19.06.2022 – Mit dem Speedboat verließen wir Krabi um 11 Uhr und landeten 80 Minuten später am Pier in Phuket an.

Nach gut einer dreiviertelstündigen Fahrt erreichten wir auf der Westseite des Landzipfels Pattong und das „Hotel Clover Patong Phuket“. Leider mussten wir geschlagene 80 Minuten ausharren, da eine Großgruppe zum Ärztekongress des Saudi Arabisch – Deutschen – Krankenhauses in Dubai vor uns am Schalter gerade angereist war, bis wir endlich auch einchecken durften.
Danach erkundeten wir die nähere Umgebung und fanden die „Bangla Walking Street“, welche sich schnell als eine Mischung von der Hamburger Reeperbahn und Kleinmalle herausstellte. Uns war sofort klar, das werden wir uns nochmal in den Abendstunden anschauen und Phuket Patong pulsiert um einiges mehr als Krabi. Die Abwechslung macht’s.
Der weitere Weg sollte uns an den Strand führen, endlich in der Sonne entspannen.

Auch hier war reger Betrieb, auch in Sachen Wassersport. Jetski, Bananenboot, Wasserski, … und Gleitschirmfliegen. Letzteres war schon verrückt, weil nicht nur der Kunde am Schirm angeschnallt war, sondern ein Mitarbeiter sich beim Abheben mit raufschwang und ungesichert in luftiger Höhe im Schirm herumturnte und mit seiner Gewichtsverlagerung die Höhe regulierte.

Ich hatte einen vom Speedboot gezogenen Gleitschirmflug über dem Meer bereits auf Kreta und habe mir erstmal eine Massage gegönnt. Am Strand fand sogar das „Rock on the Beach“ – Festival statt. An mehreren Foodtrucks haben wir uns verköstigt und die Sonne überm Meer untergehen sehen.





Euphorisch von der Band nach vorne gepeitscht, wurde es nun Zeit, zur Partymeile aufzubrechen. Dort angelangt und einmal drüber marschiert, konnte man gar nicht anders, als von einer Bar aus, ein bis zwei Augen zu stellen und dem frivolen Treiben zuzusehen.



Die Straße bot auf alle Fälle schillerndes Nachtleben jedweder Couleur. Man konnte teils einfach nicht wegschauen, auch wenn man manchmal selbst etwas verstört war. Zudem wurde der Kampf um zahlende Kundschaft mit harten Bandagen geführt. Überall wird mit Abzockangeboten gelockt und wenn die nicht ziehen, zerren die Anheizerinnen an den Vorbeilaufenden. Man glaubt gar nicht, welch ungeheure Kraft eine 1,45 Meter Thaifrau entwickeln kann, wenn es um den Umsatz geht. Was nicht jugendfrei war, spare ich an dieser Stelle lieber aus.
Ganz herzliche Geburtstagsglückwünsche wollen wir heute der lieben Theresia senden. Schade, dass wir nicht bei dir sein konnten. Aber das holen wir dann bei Zeiten nach.
20.06.2022 – Weil uns unser Zimmernachbar fortwährend bis 5 Uhr morgens immer mal wieder wachgehalten hatte, haben wir unseren Wecker nicht gehört und verschlafen. Mehrfach hatten wir um Rücksichtnahme gebeten. Hat ihn wohl nicht interessiert. Nochmal lassen wir das so nicht durchgehen. Frühstück haben wir immerhin gerade so noch bekommen und schlurften kurz zum Dachterassenpool, bis der erste Regen des Tages einsetzte. Daher legten wir einen Zwischenstopp im Zimmer ein, trauten uns danach bei aufkommender Sonne und Abholung unserer Kleidung aus der Wäscherei an den Strand. Betrieb war dort nicht wirklich, weshalb ich die Chance nutzte und mir einen Jetski auslieh. Nach anfänglichem Herantasten gab ich Stoff und fühlte mich beim Wheely drehen und Herausbeschleunigen wie Jürgen Drews im Kultstreifen „Ballermann 6“.


Mit dem Anlegen hat es erneut angefangen zu regnen, weshalb wir erstmal den „The Coffee Club“ aufsuchten und dort mehrere kleine Schauer ausharrten, bis wir abermals an den Strand konnten. Schnell sah es nach noch mehr Regen aus, sodass wir gerade noch trockenen Fußes ins Hotel kamen, um von unserem Zimmer aus den nächsten, weitaus heftigeren Regenguss betrachten zu müssen. Heute merkten wir wirklich, dass wir in der Regenzeit sind.
Gefuttert haben wir einen deliziösen Wagyu – Hawaii – Burger, bevor ich zum Thaiboxen ins „Patong Boxing Stadium“ aufbrach.

