28.06.2022 – Mr. Sun, ein Kollege von Kittiphong hat mich um 10 Uhr 40 auf die Minute am „The Waters“ abgeholt und 100 Minuten später am Flughafen Phuket abgesetzt. Dort half mir, wie allen anderen eincheckenden Passagieren, eine Mitarbeiterin von AirAsia das Online – Gesundheitsformular von Malaysia auszufüllen. Mir ging es am Vortag also nicht alleine so, dass ich einfach nicht zur finalen Einstellung kam. Nachweise zur Impfung musste man dann nicht mal hochladen oder vorzeigen. Am Schalter und später auch bei der Emigration galt wie in den guten alten Zeiten: Ein Mann – ein Wort. Als ich allerdings im Boardingbereich erkennen musste, wozu dies führte, hätte ich es mir gerne weniger lax gewünscht. Im Wartebereich für den Flug nach Indien hat man niemanden mit einer Maske gesehen. Mein Gate war glücklicherweise am anderen Ende der Halle. Pünktlich wurde um 13 Uhr geboardet und 40 Minuten später gestartet. Mit einer Stunde Zeitverschiebung landete ich nach diesem Katzensprung um 16 Uhr 15 am Internationalen Flughafen Kuala Lumpur. Das lief wie bei einem Schweizer Uhrwerk. Toll. Hier hat man eben kein Personal während der Krise abgebaut. Stempel holen, Gepäck schnappen, Geld abheben, Taxi suchen und finden, folgte nach der Landung. Eine weitere Stunde dauerte es, bis ich im Hotel „Maya“, direkt in bester Lage um die Ecke der „Petronas Towers“ im Stadtzentrum Kuala Lumpurs im 19 von 22 Stockwerken mit bester Sicht auf die City einchecken konnte.

Schon auf der Hinfahrt versuchte ich pausenlos die Umrisse der malayischen Twintowers zu entdecken. Nach einer viertelstündigen Fahrt merkte ich, dass es noch 40 Kilometer bis ins Zentrum waren und vertröstete mich auf weitere 15 Minuten, bis ich das erste Mal die Zwillingstütme am Horizont aufragen sah, bevor sie gleich wieder verschwanden. Irgendwie ziehen sie mein Interesse magisch an, obwohl sie nicht mal das größte Bauwerk sind. Der „Merdeka 118 PNB Tower“ unweit das Zentrums ist mit 644 Metern nach dem „Burj Khalifa“ mit satten 830 Metern das zweitgrößte Gebäude der Welt. Da muten die „Petronas“ mit 452 Metern fast schon putzig daneben an. Wäre da nicht die ganz eigene Architektur, die die Zwillingstürme zu was ganz Besonderem machen. Sie sind der Blickfang der Megacity und sollten später nicht nur leuchten, sondern alles überstrahlen.
Erstmal machte ich mich aber auf, meinem Magen eine heimische Köstlichkeit zu gönnen. Ich staunte nicht schlecht, als ich 50 Meter entfernt vom Hotel, im Business-, Banken- und Konsumviertel einen einfachen Streetfoodmarket, umgeben von Wolkenkratzern, vorfand. Da musste ich zuschlagen, bevor es auf meinem Weg zum „Kuala Lumpur Tower“, der immerhin noch 421 Meter aufweisen kann, weiter ging.

Von hier aus hatte man eine herrliche Rundumsicht über die Hauptstadt Malaysias und in zwei „Skyboxen“ auf die beiden anderen Architekturtitanen.






Atemberaubend, einfach atemberaubend. Was der Mensch alles schaffen kann, wenn er seine Energie positiv einsetzt. Und was mich neben der Architektur am meisten beeindruckte, als ich nach einer Verweildauer wieder unten war: Man hört keinen Lärm, weder vom Verkehr noch sonst wo her. Ebenso ist die Luft frisch, es gibt viele Grünflächen und ich fühlte mich in dieser für mich völlig fremden Metropole sicher und gut aufgehoben. So machte ich mich auf, die „Petronas Towers“ nochmals aus der Nähe zu sehen. Und nach jeder Straßenecke bis hin zu den Wasserspielen am Einkaufszentrum „KLCC Suria“, sahen sie beeindruckender aus. Verzeiht mir die Schwärmerei.



Ich würde sagen – Tagesziel erreicht: gut angekommen und einen ersten bleibenden Eindruck verschafft. Bin gespannt, wie es morgen weitergehen wird. Bis dahin grüße ich ganz lieb meine Eltern. Bleibt gesund.
29.06.2022 – In der Nacht hatte ich erstmal festgestellt, dass im 13. Stock eine Großraumdisco ist. Und die hatte Betrieb. Also so richtig. Also bat ich am Folgetag um die Verlegung in ein ruhigeres Zimmer. Nun bin ich statt im 19. (vorne raus) im 21. Stock (hinten raus) unter gebracht. Höher geht’s nicht mehr, aber ob das so viel hilft? Schauen wir mal.

