen haben.
Mit dem kostenlosen „GoKL – Bus“ (verkehrt auf 4 Linien durch den zentralen Bereich der Stadt) kehrte ich Richtung „Maya“ zurück, holte meine Siebensachen ab und wechselte ins Hotel „Melange“, welches im Bezirk „Bukit Bintang“ liegt. Nun war ich hungrig und irgendwie auf „Chinesisch“ eingestimmt. Da kam es mir sehr zu Gute, dass in der Parallelstraße meiner Unterkunft der „Bintang Walk“ ist. Ab 18 Uhr verwandelte sich die Straße zur ziemlich verkehrsberuhigten Zone. Straßenküche reihte sich hier an Straßenküche. Plastiktische samt Stühle wurden aufgebaut. Es blieben weder Plätze noch Mägen leer.
Abschließend grüßen möchte ich Kevin Yang, bevor ich müde, weil viel unterwegs und auf den Beinen gewesen, ins Bett fallen werde.
01.07.2022 – Nachdem mir vorgestern im Tourismusbüro gesagt wurde, dass seit Corona keine Walking Tour mehr stattfindet, nutzte ich die „Ronda – KL“, eine quasi „Hop on – not hop off“ – Rundfahrt durch die Stadt mit Erklärumgen über den Lautsprecher zu bedeutenden Gebäuden, Einrichtungen, Märkten und Denkmälern, sowie kurzen Fotostopps. In der zweieinhalb Stunden Fahrt passierten wir u. a. die Punkte: Chinatown, Central Market, Little India, Nationalmuseum, Nationalparks, Botanischer Garten, Nationalmoschee, Kuala Lumpur City Center oder den Merdera Platz. Viel verstehen konnte ich durch die Boxen nicht. Malayisches Englisch ist nicht nur wahnsinnig schnell, sondern auch genuschelt. Dennoch, auf dem Oberdeck konnte ich mich durch die geschäftige Metropole beruhigt gelassen treiben lassen. Rechts und links türmtem sich bisweilen die Wolkenkratzer auf und auch sonst gab es was zu sehen.
Nationalpalast: Regierungssitz und Residenz des Präsidenten. Chinesische SchuleCentral Station 1888Ältester Hindutempel des Landes: „Sri Maha Maramman“
Nach der Tour hab ich nach etwas Street Art Ausschau gehalten und einfach mal so meine eigene Walking Tour gemacht.
So langsam musste ich mir ein paar Gedanken zur Weiterreise machen und Informationen einholen. Morgen geht es wohl entweder mit dem Zug oder dem Bus auf nach Malakka.
Geburtstagsgrüße sende ich dem guten Timo. Herzlichen Glückwunsch zur Clubmitgliedschaft. Wünsche dir das Beste.
02.07.2022 – Eigentlich sollte es mit dem Bus nach Malakka, das auf halbem Weg nach Singapur gelegen ist, gehen. Malakka wurde als erste Kolonialstadt Malaysias von den Portugiesen gegründet und liegt direkt an der Küste. Mit Sack und Pack lief ich zur Tramstation, um mit der Monorail zum Zentralbahnhof zu fahren. Dort sprach mich aus dem Nichts ein älterer Herr an und erkundigte sich nach meinem Weg. Ebenso bot er mir seine Hilfe an. Als Renter habe er ja Zeit, sagte er. So lob ich mir das. Leider musste ich mit Herrn Ung an diversen Schaltern feststellen, dass die Fernbusse von einer anderen Station abfuhren, weshalb er mir bei der Anschlussbahn half. Diese bestiegen, traf ich erneut auf einen netten Herrn, der sich nach mir erkundigte, ein paar Tipps zu Malakka gab und Auskunft über die Weiterreise nach Singapur. Aufgrund der teils sehr teuren Flügen gegen Ende der Woche reifte in mir der Gedanke, Malakka vielleicht zu streichen. Nachdem ich an der Station „Bandar Tasik Selatan“ ausstieg, fragte ich nach dem Busterminal, worauf mir der freundliche Herr Nr. 3 mitteilte, dass er dort auch hingeht, mir den Schalter und die beste Busfirma zeigen könne. Gesagt, getan. Mittlerweile und nach Absprache mit Andi, den ich in Singapur besuchen werde, war die Entscheidung gefallen. Ich holte mir ein Busticket für 50 RM, was ungefähr 11 Euro sind, ließ meine Buchung für die Unterkunft in Malakka verfallen und war 15 Minuten später im Bus der Firma „StarMart“ auf Logensitz Nr. 1 unterwegs. Neben mir reiste ein Pärchen mit Baby. Zu Beginn konnte ich nicht deuten, ob sie englisch oder gar deutsch sprachen. Beim Baby kam auf alle Fälle auch nur Kauderwelsch;). Englisch war es auch nicht. Ich habe dann mal Kekse angeboten und im Gespräch herausgefunden, dass er aus Wales und sie aus Deutschland stammt. Dewi, Isabelle und der kleine Macsel waren nun auch schon 8 Wochen in halb Asien unterwegs und gaben mir tolle Reisetipps, gerade was das Kommen von A nach B mit dem Zug und dem Bus und die Einreisemodalitäten angeht.
Nach 5 Stunden und zwei Pausen kamen wir an die Grenzen. Das Verlassen Malaysias, wie auch Betreten Singapurs verlief ohne Probleme. Lediglich eine längere Wartezeit mussten wir bei der Immigration aufwenden und nach unserem Gefühl hat der Busfahrer auch nicht mehr alle Leute weiter mitgenommen, nachdem wir schon eine dreiviertelstunde warteten. So kamen wir erst gegen 17 Uhr 30 am „Golden Tower“, der Endstation, an. Ich verabschiedete mich und ließ mir ein Grab ordern, wechselte meine Ringgit in Singapurdollar und war nochmal gut eine halbe Stunde auf dem Weg zurück zu Andreas Feith und Familie unterwegs.
Ganz liebe Grüße gehen an dieser Stelle an alle freundlichen und hilfsbereiten Auskunftgeber, die ich auf meiner Reise kurzzeitig getroffen habe. Weiter geht der Tag im Beitrag „Singapur“.
19.06.2022 – Mit dem Speedboat verließen wir Krabi um 11 Uhr und landeten 80 Minuten später am Pier in Phuket an.
Bye bye beschauliches Krabi!
Nach gut einer dreiviertelstündigen Fahrt erreichten wir auf der Westseite des Landzipfels Pattong und das „Hotel Clover Patong Phuket“. Leider mussten wir geschlagene 80 Minuten ausharren, da eine Großgruppe zum Ärztekongress des Saudi Arabisch – Deutschen – Krankenhauses in Dubai vor uns am Schalter gerade angereist war, bis wir endlich auch einchecken durften.
Danach erkundeten wir die nähere Umgebung und fanden die „Bangla Walking Street“, welche sich schnell als eine Mischung von der Hamburger Reeperbahn und Kleinmalle herausstellte. Uns war sofort klar, das werden wir uns nochmal in den Abendstunden anschauen und Phuket Patong pulsiert um einiges mehr als Krabi. Die Abwechslung macht’s.
Der weitere Weg sollte uns an den Strand führen, endlich in der Sonne entspannen.
Auch hier war reger Betrieb, auch in Sachen Wassersport. Jetski, Bananenboot, Wasserski, … und Gleitschirmfliegen. Letzteres war schon verrückt, weil nicht nur der Kunde am Schirm angeschnallt war, sondern ein Mitarbeiter sich beim Abheben mit raufschwang und ungesichert in luftiger Höhe im Schirm herumturnte und mit seiner Gewichtsverlagerung die Höhe regulierte.
Ich hatte einen vom Speedboot gezogenen Gleitschirmflug über dem Meer bereits auf Kreta und habe mir erstmal eine Massage gegönnt. Am Strand fand sogar das „Rock on the Beach“ – Festival statt. An mehreren Foodtrucks haben wir uns verköstigt und die Sonne überm Meer untergehen sehen.
Die Thais können wirklich extrovertiert feiern. Fast riss es ein bis zwei Leute von der Bestuhlung.
Euphorisch von der Band nach vorne gepeitscht, wurde es nun Zeit, zur Partymeile aufzubrechen. Dort angelangt und einmal drüber marschiert, konnte man gar nicht anders, als von einer Bar aus, ein bis zwei Augen zu stellen und dem frivolen Treiben zuzusehen.
Die Große Freiheit???
Die Straße bot auf alle Fälle schillerndes Nachtleben jedweder Couleur. Man konnte teils einfach nicht wegschauen, auch wenn man manchmal selbst etwas verstört war. Zudem wurde der Kampf um zahlende Kundschaft mit harten Bandagen geführt. Überall wird mit Abzockangeboten gelockt und wenn die nicht ziehen, zerren die Anheizerinnen an den Vorbeilaufenden. Man glaubt gar nicht, welch ungeheure Kraft eine 1,45 Meter Thaifrau entwickeln kann, wenn es um den Umsatz geht. Was nicht jugendfrei war, spare ich an dieser Stelle lieber aus.
Ganz herzliche Geburtstagsglückwünsche wollen wir heute der lieben Theresia senden. Schade, dass wir nicht bei dir sein konnten. Aber das holen wir dann bei Zeiten nach.
20.06.2022 – Weil uns unser Zimmernachbar fortwährend bis 5 Uhr morgens immer mal wieder wachgehalten hatte, haben wir unseren Wecker nicht gehört und verschlafen. Mehrfach hatten wir um Rücksichtnahme gebeten. Hat ihn wohl nicht interessiert. Nochmal lassen wir das so nicht durchgehen. Frühstück haben wir immerhin gerade so noch bekommen und schlurften kurz zum Dachterassenpool, bis der erste Regen des Tages einsetzte. Daher legten wir einen Zwischenstopp im Zimmer ein, trauten uns danach bei aufkommender Sonne und Abholung unserer Kleidung aus der Wäscherei an den Strand. Betrieb war dort nicht wirklich, weshalb ich die Chance nutzte und mir einen Jetski auslieh. Nach anfänglichem Herantasten gab ich Stoff und fühlte mich beim Wheely drehen und Herausbeschleunigen wie Jürgen Drews im Kultstreifen „Ballermann 6“.
Mit dem Anlegen hat es erneut angefangen zu regnen, weshalb wir erstmal den „The Coffee Club“ aufsuchten und dort mehrere kleine Schauer ausharrten, bis wir abermals an den Strand konnten. Schnell sah es nach noch mehr Regen aus, sodass wir gerade noch trockenen Fußes ins Hotel kamen, um von unserem Zimmer aus den nächsten, weitaus heftigeren Regenguss betrachten zu müssen. Heute merkten wir wirklich, dass wir in der Regenzeit sind.