7 Kämpfe, 14 Kontrahenten, 120 Minuten Fight – Night, eine Menge Schweiß, aber keine Tränen. Als Gentlemen – Sport lässt sich das Muaythai sicherlich nicht bezeichnen. Meist gab es nach anfänglichem Beschnuppern und Abtasten ungebremst auf die Glocke. Aber so richtig. Ein Wunder, dass kein Blut floss und es nur ein K.O., dafür ein absolutes in der 1. Runde des Hauptkampfes gab. Und dabei hat ausgerechnet ein Ami einen Thai zu Boden geschmettert.

Auf dem Platz neben mir saß Tim, ein Hotelmanager aus der Schweiz, der auf Kho Yai arbeitet und mit der Entourage zweier Kämpfer von dort angereist war. Da er selbst hobbymäßig Thaiboxen betreibt, konnte er mir das ein oder andere erklären und mir auch sonst einige Tipps für meine Weiterreise geben. Also dafür Tim, liebe Grüße heute an dich.
21.06.2022 – Die Nacht war wieder der Horror. So langsam schwindet mein persönliches „Herz für Inder“. Einfach unverschämt, bis in die Puppen im Zimmer rumzublöcken, dass man aus dem Schlaf aufschreckt, sofern man ihn endlich einmal mit Hörspiel auf den Kopfhörern gefunden hat. Auch das Anklopfen und Erbeten von Ruhe durch das Personal verlief so schüchtern, dass sowohl das Personal als auch wir noch beleidigt wurden. Unfassbar! Und die Spitze des Eisbergs, wir sollten nachts unser Zimmer zum Schlafen wechseln, statt den Randalierern Einhalt zu gebieten. War aber bestimmt erstmal besser so. Am Morgen haben wir die Situation für uns am Schalter in der Lobby klargestellt und nach dem Frühstück ein Upgrade für das Deluxe Zimmer bekommen. Das entschädigt uns dann hoffentlich für die schlaflosen Nächte und antriebslosen Tage, an denen wir nicht wirklich was aufgrund von Müdigkeit unternehmen konnten oder wollten. Das neue Zimmer sah zumindest sehr vielversprechend aus und sollte unsere Stimmung noch heben.
Mittags wollten wir wegen des schlechten Wetters zumindest ein bisschen Shoppen gehen. Jedoch waren beide nahegelegenen Malls geschlossen. Genau wie viele Hotels haben sie nicht überlebt oder müssen erst noch renoviert werden. Corona setzt den Thais wirklich zu und macht das Leben hier ziemlich hart, da man vom Tourismus enorm abhängig ist.
Nach einem Spaziergang aßen wir einen Snack in einem Strandrestaurant, als erneut und plötzlich starker Regen einsetzte. Davor konnte ich immerhin noch zwei angespühlt gestrandete Fische zurück ins Wasser bringen.
Im Hotel angekommen, genossen wir dann unseren neu gewonnenen Luxus in vollen Zügen.


Anschließend ging es an unserem letzten Abend in Patong nochmals in die Partymeile.
Unsere Feiergrüße darf sich heute der Straßer in Kanchanaburi gönnen. Ein Hoch aufs Amt;).
22.06.2022 – Hotel- uns Ortswechsel waren angesagt. Nach Frühstück und Check out im „Clover“ in Patong checkten wir im „Novotel Karon Beach Phuket Resort and Spa“ ein. Erst hatte man uns allerdings das falsche Zimmer zugeteilt und über Agoda, die Buchungsagentur, musste eine Klärung erfolgen. Auf unseren Privatpool wollten wir nicht auf Weiteres verzichten.

Die Lagune Karons, sowie der Strand waren gleich auf der anderen Straßenseite, sodass wir das heute wieder schöne, regenfreie Wetter nutzten und uns in die beachtlichen Wellen stürzten.



