25.01.2022 – Es folgte der 2. Teil der Anreise nach Costa Rica, nachdem ich gestern Vormittag in Puerto Rico gestartet bin, aber lediglich bis Miami kam. Nach der ungewollten Übernachtung aufgrund der Flugverspätung konnte ich ein paar Stunden in einem echt weichen Bett verbringen, bis ich heute Morgen wieder um 7 Uhr raus…

… und mit dem Shuttle um 8 Uhr erneut an den Flughafen in Miami musste. Den habe ich nun wirklich die letzten 12 Tage zu oft gesehen. Man kann mich quasi schon als ortskundig beschreiben. Wie es aber Murphys Gesetzt will, durfte ich abermals etwas länger warten, da auch heute keine mörderische, aber eine kleine Verspätung vorlag. Um halb 12 war die Maschine dann in der Luft und nahm Kurs auf Costa Ricas Hauptstadt San Jose, wo ich direkt wieder auf „Murphy“ traf, der mir verdeutlichte: „Geduld ist eine Tugend!“, weil ich bis zum Schalter für Immigration 2 1/2 Stunden in der Schlange stehen durfte. Diese Tugend habe ich erfolgreich absolviert, indem ich mir So gut es ging Kurzweil verschaffte. Das mangelnde Entertainmentprogramm, sowie die langen Wartezeiten, haben es ermöglicht, dass ich die rund 280 Seiten meiner letzten Reiselektüre nochmals intensiv studiert hatte, was mich allerdings nicht gerade fitter werden ließ. Ebenso wartete ich, nicht auf meinen Koffer, der glücklicherweise schon am Gepäckband stand, dennoch eine gute dreiviertel Stunde auf Diego, meinen Vermieter für die nächsten Tage. Der Verkehr war sehr dicht, einzig die Fußballnationalmannschaft Panamas kam dank Eskorte flott voran. Gegen 17 Uhr kam ich letztendlich im „Hotel El Castillito Bed and Breakfast“ in Rohrmoser an. Abby schaute kurz bei mir vorbei, sodass wir uns wenigstens kurz vor ihrem Abendkurs zum ersten Mal sehen konnten. Ich habe sie über Facebook kennengelernt und sie hat sich angeboten, mir bei meinen Start in Costa Rica zu helfen. Morgen haben wir dann etwas mehr Zeit. Für nun war erstmal Schicht im Schacht, weshalb mein Gruß an alle Kumpels, egal ob Grubenarbeiter oder Schalkefans geht. Ich bin ja tolerant;).
26.01.2022 – Mit einem fantastischen Frühstück lässt es sich gut in den Tag starten.

Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen, denkt man sich in seinem jugendlichen Leichtsinn und hat weit gefehlt. Abby holte mich um 9 Uhr 30 pünktlich wie die Maurer ab und wir steuerten eine Bank an, damit ich mir ein paar Colones ziehen konnte, bevor wir den Bus in den inneren Stadtbereich nahmen und zum Jade-Museum liefen. An der Kasse kam das große Erwachen: Kreditkarte weg, die Gehirnsuppe angestrengt und erkannt, die Karte kam nicht aus dem Geldautomaten heraus. Ich war nur auf die Moneten und die Quittung fixiert, welche auch nicht ausgedruckt wurde. Kopflos trotz zwei Tassen Kaffee. Mhh, der war wohl zu mild. Aber immerhin habe ich in der Situation nicht meinen restlichen Kopf verloren, sondern die neue Telefonkarte eingelegt, neu gestartet, habe die Sperrnummer gewählt und wurde während des Verbindungsversuchs mit dem Kreditkartenunternehmen aus der Leitung geworfen, weil das Guthaben durch den Auslandsanruf und die Warteschleife („Drücken Sie die …“) zugleich aufgebraucht wurde. Abby konnte die Bank nicht erreichen, wir riefen ein Uber und fuhren zurück. Stau. Zeit, um mit einem Hotspot bei der Bank online die Sperrmöglichkeiten zu prüfen. Glücklicherweise wäre dies möglich gewesen. Eine weitere Zahlung wurde bisher nicht getätigt, weshalb ich keine Sperrung vornahm. Sonst käme meine Ersatzkarte nur in Mainz an und nicht in Costa Rica. Dort angekommen, erfuhr ich, dass bisher keine Karte gefunden und abgegeben wurde, aber der Automat sie vielleicht eingezogen hat. Also durften wir uns in die Schlange stellen und warten, bis wir an einen Schalter gerufen wurden. Und da war es, das sprichwörtliche Glück im Unglück. Abby fiel ein größerer Stein vom Herzen als mir, dem es mehr Leid tat, dass ich uns solche Umstände bereitet hatte. (Aus der Reisepasssituation in Kroatien habe ich also bereits gelernt, im Notfall: Ruhe zu bewahren. Auch eine schöne Erkenntnis.) Nun konnte es quasi losgehen. Ab zum Jademuseum;). Noch einmal.


