Grenada II – 25.12.2021 – 04.01.2022

25.12.2021 – Merry Christmas! Kate und Steffen deckten nachts noch den Gabentisch ein und ich schlich mich, bevor alle aufstanden (beinahe hätte ich verschlafen) durchs halbe Schiff, um kleine Hinweise (quasi Hash-like), sowie meine Geschenke, die durch Lösung von Rätseln zu finden sind, für die Meyerers zu verstecken. Früh morgens waren die Jungs schon wach und saßen als Erstes am Tisch. Für die Jungs hatte ich ein paar Spiele im Gepäck. Kate und Steffen erhielten Pfälzer Köstlichkeiten aus dem „Hollerbusch“. Und auch ich wurde überaus großzügig bedacht. Das Christkind versorgte mich mit einem exquisiten Westerhall-Rum samt Glas, einem Grenada-Shirt und -Capi. Tausend Dank ihr lieben Meyerers. Für alles und vor allem, dass ihr mich so herzlich aufgenommen habt.

Nach der Bescherung sattelten wir den 15-PS-Motor an den geschmückten „Dinghi-Schlitten“ und fuhren unter weihnachtlicher Beschallung selbstgemachte Plätzchen von Schiff zu Schiff an Bekannte aus.

Dem Frühstück folgte eine kurze Überfahrt an den „Hausstrand“, von dem aus ich zur „Maria Rosa“ zurück schwamm, weil ich die Sonnencreme vergessen hatte. Den Rückweg habe ich mir mit Flossen erleichtert, was nicht bedeutet, dass es damit mit dem Frühsport schon getan war.

Neues Spiel- und Sportgerät wollte ausgetestet werden. Ich versuchte mich am Hacky-Sack und an den Pois. Daneben boten weitere furiose Gaukler ihr Können dar.

Kaum zurück an Bord und unter Deck, wurden wir von einem beißenden Geruch in der Nase aufgeschreckt und eilten hinaus. Es brannte. Gut 500 Meter entfernt von uns. Dicke schwarze Rauchschwaden wehten uns entgegen und versperrten, sowie davor ankerte Schiffe, die Sicht auf die unmittelbare Katastrophe. Steffen und Josh sprangen sofort ins Dinghi und eilten mit einem Feuerlöscher auf die schwarzgraue Wand, aus der immer mehr Flammen schlugen, zu. Von allen Richtungen kamen Leute mit ihren Dinghis angeschossen, um zu helfen, retten und abzusichern. Diese große Bereitschaft vieler, sich in unmittelbarere Gefahr zu begeben, ohne mit der Wimper zu zucken, hat mich sehr beeindruckt. Zu retten war allerdings nichts mehr, wie uns Steffen und Josh anschließend berichteten. Das Sportboot brannte rasend lichterloh, lag an den Mangroven vor Anker und trieb nicht auf die anderen Schiffe zu, setzte  dennoch ein bereits nebenan liegendes Wrack teils in Brand. Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass es „nur“ ein unbemanntes Sportboot war, welches nun, 8 Stunden später, weiterhin (wegen dem Fieberglas) brennt und vielleicht auch noch morgen früh. Niemand wurde verletzt oder verlor sein „Zuhause“.

Mit dem Schreck davon gekommen, steuerten wir zwei tiefere Riffe auf offener See an, damit Josh seine neue Taucherbrille testen konnte. Der ober wie unter der Wasserlinie herrschende Sog war mir persönlich zu stark, sodass ich nur einen kurzen Tauchgang unternahm, mittels guter Sonneneinstrahlung immerhin einen tollen Blick auf die Unterwasserwelt hatte. Bevor ich dann allerdings meine zweite Flosse kurzzeitig verlieren würde, hievte ich mich auf das Boot und ritt stehend die anrollenden Wellen als gutes Training für meine hoffentlich baldige Überfahrt nach Martinique.