Ein bisschen gammeln war natürlich auch drin, bis wir am frühen Abend verfrüht abgeholt wurden. Dafür durften wir an zwei anderen Hotels insgesamt 30 Minuten auf die anderen Gäste warten, die noch nicht fertig waren, weshalb unser Fahrer, inklusive wir, diese jeweils zweimal ansteuern durfte. Wir buchten für heute die Show „Fantasy of a Kingdom“ im „Phuket Fanta Sea“ – Themenpark, in dem wir dann letztendlich kurz nach 18 Uhr ankamen. Es wurde uns Großes versprochen. Die beste Show Thailands! Award – Gewinner! Las Vegas – Style! Spektakuläre Darstellung der Geschichte und Kultur Thailands. Also genau Meins! Steffis weniger. Aber vielleicht sollten sie ja die magischen Illusionen, die 4D – Effekte, Ballett, Akrobatikeinlagen, Pyrotechnik, waghalsige Stunts oder die 30 mitwirkenden Elephanten vom Hocker reißen!? Vom Hocker bzw. dem Sitz riss es uns beide tatsächlich. Und zwar mindestens 30 Minuten lang, weil auch während der Aufführung immer wieder Leute in den Theatersaal verspätet kamen, ihren Sitz suchten, sich irgendwo hinsetzten, dann den Platz wechseln mussten, dann wieder vor uns herum liefen, herum blökten und überhaupt nicht registrierten, dass sie sich mehr als störend verhielten. Ein „Entschuldigung“ hörte man nicht und die Show ging völlig unter. Wir haben nichts mitbekommen, den Theatersaal verlassen und uns anschließend mit dem Management und der Buchungsagentur herumschlagen müssen. Das Ergebnis: Team Feith/Lehrmann 1 – Companys 0. Wir bekamen immerhin unser Eintrittsgeld zurück. Das bessere Eintauchen in die thailändische Kultur blieb uns aber dadurch weiter verwehrt. Der Themenpark teilte sich ansonsten in ein Kinderparadies, Shops gigantisches Restaurant und das Theater auf. Manches war dabei ganz schön anzusehen. Das darf man dann gerne zugeben.




Die Rückkehr verlief auch nicht ohne Zwischenfälle. Das zog sich heute quasi wie ein Roter Faden durch. Die eine Familie fand sich nicht am Abholpunkt ein, weshalb wir weitere 35 Minuten warten durften, bis unser Fahrer entschloss, da er sie ebenso telefonisch nicht erreichen konnte, uns und ein weiteres Paar schon mal zurück ans Hotel zu bringen. 40 Minuten hat das in unserem Fall gedauert. Mit viel Galgenhumor haben wir den Tag beendet und haben dem Fahrer ein sattes Trinkgeld zugesteckt, damit er vielleicht noch einen etwas versöhnlichen Arbeitstag hatte.
Ein Gruß an alle ehrlichen Taxifahrer der Welt, v. a. aber an Frank, unseren Newcomer – Surferdude. Die Wellen in Karon hätten dir sehr gefallen. Hang loose;).
23.06.2022 – Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Und wenn man nicht ganz genau aufpasst, pickt er auch das Frühstück vom Teller. Dreiste diebische Elster! Bei mir im Halbschlaf hatte er zumindest leichtes Spiel. Um 8 Uhr 45 war ich abfahrtbereit, wurde pünktlich von einem Taxi am „Novotel“ abgeholt, nur um dann wieder eine halbe Ewigkeit vor einem Hotel in Patong auf Mitfahrer zu warten, welche letztendlich gar nicht auftauchten. Am Schluss sah es dann so aus, als ob ich der Grund für die verspätete Weiterfahrt wäre, als ich in einen Shuttlebus umsteigen sollte. Na prima. Kurz danach, durfte erneut gewartet werden. Das soll jetzt nicht falsch rüberkommen, aber bisher haben sich manche Menschen bestimmter Nationalitäten nicht gerade mit Ruhm bekleckert, sondern sind durch unhöfliches, lautes, egoistisches, unhygienisches und respektloses Verhalten aufgefallen. Selbst unser Guide beschwerte sich darüber insgeheim bei mir, denn, nach Außen hin, zeigen die Thais Höflichkeit und Nachsicht. Klare Kante wäre, gerade auch für andere Urlauber, bisweilen angebrachter.
Als dann alle eingesammelt waren, folgte eine zweistündige Fahrt durch starken Regen, bis wir am „Suwankuha Temple“, für Touristen nur „Monkey Cave“, aufgrund dort lebender Affen, genannt, den ersten Stop einlegten. Während die hohe Tropfsteinhöhle seit 2000 Jahren existiert, findet sich dort eine heilige Stätte dort lebender Mönche seit rund 250 Jahren. Die Thais bringen ihnen Essen und den Göttern an mehreren Altären Opfer dar.




Während die Touristenströme ankamen, zogen sich die Mönche in ihr Kloster zurück. Leider erfährt man als Tourist bei den meisten Sehenswürdigkeiten fast nichts, da es keine Erklärtafeln oder eine Ausführung des Guides gibt. Viele Reisende machen lediglich ihr Foto und gehen wieder. Als kulturell Interessierter kann ich mit beidem nichts anfangen und war etwas enttäuscht. Von daher habe ich versucht, noch etwas mehr zu erfahren und eine Fremdenführerin ausgefragt. Man will ja nicht alles im Internet recherchieren müssen, wenn man schon einmal vor Ort ist.
Wenige Minuten Fahrt entfernt stieg ich mit 31 weiteren Personen am „Kasom Pier“ auf ein Longtailboat zu, welches uns durch den Nationalpark „Phang Nga Bay“ nach „Koh Panyee“, einem muslimischen Fischerdorf, welches hinter einem steil aufragenden Kreidefelsen auf Pfahlbauten errichtet wurde.