Gefuttert haben wir einen deliziösen Wagyu – Hawaii – Burger, bevor ich zum Thaiboxen ins „Patong Boxing Stadium“ aufbrach.
7 Kämpfe, 14 Kontrahenten, 120 Minuten Fight – Night, eine Menge Schweiß, aber keine Tränen. Als Gentlemen – Sport lässt sich das Muaythai sicherlich nicht bezeichnen. Meist gab es nach anfänglichem Beschnuppern und Abtasten ungebremst auf die Glocke. Aber so richtig. Ein Wunder, dass kein Blut floss und es nur ein K.O., dafür ein absolutes in der 1. Runde des Hauptkampfes gab. Und dabei hat ausgerechnet ein Ami einen Thai zu Boden geschmettert.
Auf dem Platz neben mir saß Tim, ein Hotelmanager aus der Schweiz, der auf Kho Yai arbeitet und mit der Entourage zweier Kämpfer von dort angereist war. Da er selbst hobbymäßig Thaiboxen betreibt, konnte er mir das ein oder andere erklären und mir auch sonst einige Tipps für meine Weiterreise geben. Also dafür Tim, liebe Grüße heute an dich.
21.06.2022 – Die Nacht war wieder der Horror. So langsam schwindet mein persönliches „Herz für Inder“. Einfach unverschämt, bis in die Puppen im Zimmer rumzublöcken, dass man aus dem Schlaf aufschreckt, sofern man ihn endlich einmal mit Hörspiel auf den Kopfhörern gefunden hat. Auch das Anklopfen und Erbeten von Ruhe durch das Personal verlief so schüchtern, dass sowohl das Personal als auch wir noch beleidigt wurden. Unfassbar! Und die Spitze des Eisbergs, wir sollten nachts unser Zimmer zum Schlafen wechseln, statt den Randalierern Einhalt zu gebieten. War aber bestimmt erstmal besser so. Am Morgen haben wir die Situation für uns am Schalter in der Lobby klargestellt und nach dem Frühstück ein Upgrade für das Deluxe Zimmer bekommen. Das entschädigt uns dann hoffentlich für die schlaflosen Nächte und antriebslosen Tage, an denen wir nicht wirklich was aufgrund von Müdigkeit unternehmen konnten oder wollten. Das neue Zimmer sah zumindest sehr vielversprechend aus und sollte unsere Stimmung noch heben.
Mittags wollten wir wegen des schlechten Wetters zumindest ein bisschen Shoppen gehen. Jedoch waren beide nahegelegenen Malls geschlossen. Genau wie viele Hotels haben sie nicht überlebt oder müssen erst noch renoviert werden. Corona setzt den Thais wirklich zu und macht das Leben hier ziemlich hart, da man vom Tourismus enorm abhängig ist.
Nach einem Spaziergang aßen wir einen Snack in einem Strandrestaurant, als erneut und plötzlich starker Regen einsetzte. Davor konnte ich immerhin noch zwei angespühlt gestrandete Fische zurück ins Wasser bringen.
Im Hotel angekommen, genossen wir dann unseren neu gewonnenen Luxus in vollen Zügen.
Anschließend ging es an unserem letzten Abend in Patong nochmals in die Partymeile.
Unsere Feiergrüße darf sich heute der Straßer in Kanchanaburi gönnen. Ein Hoch aufs Amt;).
22.06.2022 – Hotel- uns Ortswechsel waren angesagt. Nach Frühstück und Check out im „Clover“ in Patong checkten wir im „Novotel Karon Beach Phuket Resort and Spa“ ein. Erst hatte man uns allerdings das falsche Zimmer zugeteilt und über Agoda, die Buchungsagentur, musste eine Klärung erfolgen. Auf unseren Privatpool wollten wir nicht auf Weiteres verzichten.
Die Lagune Karons, sowie der Strand waren gleich auf der anderen Straßenseite, sodass wir das heute wieder schöne, regenfreie Wetter nutzten und uns in die beachtlichen Wellen stürzten.
Ein bisschen gammeln war natürlich auch drin, bis wir am frühen Abend verfrüht abgeholt wurden. Dafür durften wir an zwei anderen Hotels insgesamt 30 Minuten auf die anderen Gäste warten, die noch nicht fertig waren, weshalb unser Fahrer, inklusive wir, diese jeweils zweimal ansteuern durfte. Wir buchten für heute die Show „Fantasy of a Kingdom“ im „Phuket Fanta Sea“ – Themenpark, in dem wir dann letztendlich kurz nach 18 Uhr ankamen. Es wurde uns Großes versprochen. Die beste Show Thailands! Award – Gewinner! Las Vegas – Style! Spektakuläre Darstellung der Geschichte und Kultur Thailands. Also genau Meins! Steffis weniger. Aber vielleicht sollten sie ja die magischen Illusionen, die 4D – Effekte, Ballett, Akrobatikeinlagen, Pyrotechnik, waghalsige Stunts oder die 30 mitwirkenden Elephanten vom Hocker reißen!? Vom Hocker bzw. dem Sitz riss es uns beide tatsächlich. Und zwar mindestens 30 Minuten lang, weil auch während der Aufführung immer wieder Leute in den Theatersaal verspätet kamen, ihren Sitz suchten, sich irgendwo hinsetzten, dann den Platz wechseln mussten, dann wieder vor uns herum liefen, herum blökten und überhaupt nicht registrierten, dass sie sich mehr als störend verhielten. Ein „Entschuldigung“ hörte man nicht und die Show ging völlig unter. Wir haben nichts mitbekommen, den Theatersaal verlassen und uns anschließend mit dem Management und der Buchungsagentur herumschlagen müssen. Das Ergebnis: Team Feith/Lehrmann 1 – Companys 0. Wir bekamen immerhin unser Eintrittsgeld zurück. Das bessere Eintauchen in die thailändische Kultur blieb uns aber dadurch weiter verwehrt. Der Themenpark teilte sich ansonsten in ein Kinderparadies, Shops gigantisches Restaurant und das Theater auf. Manches war dabei ganz schön anzusehen. Das darf man dann gerne zugeben.
Die Rückkehr verlief auch nicht ohne Zwischenfälle. Das zog sich heute quasi wie ein Roter Faden durch. Die eine Familie fand sich nicht am Abholpunkt ein, weshalb wir weitere 35 Minuten warten durften, bis unser Fahrer entschloss, da er sie ebenso telefonisch nicht erreichen konnte, uns und ein weiteres Paar schon mal zurück ans Hotel zu bringen. 40 Minuten hat das in unserem Fall gedauert. Mit viel Galgenhumor haben wir den Tag beendet und haben dem Fahrer ein sattes Trinkgeld zugesteckt, damit er vielleicht noch einen etwas versöhnlichen Arbeitstag hatte.
Ein Gruß an alle ehrlichen Taxifahrer der Welt, v. a. aber an Frank, unseren Newcomer – Surferdude. Die Wellen in Karon hätten dir sehr gefallen. Hang loose;).
23.06.2022 – Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Und wenn man nicht ganz genau aufpasst, pickt er auch das Frühstück vom Teller. Dreiste diebische Elster! Bei mir im Halbschlaf hatte er zumindest leichtes Spiel. Um 8 Uhr 45 war ich abfahrtbereit, wurde pünktlich von einem Taxi am „Novotel“ abgeholt, nur um dann wieder eine halbe Ewigkeit vor einem Hotel in Patong auf Mitfahrer zu warten, welche letztendlich gar nicht auftauchten. Am Schluss sah es dann so aus, als ob ich der Grund für die verspätete Weiterfahrt wäre, als ich in einen Shuttlebus umsteigen sollte. Na prima. Kurz danach, durfte erneut gewartet werden. Das soll jetzt nicht falsch rüberkommen, aber bisher haben sich manche Menschen bestimmter Nationalitäten nicht gerade mit Ruhm bekleckert, sondern sind durch unhöfliches, lautes, egoistisches, unhygienisches und respektloses Verhalten aufgefallen. Selbst unser Guide beschwerte sich darüber insgeheim bei mir, denn, nach Außen hin, zeigen die Thais Höflichkeit und Nachsicht. Klare Kante wäre, gerade auch für andere Urlauber, bisweilen angebrachter.
Als dann alle eingesammelt waren, folgte eine zweistündige Fahrt durch starken Regen, bis wir am „Suwankuha Temple“, für Touristen nur „Monkey Cave“, aufgrund dort lebender Affen, genannt, den ersten Stop einlegten. Während die hohe Tropfsteinhöhle seit 2000 Jahren existiert, findet sich dort eine heilige Stätte dort lebender Mönche seit rund 250 Jahren. Die Thais bringen ihnen Essen und den Göttern an mehreren Altären Opfer dar.
Während die Touristenströme ankamen, zogen sich die Mönche in ihr Kloster zurück. Leider erfährt man als Tourist bei den meisten Sehenswürdigkeiten fast nichts, da es keine Erklärtafeln oder eine Ausführung des Guides gibt. Viele Reisende machen lediglich ihr Foto und gehen wieder. Als kulturell Interessierter kann ich mit beidem nichts anfangen und war etwas enttäuscht. Von daher habe ich versucht, noch etwas mehr zu erfahren und eine Fremdenführerin ausgefragt. Man will ja nicht alles im Internet recherchieren müssen, wenn man schon einmal vor Ort ist.
Wenige Minuten Fahrt entfernt stieg ich mit 31 weiteren Personen am „Kasom Pier“ auf ein Longtailboat zu, welches uns durch den Nationalpark „Phang Nga Bay“ nach „Koh Panyee“, einem muslimischen Fischerdorf, welches hinter einem steil aufragenden Kreidefelsen auf Pfahlbauten errichtet wurde.
Das Dorf bevölkern mehrere Tausend Menschen. Viele leben nicht nur vom Fischfang, sondern vor allem vom Tourismus. Ausflugsrestaurants reihten sich wie unzählige Souvenirshops aneinander. So nahmen wir dort unseren Lunch ein. Mittlerweile hatte ich mich mit Emma und Kevin aus Dublin zusammen gefunden und etwas Zeit verbracht. Nach dem Essen war etwas Zeit, durch die engen Gassen und über die Hochstege zur Moschee und der Schule, der ich eine kleine Spende dagelassen habe, zu gehen.
Nach dem Mittagessen wurden wir auf „Khao Phing – Kan“, die „James Bond – Insel“ gebracht. 1974 wurde auf dem kleinen Eiland „007 – Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht.
Im Anschluss hatte man die Wahl, ein Kanu zu besteigen und durch eine Höhle auf „Tatu Island“ zu rudern, bzw. sich rudern zu lassen. Nicht selbst paddeln zu dürfen, war Emma, Kevin und mir ein bisschen zu lahm, sodass wir darauf verzichteten und uns lieber unterhielten.
