02.07.2022 – Es war ein schönes Wiedersehen mit Andi und neues Kennenlernen seiner Mädels. Wir kennen uns bereits seit dem Kindergarten und sind in Grundschule und Gymnasium in die gleiche Klasse gegangen. So hatten wir uns direkt viel zu erzählen. Da ich heute allerdings noch nicht wirklich etwas gegessen hatte, freute ich mich umso mehr, dass er mich zum Dinner einladen wollte. Dazu ging es mit dem Bus zurück in die Stadt. Wenn Kuala Lumpur schon gigantisch war, übertraf der erste Eindruck von Singapur dieses Bild noch einmal: unzählige Skyscraper, ausgefallene Architektur, unzählige Grünflächen, sogar so, dass Bäume alleenartig aufgereiht mit ihrem Blattwerk und ihren Kronen einen Tunnel über der Autobahn bilden. Des abends sollten die Lichter der Großstadt dem Ganzen das Sahnehäubchen aufsetzen. Im Zentrum suchten wir uns ein Restaurant am „Marina Bay“ und ich staunte nicht schlecht, als dann ein Feuerwerk über dem berühmten „Marina Bay Sands“ – Hotel empor schoss.


Gestärkt liefen wir noch ein paar schöne Ecken ab und ähnlich wie mit den „Petronas Towers“ erging es mir hier mit dem „Marina Bay Sands“ – es überstrahlte einfach alles und war ein echter Blickfang.





Platt und mit tollen neuen Eindrücken folgte die Rückkehr und der Gang in die Falle. Aber nicht ohne Grüße. Die gehen an Alberto, den alten Globetrotter. Stay fresh.
03.07.2022 – Habe eine erste tolle Nacht bei Familie Feith in Singapur verbracht und heute sollte es erstmal zu einem Ausflug mit den Kids nach „Sentosa Island“ gehen. Die vorgelagerte Insel ist erst mit der U-Bahn und dann per Sentosa Monorail erreichbar. Hier befindet sich auf kleinstem Raum alles, was Vergnügungssüchtige jeder Alterstufe suchen. Neben großen Parks wie dem Aquapark, einem Aquarium, und den Universal Studios gibt es zum Beispiel ein Bungee Jumping – Turm, eine Sommerrodelbahn, eine Zipline, sowie Wassersportaktivitäten und etliche Strandbars. Wir begaben uns zuerst zum „Trickeye@Southside“, wo die Kids sichtlich Spaß hatten, sich mittels einer App vor animierten 3D Hintergründen fotografieren zu lassen. Und ich auch.



Daraufhin erklommen wir den „Skywalk“, hatten eine herrliche Aussicht und gelangten in luftiger Höhe zum „Fort Siloso“, welches als Museum für den Zweiten Weltkrieg aufbereitet wurde. Hier trennten sich unsere Wege erstmal. Die Kids waren erschöpft und hungrig und thematisch hatte das natürlich auch nicht so gepasst. Ich besuchte sodann die Festungsanlage, gelangte über den „Fort Siloso Trail“ zurück zum Skywalktower ohne dabei auf Schlangen zu stoßen, die es dort zu Hauf geben soll und legte eine Pause in einer ruhigen Bucht ein. Meine Badesachen hatte ich mal vorsorglich mitgenommen. Hat sich gelohnt.




Über den Strand spazierte ich zurück bis zum „iFly Singapore“, in dem ich einen Flug buchte, nach dem Boarding die nötigen safety instructions von meinem Flightcomander Jonathan bekommen habe und ready for take off war. In einer 5 Stockwerke hohen Luftkammer wurde ich nach oben geblasen und der freie Fall von 12000 auf 3000 Fuß Höhe simuliert. In der Kammer herrschten Hurricangeschwindigkeiten. Schlecht habe ich mich ganz und gar nicht angestellt. Man musste sich schon konzentrieren, um die richtige und somit stabile Position einzunehmen, weshalb die Flugzeit wie im Nu verging und man gar nicht richtig Adrenalin ausstoßen konnte. Da kam es fast zu kurz, dass im Hintergrund der Sonnenuntergang einsetzte. Spaß gemacht hat es und eine Erfahrung wert, war es allemal.