Das Dorf bevölkern mehrere Tausend Menschen. Viele leben nicht nur vom Fischfang, sondern vor allem vom Tourismus. Ausflugsrestaurants reihten sich wie unzählige Souvenirshops aneinander. So nahmen wir dort unseren Lunch ein. Mittlerweile hatte ich mich mit Emma und Kevin aus Dublin zusammen gefunden und etwas Zeit verbracht. Nach dem Essen war etwas Zeit, durch die engen Gassen und über die Hochstege zur Moschee und der Schule, der ich eine kleine Spende dagelassen habe, zu gehen.
Nach dem Mittagessen wurden wir auf „Khao Phing – Kan“, die „James Bond – Insel“ gebracht. 1974 wurde auf dem kleinen Eiland „007 – Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht.



Im Anschluss hatte man die Wahl, ein Kanu zu besteigen und durch eine Höhle auf „Tatu Island“ zu rudern, bzw. sich rudern zu lassen. Nicht selbst paddeln zu dürfen, war Emma, Kevin und mir ein bisschen zu lahm, sodass wir darauf verzichteten und uns lieber unterhielten.
Nach dieser letzten Aktion traten wir die Heimfahrt an. Um 18 Uhr 30 kam ich im Hotel an und wer sich als aufmerksamer Leser gerade fragt, wo Steffi eigentlich bei dieser Episode war – die hatte Gammeltag und mich dort mit einer angehmen Überraschung in Empfang genommen. Nach vergangener Nacht kam uns nämlich der Gedanke, dass man uns bei der Zimmervergabe absichtlich eine andere Variante zugeteilt hatte. Es roch etwas modrig und die Bettwäsche war ein wenig klamm. Dies hatten wir allerdings erst gestern spät festgestellt. Während ich auf Tour war, hat Steffi unser nächstes Update klar gemacht. Nun residieren wir zwei Nächte in der „Paradise Suite“ auf 52 weitläufigen Quadratmetern mit Balkon, freistehender Wanne, Wohnzimmer und Schlafzimmer mit Poolblick – quasi (fast) besser als zuhause in Mainz.





Das nehmen wir doch gerne mit. So lässt es sich urlauben.
Nachdem wir vor Kurzem unser 20 – jähriges Jubiläum zusammen feiern durften, gehen meine heutigen Grüße in Gedenken an unser 007 – Abimotto an alle meine Mitstreiter des Jahrgangs 2002 des Ottfried von Weißenburg – Gymnasium Dahns.
24.06.2022 – Nichts ist in den letzten Tagen beständiger als bescheidenes Wetter. Auf der „City – Tour Phuket“, wobei es dabei eher im Umland umher ging, hatte man dies in aller Härte zu spüren bekommen. Vom „Karon Viewing Point“ aus war die Sicht schon gut getrübt, bis urplötzlich der Regen über uns hereinbrach.

Oft von Patong und Karon aus gesehen, konnte als Nächstes der „Big Buddha“ aus der Nähe betrachtet werden. Er liegt auf dem höchsten Punkt Phukets und sollte normalerweise auch den besten Blick darüber geben. Sofern es klar wäre, würde er das. Nichtsdestotrotz thront diese 11. größte Buddhastatue mit 45 Metern Höhe gefühlt über der Erde und schwebte heute in den Wolken und strahlte für mich Zufriedenheit und Gelassenheit aus. Irgendwie erhaben und doch bescheiden.


Der Bau läuft zwar schon seit den beginnenden 2000er, ist allerdings noch nicht fertiggestellt. Es wird immer so weit gebaut und mittlerweile restauriert wie Spendengeld vorhanden ist. Nach dem Tsunami wurde das gesammelte Geld für wohltätige Zwecke gespendet. Und nun in der Coronakrise fehlt es natürlich auch an jeder Stelle.

Da hilft es vielleicht, die besten Wünsche dazulassen.

Im Anschluss sollte ein Baby – Elephant gefüttert werden. Da habe ich mich lieber enthalten.

Eigentlich hatte ich auch nur den Buddha und den „Chalong Temple“, an den es daraufhin ging, gebucht. Es ist der größte Tempelkomplex Phukets und zeigt im Innern des Hauptgebäudes das Leben und Wirken Siddarthas.






Auf der obersten von drei Plattformen hatte man einen guten Blick über die Anlage und in einem Nebentempel konnte ich mir die Gebetsrituale und Blattgoldspenden ansehen.
Auf der folgenden Cashewnut – Farm wurden kurze Einblicke in die Produktion gegeben. Die thailändische Cashewnuss ist erstmal giftig, muss gut austrocknen und per Hand geknackt werden. Die Nuss muss vorsichtig, ohne sie zu berühren, aus dem Gehäuse geholt werden und nochmals trocknen, bis sie dann mit Geschmackspulvern wie Wasabi, BBQ, Limone, … veredelt und teuer angeboten wird.