Die Geschichte der Jadekunst seit 1500 vor Christus ist im Grunde genommen auch der historische Rückgriff auf die indigene Urbevölkerung Costa Ricas. Heutzutage gibt es immer noch Indianer in den Wäldern, die ihre ursprüngliche Sprache sprechen und nach ihren alten Gebräuchen und Traditionen leben. Das Museum bietet einen wirklich guten Überblick darüber, wie die Einheimischen ihre Welt wahrnehmen, für sich erklären und mit der Natur im Einklang sind. Die Entwicklung der Steinarbeiten mit immer mehr Details über die Zeit und kunstvollen Keramiken waren beeindruckend.
Notwendig war für mich der Kauf eines Backpackers, was sich tatsächlich in einem Land, in dem so viele Rucksackreisende unterwegs sind, gar nicht so leicht war. Sowohl im Marktzentrum, in dem es wirklich alles gibt, als auch in der „Shoppingmeile“ war ein brauchbarer Rucksack wirklich rar gesät. Im Endeffekt hat es etwas gedauert und ich habe genau ein Modell gefunden, das mir zusagte und somit gekauft. Meinen Koffer und sonstigen Tand, den ich nicht unbedingt brauche, werde ich aussortieren und Abby schenken. Ansonsten hatte ich einen wirklich wunderschönen Tag mit Abby und vielen tollen Gesprächen. Es war sehr nett, dass wir uns direkt sehr offen begegneten und verstanden. Deswegen geht mein heutiger Gruß natürlich an sie. Vielen lieben Dank Abby.

Abends hatte ich noch eine schöne Unterhaltung mit einer Besucherung des „El Castillito „, Nicole Laroche aus Quebec. Es ist einfach erfüllend, wie viele fremde Menschen man treffen kann, die mit einem auf der gleichen Welle schwimmen.
27.01.2022 – Angekommen bin ich bereits. Notwendiges für die Weiterreise habe ich getroffen, doch jetzt gilt es zu schauen, wo es hingehen soll. Ich habe mich in vielen Foren informiert und doch keine Richtung bekommen. Es gibt so vieles hier zu entdecken, unzählige Nationalparks, tausend Tourenanbieter, über zehn Busunternehmen, die in unterschiedliche Richtungen von San Jose aus fahren, aber keinen festen Fahrplan haben. Das macht es natürlich nicht einfacher, umherzureisen. Ewig wartete ich heute auf Diego, der mir weiterhelfen wollte, aber extrem bussy war. So erwies es sich für mich als Wink des Schicksals, dass er ein Pärchen aus Quebec, Eloi und Jessica, vom Flughafen abholte und ich sie kennen lernen konnte. Meine Entscheidung, morgen definitiv irgendwie in Richtung Südosten aufzubrechen hatte ich zwar schon getroffen, aber dann mit den beiden gefestigt.
27.01.2022 – Stundenlang habe ich nach dem formidablen Frühstück geschaut, wie ich weiterreisen kann, welche Fortbewegungsmöglichkeiten es gibt und wie man am Sichersten reist. Das war alles Markulatur. Es gibt dabei einfach keinen Königsweg und zudem wollte ich spontan und flexibel rumkommen. Bisher hatte sich dies noch nicht angedeutet, sodass ich nach etwas Kopfzerbrechen erstmal ein kühles Bad im Pool nahm.