Nach dieser letzten Aktion traten wir die Heimfahrt an. Um 18 Uhr 30 kam ich im Hotel an und wer sich als aufmerksamer Leser gerade fragt, wo Steffi eigentlich bei dieser Episode war – die hatte Gammeltag und mich dort mit einer angehmen Überraschung in Empfang genommen. Nach vergangener Nacht kam uns nämlich der Gedanke, dass man uns bei der Zimmervergabe absichtlich eine andere Variante zugeteilt hatte. Es roch etwas modrig und die Bettwäsche war ein wenig klamm. Dies hatten wir allerdings erst gestern spät festgestellt. Während ich auf Tour war, hat Steffi unser nächstes Update klar gemacht. Nun residieren wir zwei Nächte in der „Paradise Suite“ auf 52 weitläufigen Quadratmetern mit Balkon, freistehender Wanne, Wohnzimmer und Schlafzimmer mit Poolblick – quasi (fast) besser als zuhause in Mainz.
Das nehmen wir doch gerne mit. So lässt es sich urlauben.
Nachdem wir vor Kurzem unser 20 – jähriges Jubiläum zusammen feiern durften, gehen meine heutigen Grüße in Gedenken an unser 007 – Abimotto an alle meine Mitstreiter des Jahrgangs 2002 des Ottfried von Weißenburg – Gymnasium Dahns.
24.06.2022 – Nichts ist in den letzten Tagen beständiger als bescheidenes Wetter. Auf der „City – Tour Phuket“, wobei es dabei eher im Umland umher ging, hatte man dies in aller Härte zu spüren bekommen. Vom „Karon Viewing Point“ aus war die Sicht schon gut getrübt, bis urplötzlich der Regen über uns hereinbrach.
Oft von Patong und Karon aus gesehen, konnte als Nächstes der „Big Buddha“ aus der Nähe betrachtet werden. Er liegt auf dem höchsten Punkt Phukets und sollte normalerweise auch den besten Blick darüber geben. Sofern es klar wäre, würde er das. Nichtsdestotrotz thront diese 11. größte Buddhastatue mit 45 Metern Höhe gefühlt über der Erde und schwebte heute in den Wolken und strahlte für mich Zufriedenheit und Gelassenheit aus. Irgendwie erhaben und doch bescheiden.
Auch Mönche machen heutzutage Selfies;).
Der Bau läuft zwar schon seit den beginnenden 2000er, ist allerdings noch nicht fertiggestellt. Es wird immer so weit gebaut und mittlerweile restauriert wie Spendengeld vorhanden ist. Nach dem Tsunami wurde das gesammelte Geld für wohltätige Zwecke gespendet. Und nun in der Coronakrise fehlt es natürlich auch an jeder Stelle.
Da hilft es vielleicht, die besten Wünsche dazulassen.
Im Anschluss sollte ein Baby – Elephant gefüttert werden. Da habe ich mich lieber enthalten.
Eigentlich hatte ich auch nur den Buddha und den „Chalong Temple“, an den es daraufhin ging, gebucht. Es ist der größte Tempelkomplex Phukets und zeigt im Innern des Hauptgebäudes das Leben und Wirken Siddarthas.
Auf der obersten von drei Plattformen hatte man einen guten Blick über die Anlage und in einem Nebentempel konnte ich mir die Gebetsrituale und Blattgoldspenden ansehen.
Auf der folgenden Cashewnut – Farm wurden kurze Einblicke in die Produktion gegeben. Die thailändische Cashewnuss ist erstmal giftig, muss gut austrocknen und per Hand geknackt werden. Die Nuss muss vorsichtig, ohne sie zu berühren, aus dem Gehäuse geholt werden und nochmals trocknen, bis sie dann mit Geschmackspulvern wie Wasabi, BBQ, Limone, … veredelt und teuer angeboten wird.
Es folgte die Honigfarm, ein Tasting und natürlich kaufen, kaufen, kaufen (sollen). Wie im folgenden Souvenirshop. Da bin ich dann erst gar nicht reingegangen. Aus meiner Heimankunftszeit von 17 Uhr, wurde mir nun vorsorglich 18 Uhr 30 gesagt. Und als abschließendes Highlight durften wir 6 Minuten eine Straße in der Altstadt entlang laufen. Dafür standen wir doppelt so lange im Feierabendverkehr, um überhaupt erst auf diese Straße zu gelangen.
Leider war das ebenso unser letzter gemeinsamer Abend, bevor Steffi morgen nach Mainz zurückkehren wird. Einer muss halt die Brötchen verdienen. Also waren wir noch an der Poolbar, etwas essen und gönnten uns eine Thaimassage. Ein letztes Mal zusammen grüßen wir Chrissi, die Steffi morgen die Rückankunft versüßen wird.
25.06.2022 – Unser zuverlässiger Fahrer Kittiphong wartete pünktlich auf uns um 5 Uhr 45 in der Lobby des Novotel, um Steffi an den Flughafen Phuket und mich im Anschluss nach Khao Lak zu eskortieren.
Am Flughafen angekommen, erwartete uns kurz ein kleiner Schock, da auf einem Bildschirm Steffis Flug nach Frankfurt als gecancelt angezeigt wurde. Nach anfänglicher Verwirrung klärte sich am Schalter von Thai Smile auf, dass es sich lediglich um den vor einem Monat buchbaren noch möglichen Direktflug von Phuket nach Frankfurt handelte. Als wir gebucht hatten, gab es allerdings eh‘ schon keinen Direktflug nach Deutschland von Phuket aus, weshalb wir für Steffi sowieso einen Flug über Bangkok zurück gebucht hatten. Also, alles halb so wild. So musste ich meine Süße am Schalter, wenigstens beruhigt, aber schweren Herzens alleine lassen und die Weiterreise antreten.
Kittiphong brachte mich sicher bis kurz nach 8 Uhr ins „The Waters Khao Lak by Katathani“, in das ich nicht so früh einchecken durfte, sondern ungefragt und direkt ein Upgrade in eine Suite bekam. Das Hotel machte zu Beginn einen tollen Eindruck. So kann es weitergehen. Es liegt allerdings daran, dass bisher kein Hotel nur annähernd ausgebucht ist oder manche gar nicht erst in der Nebensaison öffnen. Noch so vieles ist wiederauzubauen und ins Laufen zu bringen. Gerade in Khao Lak, welches noch verschlafener als die bisherigen Orte erscheint, wirkt sehr von der Coronakrise gebeutelt.
Die Häuser sind bei weitem bunter als das tägliche Treiben!
Der momentan spärliche Tourismus kurbelt nur bedingt die Wirtschaft an und für die Einheimischen heißt es: durchhalten und hoffen, die wirtschaftliche Existenz bis in bessere Zeiten bewahren zu können. Unterstützung vom Staat ist hier natürlich nicht gegeben. Kein Wunder, der Monarch kümmert sich eigentlich kaum um sein Volk und residiert lieber in Bayern, statt die eigene Bevölkerung zu stärken. Auch das ist ein Grund, neben hohen Gebühren, warum private Anbieter von Gasthäusern gar nicht erst öffnen.
So ergeht es etwa Jam, eine Bekannte von Tobi B., welche ich nach meinem zweiten Schläfchen bei ihr Zuhause getroffen habe. Sie besitzt zusammen mit ihrem Mann Deng (pensionierter Lehrer) das „Asiana Guesthouse“, war überaus freundlich und hilfsbereit zu mir und versorgte mich direkt mit frischen Früchten aus dem heimischen Garten. Zudem organisierte sie für mich meinen morgigen Ausflug, bot mir ihren Roller für Ausflüge an und ließ mich gleich einmal Probe fahren. Wir hatten eine wirklich nette längere Unterhaltung und ich freue mich, sie die Tage wieder zu treffen.
Ich passte daraufhin die Sonnenphasen ab, um einen ausgedehnten Spaziergang am Strand und später zum „Tsunami Memorial“ zu machen.
Zugang zum Strand gefunden!Für Tobi und Joy:).
Die See ist seinerseits hier rauer als in Krabi oder Phuket. Vom Schwimmen wird abgeraten. Einige Surfer trauten sich dennoch raus. Ansonsten war man mutterseelenallein, wodurch es einem leicht fiel, in die Weite des Meeres, abzutauchen. Die Harmonie des Wellenrauschens und gleichzeitig die unbändige Kraft des Wassers ließen mich bereits beim Spazieren an den Tsunami 2004 denken. Wohl wissend, dass ich mich wenig später an der Gedächtnisstätte befinden würde, brachen die TV – Bilder nochmals auf mich ein.
Geformt wie eine aufgetürmte, später hereinbrechende Welle, vermittelte allein die Architektur des Denkmals für mich die harte Naturgewalt, gegen die man einfach gar nichts machen kann.
Kaum vorstellbar, wie urplötzlich das Unglück über die Menschen am 26.12.2004 hereinbrach. Eine kleine Ausstellung am Memorial zeugte ebenfalls von dem grausamen Geschehen, der Zerstörung, des Verlustes, der Not und dem Leid der Betroffenen. Ihren Ursprung nahm die 10 Meter hohe Riesenwelle vor der Küste Indonesiens, wo sie weitaus verheerendere Folgen verursachte wie im weit entfernten Thailand und im Speziellen in Khao Lak. Die Monsterwelle traf hier mit 500 km/h auf das Land und spülte alles weg. Das Polizeiboot 831 zum Beispiel wurde 2 Kilometer ins Inland befördert und liegt heutzutage zum Gedanken neben dem Denkmal und dem Tsunami – Musuem.
Um den Kopf frei zu bekommen, besuchte ich den örtlichen „Bangniang Market“ und gönnte mir leckeres Thaifood.
Ich hatte Glück, er findet nur dreimal die Woche statt (Mo, Mi, Sa). Meine Wäsche musste ich auch mal wieder in professionelle Hände geben und genoss ansonsten den Abend im Hotel und entdeckte das Nachtschwimmen für mich. In dem einladend großen Pool vor meiner Suite zog ich ein paar Bahnen und relaxte etwas am Beckenrand.
Herzliche Glückwünsche zur Hochzeit gehen an Semmel und Madeleine. Cheers to you.
26.06.2022 – In der Früh wurde ich als erster für eine Dschungeltour im „Khoa Sok – Nationalpark“ abgeholt. Überraschung: keine Inder, keine Araber, lediglich 6 Franzosen begleiteten mich. Also verkürzte sich die Wartezeit für mich nach Savor – Vivre – Standard im Vergleich zu den vorherigen Ausflügen. Guide Con brachte uns zuerst auf einen lokalen Markt, dann zu einem buddhistischen Tempel zum Affen füttern. Immerhin erklärte er später einiges zur Natur. Wir hielten zwischendurch an einem Wasserfall und hatten einen herrlichen Blick in die Ferne über einen kleinen Teil des „Khao Sok – Nationalparks“.