Es folgte die Honigfarm, ein Tasting und natürlich kaufen, kaufen, kaufen (sollen). Wie im folgenden Souvenirshop. Da bin ich dann erst gar nicht reingegangen. Aus meiner Heimankunftszeit von 17 Uhr, wurde mir nun vorsorglich 18 Uhr 30 gesagt. Und als abschließendes Highlight durften wir 6 Minuten eine Straße in der Altstadt entlang laufen. Dafür standen wir doppelt so lange im Feierabendverkehr, um überhaupt erst auf diese Straße zu gelangen.
Leider war das ebenso unser letzter gemeinsamer Abend, bevor Steffi morgen nach Mainz zurückkehren wird. Einer muss halt die Brötchen verdienen. Also waren wir noch an der Poolbar, etwas essen und gönnten uns eine Thaimassage. Ein letztes Mal zusammen grüßen wir Chrissi, die Steffi morgen die Rückankunft versüßen wird.
25.06.2022 – Unser zuverlässiger Fahrer Kittiphong wartete pünktlich auf uns um 5 Uhr 45 in der Lobby des Novotel, um Steffi an den Flughafen Phuket und mich im Anschluss nach Khao Lak zu eskortieren.

Am Flughafen angekommen, erwartete uns kurz ein kleiner Schock, da auf einem Bildschirm Steffis Flug nach Frankfurt als gecancelt angezeigt wurde. Nach anfänglicher Verwirrung klärte sich am Schalter von Thai Smile auf, dass es sich lediglich um den vor einem Monat buchbaren noch möglichen Direktflug von Phuket nach Frankfurt handelte. Als wir gebucht hatten, gab es allerdings eh‘ schon keinen Direktflug nach Deutschland von Phuket aus, weshalb wir für Steffi sowieso einen Flug über Bangkok zurück gebucht hatten. Also, alles halb so wild. So musste ich meine Süße am Schalter, wenigstens beruhigt, aber schweren Herzens alleine lassen und die Weiterreise antreten.
Kittiphong brachte mich sicher bis kurz nach 8 Uhr ins „The Waters Khao Lak by Katathani“, in das ich nicht so früh einchecken durfte, sondern ungefragt und direkt ein Upgrade in eine Suite bekam. Das Hotel machte zu Beginn einen tollen Eindruck. So kann es weitergehen. Es liegt allerdings daran, dass bisher kein Hotel nur annähernd ausgebucht ist oder manche gar nicht erst in der Nebensaison öffnen. Noch so vieles ist wiederauzubauen und ins Laufen zu bringen. Gerade in Khao Lak, welches noch verschlafener als die bisherigen Orte erscheint, wirkt sehr von der Coronakrise gebeutelt.

Der momentan spärliche Tourismus kurbelt nur bedingt die Wirtschaft an und für die Einheimischen heißt es: durchhalten und hoffen, die wirtschaftliche Existenz bis in bessere Zeiten bewahren zu können. Unterstützung vom Staat ist hier natürlich nicht gegeben. Kein Wunder, der Monarch kümmert sich eigentlich kaum um sein Volk und residiert lieber in Bayern, statt die eigene Bevölkerung zu stärken. Auch das ist ein Grund, neben hohen Gebühren, warum private Anbieter von Gasthäusern gar nicht erst öffnen.

So ergeht es etwa Jam, eine Bekannte von Tobi B., welche ich nach meinem zweiten Schläfchen bei ihr Zuhause getroffen habe. Sie besitzt zusammen mit ihrem Mann Deng (pensionierter Lehrer) das „Asiana Guesthouse“, war überaus freundlich und hilfsbereit zu mir und versorgte mich direkt mit frischen Früchten aus dem heimischen Garten. Zudem organisierte sie für mich meinen morgigen Ausflug, bot mir ihren Roller für Ausflüge an und ließ mich gleich einmal Probe fahren. Wir hatten eine wirklich nette längere Unterhaltung und ich freue mich, sie die Tage wieder zu treffen.
Ich passte daraufhin die Sonnenphasen ab, um einen ausgedehnten Spaziergang am Strand und später zum „Tsunami Memorial“ zu machen.





Die See ist seinerseits hier rauer als in Krabi oder Phuket. Vom Schwimmen wird abgeraten. Einige Surfer trauten sich dennoch raus. Ansonsten war man mutterseelenallein, wodurch es einem leicht fiel, in die Weite des Meeres, abzutauchen. Die Harmonie des Wellenrauschens und gleichzeitig die unbändige Kraft des Wassers ließen mich bereits beim Spazieren an den Tsunami 2004 denken. Wohl wissend, dass ich mich wenig später an der Gedächtnisstätte befinden würde, brachen die TV – Bilder nochmals auf mich ein.


