28.03.2022 – Die Anreise von Lima nach Guayaquil verlief problemlos.


Aus der Höhe ließ sich ein Teil des gewaltigen Amazonasgebiets erkennen.
Leider ist jedoch seit ein paar Tagen mein Simkarten – Halter gebrochen und steckt fest, weshalb ich in Guayaquil nach dem Check – In im „Hotel Onix Gold“ zurück Richtung Zentrum fuhr und 9 Samsung – oder Elektroshops abklapperte, um einen neuen zu erstehen. Vergeblich! Deshalb kann ich weder eine neue Simkarte von Ecuador einlegen, noch meine deutsche. So werde ich künftig und vor allem auf Galapagos mit weniger Internet auskommen müssen. Meinen Rückflug habe ich glücklicherweise schon und die Buchung von Guayaquil nach Baltra auf der Insel Santa Cruz nahm ich am Flughafen vor. Dafür war heute weniger zu entdecken. Einzig den kleinen „Malecon del Saldado“ habe ich gesehen.


Ich möchte heute meine Sundownergrüße an meine allerliebste Steffi senden. Ich sehne den Tag herbei, wieder bei dir zu sein.
29.03.2022 – Lange ersehnt, endlich wahr geworden. Heute bin ich auf Galapagos gelandet. Nach drei Flugtagen und nicht so tollen Absteigen, fühlt sich die Ankunft hier schon paradiesischer an. Auf dem Rollfeld lugte bereits der erste große Leguan auf die Machine von LATAM – Air. Da wusste ich, hier kann man die Natur wirklich genießen. So schnappte ich erstmal frische Luft nach der lauten, verschmutzten Stadt Guayaquil. Der Flughafen in Baltra auf der Galapagos – Insel Santa Cruz ist der erste ökologische Flughafen der Welt. Es sollte auch nicht der einzige Leguan sein, der mir dort begegnete.

Sowohl in Guayaquil, als auch hier waren sehr strenge Einfuhrbestimmungen und Kontrollen zu beachten. Neben der Vakzination, musste man eine Transitkarte für 20 Dollar kaufen, sowie 100 Dollar Eintrittsgebühr zahlen, bevor das komplette Gepäck auf Schadstoffe, Gefahrengut oder Plastik überprüft wurde. Mit dem Bus ging es dann zum Fähranleger und nach dem Überqueren des Flusses stieg ich erneut in einen Bus nach Puerto Ayora. Hier lernte ich den Wahlhamburger Paul, die in Berlin wohnende Mazedonierin Dijana und den Schwaben Christoph kennen. Wir hatten direkt eine angeregte Unterhaltung bis zum Zielort und unsere Unterkünfte liegen auch direkt beieinander. So trafen wir uns nachmittags zum Lunch und später nochmal zum Käffchen und Weinchen, sowie abends zum Essen, nachdem wir unsere Touren gebucht hatten. Dabei erkundeten wir etwas den Ort und trafen die nächsten animalischen Exoten.



Die allerherzlichtsen Grüße gehen heute an den guten Ömer. Auf bald mein Bester.
30.03.2022 – Mit Paul traf ich mich zum Frühstück im „Vista del Mar Hostel“, indem ich mich für diese Nacht eingebucht hatte. Nach 9 Uhr stieß Christoph zu uns und wir machten uns auf nach Tortuga Bay. Der rund 1 – stündige Marsch verlief meist in praller Sonne.

Am Strand angekommen, waren wir alle einfach baff. Es war so wunderschön. Aber leider zu gefährlich direkt dort ins Wasser zu gehen, weil die Strömung zu stark war. Dennoch konnte man kleine Haie sehen, die noch kleineren Fischen nachjagten und auch Pelikane waren auf Nahrungssuche, während die Echsen meist faul im Schatten herumlagen. Am großen Strandabschnitt finden sich abgezäunte Schildkrötenbrutplätze. Hoffentlich wird die Ausbeute groß.


Quasi um die Ecke lag der Badestrand, auf dem wir uns ein sonnengeschütztes Plätzchen neben einem Seelöwen suchten. Der Kollege war ziemlich gediegen und ließ sich nicht stören. Zum Ende hin, war er in Action und gönnte sich, ebenso wie wir zuvor, eine Abkühlung.