Im Zweitberuf züchtet Con übrigens „Magic Mushrooms“ (, die am besten in Kuh- und Elephantendung gedeihen) und baut sein eigenes Gras an. Beides verkauft er auf dem örtlichen Markt. In Thailand gehören Marihuana und halozinugene Pilze zu den erlaubten konsumierbaren Drogen. Dass er sein Handwerk versteht und seinem Stoff vertraut, stellte er uns mehrfach während der Tour unter Beweis.
Das erste Highlight folgte: eine Bambusfloßflussfahrt. Über kleine Stromschnellen hinweg wurde ich den Fluss entlang durch den Dschungel gelenkt. Rechts und links türmten sich die Felsen aus dem dicht bewachsenen Urwald auf.
Es herrschte eine friedvolle Stille, einzig durchdrungen von dem Gezwitscher verschiedener Vögel und dem Plätschern des Flusses. Die Sonne brannte ausnahmsweise, weshalb wir den Schatten suchten, falls vorhanden. Dort hing einmal eine Schlange (wohl eine Python) über uns im Baum – und blieb freundlicherweise dort hängen.
Auf einer kleinen Insel wartete jemand auf uns, der bereits Wasser in einem Bambusrohr über dem Feuer zum Kochen gebracht hatte und uns wahlweise Kaffee oder Tee zubereitete. Thailand ist meiner bisherigen Erfahrung nach wirklich nicht für guten Kaffee bekannt, weshalb ich mich auf einen Jasmintee im Bambusrohr freute.
Den Becher bekam ich danach sogar geschenkt und wir setzten die Fahrt fort, um Fische zu füttern, bis wir nach gut einer Dreiviertelstunde an einer Kautschukplantage anlegten. Geschnitten wird der Baum nur nachts bis in die frühen Morgenstunden, da die zu heiße Tagestemperatur das Herauslaufen des Kautschuksekrets verhindern würde.
Was ich überhaupt so in der Form nicht erwartet hätte, war das grandiose Essen zum Lunch und somit mein zweites Tageshighlight. Geschmacksexplosionen pur. Das Bild darf ansonsten hierbei ganz für sich sprechen.
Gespeist wurde im „Treehouse – Restaurant and Cabins“ nebst Dojo (Kampfsporttrainingszenter) des Silbermedaillengewinners im Thaiboxen bei den Olympischen Spielen von Athen 2004 bei strömendem Regen. Dies bereitete zusammen mit der Location und dem Essen eine wirklich tolle Atmosphäre.
Das dritte und wahrlich beste Highlight folgte sogleich nach der grandiosen Stärkung. Im „Thongsuk Elephant Park“ durfte ich Elephanten ganz nahe kommen. Von den rund 8000 in Thailand lebenden asiatischen/indischen Elephanten leben rund die Hälfte in freier Wildbahn und werden jeweils über einen GPS – Tracker verfolgt. Die Population darf nicht zu groß werden, da sonst die Landwirtschaft zu stark leidet. Deshalb wird der andere Teil domestiziert, um wie früher bei schweren Bau- und Aufräumarbeiten zu helfen, in Elephanten – Stationen mal besser mal schlechter gehalten oder für den Zrikus oder Shows zweckentfremdet. Mir war es vorneweg wichtig, eine Station zu besuchen, in der Aufklärung über die Tiere betrieben wird, sie zwar trainiert, aber gut gehalten werden und kein Elephantenreiten stattfindet. Obwohl ein asiatischer Elephant, der selbst 3 Tonnen wiegen kann und in der Lage ist, schwere Lasten auf seinem Rücken zu tragen, hört man bei solchen „Aktivitäten“ zu sehr von verabreichten Stockhieben. Das unterstütze ich nicht. Auch als vergleichsweise Federgewicht nicht. Ein guter Mahout, so heißen die Elephantenführer, schafft es mit einfachen gesprochenen Kommandos, das Tier zu lenken oder muss mit seinem Stock nur eine ganz spezifische Stelle des Elephantenkörpers leicht berühren. Ganz früher wurden die Kolosse als Kriegsmaschinen benutzt und oft siegte die Partei mit den meisten Tieren in den Reihen. Zudem werden sie im Buddhismus und Hinduismus als heilige Tiere (v. a. weiße Elephanten) verehrt, oder gar als Gott (Ganesha). Majestätisch wirkten sie auf jeden Fall. Uns wurde ein 8 – jähriges, verspieltes Baby namens Won Dee und die 40 – jährige Pum Pong vorgestellt. Letzterem, quasi mein Jahrgang, bereitete ich Kraftfütterbälle zu und durfte sie füttern.
300 Kilogramm Futter kann so eine ausgewachsene Elephantendame im besten Alter täglich bis ins Hohe Alter von rund 80 Jahren locker vertilgen. Auch fast wie ich;). Danach ging es zur Beautyfarm. Wir verabreichten den beiden Dickhäutern zuerst eine ordentliche Schlammpackung, bevor es danach zum Baden und sauber Schrubben ging.
Nach dem erlebten Spa waren Tiere wie wir mehr als nur gut gelaunt. Bananen gab es oben drauf. Won Dee quitierte die Behandlung mit einem standesgemäßem „Töröööö!“ und legte aus lauter Freude noch ein kleines Tänzchen hin. Alles in allem war es ein wunderschönes Erlebnis. Ich habe die Mundwinkel lange nicht in eine entspannte neutrale Position wieder runter bekommen. Doch irgendwann mussten wir gehen.
Nachdem die Franzosen abgesetzt wurden, trug ich noch eine Bitte an Guide Con und Fahrer Denn an. Entlang der Strecke sollte sich ein Graffiti vom thailändischen Künstler Alex Face (eigentlich Patcharapol Tangruen und auch Jahrgang 1981) befinden, welches ich mir gerne anschauen wollte. Ich bot einen Obulus und wir machten einen Abstecher in die Wildnis zwischen „Khuk Khak Beach“ (Der heißt wirklich so!) und dem „Memories Beach Khao Lak“. Ähnlich wie beim Mainzer „Traurigen Mädchen“ finden sich seine Werke oft in einer Umgebung, die mit der Bildaussage in bestimmtem Kontext steht. Ebenfalls zeigt er immer eine bestimmte Figur: Mardi, ein Kind im Tierkostüm (meist Hase) mit dritten Auge, welches den Geist darstellen und den Blick in eine andere Dimension weisen soll. Der in Bangkok aufgewachsene bedeutendste Streetartartist kritisiert die herrschenden Missstände, vor allem in den ärmeren Provinzen. Das Werk „Mardi in a shell“ wollte ich unbedingt live sehen. Deshalb schlug ich mich im Platzregen durch unwegsames Gelände, sprang über Hecken und Hölzer, verlor Flipflops, aber durch Googlemaps nicht die Orientierung. Als es schon ausweglos erschien und ich erst zum Van umdrehen musste, startete ich einen zweiten Versuch über den Strand, musste durch einen Fluss waten, eine Mauer erklimmen, durch einen kleinen Wald hindurch und durfte mich letztendlich aufgrund meiner Beharrlichkeit wie ein Schneekönig freuen. Auf einem Kontainer mitten im Nirgendwo war „Mardi“ zu finden.
Links im Bild kann man noch leicht eine heran strömende Welle erkennen. Ich interpretierte es als eine Anspielung auf den Tsunami, der hier vor allem, wie mir Con berichtete, die ehe schon und immer noch gebeutelte Lokalbevölkerung traf.
Das war ein echt erfolgreicher und abenteuerlicher Tag für mich und ich bin dankbar für jede Minute. Einen lieben Gruß sagen möchte ich heute der lieben Jasmin. Für den nächsten Tee zusammen binge ich den Bambusbecher mit;).
27.06.2022 – Das „The Waters“ – Hotel muss ich echt loben. Das Personal ist super, die Anlage top gepflegt und schön, die Zimmer komfortabel und zum Frühstück kann man sogar warme Gerichte (Wie das hier in Thailand halt so ist!) a la Carte bestellen. Da habe ich es mir doch mal richtig gut gehen lassen und nur alibihaft im Anschluss in der riesigen Poollandschaft meine Bahnen von Whirlpool zu Strudelbecken gezogen. Man will ja nicht gleich ins Schwitzen kommen und sollte ja eh‘ erstmal ruhen, wenn man gerade gegessen hat.
Jam hat mir netterweise ihren Roller zur Verfügung gestellt, damit ich die Umgebung erkunden konnte.
Erstmal tankte ich voll und gab dann entsprechend Vollgas. Auf dem heißen Ofen legte ich einen wilden Ritt über die Hauptstraße, Feldwege und Schotterpisten zu Strandabschnitten und ins Zentrum von Khao Lak hin. Dort wollte ich meinen 2. „Mardi“ von Alex Face finden. Zwar hatte ich gestern einen Hinweis von Guide Con bekommen und somit einen Verdacht, dass ich in der Nähe der Hauptstraße suchen könnte, aber weil diese mehrere Kilometer lang ist und ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte, erkundigte ich mich in einem Geschäft, in dem Künstler gerade an ihren Bildern malten. Nicht allen ist Alex Face hier ein Begriff gewesen, aber das unverwechselbare Motiv „Mardi“ kannte dann doch einer und führte mich auf die richtige Fährte – von Erfolg gekrönt.
Nachmittags nahm mich dann Jam im Auto mit, um mir ein paar Plätze mit Bezug zum Tsunami weiter nördlich zu zeigen. Unter anderem hielten wir am „Memories Beach“, dem Friedhof der zahlreichen unbekannten Opfer, standgehaltenen Bauten, neuen Wohnräumen für die Überlebenden, die alles verloren hatten und dem Tsunami – Museum, welches leider geschlossen hatte.
Ich erfuhr viel von Jam über die Geschehnisse damals und auch zum Buddhismus konnte sie mein Bild erweitern. Zudem hatte ich mittlerweile festgestellt, wie gerne ich mich mit Straßenkunst befasse und kutschierte mich weiter ins alte Arbeiterstädtchen Talat Yai, wo man nebst Wandgemälden fern ab des Tourismus das ursprünglichere Leben sehen und ein paar „hidden places“ entdecken konnte.
Die Fahrt führte weiter zu einer zwar löchrigen, mehrfach notdürftig geflickten bzw. geschweißten Eisenbrücke, die über Reisfelder verlief und früher den Minenarbeitern den Weg zur Arbeitsstätte über das sumpfige Marschland ermöglichte. Grasend streckte mir hier mein erster Wasserbüffel in freier Wildbahn seinen Hintern entgegen.