Kaum vorstellbar, wie urplötzlich das Unglück über die Menschen am 26.12.2004 hereinbrach. Eine kleine Ausstellung am Memorial zeugte ebenfalls von dem grausamen Geschehen, der Zerstörung, des Verlustes, der Not und dem Leid der Betroffenen. Ihren Ursprung nahm die 10 Meter hohe Riesenwelle vor der Küste Indonesiens, wo sie weitaus verheerendere Folgen verursachte wie im weit entfernten Thailand und im Speziellen in Khao Lak. Die Monsterwelle traf hier mit 500 km/h auf das Land und spülte alles weg. Das Polizeiboot 831 zum Beispiel wurde 2 Kilometer ins Inland befördert und liegt heutzutage zum Gedanken neben dem Denkmal und dem Tsunami – Musuem.

Um den Kopf frei zu bekommen, besuchte ich den örtlichen „Bangniang Market“ und gönnte mir leckeres Thaifood.

Ich hatte Glück, er findet nur dreimal die Woche statt (Mo, Mi, Sa). Meine Wäsche musste ich auch mal wieder in professionelle Hände geben und genoss ansonsten den Abend im Hotel und entdeckte das Nachtschwimmen für mich. In dem einladend großen Pool vor meiner Suite zog ich ein paar Bahnen und relaxte etwas am Beckenrand.


Herzliche Glückwünsche zur Hochzeit gehen an Semmel und Madeleine. Cheers to you.
26.06.2022 – In der Früh wurde ich als erster für eine Dschungeltour im „Khoa Sok – Nationalpark“ abgeholt. Überraschung: keine Inder, keine Araber, lediglich 6 Franzosen begleiteten mich. Also verkürzte sich die Wartezeit für mich nach Savor – Vivre – Standard im Vergleich zu den vorherigen Ausflügen. Guide Con brachte uns zuerst auf einen lokalen Markt, dann zu einem buddhistischen Tempel zum Affen füttern. Immerhin erklärte er später einiges zur Natur. Wir hielten zwischendurch an einem Wasserfall und hatten einen herrlichen Blick in die Ferne über einen kleinen Teil des „Khao Sok – Nationalparks“.


Im Zweitberuf züchtet Con übrigens „Magic Mushrooms“ (, die am besten in Kuh- und Elephantendung gedeihen) und baut sein eigenes Gras an. Beides verkauft er auf dem örtlichen Markt. In Thailand gehören Marihuana und halozinugene Pilze zu den erlaubten konsumierbaren Drogen. Dass er sein Handwerk versteht und seinem Stoff vertraut, stellte er uns mehrfach während der Tour unter Beweis.
Das erste Highlight folgte: eine Bambusfloßflussfahrt. Über kleine Stromschnellen hinweg wurde ich den Fluss entlang durch den Dschungel gelenkt. Rechts und links türmten sich die Felsen aus dem dicht bewachsenen Urwald auf.



Es herrschte eine friedvolle Stille, einzig durchdrungen von dem Gezwitscher verschiedener Vögel und dem Plätschern des Flusses. Die Sonne brannte ausnahmsweise, weshalb wir den Schatten suchten, falls vorhanden. Dort hing einmal eine Schlange (wohl eine Python) über uns im Baum – und blieb freundlicherweise dort hängen.
Auf einer kleinen Insel wartete jemand auf uns, der bereits Wasser in einem Bambusrohr über dem Feuer zum Kochen gebracht hatte und uns wahlweise Kaffee oder Tee zubereitete. Thailand ist meiner bisherigen Erfahrung nach wirklich nicht für guten Kaffee bekannt, weshalb ich mich auf einen Jasmintee im Bambusrohr freute.

Den Becher bekam ich danach sogar geschenkt und wir setzten die Fahrt fort, um Fische zu füttern, bis wir nach gut einer Dreiviertelstunde an einer Kautschukplantage anlegten. Geschnitten wird der Baum nur nachts bis in die frühen Morgenstunden, da die zu heiße Tagestemperatur das Herauslaufen des Kautschuksekrets verhindern würde.

Was ich überhaupt so in der Form nicht erwartet hätte, war das grandiose Essen zum Lunch und somit mein zweites Tageshighlight. Geschmacksexplosionen pur. Das Bild darf ansonsten hierbei ganz für sich sprechen.