Mit Blick auf die Berge im Hintergrund, konnte man ausreichend abschalten. Diego war heute sehr bussy. Immerhin lernte ich noch seine Family und seine Ziehtochter Miranda kennen. Von morgens 7 Uhr bis abends 18 Uhr hoffte ich auf seine Tipps. Das wurde allerdings nichts. Und auch ins Stadion für das Länderspiel Costa Rica gegen Panama kam ich nicht mehr, weil es ausverkauft und die Kapazität wegen der Pandemie auf 30 % Auslastung gedrosselt wurde, weshalb keine Karte mehr übrig war. Schade, aber das hatte bestimmt einen tieferen Sinn.
Und tatsächlich: Jessica und Eloi, auch mal wieder wie alle bisherigen Gäste im „El Castillito“ aus Quebec/Kanada, checkten nachmittags ein, wir verstanden uns direkt und paldoverten eine Rute für den nächsten Tag aus, sodass wir ein Stück zusammen fahren können, bis sich unsere Wege trennen. Das nenne ich Schicksal oder dass sich dann immer eine Tür aufmacht, wenn man eine sucht.
Zusammen mit Silvain und unserer lieben Köchin Dinera gingen wir noch etwas essen, trinken und tatsächlich Fußball im „Jettsys“ schauen.

Für heute Grüße ich Christina Möller. Mal sehen, ob ich die Tage auch noch in der „Finca Pasiflora“ lande.
28.01.2022 – Wie ausgemacht waren Jessica und ich um 6:30 Uhr in der Küche und nahmen unser Frühstück kurz später auf der Terrasse ein. Nur Eloi, der am Abend noch vorschlug, dass wir uns früh auf den Weg machen und uns ein Uber teilen sollten, weil wir in die gleiche Richtung wollten, war noch länger in den Federn. Diego traf um 8 Uhr ein und checkte für uns, ob eine Möglichkeit bestünde, heute den Nationalpark Los Quetzales zu besuchen. Um 13 Uhr sollten wir dort sein, damit wir dort noch 3 Stunden hiken gehen könnten. Die Fahrt dorthin dauere 2 Stunden, so sollten wir um 10 Uhr aufbrechen, um zuvor uns noch eine Unterkunft zu besorgen und einzuchecken. Da sprang Eloi erstmal in den Pool. Eine Stunde später ließ er sich erneut zu einer Bank chauffieren und setzte noch einen Abstecher im Mobilfunkladen drauf. So dauerte es bis 12 Uhr, das wir ins Uber stiegen und losfahren konnten. Für mich war das nervig und die Erkenntnis des Tages folgte auf dem Fuße: Bevor du unnötig genervt warten musst, fülle diese Zeit mit etwas Sinnvollem oder Schönem. Die Fahrt durch die Provinz Cartago, geprägt durch den Regenwald, war schon schön, vor allem aber das Gefühl, endlich loszukommen, Neues zu entdecken und aktiv zu sein. Wir steuerten das „Iyok Ami“ an, eine kleine urige Lodge in der Nähe des Nationalparkeingangs. Natürlich kamen wir viel zu spät an und mein Besuch dort muss noch warten. Jessica und Eloi beschlossen ebenso, hier zumindest eine Nacht zu verbringen, ich werde wohl zwei Nächte bleiben. Wir luden unseren Fahrer Alexander noch auf einen kräftigen lokalen Kaffee ein und unternahmen im Anschluss eine 2-stündige Wanderung durch den Nebelwald. Am Ende des Trails erwartete uns sehr versteckt ein kleiner Wasserfall.





Zurück in der Lodge waren wir nicht mehr allein. Gäste aus Costa Rica: Jason und dessen Eltern, ein weiteres kanadische Pärchen: Laurence und Joakim mieteten sich ebenso ein. Jairo zauberte uns ein traumhaftes Abendessen, legte Platten aus den 70ern und 80ern auf, die Tischtennisplatte wurde kräftig bespielt und ebenso der Tischkicker, während unsere nassen Sachen vorm Kamin trockneten.

Grüßen und bedanken möchte ich mich abschließend bei Diego und Dinera, die mir den Aufenthalt in San Jose angenehm gestaltet hatten.