Zum Abschluss landeten wir in Takua Pa, um den letzten sich in der machbaren näheren Umgebung befindenden „Mardi“ zu knipsen. Da dieser auf Google Maps verzeichnet ist, war die Suche nicht schwer.
Erstaunlicherweise berichtete mir Jam, dass die Skateanlage erst seit Kurzem und somit auch erst nach dem Graffiti von Alex Face (2021) errichtet wurde. Somit war der Künstler und sein Gedanke der Architekt der Anlage.
Knapp gegen 18 Uhr kamen wir zurück und ich verabschiedete mich von Jam und ihrem Bruder voller Dankbarkeit für die Hilfe, nette Gespräche und den erweiterten Einblick ins lokale und ihr privates Leben. Unbedingt wollte ich die Chance nutzen, vielleicht meinen letzten Sonnenuntergang über der Adamanen See zu bestaunen, weshalb ich mich an den Strand aufmachte. Ich wurde nicht enttäuscht. Voll Freude dachte ich an die vergangenen Tage zurück und widme meine Sundowner-Grüße Jam und Kittiphong, der nebenbei meinen morgigen Transport zum Flughafen managte.
12.06.2022 – Anreise ab 17 Uhr 10 per Zug mit Steffi und Flug von Frankfurt aus nach Phuket. Dort werden wir morgen gegen 13 Uhr Ortszeit landen. Einen so problemlosen Check – In wie bei Thai Airways habe ich bisher wirklich noch nicht erlebt. Über Essen und Getränke an Bord konnten wir gemäß des bekannten Pfälzer Understatements auch nichts Schlechtes sagen. Nid geschimpft, is gelobt genug. Nein, es war ein sehr angenehmer Flug, vor allem auch, weil die Maschine nicht mal zu 15 Prozent ausgelastet war.
Für die guten Tipps im Vorraus der Reise bedanken wir uns bei Ralle recht herzlich.
13.06.2022 – Weder überfüllt, noch unpünktlich landeten wir, ebenso unser Gepäck, um kurz nach 13 Uhr am International Airport Phuket. Da kann sich die Deutsche Bahn eine Scheibe abschneiden. Mit dem Thai – Pass ging es durch die Emigration und raus aus dem Gebäude, wo uns Tuk empfing und zu Herrn Kittiphong Densiri, welcher uns im Vorfeld schon von Tobi B. vermittelt wurde, brachte. In Kittiphong und Tuks Shuttle erwartete uns ein Begrüßungsdrink und frische Ananas. So kann es weitergehen. Gute 2 Stunden 20 Minuten lang war die Fahrt, vorbei an tollen Felsformationen, Straßenmärkten und Tempeln, bis in die Provinz Krabi, genauer gesagt, bis nach Ao Nang Beach ins „Panan Krabi Resort SHA plus“. Hier haben wir uns für 5 Nächte eingebucht und waren ebenfalls direkt von der Anlage, dem Zimmer und dem Empfang begeistert.
Vor dem Abendessen hatten wir noch Zeit, den ersten kurzen Strand- und Badeausflug bis in den Sonnenuntergang zu machen.
Zu unserer Verwunderung haben wir beim Inder gegessen und sind daraufhin noch über die Flaniermeile geschlendert.
Herzlich grüßen möchten wir heute Tobi, Joy und deren Mom, die uns in der Vorbereitung eine große Hilfe waren.
14.06.2022 – Wie zu erwarten hatten wir lange geschlafen, uns trotzdem irgendwie aus den dermaßen bequemen Federn gequält. Das asiatische, thailändische, amerikanische und nur wenig europäische Frühstück fiel dann recht querbeet aus. Vom Omelette, über Fischsuppe, hin zu belegtem Baguette, gedämpften Reisbällchen, Salat und exotischen Früchten haben wir uns zu Süßspeisen durchgearbeitet. Zum gebratenen Reis mit Wokgemüse gab es das wohl schärfste eingelegte Pork Stew und Thai – Chicken meines Lebens.
So hatte ich mir bereits morgens für gut eine halbe Stunde Mund und Rachenraum verbrannt. Kaffee und Säfte gab es zum Glück auch noch. Das hat dann etwas die Schärfe neutralisiert. Um ganz sicher zu gehen, setzte ich zudem auf die Hilfe einer frischen Waffel. Sicher ist sicher.
Frisch gestärkt und voller Energie konnte es danach direkt los gehen. Wir waren top motiviert – bereit auf Hochtouren zu laufen – fähig, etwas ganz Großes zu leisten – regelrecht Bäume oder Palmen auszureißen. Und da waren wir auch schon – flach bäuchlings und dösend auf der Poolliege. Immerhin ein gutes Buch hatte jeder zur Hand. Und der vereinsamte Nassbereich lud aufgrund der sehr befreienden Leere zum längeren Verweilen ein. Das konnte vor allem Steffi nur sehr schwer abschlagen.
Doch irgendwann kam dann nachmittags noch Bewegung rein. Mit dem Tuk Tuk ließen wir uns an den „Buddha Mountain Temple“ kutschieren. Hier war tatsächlich noch weniger los, als am Pool.
Leider gab es keine Erklärungen dazu. Gerne würde ich mehr über die Figuren, ihre Bedeutungen und die Glaubensausübung erfahren. Da bleibe ich dran.
Im nahegelegenen lokalen Markt fand sich für uns allerlei Kurioses, Spannendes bis äußerst Gewöhnungsbedürftiges.
One Pound Fish!!!
Steffi hielt sich an die Früchte, ich eher an Fritiertes. Bis jetzt hat sich der Magen noch nicht verrenkt. Also, weiter so.
Durian, oder im deutschen Volksmund „Kotzfrucht“ genannt, kam uns heute nicht in die Tüte.
Weil der Vormittag so schön war, genossen wir, zurück im Hotel, den Salzwasser – Infinitypool auf dem Dach mit herrlichem Blick zu den Kreidefelsen und aufs Meer hinaus. Es folgte das abendliche Gängel durch Ao Nang, wobei wir für morgen eine Ganztagestour gebucht, unseren Cocktailmeister aufgesucht und letztendlich im „Reeve Beach Resort“ Platz genommen haben. Bei Pizza und Wagyu – Burger hatten wir in erster Reihe den besten Blick auf die am Strand veranstaltete Feuershow.
Nächstes Jahr schwinge ich dann so ähnlich meine Pois;).
Den Absacker nahmen wir in der „Bamboo Bar“ ein. Ein Animateur zockte mich knapp im „Vier gewinnt“ ab, sodass unsere Drinks nicht aufs Haus gingen und wir je ein Getränk konsumieren mussten. Hätten wir bei der guten Live – Musik eh getan. Dennoch stellte sich heraus, dass besagter Einheizer tatsächlich eigentlich Magier war und das Spiel 1000 %-ig manipuliert hat;). Immerhin ließ er später am Nachbartisch bei ein paar Mädels Ringe verschwinden.
Für alle Freunde des eindeutig Zweideutigem: Vorm Schlafen gehen gönnte ich mir meine erste Thaimassage in Thailand. Die gute Frau Bum vom „Ruen Sukhothai“ – Massagecenter nahm mich bei der Hand und unter ihre Fittiche, führte mich ins Separee und bettete mich auf die Liege. Gleich wusste ich, dass Frau Bum mit viel Erfahrung ans Werk ging. Sie konnte anpacken und verstand ihr Handwerk. Beherzt stieg sie auf, drückte, schob, zog, zerrte, dehnte, quetschte Rücken, Schultern, Nacken, Kopf und klopfte „bum bum“ mir abschließend die letzten angesammelten Verkalkungen heraus. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Liebe Grüße bekommt Christina aus Guntersblum, die gerade auf unseren letztjährigen Pfaden zwischen Budapest, Bratislava und Wien wandelt.
15.06.2022 – Verschlafen! Wecker mehrfach verpasst. Wie kann das denn sein? Hilft alles nix. Raus, raus, raus. Warum muss die wichtigste Mahlzeit des Tages, denn in Thailand schon um 10 Uhr enden? Noch 20 Minuten Frühstückszeit. Schlachtplan im Aufzug gemacht. Einer Backwaren, Eier, und der andere Früchte und Getränke. Die Teller vollgeladen – erstes Durchatmen. Obwohl, atmen viel schwer, ging nur noch durch die Nase. Mit leichtem Völlegefühl stapften wir zurück ins Bett, drehen, dösen, ausharren, bis wir von der Agentur „Krabi Sunset Tours“ um 12 Uhr 30 abgeholt wurden. Mehr ging zwischenzeitlich nicht.
Am „Nopparat Thara Pier“ bekamen wir unsere Einweisung und bestiegen ein Longtail Boat, welches uns nach einer halben Stunde an einer Sandbank, die bei eintretender Ebbe zwei Inseln miteinander verband, absetzte. Dort war die erste Bademöglichkeit. Haben wir voll ausgenutzt.
Weiter schipperten wir zur, ihrer Form nachempfunden so genannten, „Chicken Island“. Man braucht Phantasie, um das Federvieh zu ergründen.
Wenig später steuerten wir zwei Riffe zum Schnorcheln an. Neben den mir bereits aus Grenada bekannten Arten von Rifffischen, konnte ich ebenso Clownsfische, Nadelfische oder Krebse entdecken. Zudem befand ich mich urplötzlich in einem großen Schwarm von regenbogenfarbig schimmernden Papageifischen, die Algen von den Korallen abhakten, was man unter Wasser richtig hören konnte.
Vor allem der zweite Schnorchelgang hat sich auf Grund des belebteren Spots und der sich nochmal kurz durch die Wolken brechenden Sonne gelohnt. Dann verschwand sie auch schon wieder und wir legten im Regen auf „Poda Island“ an. Hier erwartete uns ein BBQ, Surf and Turf und anschließend ein Hauch von Sonnenuntergang bei wolkenbedecktem Himmel.
Mit Einbruch der Dunkelheit hielt unser Boot am „Koh Raeng“ – Felsen, wo ich für die Nachtschwimmer beim Nachtschnorcheln das bioiluminiszierende Plankton aufwirbeln durfte. Habe ich doch gern gemacht;)
Gegen 20 Uhr 30 wurden wir an unserem Hotel abgesetzt, gönnten uns Thai – Pancakes (Ananas, Mango) und Icecream – Rolls (Kokusnuss, Mango). Nicht schlecht oder mit Steffis Worten: „Das ist das Beste, was ich je gegessen habe!“, könnte man es beschreiben.
Vorm Gang ins Hotel buchte ich gleich den nächsten Ausflug für den Folgetag.