Gespeist wurde im „Treehouse – Restaurant and Cabins“ nebst Dojo (Kampfsporttrainingszenter) des Silbermedaillengewinners im Thaiboxen bei den Olympischen Spielen von Athen 2004 bei strömendem Regen. Dies bereitete zusammen mit der Location und dem Essen eine wirklich tolle Atmosphäre.
Das dritte und wahrlich beste Highlight folgte sogleich nach der grandiosen Stärkung. Im „Thongsuk Elephant Park“ durfte ich Elephanten ganz nahe kommen. Von den rund 8000 in Thailand lebenden asiatischen/indischen Elephanten leben rund die Hälfte in freier Wildbahn und werden jeweils über einen GPS – Tracker verfolgt. Die Population darf nicht zu groß werden, da sonst die Landwirtschaft zu stark leidet. Deshalb wird der andere Teil domestiziert, um wie früher bei schweren Bau- und Aufräumarbeiten zu helfen, in Elephanten – Stationen mal besser mal schlechter gehalten oder für den Zrikus oder Shows zweckentfremdet. Mir war es vorneweg wichtig, eine Station zu besuchen, in der Aufklärung über die Tiere betrieben wird, sie zwar trainiert, aber gut gehalten werden und kein Elephantenreiten stattfindet. Obwohl ein asiatischer Elephant, der selbst 3 Tonnen wiegen kann und in der Lage ist, schwere Lasten auf seinem Rücken zu tragen, hört man bei solchen „Aktivitäten“ zu sehr von verabreichten Stockhieben. Das unterstütze ich nicht. Auch als vergleichsweise Federgewicht nicht. Ein guter Mahout, so heißen die Elephantenführer, schafft es mit einfachen gesprochenen Kommandos, das Tier zu lenken oder muss mit seinem Stock nur eine ganz spezifische Stelle des Elephantenkörpers leicht berühren. Ganz früher wurden die Kolosse als Kriegsmaschinen benutzt und oft siegte die Partei mit den meisten Tieren in den Reihen. Zudem werden sie im Buddhismus und Hinduismus als heilige Tiere (v. a. weiße Elephanten) verehrt, oder gar als Gott (Ganesha). Majestätisch wirkten sie auf jeden Fall. Uns wurde ein 8 – jähriges, verspieltes Baby namens Won Dee und die 40 – jährige Pum Pong vorgestellt. Letzterem, quasi mein Jahrgang, bereitete ich Kraftfütterbälle zu und durfte sie füttern.

300 Kilogramm Futter kann so eine ausgewachsene Elephantendame im besten Alter täglich bis ins Hohe Alter von rund 80 Jahren locker vertilgen. Auch fast wie ich;). Danach ging es zur Beautyfarm. Wir verabreichten den beiden Dickhäutern zuerst eine ordentliche Schlammpackung, bevor es danach zum Baden und sauber Schrubben ging.





Nach dem erlebten Spa waren Tiere wie wir mehr als nur gut gelaunt. Bananen gab es oben drauf. Won Dee quitierte die Behandlung mit einem standesgemäßem „Töröööö!“ und legte aus lauter Freude noch ein kleines Tänzchen hin. Alles in allem war es ein wunderschönes Erlebnis. Ich habe die Mundwinkel lange nicht in eine entspannte neutrale Position wieder runter bekommen. Doch irgendwann mussten wir gehen.
Nachdem die Franzosen abgesetzt wurden, trug ich noch eine Bitte an Guide Con und Fahrer Denn an. Entlang der Strecke sollte sich ein Graffiti vom thailändischen Künstler Alex Face (eigentlich Patcharapol Tangruen und auch Jahrgang 1981) befinden, welches ich mir gerne anschauen wollte. Ich bot einen Obulus und wir machten einen Abstecher in die Wildnis zwischen „Khuk Khak Beach“ (Der heißt wirklich so!) und dem „Memories Beach Khao Lak“. Ähnlich wie beim Mainzer „Traurigen Mädchen“ finden sich seine Werke oft in einer Umgebung, die mit der Bildaussage in bestimmtem Kontext steht. Ebenfalls zeigt er immer eine bestimmte Figur: Mardi, ein Kind im Tierkostüm (meist Hase) mit dritten Auge, welches den Geist darstellen und den Blick in eine andere Dimension weisen soll. Der in Bangkok aufgewachsene bedeutendste Streetartartist kritisiert die herrschenden Missstände, vor allem in den ärmeren Provinzen. Das Werk „Mardi in a shell“ wollte ich unbedingt live sehen. Deshalb schlug ich mich im Platzregen durch unwegsames Gelände, sprang über Hecken und Hölzer, verlor Flipflops, aber durch Googlemaps nicht die Orientierung. Als es schon ausweglos erschien und ich erst zum Van umdrehen musste, startete ich einen zweiten Versuch über den Strand, musste durch einen Fluss waten, eine Mauer erklimmen, durch einen kleinen Wald hindurch und durfte mich letztendlich aufgrund meiner Beharrlichkeit wie ein Schneekönig freuen. Auf einem Kontainer mitten im Nirgendwo war „Mardi“ zu finden.