Der Strand bot in der Dunkelheit ein besonderes Schauspiel. Kleine halbmondförmige Inseln wurden angestrahlt, Dampf und somit Nebel über der Wasseroberfläche produziert und dazu schallte passende Musik über die Strandlautsprecher. Fast alles tummelte sich am Wasser. In den Strandbars war ebenso eine Menge los. Eine weitere Illumination hat meine Aufmerksamkeit bekommen. Dabei wurden, fragt mich nicht wie, Licht und Sound mit der Bewegung der Menschen auf dem Sand miteinander abgestimmt und ein Lichtspiel mit Fischen, Mantas und Walen gezeigt.




Sentosa hat somit, wobei ich nur einen Bruchteil gesehen habe, einen absoluten Unterhaltungswert. Mit der Sentosa – Bahn und der U-Bahn trat ich meinen Heimweg an. Vorher musste was gegessen werden. Meine Nudeln mit Fleischbällchen habe ich aufgrund dessen, dass beides mit Fischsuppe durchtränkt war, nicht geschafft. Immerhin hatte ich noch Power, ein paar Bahnen im Schwimmbad auf der Wohnanlage zu ziehen.

Die Grüße des Tages gehen an Sabrina und Timo, die groß Geburtstag feiern. Natürlich hätte ich euch gerne persönlich gratuliert, aber soweit gingen meine Flugkünste doch noch nicht. Lasst es euch gut gehen. Feiert schön. Für euch, nur die besten Wünsche. Aufgrund meines freien Falles grüße ich in dem Falle ebenfalls Marion, mit der ich meinen Tandemfallschirmsprung vor … Jahren absolviert hatte.
04.07.2022 – Mit Andi und Familie fuhr ich Richtung Bayfront und besuchte zuerst das „Art Science Museum“, während die anderen eine Reisepassverlängerung beantragen mussten.

Ich entschied mich für die Installation „Future World“, da es hierbei um die Entwicklung von klimafreundlichem Zusammenleben gehen sollte. Ich musste abermals feststellen, dass die Asiaten eher auf Effekthascherei, statt gesellschaftskritischer Botschaft bauen. Zugeben muss ich dennoch, die illuminatorischen Effekte waren teils gar nicht so schlecht. Gerade, wenn man selbst Teil der Installation werden könnte.


Zum Abschluss der Ausstellung konnte man einen Raum durchlaufen, in dem 178000 LEDs aufgereiht von der Decke hingen und die Farbe wechselten. Dahinter verbergen sich Spiegel, wodurch eine beeindruckende Tiefe erreicht wurde.


Ich schaute mich noch etwas mehr im Museum um, riss eine Ausstellung zur Entwicklung namens „Hope From Chaos – Pandemie Reflections“ kurz an. Das war mir aber im Moment zu starker Tobak, weshalb ich lieber zu „Gardens by the Bay“ lief, um mir das Gelände mal im Hellen anzuschauen. Wohlwollend, dass ich heute Abend nochmal zurückkommen würde. Hauptattraktion sind die 12 „Bäume“, welche abends hell erstrahlen und aus je über 700 Pflanzenarten bestehen. Sie wurden als Zeichen gesetzt, Singapur zu einem grünen Land zu entwickeln, das ökologisch fortschrittlich ist und zum Wohlbefinden der Bürger beiträgt. So gesehen ist Singapur die „Future World“. Gleichsam bildet der komplette Garten einen beachtlichen Teil der grünen Lunge der Metropole.


Irgendwie war ich dann so platt, dass ich den Rückweg antrat, lecker mit phillipinischem Maishühnchen verköstigt wurde, eine Abkühlung im Pool nahm, um dann mit Grace und den Mädels den Botanischen Garten zu besuchen. Heute war wohl „Nature day“.