29.01.2022 – Die Nacht war unruhig und ziemlich kalt. Den Verkehr der Straße hörte ich lange und immer wieder. Das leckere Frühstück, während ausgiebiger Vogelbeobachtungen, entschädigte wenigstens. Eigentlich wollte ich in den „Los Quetzales Nationalpark“, habe mich dann doch Joakim, Laurence, Jessica und Eloi angeschlossen, um einen Hike zu unternehmen. Los ging es erneut ganz schön zeitverzögert – Eloi eben. Wir fuhren 19 Kilomter zum Traileinstieg, entrichteten unseren Obulus und wurden erstmal, weil wir freundlich den Daumen rausstreckten, mit einem Safarijeep ein Stück mitgenommen. Von da an wurde es hart, richtig hart. 15 Kilometer nur berghoch auf die 2. größte Erhebung Costa Ricas, den „Cerro de la Muerte“ mit 3451 Meter Höhe. 1380 Höhenmeter mussten wir bei enormer Luftfeuchtigkeit zurücklegen.
Wir starteten unerwartet mit Sonnenschein und Sonnencreme, nachdem wir uns zuvor so richtig eingepackt hatten. Die Moskitos nahmen sobald Gefallen an uns. Und auch der Regenwald machte seinem Namen zwischendurch alle Ehren. Es gleichte, als ob man einen Waschzuber voll von innen geschwitzt und von außen noch mit kühler Dusche durch den Blätterwäld erfrischt worden wäre. Man kam sich wirklich wie bei Indianer Jones vor. Dennoch beeindruckend.

Oft anhalten und großartig umschauen wollte ich mich dennoch nicht immer. Es war einfach schwer, wieder in den Tritt zu kommen, weil es stetig hoch ging. Vor allem nicht mehr, nachdem wir die Strecke nach „Los Robles“ zurückgelegt und den Einstieg zum „Cerro de la Muerte“ vor uns hatten.

Bis hierhin waren wir schon 3 Stunden unterwegs und es wurde noch mörderischer. Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und 2 Stunden später den Gipfel erreicht, wo sogar kurz etwas Sonne heraus kam und uns belohnte.


Obwohl es dort nicht wirklich einladend war, war die Freude riesig – La pura Vida!

Nach kurzer Stärkung ging es, während die Sonne tatsächlich erneut rauskam, abwärts, sodass wir um 17 Uhr 15 eine Aussichsplattform erreichten und auf den Sonnenuntergang warteten.


Die letzten Meter zum Auto schlenderten wir beschwingt weiter, bis Highland Tinamous und ein Kojote unseren Weg kreuzten. Auch die Vogelwelt erwachte zu der Zeit. The right time on the right place. So ergehen heute herzliche Sundownergrüße an meine Mithiker Joakim, Laurence, Jessica und Eloi, die mir auf der Heimfahrt noch die Ehre erwiesen, indem sie mir die Hymne von Quebec „La Ziguezon“ zum Besten gaben.

Zurück im „Iyok Ami“, was aus der alten indigenen Sprache übersetzt so viel wie „Mutter Erde“ bedeutet, zockte ich mit Bedrich, dem Besitzer, eine gute Runde Tischtennis. Nach dem Abendessen, das uns Jairo gezaubert hatte, nahm ich bei ihm etwas Spanischunterricht und brachte ihm im Gegensatz ein paar deutsche Vokabeln und Sätze bei, die er für sein Business gebrauchen kann. Gestern wie heute war es eine Freude, mit meinen Mitreisenden auf Zeit und dem Personal interessante Gespräche zu führen.
30.01.2022 – Die letzte Nacht im Regenwald war erneut grauenhaft, da eisig kalt. Ich konnte nicht wirklich schlafen und das, obwohl ich unter drei Decken schlüpfte und ein Stock unter mir der Kamim brannte, zwar nicht wärmte, dafür aber meine gesamten zuvor frischgewaschenen Klamotten einräucherte. Daher bin ich froh gewesen, Richtung warme Pazifikküste aufzubrechen. Joakim und Laurence brachten Jessica, Eloi und mich an die nächste Haltestelle und wir nahmen den Bus nach San Isidro de El General, stiegen dann auf ein Taxi um und während die beiden im Surferparadies Domenical ausstiegen, ließ ich mich bis Uvita ins „Samsara Hotel“ bringen. Kaum zur Mittagszeit eingecheckt, ergriff ich die Gelegenheit und meldete mich für eine 4-stündige Bootstour mit der Hoffnung auf eine Walsichtung an. Vor dem Start im „Marino Ballena Nationalpark“ mit dem Schnellboot, konnte ich einen Kayman auf der Lauer entdecken.
Mit anständig Wind um die Ohren flogen wir rasant über die Wellen auf offene See, sahen Pelikane und hielten vergeblich nach Buckelwalen Ausschau. Eine 80 % – Chance würde bestehen, da sich die Meeressäuger bis Ende Januar auf der Durch- bzw. Weiterreise befinden. Allerdings hatten wir kein Glück, weshalb sich unser Guide bemühte, uns mehr die hiesige Vogelwelt zu zeigen, sowie uns mit einer Schnorcheltour (Keine Vergleichbarkeit mit Grenada!) und eiskalten Früchten zu entschädigen, bis wir gegen 17 Uhr am Strand landeten.