Links im Bild kann man noch leicht eine heran strömende Welle erkennen. Ich interpretierte es als eine Anspielung auf den Tsunami, der hier vor allem, wie mir Con berichtete, die ehe schon und immer noch gebeutelte Lokalbevölkerung traf.
Das war ein echt erfolgreicher und abenteuerlicher Tag für mich und ich bin dankbar für jede Minute. Einen lieben Gruß sagen möchte ich heute der lieben Jasmin. Für den nächsten Tee zusammen binge ich den Bambusbecher mit;).
27.06.2022 – Das „The Waters“ – Hotel muss ich echt loben. Das Personal ist super, die Anlage top gepflegt und schön, die Zimmer komfortabel und zum Frühstück kann man sogar warme Gerichte (Wie das hier in Thailand halt so ist!) a la Carte bestellen. Da habe ich es mir doch mal richtig gut gehen lassen und nur alibihaft im Anschluss in der riesigen Poollandschaft meine Bahnen von Whirlpool zu Strudelbecken gezogen. Man will ja nicht gleich ins Schwitzen kommen und sollte ja eh‘ erstmal ruhen, wenn man gerade gegessen hat.
Jam hat mir netterweise ihren Roller zur Verfügung gestellt, damit ich die Umgebung erkunden konnte.

Erstmal tankte ich voll und gab dann entsprechend Vollgas. Auf dem heißen Ofen legte ich einen wilden Ritt über die Hauptstraße, Feldwege und Schotterpisten zu Strandabschnitten und ins Zentrum von Khao Lak hin. Dort wollte ich meinen 2. „Mardi“ von Alex Face finden. Zwar hatte ich gestern einen Hinweis von Guide Con bekommen und somit einen Verdacht, dass ich in der Nähe der Hauptstraße suchen könnte, aber weil diese mehrere Kilometer lang ist und ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte, erkundigte ich mich in einem Geschäft, in dem Künstler gerade an ihren Bildern malten. Nicht allen ist Alex Face hier ein Begriff gewesen, aber das unverwechselbare Motiv „Mardi“ kannte dann doch einer und führte mich auf die richtige Fährte – von Erfolg gekrönt.

Nachmittags nahm mich dann Jam im Auto mit, um mir ein paar Plätze mit Bezug zum Tsunami weiter nördlich zu zeigen. Unter anderem hielten wir am „Memories Beach“, dem Friedhof der zahlreichen unbekannten Opfer, standgehaltenen Bauten, neuen Wohnräumen für die Überlebenden, die alles verloren hatten und dem Tsunami – Museum, welches leider geschlossen hatte.



Ich erfuhr viel von Jam über die Geschehnisse damals und auch zum Buddhismus konnte sie mein Bild erweitern. Zudem hatte ich mittlerweile festgestellt, wie gerne ich mich mit Straßenkunst befasse und kutschierte mich weiter ins alte Arbeiterstädtchen Talat Yai, wo man nebst Wandgemälden fern ab des Tourismus das ursprünglichere Leben sehen und ein paar „hidden places“ entdecken konnte.






Die Fahrt führte weiter zu einer zwar löchrigen, mehrfach notdürftig geflickten bzw. geschweißten Eisenbrücke, die über Reisfelder verlief und früher den Minenarbeitern den Weg zur Arbeitsstätte über das sumpfige Marschland ermöglichte. Grasend streckte mir hier mein erster Wasserbüffel in freier Wildbahn seinen Hintern entgegen.


Zum Abschluss landeten wir in Takua Pa, um den letzten sich in der machbaren näheren Umgebung befindenden „Mardi“ zu knipsen. Da dieser auf Google Maps verzeichnet ist, war die Suche nicht schwer.

Erstaunlicherweise berichtete mir Jam, dass die Skateanlage erst seit Kurzem und somit auch erst nach dem Graffiti von Alex Face (2021) errichtet wurde. Somit war der Künstler und sein Gedanke der Architekt der Anlage.
Knapp gegen 18 Uhr kamen wir zurück und ich verabschiedete mich von Jam und ihrem Bruder voller Dankbarkeit für die Hilfe, nette Gespräche und den erweiterten Einblick ins lokale und ihr privates Leben. Unbedingt wollte ich die Chance nutzen, vielleicht meinen letzten Sonnenuntergang über der Adamanen See zu bestaunen, weshalb ich mich an den Strand aufmachte. Ich wurde nicht enttäuscht. Voll Freude dachte ich an die vergangenen Tage zurück und widme meine Sundowner-Grüße Jam und Kittiphong, der nebenbei meinen morgigen Transport zum Flughafen managte.


Wünsche dir weiterhin eine interessante und gesunde Reise. LG Rosel
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