Die Kids waren wirklich lebhaft, anhänglich und unglaublich goldig und auch Grace konnte ich etwas besser kennenlernen. Unser Ausflug hat mir sehr gefallen und den kleinen Energiebündeln auch.
Kaum zu Hause und nach Andis vorerst getaner Arbeit, machten wir uns zu zweit auf zu „Gardens by the Bay“ bei Nacht. Wir waren etwas in Eile, da um 20 Uhr 45 eine 15 – minütige Lichtshow starten sollte. Die hatte selbst Andi noch nicht gesehen und war genau so begeistert wie ich. Für den „Cloud Forest Dome“ und den „Skywalk“ hat es zeitlich leider nicht gereicht.



Ein schöner Tagesabschluss war das allemal. Grüßen möchte ich den Joschka, der heute auch einmal wieder ein Jahr älter werden durfte. Lass dich feiern.
05.07.2022 – Für meinem letzten vollen Tag in Singapur hatte ich mir vorgenommen, nochmals „Sentosa Island“ zu besuchen und mich dort spontan für einige Aktivitäten zu entscheiden. Die Auswahl heute war begrenzt, was mir eine knifflige Entscheidung abnahm. Sowohl die „Universal Studios“ als auch der „Cove Waterpark“ waren geschlossen. Dafür hatte ich mit Dienstag den falschen Tag gewählt. So besuchte ich eben das „S.E.A. Aquarium“ und staunte mehrmals nicht schlecht. Zu meinem Glück tummelten sich neben tausenden Meeresbewohnern gefühlt genau so viele Vorschulkinder, deren Begeisterung natürlich keine Grenzen hatte, was sie auch sekündlich lautstark zum Ausdruck brachten. Dass die Glasscheiben nicht geplatzt sind oder mein Trommelfell, wundert mich immer noch. Delphine, Haie, Mantas und diverse andere Fische sah ich zwar schon auf Galapagos im atlantischen Ozean und konnte teils mit ihnen interagieren, aber es war dennoch schön, sie hier hinter der Scheibe aus der Nähe zu betrachten, wie sie ihre Bahnen zogen und wie zum Beispiel die Teufelsrochen schier schwerelos dahingleiteten.



Im Aquarium in Singapur befindet sich die zweitgrößte Schauwand der Welt. Ich verbrachte einige Zeit da und schaute gebannt zu – sowohl den Meeresbewohnern, als auch einigen Großfamilien, die einfach mal so dort picknickten.



Auch die anderen Becken hatten was zu bieten. Es folgt nur eine kleine Auswahl;).









Zum Ende hin ging es durch den zweiten Tunnel, der durch das Haifischbecken führte.




War nicht schlecht, muss ich sagen. Draußen angekommen, musste ich feststellen, dass absolut kein Badewetter herrschte. Den Beachwalk in östlicher Richtung wollte ich dennoch unternehmen. Unterwegs legte ich unter Palmen eine Siesta ein, bevor ich mich aufmachte, den am meisten südlichsten kontinentalen Punkt Asiens zu erreichen. Er befand sich auf einer kleinen, mit einer Hängebrücke verbundenen, Insel.


Ich bestieg einen Turm und hatte gute Sicht auf die rauer werdende See. Es frischte gehörig auf, weshalb ich nicht ewig verweilte, wollte ich doch noch sehen, ob ich vielleicht ein paar Otter entdecke. Denen war es aber wohl ebenfalls zu ungemütlich. Schade. Ich konnte es trotzdem verstehen und machte mich selbst auf den Weg mit der Sentaso – Bahn und der Metro nach „Little India“. Kaum aus der Metro herausgetreten schallmeite es mir im Ohr. Traditionelle Musik lief über die Boxen jedes zweiten Verkaufsshops. Panjabi MC lässt grüßen.
Zwischen allerlei Lebensmittel- und Textilgeschäften fanden sich viele hochkarätige Läden, die kunstvolle Saris, Turbane und prunkvollen Schmuck anboten. Ebenso ließ ich mir von Blumenhändler Watu erklären, warum sein Straßenverkauf so gut lief. Er band gerade Blumen zu einer Kette zusammen. Diese Ketten werden im Hindutempel beim Beten den Göttern als Opfergabe gereicht.