Hier nochmal ein Vergleich: Blick aus dem Fenster beim Aufstehen vs. Blick aus dem Fenster vorm ins Bett gehen.

Das Frühstück war dafür etwas fürs Auge. Reichlich, reichhaltig und reich an Kalorien.







Dennoch kommt hier nix gegen die Wurst vom Hääschdner Metzger Braun an! Das musste jetzt mal nach all den Frühstückserfahrungen aus aller Herren Länder gesagt werden.
Im „7Eleven“ habe ich mir dann mal noch eine Simkarte besorgt und dann bis mittags am Pool entspannt.

Dann informierte ich mich im 200 Meter entfernten Tourismusbüro über Nah- und Fernverkehr, Attraktionen und Aktivitäten. Man drückte mir gleich noch einen Flyer in die Hand, der für eine einstündige traditionelle Musik- und Tanzshow in ihrem Auditorium einlud. Allerhop dachte ich mir. Ein bisschen Kultur schadet ja nicht.


Ein paar heiße Beats waren dabei. Anschließend stand für mich die Welt, bzw. das „Upside – Down – House“ Kopf.


Am Abend ließ ich es langsam angehen – relaxed in außergewöhnlicher Atmosphäre mit außergewöhnlicher Aussicht. Dank Ralles Tipp zog es mich auf die „Heli“ – Bar im „Menara KH“ – Tower. Über der 34. Etage des Bürogebäudes ragt eigentlich ein Hubschrauberlandeplatz auf. Dieser wird allerdings zumeist als Rooftopbar zweckentfremdet, was sich zu 100 Prozent lohnt. Schließlich hat man von hier aus einen noch besseren Rundumblick als gestern vom „Kuala Lumpur Tower“ aus, weil man eben ihn auch noch sehen kann. Zwei Drinks waren im Eintrittspreis mit drin, weshalb ich mir passend einen „Hellium“ (Vodka, Rum, Triple Sec, Pineaple, Lime) und einen klassischen Mojito nebst ein paar Tapas gönnte und gute 2 Stunden dort verbrachte, während ich langsam der untergehenden Sonne, sowie dem Hereinbrechen der Nacht und Aufglimmen der Millionen Lichter der Großstadt zu sah.







Den Abschluss bildete ein Kurzbesuch des Streetfoodmarkts gegenüber meines Hotels, auf dem auch heute wieder Livemusik spielte, bevor ich mich ablegte.
Meine ganz lieben Grüße gehen an Susanne Frank – April. So langsam glaube ich, du warst mir hier und an meinen kommenden Stationen schon längst um Jahre bis Jahrzehnte voraus. Auf alle Fälle freut es mich, dass du Gefallen an meinem Block gefunden hast, mir weitere Tipps gibst und ich dich ein bisschen in deine vergangenen Reisen zurückholen kann.
30.06.2022 – Heute musste ich mein Zimmer im Hotel „Maya“ räumen und orderte mir nach dem Frühstück ein „Grab – Car“ ( = das hiesige Uber), welches mich zum „Negara – Zoo“ brachte. Wenn ich schon einmal hier bin, möchte ich mir die Chance, einen Panda zu sehen, nicht entgehen lassen. Angekommen stellte ich fest, dass der Zoo wirklich riesig war. Ich nenne mal ein paar Highlights: Kängurus, Schwarzhaie, Nilkrokodile, Nashörner, Hippos, Giraffen, Löwen, sibirische und weiße Tiger, Orang Utans, Doppelhornvögel, Humboldt Pinguine, Königscobra und natürlich die Pandabären, welche in einem eigenen Conventioncenter untergebracht waren. Als ich einige Zeit bereits bei den trägen Bären namens „Feng Yi“ ( = Schöner Phönix, Weibchen, 18 Jahre alt) …

und „Fu Wa“ ( = Glückliche Puppe, Männchen, 18 Jahre alt) …

verweilte, erfuhr ich, dass gleich sogar eine Fütterung anstehen wird. Da kam dann langsam, aber immer noch sehr gemächlich ein bisschen Action in die Bude. Schließlich muss ein Panda ordentlich essen. Neben Kraftfutter und Obst verzehrt ein ausgewachsenes Exemplar bis zu 20 Kilogramm Bambus am Tag. In der Lage ist er dazu dank seines „6. Fingers“, welcher eigentlich ein evolutionär erweiterter Handknochen ist und wie ein Daumen funktioniert. Bambus kann innerhalb von 24 Stunden ein Wachstum von bis zu 120 Zentimetern hinlegen. Zwar denkt man immer, dass es sich hierbei um einen Baum handelt, doch in Wahrheit gehört Bambus zu den Gräsern. Weltweit gibt es über 1000 Arten, wobei 300 in China vorkommen und davon nur 25 Arten für einen Panda in Frage kommen, weshalb sich sein natürliches Lebensgebiet auf die „Sichuan Mountains“ beschränkt. Dort leben rund 1600 – 2000 Pandas in freier Wildbahn.