Um einen neuen Plan dazu zu entwickeln, wurde ich bei Marcel abgesetzt. Mit ihm sollte es morgen losgehen. Doch es kamen ein paar Probleme zusammen. Erst bestand der starke Verdacht, dass sich seine Freundin Manon als Kontaktperson einer Infizierten und positivem Schnelltest mit Corona angesteckt hatte, weshalb sie auf das Ergebnis des PCR-Tests wartete, ihren Flug schon vom 31.12.2021 auf den 15.01.2022 umgebucht hatte, um nicht auf den vollen Stornokosten sitzen zu bleiben. Dann gibt es da anhaltende Schwierigkeiten mit den Lithiumbatterien, weshalb sich unser Aufbruch auf unbestimmte Zeit verschiebt. Mittlerweile ist Manons Resultat da – negativ! Große Aufregung und Unsicherheit samt Planänderung, doch wenigstens gesund und beruhigt. Um Steffens Familie mehr Privatsphäre zu gönnen, hoffe ich, dass die „Ti Odara“ bald zum Auslaufen bereit sein wird.

Das Abendessen war göttlich, wie bisher. Kate bereitete ein vegetarisches Beef Wellington, Salate und Sorrel, ein warmer Hisbuskusblütentrunk, zu, während ich mit Steffen den Außengrill anschmiss und marinierte Rippchen bruzelte.

Die Meyerer Jungs brachen daraufhin zum Nachttauchen auf. Es gab Unterwassertaschenlampen von Santa.

An alle couragierten hauptberuflichen wie ehrenamtlichen Helfer und Mitglieder der Rettungsdienste möchte ich heute nicht nur Grüße senden, sondern meinen größten Respekt und Dank ausdrücken.

26.12.2021 – Eigentlich wollten wir einen Ausflug nach Petit Anse an den Galby Bay Beach unternehmen. Als dann von Jason und Lexy (Freunde der Familie) der Vorschlag kam, an die Golden Falls zu hiken, waren wir alle sehr schnell umgestimmt und haben sie, wie auch Marcel und Felicitas, begleitet. Kurioserweise musste mir Marcel heute berichten, dass man bei Manon das Covid-Testergebnis vertauscht hatte und sie jetzt doch positiv ist. Einfach unfassbar!

Nachdem wir die Küstenstraße hinter uns gelassen hatten, durchfuhren wir über die Bergpässe schöne kleine Dörfer im Landesinnere an und ich war wieder einmal völlig gedankenversunken, ob dieser herrlichen Kulisse, bis wir unser Gefährt in der Pampa parkten. An unserem Startpunkt befand sich direkt der erste Muskatnussbaum und ich stopfte mir die Taschen voll.

Bei unserem Hike musste ich abermals schnell feststellen, dass Trekking-Barfußschuhe zwar leicht und platzsparend im Reisegepäck sind, allerdings ungeeignet, um auf schlammigem oder glitschigem Untergrund zu laufen. Es dauerte nicht lange, bis wir das erste von unzähligen Malen den Flusslauf der Golden Falls überqueren mussten und sich unsere Wanderung zum Canyoning entwickelte. Bei großer Luftfeuchtigkeit durchschritten wir das unwegsame Gelände des imposanten Regenwaldes.

Einen Zwischenstopp legte wir an einem gigantischen Baum ein und hingen ein bisschen rum,

bevor wir dem Flusslauf folgend, eine Kletterpartie einlegten und uns über Seile um den Fels zu dem versteckten Wasserfall schwingen mussten. Die Golden Falls sind etwas Besonderes. Sie verdanken ihren Namen einer Schwefelquelle, sodass neben dem größeren kühlen Wasserfall eine kleine warme Quelle aus dem Gestein sprudelt. Es war herrlich. Nicht nur die Druckmassage der Wassermassen und das Schwefelbad, sondern vor allem das Gefühl von absoluter Freiheit und Zufriedenheit, welche mich schon den ganzen Tag begleitet haben.

Der Hinweg war gleichsam unser Rückweg, wobei wir (vor allem William,  der nur noch Mitten durch den Fluss rannte) es aufgegeben haben, trockenen Fußes anzukommen.