Der tolle Schnorchelausflug hat mich heute direkt an meine selbigen auf Grenada erinnert, weshalb ich ganz lieb die Meyerers grüßen möchte. Es war eine wunderschöne Zeit bei euch.
16.06.2022 – Geschlafen habe ich mehr schlecht als recht, weshalb ich sehr übermüdet mein Frühstück einnahm, bis ich von „Baracuda Tours“ zum Ao Nang Pier kutschiert wurde. Dort bestieg ich nach einiger Wartezeit ein Longtail Boat, welches uns nach „Daeng Island“ zum Schnorcheln brachte. Der Fischreichtum war hier bisher am Größten und auch Quallen schwommen um mich herum.
Anschließend fuhren wir in die „Hong Island Lagoon“, die zum Schwimmen einlud, ein. In dem Bäumen und Mangroven kreischten Fliegende Hunde.
Der nächste Stopp folgte auf „Lading Island“, wo das Mittagessen in einer traumhaften Bucht unter Palmen am feinen Sandstrand eingenommen werden konnte.
Rund 15 Minuten ging es zurück zum traumhaften „Hong Island Beach“. Ein über 2 Meter langer Riesenvaran kreuzte direkt meinen Weg, nachdem ich über die wackelige Pontonbrücke am Strand ankam.
Das hatte ich nicht erwartet, sodass diese Begegnung besonders war. Am Ende des Strandes nahm ich erstmal den Aufstieg zu einem 360° Aussichtspunkt über die Adamanen See und „Hong Island“ in Anriff. Der Blick lohnte sich auf alle Fälle.
Zurück am Fuße des Berges schlug ich mich über einen Dschungelpfad durch. Dabei entdeckte ich nicht nur einen Rettungspunkt vom großen Tsunami 2004, sondern ebenfalls weitere Varanspuren. Ihnen folgte ich ins Dickicht und konnte ein Jungtier entdecken. Moskitos verschonten mich bei der Tour durchs Inland allerdings nicht. Deshalb durfte ich Thais, Indern, Amis, Australiern und sogar Spaniern erklären, wozu ein „No Bite Stick“ da ist!
Danach hieß es, Füße in den weißen, feinen Sand und später ab ins Wasser.
Seelig trat ich die Heimfahrt mit dem Longtail Boat an. Und wenn sich jemand fragt, wo dabei Steffi war??? Sie hatte ihren Relaxtag und ich traf sie am Pool an. Wen wundert’s;).
Das Abendessen haben wir frisch zubereitet an einer Garküche eingenommen. Die Köchin hat uns nicht nur gut zugeraucht, sondern die gesamte Kundschaft mit ihrem Gesang animiert. Ein Pancake durfte trotz vollem Bauch natürlich nicht fehlen. So ging es daraufhin mit stattlicher Plautze zum Schneider, um ihn meine Gardemaße für einen neuen Anzug nehmen zu lassen.
Morgen nach dem Frühstück soll ich wieder zum Abstecken mit vollem Bauch erscheinen! Krieg ich hin. Bis dahin gehen meine Grüße aus dem Gentlemen Club an Ömer, dem selbst ein pastellfarbener Anzug steht;).
17.06.2022 – Nach dem Frühstück stand das Fitting beim Schneider an. Einer der ersten Gedanken war, dass ich mich in dem Anzug wohl auch gut als Fahrkartenkontrolleur bei der Deutschen Bahn machen würde.
Und eigentlich wollten wir uns heute eine Unterkunft für die nächsten Tage auf Kho Phi Phi buchen. Die Suche erwieß sich allerdings schwerer als gedacht. Eine passende Unterkunft wurde nicht gefunden, weshalb wir eine Nacht im „Panan Krabi Resort“ verlängert und einen Tagesausflug auf die „The Beach“ – Insel gebucht haben. Ansonsten verbrachten wir viel Zeit in unserer Poollandschaft und später am Strand, wo ein großer Ara seine Kreise zog.
Abendessen nahmen wir im „Jose“ ein, bis wir mit dem Tuk Tuk zum Nachtmarkt „Landsmark“ in Ao Nang fuhren. Dort gab es den Nachtisch bei Livemusik und Feuershow.
Zudem wollten wir uns Thaiboxen ansehen. Dass dabei schon kleine Kinder gegeneinander im Ring stehen, hat uns allerdings abgeschreckt. So sind wir lieber etwas am Strand flaniert, wie auch über die Partymeile.
Feierlaunige Partygrüße an Andi, der heute hoffentlich anständig als braves Geburtstagskind gebührend seinen runden Ehrentag begangen hat. Wir lassen dich hochleben.
18.06.2022 – Nach dem Frühstück hieß es: Aus dem „Panam“ auschecken, Gepäck aufbewahren lassen und daraufhin im „Panam“ einchecken, bevor wir für unsere „Kho Phi Phi – Islandtour“ eingesammelt wurden. Statt Übernachtung auf der Insel inmitten der Andaman – See unternahmen wir lediglich einen Tagesausflug und hängen eine weitere Nacht in unserem Hotel in Krabi dran, mussten dafür allerdings das Zimmer wechseln.
Mit einer ungefähr 30 – köpfigen Reisegruppe, welche hauptsächlich aus Malayen, Indern, Thais und neben uns noch einem Paar aus Spanien bestand, zischten wir mit einem Schnellboot zur „Bamboo Island“. Bambus suchte man da vergebens. Der wunderbar weiße, weiche Sandstrand, das kristallklare Wasser und die strahlende Sonne entschädigen dennoch dafür.
Der Insel vorgelagert befand sich das wohl schönste und größte zusammenhängende Riff, in welchem ich je tauchen konnte – „Pileh Bay“. Es übertraf sogar „Sandy Island“ auf Grenada. Gigantische Korallen reihten sich nahtlos aneinander, massige Papageienfische und die üblichen Verdächtigen kreuzten, Riesenmuscheln leuchteten in Königsblau vom Grund und beim Eintauchen befand man sich direkt in einem Schwarm unzähliger Makrelen. Zauberhaft.
Auf „Phi Phi Don“ konnten wir im Anschluss etwas relaxen, uns mit landestypischem Lunch stärken und uns mit dem spanischen Pärchen Merem und Oscar aus Granada „unterhalten“. Es war nicht schwer während der Bootsfahrt zu erkennen, dass sie beide taub sind, weshalb ich erst mit erdachter, simpler Zeichensprache versucht habe, die Informationen unseres Tourguides weiterzugeben, bis ich später einen Übersetzer übers Smartphone nutzte. Dabei konnte ich sogar etwas Spanisch auffrischen. Die beiden Hochzeitsreisenden waren sehr nett und unsere Unterhaltung war auch wegen der ungewöhnlichen Umstände besonders. Wir tauschten uns nicht nur über die Reise aus, sondern lernten zudem ein wenig Gebärdensprache. Einfache Floskeln und mich vorzustellen beherrsche ich nun, was mich, wie die gesamte Begegnung mit beiden, sehr freut.
Das kurze Ankern an der „Monkey Bay“ war nicht wirklich ein Highlight des Tages. Unser Guide hatte es etwas eilig, ohne die Affen zu Gesicht zu bekommen, schnell wieder abzulegen. Das Motorengeräusch hat die Affenbande aber entweder aus dem Schlaf geschreckt und oder angelockt. So schlurften beim Gasgeben doch noch welche aus dem Dickicht hervor.
Dann war es soweit. Endlich, wir steuerten „Maya Bay“ an. Vielen besser bekannt als: „The Beach“ aus dem gleichnamigen Film mit Leonardo di Caprio. Wir landeten an der Rückseite der berühmten, von Felsriesen weit eingefassten Bucht an. Nach kurzem Fußweg empfing uns eine traumhafte Kulisse, welche die letzten Jahre für Touristen Tabu war. Zu viele Boote und Menschen zerstörten das vorgelagerte Riff. Man durfte auch nur etwa bis zu den Knien ins Wasser gehen. Aber dennoch war es ein paradiesischer Spot.
Und dann habe ich der nahenden Gefahr direkt in die Augen geblickt. Augen so glasig und leer, wie sie nur von einem wahren Monster des Meeres, einem Killer stammen können. So wie im Film wimmelte es in der Bucht von Haien – allerdings nur kleine, harmlose Schwarzriffhaie. Aber immerhin – es waren Haie:).
Eine nahe gelegene Lagune bot sich für einen kleinen Abstecher an. Es bot sich ein wunderschöner Blick auf die so typischen Felsformationen.
Ebenso nicht weit von „Maya Bay“ entfernt passierten wir eine alte Vikingerhöhle, welche vor 800 Jahren bereits besiedelt war. Zeugnisse aus alten Seefahrerzeiten gaben Wandmalereien ab. Leider waren diese vom Wasser aus nicht zu sehen und wir hatten auch keinen Landgang zur Besichtigung. Heutzutage wird diese. Wie viele weitere Höhlen in der ganzen Andaman See als Unterschlupf von Sammlern für Schwalbeneiern genutzt. Diese erzielen auf den Märkten einen stattlichen Preis.
Zum Abschluss konnte nochmals ein Riff in der „Lohsamah Bay“ ertaucht werden. Leider waren heute keine weiteren Riffhaie dort zu entdecken. Allerdings begleitete mich, erst unbemerkt, dann im Augenwinkel und schließlich auf Augenhöhe neben mir, ein Baracuda. Da habe ich schon erst einmal dumm und später fasziniert geschaut.
Nachhause kamen wir mit guter Verspätung an. Einerseits, weil uns (bis auf die verwehrte Affenshow) die Tourführerin ausreichend Zeit bei den einzelnen Aktivitäten zugestand, weiterhin jedoch, weil vor allem einer unserer Außenborder zwischendurch den Geist aufgab und erst fachmännisch repariert werden musste.
Fix nach dem Bezug unseres neuen Zimmers und einer wohltuenden, sowie vor allem nötigen Dusche, konnte ich meinen neuen Anzug abholen.
Welcome to the Gentlemen Club.
Asiatische Gerichte gab es bereits zu Hauf, wodurch mein Magen samt vorherrschender Gelüste uns danach ohne Umwege ins „Divers Inn Steakhouse“ führte. Es war schon etwas überraschend, dass nicht nur Thaifood, Fischgerichte oder Steak, sondern zudem Thüringer, Nürnberger, Bratwürste und Schnitzel auf der Speisekarte zu finden waren. Dass in der Ecke ein Getränkeschild mit „Jägermeister“ prangte, wunderte nicht. Aber als ich ein weiteres Schild mit „Obstler“ entdeckte, wusste ich, dass ich den Wirt und Inhaber auf deutsch begrüßen konnte. Und was ein Zufall: Jürgen Weber kommt aus dem Hunsrück, ist vor 30 Jahren nach Thailand ausgewandert und wohnte zu seiner Ausbildungszeit in Mainz bei uns um die Ecke. Ein längeres Gespräch war quasi vorprogrammiert. Jürgen half uns mit guten Tipps bei der noch nötigen Hotelsuche für die nächsten Nächte in Phuket. Gerade haben wir übrigens Halbzeit, bevor Steffi zur Rückreise antreten muss. Weiterhin war alles Aufgetischte und im Gegensatz zu den meist scharfen bis brennenden Speisen ein Gaumenschmaus – vor allem der „Lava Cake“.