Auf dem Rückweg trafen wir Dijana und aßen zusammen Mittag. Dabei liefen mir noch Nils und Katharina über den Weg, die gerade von einer 3 – tägigen Cruise zurückkamen. Die Welt ist manchmal ein Dorf und im Hostel gerade überwiegend Deutsche.
Im Anschluss fuhren Paul, Christoph und ich mit dem Wassertaxi zum „Strand der Alemannen“. Dieser heißt so, weil 1939 die jüdische Familie Angermeyer aus Deutschland hierher geflüchtet war und in 4. Generation noch lebt. Für den Nationalpark „Las Grietas“ mussten wir uns einen Guide nehmen, der uns über eine Saline und Aussichtspunkte zu einer über die Zeit entstandenen gigantischen Felsspalte, in der sich Brackwasser befindet, führte. Teils kann man 10 Meter auf den Grund tauchen und begegnet Papageienfischen oder Muränen, die alle hier geboren sind und den nahegelegenen Ozean bis zu ihrem Lebensende niemals sehen werden.

Zurück im Hafen bot sich ein tolles Schauspiel. Seelöwen lagen herum, eine große Meeresschildkröte war auf der Suche nach Essbarem, kleine Schwarzflossen Riffhaie zogen ihre Kreise und eine Horde Golden Rays (Mantarochen) schwomm umher. Wirklich faszinierend.



Abschließend kauften wir Gemüse auf den örtlichen Markt ein und abends gab es lecker Pasta.
Lieber Frank, meine Wanderung durch den Nationalpark hat mich heute an unser Abenteuer in Varadero erinnert, als deine heilige Sandale auseinander fiel. Die Wegbeschaffenheit war fast so ähnlich und diesmal hatte auch ich die Befürchtung, bald barfuß über die kantigen Steine laufen zu müssen. Daher grüße ich dich ganz herzlich.
31.03.2022 – Im doppelten Doppelbett im „Vista del Mar“ habe ich leider nicht so gut geschlafen, wie ich es wollte, weil mir noch zu viele Gedanken durch den Kopf schwirrten. Schön ist diese Unterkunft trotzdessen, so dass ich wohl für meine letzten Tage auf Santa Cruz darauf zurückkommen werde. Heute morgen musste ich mein Gepäck erst bei Christoph im Hotel unterbringen, da mein Zimmer anderweitig gebucht ist, sodass ich nach unserer Tour ins „Darwin B &B zurück ziehen werde.
Mit dem Schnellboot steuerten wir ab halb 9 zwei Spots zum Schnorcheln an. Leider hat es mal wieder geregnet. Zwar gab es keine Sonnenbadgefahr, dennoch hätte es einladender sein dürfen. Die erste Rifflandschaft erreichte unsere 10 – köpfige Truppe samt Guide Fabrizio nach einer halben Stunde wildem Ritt auf hoher See. Das Wasser war anständig kühl, die Sicht etwas trüb und mein Schnauzer tat sein Bestes, dass die Taucherbrille unten durchlässig war und oben drückte sie. Somit hatte ich ein paar Schwierigkeiten, konnte dennoch tolle Fische erspähen. Wir tauchten als Gruppe und schwammen zwischen den Riffen hindurch.

Teils musste eine starke Strömung überwunden werden, was sich sehr gelohnt hat, da ich mich urplötzlich in einem unüberblickbaren Schwarm von Fischen wiederfand. Wie ein großer Räuber durchteilte ich den silbernen Strom. Ein Highlight hier war ebenso eine grüne Riesenschildkröte, welche wir kurz begleiten durften, bevor es zurück aufs Boot für ein paar Snacks und zum nächsten Spot ging.
Das war die Isla Pinzon oder auf Englisch Duncan Island. Das Wetter wurde leicht freundlicher, die Wassertemperatur allerdings auch um Einiges kälter. Ohne Wetsuite forderte einen das schon. Wir schnorchelten zuerst außen um das Riff herum und konnten dabei zahlreiche kleine und große, farbenprächtige und wohl getarnte Fische entdecken, bis wir ins Innenriff kamen. Und plötzlich war da die nächste Schildkröte. Dieses Mal mit gelber Färbung und noch beeindruckender als die vorherige – sehr majestätisch. Kaum das wir uns versahen, hatten wir ebenfalls weitere quirlige Spielgenossen um uns herum. Den 5 Seelöwen waren wir wohl sehr willkommen. Sie waren auf uns genauso neugierig, wie umgekehrt. Scheu kannten sie nicht, schwammen auf einen zu und drehten erst kurz vorm drohenden Zusammenstoß gekonnt graziel ab. Ihr Spieltrieb hielt auch vor der Go Pro nicht halt. Es war ein herrliches Schauspiel und ich war mittendrin. Bevor es zum Hairiff gehen sollte, erwischten wir die nächste Schildkröte und sie war rot. Sie ließ sich von uns beim Fressen nicht stören und ich konnte neben ihr her schwimmen, mit ihr zusammen auf- und abtauchen.