Mit dem Jeep ging es auf der Suche nach einem Eis nach Grand Etang. Zwar hatten wir dort kein Glück, ich gönnte mir aber noch einen Under the Counter Bushrum mit eingelegtem Tausendfüßler (, dessen Gift natürlich afrodisierende Wirkung hat), Wurzeln, Holz und was man sonst noch so alles auf dem Boden findet. Hat ein bisschen geschmeckt wie Landauer Willi. Das Eis (Grenada-Chocolate und Cherry-Vanille) gab es dafür an der nächsten Tanke.

Um 16 Uhr waren wir wieder auf der „Maria Rosa“ und es dauerte nicht lange, bis Steve und Nikolas, zwei alte Haudegen und Seebären mit ihrem Dinghis anlegten und Geschichten erzählten. Bis tief in die Nacht habe ich mich nicht mehr vom Deck wegbewegt und bin erneut unterm klaren Sternenhimmel eingeschlafen.

27.12.2021 – Dem gemütlichen Start in den Tag folgten die Vorbereitungen für ein Barbecue. Dazu wurde eine gigantische Kühlbox bestückt, der Schwenkgrill aus der Werkstatt geholt, Spielgeräte gerichtet und alles per Beiboot an einen Strand in der Hog Bay gefahren. Wir starteten direkt mit dem Entzünden eines Feuers. Daraufhin konnten die Keulen und Pois geschwungen werden. Mit der Zeit trafen Nikolas, Nico, Marcel und Steve ein und wir konnten es uns bei Lagerfeuerromantik schmecken lassen.

Abermals war der Sternenhimmel fantastisch. Man konnte die Milchstraße wunderbar sehen und die ein oder andere Sternschnuppe erhaschen. Sundownergrüße gehen heute an den „one-and-only-Aluritter“ David samt Familie.

28.12.2021 – Bisher kann ich nicht verleugnen, dass ich nichts erlebt hätte auf Grenada. Ich war schon ganz schön aktiv, weswegen ich mal einen Gammeltag einlegte. Nachdem ich Steffen bei ein paar Besorgungen begleitet hatte, setzte er mich bei der Whisper Cove Marina in Hog Bay ab und ich verweilte dort ein paar Stunden und pflegte Kontake in der Heimat.

Später ließen Josh und ich noch ein paar Blasen aufsteigen. Dazu tauchten wir unter das Dinghi, stellten uns Kopfüber, drückten uns mit den Füßen am Beiboot ab und ploppten Wasserblasen nach oben.

Nach dem Abendessen war ein Filmabend angesagt und während wir in die Röhre schauten, wurde in Mechtersheim und Ischgl noch gut gefeiert. Herzliche Geburtstags- und Sundownergrüße lieber Klaus und Abe.

29.12.2021 – Gut über zwei Wochen befinde ich mich nun auf Grenada und der „Maria Rosa“ und stelle langsam aber sicher eine Veränderung an mir selbst fest. Nicht Antriebslosigkeit, Unlust oder Faulheit sind es, die ich beim Nichtstun verspüre, sondern pure Entspannung, Gelassenheit und Selbstbestimmung machen sich breit. Weder die Zeit, noch eine To-Do-Liste oder gar ein Arbeitsplan bestimmen meinen Tag. Ich muss niemandem Rechenschaft ablegen. Ich schätze die Einfachheit des Alltags, nehme meine Umgebung viel stärker wahr, habe eine größere Achtsamkeit gegenüber meinen Mitmenschen und nicht wie früher das Gefühl, etwas zu verpassen. Es gab und gibt Momente, in denen ich einfach nur an Deck liege, in die vorbeziehenenden Wolken versinke, dem Plätschern der Wellen lausche, den Wind und die Sonne spüre. Entschleunigung pur. Ich hoffe sehr, dass ich mir dieses Innehalten, auch wenn ich wieder im Berufsleben als Lehrer mit Verantwortung gegenüber der Institution, meinen Kolleginnen und Kollegen, der Schüler- und Elternschaft, sowie vor allem mir selbst, bewahren oder wenn nötig zurückholen und abrufen kann. Auch in der Hinsicht, nicht nur im Hier und Jetzt, sondern ebenfalls einen erweiterten Blick nach dem Sabbatical auf meinen künftigen Alltag und den Beruf erhalten zu haben, war die Entscheidung, sich ein Jahr Auszeit zu nehmen, goldrichtig.