So ist es für uns ganz klar, dass wir an diesem Abend unsere Bekanntschaften des Tages: Merem, Oscar und Jürgen grüßen wollen.
24.04.2022 – Nachdem meine Mutter bereits gestern nach Mainz gereist ist, ging es heute morgen mit ihr und Steffi per Zug zum Frankfurter Flughafen. Mit dem Flieger folgte die Anreise nach Funchal. Erst sah es so aus, als würde mal wieder mein Gepäck fehlen. Während die Koffer alle vom Band gefischt wurden, war von meinem Backpack keine Spur. Etwas später trudelte er doch noch als Sondergepäck ein. So schnappten wir uns ein Taxi nach Machico ins „Dom Pedro Hotel“, in dem wir gegen frühen Abend eincheckten, die Promenade entlang schlenderten und lecker essen gingen.
25.04.2022 – Für heute war Regenwetter angekündigt, weshalb wir uns für einen Stadtausflug nach Funchal, der Hauptstadt von Madeira, entschieden haben. Also stand Bummeln, Shoppen, Schlendern und Schlemmen im Vordergrund.
Leider ist uns Letzteres, das Schlemmen, teils misslungen und teils am Folgetag schlecht bekommen.
26.04.2022 – Früh gestärkt nahmen Mutti und ich den Bus zum Flughafen, um bei Sixt unseren Mietwagen abzuholen. Steffi musste erst leider im Bett bleiben und dann doch sich mit dem Taxi an den Flughafen quälen, da nur der Erstfahrer das Auto abholen und unterzeichnen darf. Schlecht gelaufen. Nachdem wir sie wieder ins Hotel gebracht hatten, fuhr ich mit Mutti nach Portela für unsere erste Levada – Wanderung. Mit herrlichem Blick auf der Höhe auf den „Adlerfelsen“ starteten wir am „Restaurant Portela a Vista“ den Abstieg bis zum Küstenörtchen Porto da Cruz.
Zweieinhalb Stunden später war unser 1. Tageszeit erreicht, sodass wir mit dem Taxi zurück zum Auto und anschließend weiter über Santana zum „Picu Ruivo“, mit 1862 Meter dem höchsten Berg der Insel, fuhren. Auf- und Abstieg kosteten uns satte dreieinhalb Stunden und eine Menge Energie. Dennoch haben wir es geschafft und dürfen stolz auf unsere Leistung sein.
Glücklicherweise fühlte sich Steffi gegen Abend wieder besser und konnte sogar ihr geliebtes „Pastel de Nata“ genießen.
27.04.2022 – Mit allen fit an Board legten wir den ersten Stopp in Monte ein. Hier schauten wir den traditionellen Schlittenfahrern zu, besichtigten die 1818 errichtete Wallfahrtskirche „Igreja Paroquial de Nossa Senhora do Monte“ und den angrenzenden Park.
Im Anschluss steuerten wir den „Cabo Girao“ an. Über die gläserne Aussichtsplattform lässt sich nicht nur geradeaus herunter ins Meer, sondern auch bis nach Funchal blicken.
Unser Twingo musste sich mehrfach die Berge und Pässe hochquälen, damit wir bei Rabacal unsere 2. Levada – Wanderung angehen konnten.
Am Ende der Levada stießen wir auf die „25 Quellen“. Danach schafften wir ebenso den „Risco Wasserfall“ zu erlaufen, bis es durch eine enorme Nebelwand mit unserer Knutschkugel aus den Bergen zur Südküste zurück ging.
In Calheta konnte ich erste Tuchfühlung mit dem Wasser aufnehmen.
Von oben herab prasselte es nach dem Abendessen und der Weiterfahrt am „Anjos Wasserfall“ auf unser Auto hinab.
Hier genossen wir auch den Blick aufs Meer und den hereinbrechenden Sonnenuntergang.
28.04.2022 – Unsere heutige Wanderung startete in Camacha. In vier Stunden legten wir die Strecke vom Dorfplatz bis zum Botanischen Garten in Funchal zurück. War der Weg wieder einmal sehr malerisch, führte er uns auf dem Bergrücken sogar am „Estadio da Madeira“ vorbei, verlangte uns der 40 – minütige Abstieg um Einiges mehr als der gleich lange Aufstieg zu Tourbeginn ab.
Und auch von dort aus mussten wir mit dem Taxi zum Startort zurück. Immerhin war dann noch genügend Zeit, um in Machico an den Strand und ins Meer zu gehen. Ein Spieleabend bildete den Tagesabschluss.
29.04.2022 – Den Tag krönten wir mit unserer Highlight – Wanderung am Ostzipfel Madeiras. Kurz hinter Canical bei „Ponta de Sao Lourenco“ konnten wir unser Ziel, den „Miradouro Ponta do Furado“ erblicken. Gute zwei Stunden marschierten wir über drei Bergkuppen und tollen Aussichtspunkten bei aufkommender Sonne zum Oasenrestaurant „Casa do Sardinha“, bevor nach einer Kräftigung der Aufstieg zum letzten Aussichtsgipfel folgte.
Es war eine herrliche Wanderung mit herrlicher Aussicht.
30.04.2022 – Es war unser letzter Ausflugstag, an dem wir uns entschieden, an der Nordküste über Seixal mit Stops bei den „Piscinas Naturais do Seixal“ und dem „Ponta do Poiso“ zu fahren.
Danach besichtigten wir in Porto Moniz das Aquarium und ebenso dort die natürlichen Badebecken.
Zum Abschluss besuchte ich nochmals den Strand von Machico, nachdem die Frauen etwas wasserscheu waren, bevor es zum Abendessen ging.
01.05.2022 – Vor dem Rückflug von Funchal hatten wir noch Zeit, ein letztes Mal durch Machico zu spazieren, einkaufen und essen zu gehen. Den Mietwagen haben wir unbeschadet abgegeben und traten den Heimweg etwas verspätet gegen 18 Uhr 30 an, sodass wir um kurz vor Ende des Nachtflugverbots in Frankfurt landeten. Unser Gepäck kam zügig und wir eilten zum leider direkt vor unserer Nase davon fahrenden Flughafenshuttle. Die S – Bahn erwischten wir dann nach dem nächsten Shuttle erst um 0 Uhr 15, weshalb es dann doch sehr spät wurde, bis wir im schönen Mainz eintrafen und es in die Falle ging.
03.04.2022 – Das Frühstück holten Paul und ich uns heute morgen in einem Backshop ab, um es genüsslich an einem See voller Flamingos zu verzehren. Das war die Theorie. In der Praxis wateten im örtlichen See lediglich weit entfernt zwei Flamingos, waren somit schemenhaft zu erkennen und aus den Empanadas und gefüllten Teilchen schimmerte nach dem Hineinbeißen der Schimmel hervor. Angeekelt liefen wir zu „Pan and Vino“, wo wir gestern ein tolles Frühstück genossen hatten und versuchten einerseits etwas zu essen, das uns von der Schimmelstulle ablenkte und gleichsam den Magen beruhigte. Ich schaffte dies allerdings nicht ganz. Ein Spaziergang zum Strand erfolgte und bis 13 Uhr suchten wir unser Lager unter bzw. in einem Gebüsch, welches uns etwas Schatten spendete, am Strand auf.
Ein letztes Mal konnte ich das Meeresrauschen, die Wellen und das angenehme Nass von Isabella auskosten. So ganz allein im Wasser stehend flossen auch meine Gedanken. Es war gleichsam ein Ort, an dem ich urplötzlich angefangen hatte, meine Reise in die Fremde und doch näher zu mir selbst zu reflektieren und weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Es war sehr emotional und bewegend und gut, dass ich mit Paul einen tollen Gesprächspartner hatte.
Für diesen Tag musste ich mich dann gegen 14 Uhr von dem netten Norddeutschen verabschieden, um die Fähre nach Santa Cruz zu erreichen, bis er wieder morgen bei mir im Hostel „Vista del Mar“ aufschlagen wird. Die Rückfahrt war in Anbetracht meines angeschlagenen Magens zwar nicht zu brenzlig, aber auch nicht immer angenehm. Ich bekam einen Platz im Schatten, was gut war. Allerdings lag er direkt an der nicht einladenden oder abschließbaren Bordtoilette, welche von weniger Glücklichen besucht werden musste. Zudem war starker Wellengang, wodurch die Fähre auch eine halbe Stunde länger als auf der Hinfahrt brauchte und dort wo ich saß, war er am heftigsten zu spüren. Erleichtert stieg ich um 17 Uhr 30 von Bord der „Angy“, checkte ein, besorgte mir Pasta und Gemüse, kochte, aß, tauschte mich mit neuen Bewohnern im fast schon „Deutschen Eck“ aus und musste mehrfach schwer schlucken, als ich erneut grausame Schilderungen über mein neues Reiseziel, Guayaquil, hörte. Dort muss ich noch zwei Tage unterkommen und habe mir als Konsequenz direkt eine sehr komfortable, gut gelegene und sichere Unterkunft gebucht.
Meine Grüße aus tiefstem Herzen gehen heute an meine Mama. Vielen Dank für alles, was du mir im Leben ermöglicht und mitgegeben hast.
04.04.2022 – Nachdem ich mich im Office von LATAM Airlines und dem Tourismus- Büro über den bestmöglichen Ablauf für meine morgige Abreise informiert hatte, steuerte ich das Darwin Center an. Ein Guide führte über eine Stunde über das Gelände und gab sein Wissen zu Fauna und Flora der Galapagos – Inseln weiter. Die Darwin – Finken waren ebenso Thema, wie die vier Leguanarten, die Besonderheiten zu den Landschildkröten, wie auch die Reise Darwins oder die Gründung der Schildkrötenaufzuchtstation, welche noch besichtigt wurde.