Während Christina am Strand chillte, entschlossen Anna-Maria, Mariano und ich uns, die einzigartige „Walfischschwanzflossenbucht“ entlang zu laufen, um von dort aus den Sonnenuntergang zu genießen. Dabei mussten wir einen Teil, der durch die Flut überschwemmten „Schwanzflosse“, hüfttief im Wasser zurücklegen.



Nach einem herrlichen Sonnenuntergang, den ich Jairo, Chrissi und Bedrich vom „Iyok Ami‘ widmen möchte, steuerten wir das „Fernandos“ zum Abendessen und für ein paar Drinks an.

Ich probierte sogar das für viele Ticos Nationalgetränk „Michelada“ ( = Imperialbier auf Eis mit frischgepresstem Limettensaft und Salzrand am Glashals – Es war nicht meins!), dennoch: La Pura Vida.

31.01.2022 – In der Früh hatte ich Glück, dass ich mit den richtigen Informationen aus einer Costa-Rica-Facebookgruppe an die richtige Adresse gekommen bin und einen freien Platz für eine Führung am 03.02.2022 im Nationalpark Corcovado ergattern konnte, weil gerade jemand storniert hatte. Ohne Guide darf man diesen nicht betreten und der nächste freie Platz wäre erst Tage später gewesen. Also schlug ich zu und kümmerte mich um kommende Übernachtungen. Eigentlich wollte ich heute zum „Nauyaca Wasserfall“, was einerseits weit entfernt und dazu sehr umständlich ohne Auto ist und andererseits war ich nun etwas spät dafür, weshalb ich mich dazu entschloss, erstmal per Anhalter einen Supermarkt, eine Bank und das Busterminal anzusteuern, um auszuloten, wie ich überhaupt in Richtung Naturreservat fahren könne. Ansonsten schlenderte ich einfach los und gelangte zu einem kleineren Wasserfall in Uvita, wo ich auf die ersten Alemans, Stefan und Patrizia, gestoßen bin.


Es war sehr nett, sich mit den beiden austauschen zu können, Tipps zu bekommen und um zudem festzustellen, dass wir sogar in Corcovado eine Übernachtungsüberschneidung haben werden, wo wir uns nochmal treffen können. Meine Sprünge und das Herabrutschen vom Wasserfall hielten sie netterweise für mich auf Kamera fest.

Anschließend trottete ich etwas flussabwärts durchs Gelände, fand eine Schmetterlingsstation und Greg, aus Seattle, der sich ebenso eine längere Auszeit gönnt und sich entschloss, mit mir dem Fluss zu folgen, bis wir eine zusätzliche Bademöglichkeit nach dem größten Bambuswald, den ich je gesehen habe, fanden.


Weil Gregs Unterkunft in der Nähe des Strandes liegt, lud er mich zum Kaffee ein und wir verabredeten, morgen zusammen eine Möglichkeit nach „Nauyaca“ zu suchen.

Darauf war es mir gegönnt, einen Ara und sogar ein Faultier zu sehen. Beide hielten absolut still, was bei Zweiterem wenig verwundert. Allerdings waren sie entweder etwas entfernt oder im Blätterdickicht gut getarnt.

Zu Abend gab es leckere BBQ-Rippchen im „Las Eferaras“. Ich verweilte länger, da der Regen einsetzte, bis ich mir einen „Taxifahrer“ organisieren konnte.
Zurück im ‚Samsara“ bezog ich mein neues Zimmer, wie gestern verabredet, um vom Lärm der Straße weg zu sein. Ich hoffte im Obergeschoss auf weniger Tausendfüßler. Dahingehend hatte ich Glück. Mir begegneten nur Ameisen, Kakerlaken und hinter der Toilette war ein Berg voll Rattenkot. Für die Preislage nicht wirklich passend, sodass ich die Tausendfüssler und den Verkehr vorzog und wieder in meinem ursprünglichen Zimmer residierte.
Entspannte Grüße schicke ich aus der Hängematte unterm Dachboden an mein „Faultier“ zu Hause. ;).