Voll zufrieden war auch ich und war schon am Gehen. Im Souvenirshop kam ich nicht umhin, mir wenigstens ein typisch asiatisch auffälliges Kleidungsstück zu kaufen. Und weil mich die Pandas wirklich fasziniert haben, sollte es eine Mütze werden. Weiterhin dachte ich, ein Selfie damit und den Bären wäre nicht verkehrt. Also drehte ich um und staunte nicht schlecht. Sie hatten sich vermehrt. Da war ein Junges. Über dafür gab es nicht einmal eine Infotafel. Also erkundigte ich mich bei einem Pfleger. „Feng Yi“ und „Fu Wa“ haben einen 3 – jährigen Nachgewuchs gezeugt. So was passiert, gerade in einer Einrichtung, bei Pandas wirklich sehr selten und ist ein Indiz, dass sie sich wohl fühlen. Und ich mich dann in einem Zoo auch.

Im Anschluss an den Zoo „grabte“ ich mir die nächste Fahrgelegenheit zu den „Batu Caves“. An deren Fuße beginnt der Tempelkomplex und wacht die Göttin „Murugan“ (42,7 Meter hoch).


Die über 100 Meter hohe Höhle erreicht man nach der Bewältigung von 272 Treppenstufen und beherbergt den größten Hindutempel außerhalb Indens. Nachdem man sie bestiegen hat, steht man in der von Schreinen, Statuen und Wandbildern gezierten gigantischen Berghöhle, durch deren vereinzelter Deckenöffnungen die Sonne hereinstrahlt. Dazu tropfte es etwas von der Decke und es hallte das Krähen einiger Hähne von den Wänden ab.


Von der Höhle aus kann man weiter in den Felsen hinein gehen und zu einem weiteren Tempel unter freiem Himmel und doch vom Berg eingeschlossen gelangen. Alles sehr beeindruckend.

Für den Rückweg nahm ich den Zug bis zur Zentralstation von Kuala Lumpur und war überrascht, dass dies gleichsam nicht nur Zug-, Nah- und Fernbusverkehr, sowie die Monorail zusammenführt, sondern auch ein gigantisches Einkaufszentrum ist. Stuttgart 21 – so geht das!
Da ich mich noch etwas in der näheren Umgebung umschauen wollte, fand ich mich bald in Chinatown wieder. Davor hatte ich es bereits gerochen. Diese Mischung aus Gebratenem, Vergorenem und Plastik. Chinatown, wo reges Treiben herrscht, die „100%“ original Gutschi – Tasche nebst Froschspießen, Durian und Winkekatzen den Besitzer wechseln. Man muss es mal gesehen haben.



Mit dem kostenlosen „GoKL – Bus“ (verkehrt auf 4 Linien durch den zentralen Bereich der Stadt) kehrte ich Richtung „Maya“ zurück, holte meine Siebensachen ab und wechselte ins Hotel „Melange“, welches im Bezirk „Bukit Bintang“ liegt. Nun war ich hungrig und irgendwie auf „Chinesisch“ eingestimmt. Da kam es mir sehr zu Gute, dass in der Parallelstraße meiner Unterkunft der „Bintang Walk“ ist. Ab 18 Uhr verwandelte sich die Straße zur ziemlich verkehrsberuhigten Zone. Straßenküche reihte sich hier an Straßenküche. Plastiktische samt Stühle wurden aufgebaut. Es blieben weder Plätze noch Mägen leer.