Darwin selbst hat die meisten der 15 Galapagos – Inseln, auch aufgrund seiner ständigen Seekrankheit in seinen 5 Wochen Aufenthalt so oft es ging aufgesucht. Santa Cruz jedoch hatte er nie betreten. So dokumentierte er nur 7 der 18 verschiedenen Finkenarten, die heutzutage mit seinem Namen klassifiziert und als wissenschaftliches Paradebeispiel für seine Evolutionstheorie genutzt werden. Auf 4 Inseln sind die gigantischen Landschildkröten leider ausgestorben. Piraten fingen sie oder Seefahrer brachten neue Räuber mit, wie z. B. Hunde und Ziegen, die sich an den Gelegen vergriffen und die frisch abgelegten Eier aßen. „Lonesome George“ war die letzte männliche Schildkröte ihrer Spezies auf Pinta, die man 1971 fand, nachdem man seit 1906 schon glaubte, es gäbe gar keine Sattelrückenschildkröte mehr. Man suchte vergeblich ein Weibchen für ihn, sodass er 2012 als letzter der Pinta – Schildkröten ohne Nachkommen verstarb. Somit kann man den großen Wert des Darwin Centers begreifen. Einerseits ist es Aufzuchtstation, weiterhin Forschungszentrum und andererseits ein Ort der Aufklärung für uns Menschen, wie zerbrechlich unsere Ökosysteme sind, welche Rolle die Evolution spielt, wie der Kampf ums Überleben verläuft, wie wichtig vor allem die Erhaltung der Arten vor dem ungezügelten Eingriff des schlimmsten Räubers, des Menschen, ist. Während in freier Wildbahn bereits zu viele Widrigkeiten und Gefahren, zu denen auch der Klimawandel zählt, auf die nächsten Generationen Babyschildkröten warten, gelingt die professionelle Aufzucht in 99,9 % der Fälle. Ob aus einem Ei ein Männchen oder Weibchen schlüpft, hängt nämlich von der Temperatur ab, in der das Ei liegt. Weiter unten im Nest bei 28 Grad entwickeln sich die Männchen, oben bei 29,5 Grad die Weibchen. Im künstlich geschaffenen Nest im Labor kann die Population effektiv gesteuert und die Erhaltung der Art gewährleistet werden. Die Babyschildkröten schlüpfen nach 120 Tagen, statt wie in freier Wildbahn nach 145 Tagen. Sie wachsen auf in Sicherheit, bis sie nach 5 Jahren an das Leben in der Wildnis, je nach Zielinsel, gewöhnt und letztendlich frei gelassen werden.
Einige ältere Exemplare, die bis zu 250 – 300 kg schwer sind, waren zudem auch beim Fressen oder Ruhen zu beobachten.
Sobald die Führung zu Ende war, hatte ich die Gelegenheit, mir ebenso die Aufzucht und den Schutz der heimischen Pflanzenarten anzuschauen, wie auch eine kleine Darwinausstellung und ein Center, das auf die Gefährdung der Meeresarten durch Überfischung, durch die Erderwärmung oder durch das Plastik in den Meeren hinwies. Das waren teils erschreckende Einblicke und wieder steht der Kapitalmensch am Anfang allen Übels und am Ende der vergifteten Nahrungskette. Das sollte einem zu denken geben.
Der Besuch des Centers hatte sich definitiv gelohnt und ließ bei mir den Gedanken zurück, dass es nur gerecht ist, als Tourist eine sehr hohe Summe für den Erhalt der Inselgruppe und somit dem Schutz von Tieren und Pflanzen bezahlen zu müssen.
Nachmittags traf ich mich mit Christoph auf einen Kaffee. Paul stieß mach seiner Rückkehr ebenso dazu. Wir kochten anschließend im Hostel und ich verbrachte meinen letzten Abend mit den beiden Ecuador-Reisegeährten.
Meine Grüße möchte ich an Anna B. senden. Ich habe nämlich bald einen Anschlag auf dich vor.
05.04.2022 – Kleine Info vorab: Da ich auf Galapagos nur selten und schwer Intermet zur Verfügung hatte, nutze ich den Abend, um ein paar Bilder hochzuladen und die letzten Beiträge visuell zu füllen.
In der Früh schlich ich mich aus dem Zimmer im „Vista del Mar“, sprang um 7 Uhr ins Taxi zum Flughafen, bzw. zur Fähre und dann ging es mit dem Bus zum Flughafen auf Baltra. Mein Flug nach Guayaquil verlief reibungslos und es wartete ein Fahrer, sogar mit Namensschild, auf mich, welcher mich zum „Hello! Las Penas Siglo XXI B&B“ brachte. Wer hat sich nur solch einen Namen für ein Hotel ausgesucht.
Es liegt im abgesicherten Bezirk Santa Ana. Der Taxifahrer mahnte mich schon, in die falsche Straße abzubiegen. Nach dem Check – In stärkte ich mich im „Mami – T Yelmar“, bevor ich Pool, Fitnessstudio und das türkische Dampfbad im Hotel voll auskostete.
Der Blick von der Dachterrasse konnte sich auch sehen lassen und mit dem heutigen Sundowner grüße ich einmal meinen vorherigen Reisebegleiter Paul und weiterhin Daniel O., der gestern ins neue Lebensalter feiern durfte.
06.04.2022 – Ausgammeln und relaxt starten war angesagt. Vor allem, weil andere Hotelgäste nicht viel von der Nachtruhe hielten. Durch ein exzellentes Frühstück gestärkt absolvierte ich abermals ein Sportprogramm in Freiluftkraftraum und Pool. Mittags machte ich mich auf, um im Barrio „Las Penas“ den Santa Ana – Hügel zu besteigen. Dazu durfte ich triefend die nötigen 444 Stufen zurück legen.
Ich erkannte sogleich, warum dieser Bereich als sicher eingestuft wird. In dem Bezirk geben sich Straßenposten, private Security, örtliche Polizeibeamte und Militärpolizei die Klinke in die Hand. Oben angekommen, eröffnete sich mir vom Leuchtturm aus ein Blick über Malechon, Fluss, ins Stadtzentrum und auch auf das angrenzende Armenviertel hinter der Kapelle.
Der Malechon sollte mein nächstes Ziel sein. Er wurde vor 2 Jahren fertig gestellt, sollte mehr Touristen anlocken und dann kam aber erstmal nur Covid. Ansonsten wird die Flaniermeile, welche mit Museen, Denkmälern, Statuen, Parkanlagen, Gewerbe und dem Freiteitpark „La Perla“ aufweist, gerne von den Stadtbewohnern zur Naherholung genutzt. Am „Hemiciclo de la Rotonda“ traf ich auf Sylvia, deren Vater ein bekannter von Steffis Papa ist. Er stellte den Kontakt für mich her und Sylvia bot sich an, mich etwas herum zu führen. Darüber war ich natürlich schon im Vorfeld froh. Sie zeigte mir auch etwas abseits von der Promenade die Gegend und fuhr auch mit mir mittels der Drahtseilbahn auf die Insel Duran, wo ich mein erstes leckeres und zumindest für hier letztes Yuka – Brot aß.
Auf dem Rückweg hatten wir einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang hinter Guayaquil.
Zum Ausklang und Abendessen nahmen wir in der „Gancho Restobar“ Platz und ließen es uns gut gehen, bis es Zeit war, Abschied zu nehmen.
Sylvia wurde von ihrem Bruder Willi und Sohn Nico abgeholt, die ich glücklicherweise noch kurz kennenlernen durfte. Vielen Dank für den schönen letzten Abend. Natürlich gehen meine Grüße an die Familie Jonitz und an meine letzte Reisebekanntschaft Sylvia im Speziellen.
07.04.2022 – Irgendwie kam ich in den vergangenen Tagen schwer morgens in Tritt. Es ist aber auch wirklich schweineheiß in Guayaquil. Selbst die Locals pfeifen aus dem letzten Loch. Das Frühstück war immerhin ein kleiner Wachmacher und danach konnte man sich ja nochmal legen.
Das Mittagsessen ließ ich mir erneut im „Mami – T“ schmecken, besuchte danach des Kaffemuseum und unternahm einen Spaziergang an der Riverside – Promenade.
Nach 15 Uhr wurde ich zum Flughafen gebracht, gab mein Gepäck bei der KLM auf und freute mich auf den zweiteiligen Heimflug über Amsterdam nach Frankfurt, wo ich morgen zwischen 17 Uhr und 18 Uhr, sofern alles ohne Zwischenfälle abläuft, landen werde.
Vorm Abflug habe ich mal noch ein kleines Whisky – Tasting eingelegt. Ich kann für alle Kenner und Könner die zwei Kandidaten von rechts empfehlen.
Bis dahin möchte ich alle grüßen, die mich auf meiner Reise bisher begleitet haben, sei es direkt oder übers Internet. Ich habe mich über jede Begegnung, jede Nachricht und jeden Anruf riesig gefreut.
08.04.2022 – Mit etwas Verspätung startete mein Flug von Guayaquil nach Amsterdam mit der KLM. Ansonsten verlief der erste Rückflug unspektakulär, dennoch nicht anstandslos. Nach der Bordverpflegung hatte fast keiner mehr um mich herum eine Maske auf. Eine Stewardess klärte mich auf, dass dies in den Niederlanden seit Ende März nicht mehr notwendig sei, sofern man sich nicht mehr am Flughafen, sondern in der Luft befinde. Ich habe meine Maske aufgelassen, was auch schon an dem niesenden Kind in der nächsten Reihe lag. An solch eine Art von wieder gewonnener Freiheit muss ich mich wohl noch gewöhnen. Damit ich die zwei kleinen Schreihälse vor mir nicht mehr hören musste, widmete ich mich dem Bordprogramm und sah mir tatsächlich bis zur Landung 3 Blockbuster an, als ob ich einiges nachzuholen hätte. Hätte nie gedacht, dass ich bei einem neuen Bond – Film mal einschlafen würde. In der Nacht gab es dreimal leichte Turbulenzen. Gegen 13 Uhr 30 betrat ich, etwas müde, seit 4 Monaten wieder europäischen Boden. In der Zeit bin ich dabei 7 Stunden vorgereist.
Von Amsterdam, wo ich knapp 3 Stunden Aufenthalt und eine Massage hatte, nach Frankfurt war es dann nur noch ein Katzensprung. Und während nach der Landung die ersten Kommentare von den Umsitzenden zum deutschen Wetter folgten, war ich innerlich unglaublich glücklich wieder im Lande zu sein.
Der gute Ömer hat sich angeboten, mich am Flughafen abzuholen. Da sagte ich natürlich nicht nein und freute mich schon im Vorfeld ein altbekanntes Gesicht zu sehen. Zu meiner Verwunderung hat es Steffi auch geschafft;). Zuhause wurde ich noch vorzüglich verköstigt und am Folgeabend mit einem Besuch im „Hotum“ und ganz lieben Menschen überrascht.
Es war ein genialer Abend. Tausend Dank! Bis zur nächsten Reise ist hier erstmal Sendepause.