Um die Reise zu mir selbst zu verstärken, habe ich John Streleckys „Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“ begonnen. Erste Erkenntnis daraus: Wer sich selbst stresst, vergisst schnell seine eigenen Wünsche und wird auch nicht auf Dauer glücklicher.

Mit dieser Erkenntnis sprang ich erstmal über Bord und ließ mich danach zum Trocknen aufhängen.

Nebenbei konnte ich einen tollen 360° Rundumblick über Hog Bay gewinnen.

Nachmittags liehen wir in der Marina Le Phare Blue zwei Hobie Cats aus und Steffen erklärte mir nochmal Wesentliches zum Segeln. Der Wind war wenig konstant und wir mussten stets schauen, wie wir uns am besten positionierten, um möglichst gut Fahrt zu machen.

In der Dämmerung liefen wir am Anleger der Marina ein und verbrachten dort noch etwas Zeit am Pool.

Entschleunigt gechillte Sundownergrüße möchte ich Lukas und Mareike senden.

30.12.2021 – Wie gestern habe ich vormittags gegammelt, bis Marcel für einen kurzen Schnack vorbei kam. Leider gibt es keine Neuigkeiten, wann es los gehen kann.

Während nachmittags die Jungs Wassersport bevorzugten, verließ ich sie in der Marina und schlappte zu einer Hauptverkehrstraße, auf der ich einen Bus weiter noch Osten nehmen konnte. In La Sagesse stieg ich aus und schlenderte zum Strand, an dem ich mich für ein paar Stunden niederließ. Die Wellen waren ganz ordentlich.

Der Busfahrer auf dem Rückweg hätte gut und gerne bei „Fast and Furios“ mitspielen können. Etwas weniger Bleifuß hätte es auch getan. Immerhin hat er mich nach dreimaliger Bestätigung, dass er wegen mir, seine Route für die anderen Fahrgäste nicht unterbrechen soll, um mich für einen Voucherpreis direkt zur Whisper Cove Marina zu fahren, an der richtigen Haltestelle rausgelassen und ich setzte meinen Weg zu Fuß fort. An der Marina traf ich dann wieder auf die Meyerer Boys, die mich mit nach Hause nahmen.

31.12.2021 – Für den Start ins neue Jahr sind wir auf See gefahren und haben uns den besten Ankerplatz in Hog Bay gesucht, um die Feuerwerke um uns herum bestaunen zu können. Neben anständig Böllerei waren auch wieder Sternschnuppen zu sehen und ich wünsche allen nicht nur ein frohes, neues und besseres Jahr 2022, sondern vor allem Gesundheit und Besonnenheit.

01.01.2021 – Das neue Jahr startete, als hätte ich mir gute Vorsätze gemacht. Hab‘ ich aber nicht. Dennoch habe ich am Neujahrstag noch nie zuvor solch ein Sportprogramm absolviert.

Nach dem Wake-Up-Wrap zum Frühstück wurde ich beim Schnorcheln und Tauchen erst so richtig wach. Wir fuhren an ein weiteres Riff auf offener See und ich fand einen riesigen Trunkfish, dem ich folgte. Auch sonst war es erneut sehr beeindruckend, was sich so alles zwischen den Korallen tummelte. Leider entging mir die Schildkröte, die Steffen sah. Ich hoffe wirklich, einmal dieses Glück zu haben, unter Wasser mit einer zu schwimmen. Dennoch spürten wir Langusten und eine Muräne auf, bis der Regen einsetzte und wir von allen Seiten durchnässt wieder auf dem Schiff anlegten. Nun war ich definitiv wach und irgendwie fit und motiviert, sodass ich mir eine Sportlermahlzeit zubereitete und mit Josh zu meinem zweiten Hash aufbrach.