Anfänglich hatte ich noch etwas Bammel vor den Riffhaien. Doch mittlerweile wollte ich unbedingt einen entdecken und suchte den Boden nach ihnen ab. Da bemerkte ich gar nicht, dass ich genau zwischen ihnen durchschwomm, bis ich wieder am Boot ankam. Also bin ich noch einmal kurz zurück ins Wasser und entdeckte später, wie sie um unser Boot kreisten. Danach gab es Mittagessen an Bord und vor allem, versuchte jeder, sich wieder aufzuwärmen. Auf der Rückfahrt hielt der Käptn zum Fischen und es wurde der Fang für Morgen, ein Thunfisch, an Land gezogen.
Gegen 16 Uhr waren auch wir wieder am Pier, konnten gegen Abend die Aufnahmen des Guides bestaunen und gingen zum Essen. Am Anleger tummelten sich abends wieder zahlreiche Meereesbewohner. Dieses Mal sah ich sogar große schwarze Mantas.
Meine ganz lieben Grüße gehen heute selbstverständlich an Luisa. Alles Gute zum Mausgeburtstag.
01.04.2022 – Zwar wurde uns gestern von der Agentur gesagt, dass wir um 7 Uhr 30 am Pier sein sollen, um mit dem Schnellboot von Santa Cruz nach Isabella zu fahren. Jedoch rief mich Paul um 7 Uhr 20 mit der Nachricht an, dass man bereits sehnsüchtig auf uns warte. Glücklicherweise war ich parat und eigentlich stellten wir mit Freuden fest, dass wir nicht wie andere bereits knapp eine Stunde in der Warteschlange stehen mussten. Unser Gepäck wurde nochmals gescannt, wir setzten mit dem Wassertaxi zur Fähre über und ab ging der wilde Ritt. Gleich zu Beginn wurden bereits Tüten verteilt, wobei ich an den hohen Wellen meine Freude hatte. Gute 2 Stunden benötigten wir dennoch, bis wir Isabella bei bestem Wetter erreichten und erneut ein Wassetaxi uns an Land brachte. Mit dem üblichen Taxi waren wir in 5 Minuten im „La Jungla“, unserem Hostel mit Meerblick.
Um 11 Uhr 15 wurden Paul und ich dann schon wieder abgeholt, da wir die Tour „Los Tunneles“ gebucht hatten. Also wieder rauf auf das nächste Schnellboot und zusammen mit 7 weiteren Schnorchelbegeisterten wieder hinaus aufs Meer zum ersten Unterwasserspot. Bereits auf dem Weg dorthin erblickten wir vom Boot aus mehrere Riesenmantas mit gut 4 Meter Länge. Die waren so breit wie eine aufgeklappte Schultafel und schwebten an der Wasseroberfläche. Den ersten Halt kann man auch als Schildkrötenparadies bezeichnen. Alle paar Sekunden schwamm eine weitere an uns vorbei und wir waren noch nicht einmal im Wasser. Mit Taucherbrille und Schnorchel folgte ich darauf unserem Guide Darwin, der wirklich so heißt. Es dauerte nicht lange, bis er den ersten Oktopus in einer Felsspalte ausmachte. Anschließend suchten wir am Rand der Mangroven nach Schwarzflossenriffhaien und fanden einige, die uns relativ nah umkreisten. Von der Gruppe gelöst entdeckte Paul eine 1,30 Meter Schildkröte, auf welche ich ebenso stieß, nachdem ich eine Gruppe Golden Rays verfolgte und war jetzt schon hin und weg.

Als ich zur Gruppe und zu Darwin aufschloss, kam das Kommando, das wir uns bald dem Gebiet der Weißflossenriffhaien näherten. Ich entdeckte abermals eine riesige Schildkröte, zeigte sie Darwin und plötzlich stieß ein 2 – Meter – Exemplar eines ausgewachsenen Weißflossenriffhais an meinem Kopf vorbei. Aufregend! Kurz darauf kamen wir an ihrem Unterschlupf an.

Daraufhin hieß es, ab aufs Boot, kurzen Snack zur Stärkung gönnen und weiter zu den „Los Tunneles“, einer erst vor 20 Jahren von Fischern entdeckten Lava – Seen – Landschaft mit unglaublich klarem Wasser und beeindruckenden Gesteinsformationen, durch die wir schnorcheln durften. Zahlreiche große Schildkröten und Fische tummelten sich auf kleiner Fläche. Zudem begrüßte uns direkt ein frecher Seelöwe und ein Mantarochen kreuzte unseren Weg.




Beim Landgang fanden wir einen Blauen Tölpler und ich entdeckte etwas später einen Galapagos – Pinguin, die hier eigentlich auch schwer anzutreffen sind.



Zwar fanden wir weder Seepferdchen noch Languste, dennoch war es ein wunderschönes Erlebnis, ein toller Ausflug in einer zauberhaften Umgebung, bis wir gegen 17 Uhr in Isabella anlegten. Dort machten Paul und ich uns noch auf einen kleinen Abstecher durch die Mangroven zu „La Perla“, einem weiteren Schwimm- und Tauchspot, auf.