Als der Regen einsetzte, meldete sich mein Magen. Perfektes Timing nenne ich das. Um Abhilfe zu schaffen, probierte ich ein „Dosai Masala“. Man könnte es als gefüllten Sauerteigfladen bezeichnen. Dazu gab es diverse Saucen. Es war Geschmack gefolgt von Explosion, welche darauf durch einen Ingwertee abermals intensiviert wurde.
In „Little India“ herrschte ein buntes Treiben und auch sonst ging es überall sehr farbenfroh zu.

Eigentlich war ich gar nicht so versessen darauf, „Chinatown“ zu sehen, doch war ich nun in der richtigen Stimmung. Und mein vorheriges Bild davon sollte sich ändern. Vordergründig war es im „Chinatown“ Singapurs nicht nur schöner, weniger beengt oder aufdringlich. Die Straßen, Geschäfte, Restaurants waren vielmehr schön anzusehen.




Neben einem buddhistischen Tempel, findet sich unfern eine Hindustätte, sowie eine Moschee. Leider war der Tempel seit Corona für Touristen geschlossen. Durch die massiven Holzwaren hindurch gelunzt, konnte ich Gold- und Jadearbeiten, sowie kunstvolle Holzschnitzereien erkennen.

In der Seitenstraße fanden sich meiner Meinung nach ein paar Highlights, welche dieses „Chinatown“ ebenso besonders macht. Viele Häuserfassaden sind mit Szenen aus dem traditionellen Leben der städtischen Chinesen bemalt.




In den kleineren Gassen finden sich besondere Stillleben. So zum Beispiel die kleinste Bar der Stadt.

Mit ganz vielen Eindrücken konnte ich mich nun auf den Heimweg machen, wo ich die Mädels etwas unterhielt und Grace schon auf mich und Andi wartete, um an meinem letzten Abend den Grill anzuwerfen. Es gab sogar Bratwürste und Kartoffelsalat:). Abschließend war es Zeit, schon einmal Danke zu sagen, für die Möglichkeit bei der Familie zu wohnen, mit ihnen ein wenig Singapur kennen zu lernen und zu erleben. Danke auch für die herzliche Aufnahme, die gute Bewirtung und netten Gespräche. Zipporah, Cleofe und Mayumi bekamen ein kleines Präsent von mir und meine Grüße des Tages gehen natürlich an die gesamte Familie.

06.07.2022 – Es stand das letzte gemeinsame Frühstück an, bevor ich Andi und Familie „Auf Wiedersehen!“ sagen musste.

Gut eine Stunde brauchte ich, um mit dem MRT an den „Changi Airport“ zu gelangen. Mittlerweile darf ich mich echt als Profikenner des öffentlichen Verkehrsnetzes von Singapur nennen. Bemerkenswert ist vielleicht noch, dass in allen Transportmitteln mittels Schildern dazu aufgefordert wird, einerseits nicht zu telefonieren (gut), andererseits aber auch nicht zu sprechen (schlecht). Es herrschte mal wieder eine unheimliche Stille. Die Einheimischen sind da sehr folgsam. Und wenn 50 Menschen im Abteil waren, war genau einer ohne Handy in der Hand dabei. Ratet mal wer! Egal welche Altersklasse, es wird meist gezockt oder Videos in sozialen Netzwerken geschaut.

Anreise und Check In waren problemlos und am Flughafen konnte ich sogar eine tropische Halle mit 100ten Schmetterlingen und zahlreichen Fleisch fressenden Pflanzen besichtigen.


Mein Flug mit Vietjet Air nach Ho Chi Min Stadt ging pünktlich um 13 Uhr 05.