Dieser startete heute am Stadion in St. Georges. Kurz vor Start füllte sich das Teilnehmerfeld nochmal gewaltig und pünktlich um 15:30 Uhr fiel der Startschuss für den Orientierungslauf. Zuerst führten uns die Zeichen (, diesmal aus Mehl bestehend,) steile Steintreppen und glitschig nasse Straßen durch die engen Gassen im Berg, in denen eher die „einfachen“ Leute leben, immer wieder hoch und runter. Das gestaltete sich mitunter knifflig und nicht wenig anstrengend, sodass sich schnell die Spreu vom Weizen trennte. Wir waren vorne gut mit dabei und fanden zudem den richtigen Weg. Später ging es zur nächsten mörderischen Steigung an einen Steinbruch und darüber hinaus hoch. Da wäre ich fast auf allen Vieren hoch, um nicht hinten über zu fallen. Über den nächsten Berg mit toller Aussicht auf Start- und Zielpunkt am Stadion ging es in Trippelschritten einen Steilhang hinunter zum Endspurt. Erneut haben wir ein ziemlich gutes Ergebnis erzielt und waren enttäuscht, dass der Lauf schon zu Ende war.

Den Abend ließen wir dann ruhig ausklingen und ganz liebe Grüße gehen heute aus tagesaktuellem Anlass an Tom Irrläufer.

02.01.2022 – Uff, frühes Aufstehen war angesagt, um möglichst zeitig in den nördlichen Teil zwischen Mount St. Catherine und den Tufton Hall Waterfalls zu kommen. Wir machten uns auf, um zu einem Geheimtipp, der auch vielen Einheimischen unbekannt ist, zu hiken. Die Rainbow Falls sind eben nur schwer zugänglich, sodass wir ganz schön durch den Dschungel stapfen mussten, nachdem wir eine alte Plantagen“straße“ hinter uns gelassen hatten. Sklaven legten die bröckelige Straße an, damit Bananen, Guaven und Kakao von den tiefer im Busch sitzenden Plantagen mit Hand- oder Eselskarren zur Weiterverarbeitung gebracht werden konnten. Über Stock und Stein, dafür weniger durchs Flussbett, liefen wir stets bergauf, bis wir uns über dem obersten von sieben Becken abseilten und nach und nach die Becken erkundeten bzw. uns auch eine notwendige Abkühlung, teils im Infinitypool, gönnten.

Unschwer lässt sich erkennen, woher die Rainbow Falls ihren Namen verdanken. Auch hier werden Schwefel und sonstige Erze aus dem Gestein herausgeschwemmt, Algen und Moose sorgen dazwischen für eine satte Grünfärbung.

In einem Becken bin ich gerade so nochmal der Beschneidung durch einen gelben Riesenkrebs davon geschwommen, nachdem ich bereits das pure Böse gepaart mit unbändiger Angriffslust in dessen holen, schwarzen Augen ausgemacht hatte.

Der Schock saß so tief, dass wir gar nicht anders konnten, als eine Schokoladenfabrik zu besuchen und Nervennahrung aufzunehmen. Auf dem rückläufigen Fußmarsch sammelten wir erneut mehrere Tüten voll Müll ein. Schon traurig.

Die Auswahl der Jouvay-Schokolade im Fabrik eigenen Shop, der vom National Geographic zu einem der 10 weltbesten gekürt wurde, ließ keine Wünsche offen und wir deckten uns gut ein. Die Jouvay-Schokoladenfabrik ging 1774 aus einer ehemaligen französischen Distille hervor.

Abends wurde gezockt, ein Schokoladentasting vollzogen und spät ins Bett gerobbt. Herzliche Grüße gehen an die Spielemonster Lukas und Miri.