Irgendwie war dann Zeit, an das leibliche Wohl zu denken, bzw. es erinnerte uns daran und wir kehrten im Strandrestaurant „The Beach“ ein. Der Name ist eher nicht so originell, dafür aber die traumhafte Kulisse und das Gefühl, wieder Sand unter den Füßen zu haben, waren unbezahlbar. Im Gespräch mit Paul vertieft, kamen Nils und Katharina vorbei. Wir genossen den Sonnenuntergang und den restlichen Abend zusammen. So ist und bleibt mein erster Eindruck von Isabella der, dass es im Gegensatz zu dem schon überlaufenen Santa Cruz das ursprüngliche Galapagos ist – ein Paradies, aus dem ich meinen alten „Coburger Mohr“, dem Sauerteig Stefan anlässlich seines gestrigen Geburtstages alles Gute wünsche. Der Sundowner geht an dich.

02.04.2022 – Endlich konnte ich mal ausschlafen und unternahm zuerst gut gelaunt einen Morgenspaziergang auf der Suche nach einem Frühstückstisch. Nicht weit entfernt wurde ich fündig, setzte mein Gängelchen fort und holte Paul, nachdem ich mir ein Fährticket für morgen organisierte, zum Frühstück ab. Wir starteten gut genährt in den weiteren Tag und liehen uns Mountainbikes, um die Gegend zu erkunden. Als Endpunkt wählten wir die „Mauer der Tränen“, wohl wissend, dass wir auf dem Weg dorthin eine große Chance besaßen, Landschildkröten zu sehen. Und tatsächlich war nicht nur der Weg sehr schön, mit vielen Aussichtspunkten, Kraterseen und Strandabschnitten, sondern auch die 3 großen Landschildkröten.

An der mächtigen Mauer angekommen, erklärte uns ein Gedenkschild die Namensgebung. Sie wurde von Häftlingen geschaffen, als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und überragt als Mahnmal die Landschaft. An ihrem Ende konnten wir noch einen Aufstieg entdecken, der uns zu zwei Aussichtspunkten über die fruchtbare Gegend mit Blick auf Vulkane und das Meer führte und beschenkte.



Auf der Höhe fixierte uns sogar ein Adler, der genauso wie bisher die gesamte Tierwelt völlig entspannt in unser Angesicht auf einem Stumpf für uns posierte, wie Echsen, Vögel oder die Schildkröten, welche wir heute angetroffen hatten. Für uns beide ist dies mitunter ein Grund, wieso die Galapagos – Inseln so einzigartig sind. Daneben herrscht eine wunderschöne Natur vor, in der alle symbiotisch zusammen leben. Eine traumhafte Kulisse fanden wir auch, nachdem wir durch einen Mangrovenwald hindurch liefen und an einem Fluss herauskamen. Diesen durchwateten wir, bis wir sogar aufs offene Meer stießen, in dem sich Süßwasser und Salzwasser vermischten.


Wenig später stürzten wir uns zudem neben einer Kolonie sonnenbadender Leguane in die türkisblauen Fluten und sprangen mit den Wellen, bis wir merkten, dass wir schon etwas abgetrieben wurden und auch vor dem Stachelrochen mehr Abstand halten sollten. Zurück am Strand durften wir uns abermals klar machen, welch paradiesischer Ort Isabella ist.


Danach gaben wir unsere Räder ab, gingen zum Nachmittagstisch, trafen Emma aus Irland wieder und unternahmen einen nächsten Spaziergang übers Moor zu Seen, in denen man Flamingos finden kann. Auf dem Hinweg (Isabella ist eine riesige Insel und doch ein Dorf) trafen wir zwei Mädels aus unserem Hostel in Santa Cruz, Isabell und Pauline, die auf der Suche nach den rosafarbenen Stelzenvögel weniger Glück hatten. Paul und ich fanden immerhin insgesamt 4 Flamingos an 2 Wasserstellen.


Und erneut waren wir beseelt, wie die letzten Tage schon. Zudem hatten wir heute über Stunden sehr schöne, offene und philosophische Gespräche und lernten mehr über die Geschichte des anderen kennen. Das war für uns beide besonders und wir hoffen, uns beide auch mal nach unseren Reisen wiederzusehen.
Ab 20 Uhr haben wir uns mit Isabell und Pauline, sowie Nils und Katharina in der „Pink Iguana Bar“ am Strand getroffen und sind dann doch erst gegen 24 Uhr heimgekehrt. Das spricht ja schon für einen amüsanten Abend, an dem ich letztendlich und aufgrund der heutigen Drahteseltour den Tom grüßen möchte.