Abschließend grüßen möchte ich Kevin Yang, bevor ich müde, weil viel unterwegs und auf den Beinen gewesen, ins Bett fallen werde.
01.07.2022 – Nachdem mir vorgestern im Tourismusbüro gesagt wurde, dass seit Corona keine Walking Tour mehr stattfindet, nutzte ich die „Ronda – KL“, eine quasi „Hop on – not hop off“ – Rundfahrt durch die Stadt mit Erklärumgen über den Lautsprecher zu bedeutenden Gebäuden, Einrichtungen, Märkten und Denkmälern, sowie kurzen Fotostopps. In der zweieinhalb Stunden Fahrt passierten wir u. a. die Punkte: Chinatown, Central Market, Little India, Nationalmuseum, Nationalparks, Botanischer Garten, Nationalmoschee, Kuala Lumpur City Center oder den Merdera Platz. Viel verstehen konnte ich durch die Boxen nicht. Malayisches Englisch ist nicht nur wahnsinnig schnell, sondern auch genuschelt. Dennoch, auf dem Oberdeck konnte ich mich durch die geschäftige Metropole beruhigt gelassen treiben lassen. Rechts und links türmtem sich bisweilen die Wolkenkratzer auf und auch sonst gab es was zu sehen.





Nach der Tour hab ich nach etwas Street Art Ausschau gehalten und einfach mal so meine eigene Walking Tour gemacht.








So langsam musste ich mir ein paar Gedanken zur Weiterreise machen und Informationen einholen. Morgen geht es wohl entweder mit dem Zug oder dem Bus auf nach Malakka.
Geburtstagsgrüße sende ich dem guten Timo. Herzlichen Glückwunsch zur Clubmitgliedschaft. Wünsche dir das Beste.
02.07.2022 – Eigentlich sollte es mit dem Bus nach Malakka, das auf halbem Weg nach Singapur gelegen ist, gehen. Malakka wurde als erste Kolonialstadt Malaysias von den Portugiesen gegründet und liegt direkt an der Küste. Mit Sack und Pack lief ich zur Tramstation, um mit der Monorail zum Zentralbahnhof zu fahren. Dort sprach mich aus dem Nichts ein älterer Herr an und erkundigte sich nach meinem Weg. Ebenso bot er mir seine Hilfe an. Als Renter habe er ja Zeit, sagte er. So lob ich mir das. Leider musste ich mit Herrn Ung an diversen Schaltern feststellen, dass die Fernbusse von einer anderen Station abfuhren, weshalb er mir bei der Anschlussbahn half. Diese bestiegen, traf ich erneut auf einen netten Herrn, der sich nach mir erkundigte, ein paar Tipps zu Malakka gab und Auskunft über die Weiterreise nach Singapur. Aufgrund der teils sehr teuren Flügen gegen Ende der Woche reifte in mir der Gedanke, Malakka vielleicht zu streichen. Nachdem ich an der Station „Bandar Tasik Selatan“ ausstieg, fragte ich nach dem Busterminal, worauf mir der freundliche Herr Nr. 3 mitteilte, dass er dort auch hingeht, mir den Schalter und die beste Busfirma zeigen könne. Gesagt, getan. Mittlerweile und nach Absprache mit Andi, den ich in Singapur besuchen werde, war die Entscheidung gefallen. Ich holte mir ein Busticket für 50 RM, was ungefähr 11 Euro sind, ließ meine Buchung für die Unterkunft in Malakka verfallen und war 15 Minuten später im Bus der Firma „StarMart“ auf Logensitz Nr. 1 unterwegs. Neben mir reiste ein Pärchen mit Baby. Zu Beginn konnte ich nicht deuten, ob sie englisch oder gar deutsch sprachen. Beim Baby kam auf alle Fälle auch nur Kauderwelsch;). Englisch war es auch nicht. Ich habe dann mal Kekse angeboten und im Gespräch herausgefunden, dass er aus Wales und sie aus Deutschland stammt. Dewi, Isabelle und der kleine Macsel waren nun auch schon 8 Wochen in halb Asien unterwegs und gaben mir tolle Reisetipps, gerade was das Kommen von A nach B mit dem Zug und dem Bus und die Einreisemodalitäten angeht.

Nach 5 Stunden und zwei Pausen kamen wir an die Grenzen. Das Verlassen Malaysias, wie auch Betreten Singapurs verlief ohne Probleme. Lediglich eine längere Wartezeit mussten wir bei der Immigration aufwenden und nach unserem Gefühl hat der Busfahrer auch nicht mehr alle Leute weiter mitgenommen, nachdem wir schon eine dreiviertelstunde warteten. So kamen wir erst gegen 17 Uhr 30 am „Golden Tower“, der Endstation, an. Ich verabschiedete mich und ließ mir ein Grab ordern, wechselte meine Ringgit in Singapurdollar und war nochmal gut eine halbe Stunde auf dem Weg zurück zu Andreas Feith und Familie unterwegs.
Ganz liebe Grüße gehen an dieser Stelle an alle freundlichen und hilfsbereiten Auskunftgeber, die ich auf meiner Reise kurzzeitig getroffen habe. Weiter geht der Tag im Beitrag „Singapur“.