PS: Wir haben jetzt auch „Zug um Zug“ ;).

03.01.2022 – Gute Nachrichten gleich am frühen Morgen. Die neuen Batterien von der „Ti Odara“ scheinen nun ihre Spannung zu halten, weshalb ich mit Marcel wohl bald in See stechen könnte. Der Kühlschrank wurde heute ebenso repariert. Um Marcel Arbeit abzunehmen und Zeit zu sparen, habe ich mich angeboten, die weiteren Besorgungen zu erledigen und die fehlenden Bootsteile zu kaufen. Sodann hatte ich mich zu Fuß auf den Weg und irgendwann den Anhalter gemacht, da auf meiner Strecke kein Bus kam. Ein schönes Gefühl, wenn endlich einer anhält und einen ein Stück mitnimmt, bis ich per Bus zu Island Water World weiterfahren konnte. Alles Nötige habe ich dort bekommen und schlenderte anschließend noch durch den Botanischen Garten von St. Georges, mahlte mir meine eigene Schokolade im Kakao-Museum, aß mein erstes Chicken-Roti (eine Art mit Hühnchen, Kartoffeln und Gemüse gefüllter Pfannkuchen), wartete den einsetzenden Regen ab und durchstreifte die Hauptstadt Grenadas, fand ein paar Lost-Places, bis ich in der Polizeikneipe landete, in welcher ich mir einen Drink mit den Cops beim Fußballschauen gönnte.

Nacht und See waren so schwarz, dass man im Wasser Bioiluminszenz gut sehen konnte.

Schokoladige zartschmelzende bis dunkelherbe Grüße an Sina und Family.

04.01.2021 – Mein letzter voller Tag auf der „Maria Rosa“. Marcel und ich sind in leichter Aufbruchstimmung. Wir haben uns entschieden, mit den alten Batterien bis nach Martinique zu segeln und die neuen als Backup zu nutzen, falls die Spannung abfällt. Von daher füllten wir die Wassertanks auf, checkten die Windvorhersagen, malten uns eine mögliche Route aus, besprachen, welche Vorbereitungen weiter zu treffen seien und Marcel säuberte das Dinghi. Morgen soll es los gehen. Allerdings erst nach St. Georges, wo wir in flacherem Gewässer im Hafen ankern und die Unterseite der „Ti Odara“ freikratzen müssen, damit wir besser Fahrt machen. Ebenso werden die Lebensmittelvorräte aufgefüllt und Besorgungen im Nordwesten gemacht. Erst dann segeln wir los.

Bevor ich die Meyerers verlasse, konnte ich ein weiteres kleines Highlight erleben. Ich stand zum ersten Mal auf dem Wakeboard. Und obwohl mir Steffen prophezeite, dass ich nicht einmal den „Arsch aus dem Wasser“ bekommen werde, hat es nach kurzer Eingewöhnungszeit super geklappt. Irgendwie bin ich trotz, für das Wakeboarden zu schwachen Außenbordmotor, noch leicht genug, sodass ich den Stand finden und über die Wellen reiten konnte. Es war richtig geil.

Abends lud ich die Familie als kleines Dankeschön für Alles, was sie mir ermöglicht hatten, mich aufgenommen und an ihrem Leben teilhaben ließen zum Essen in Wispher Cove ein. Wir dachten, es sei eine gute Idee, am Pizzatag Pizza zu bestellen. Diese Order ging leider von allen anderen Tischen ebenfalls in der Küche ein, sodass wir, bei zwei vorhandenen Pizzaöfen, gute zweieinhalb Stunden auf unseren Fladen warten mussten. Als unser Essen kam, war das Restaurant fast leer. Dafür erhielten wir eine Flasche Sekt vom Hause.

Danke für den schönen Abend. Zurück gab es dann noch einen Abschlussrum, bevor die Falle lockte.

Herzliche Grüße gehen an ihrem Geburtstag an Kate, samt Uwe.

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