12.12.2021 – Alle meine Befürchtungen bei der Einreise haben sich dank fauler Flughafenbelegschaft in den Wind geschlagen. Man denkt halt oft zu deutsch. Steffen und sein ältester Sohn Josh haben mich außerhalb des Flughafengebäudes direkt in Empfang genommen und mich zum Hafen Hafen in Woburn in die Clarkes Court Bay gebracht.

Mit dem Beiboot legten wir den letzten Kilometer bis zum Segelschiff „Maria Rosa“ zurück, welches nun mein neues Zuhause sein wird. William, Steffens und Kates Jüngster hat extra seine Koje freigeräumt und sein Schlafquartier auf einem Beiboot bezogen. Ich wurde unglaublich nett empfangen und zum Abendessen und danach floss der Rum, wodurch ich selig einschlief, keinen Wellengang verspürte und auch mal länger liegen blieb.
13.12.2021 – Geweckt wurde ich durch den Duft frischer Apfelzimtmuffins. Dazu gab es Kaffee aus der Aeropress auf dem Achterdeck bei schwacher Prise. Herrlich. Das späte Frühstück ging schnell ins Mittagessen über, bevor wir an Land schipperten, um Erledigungen zu tätigen und einzukaufen. Dabei habe ich schon einmal die nähere Umgebung gezeigt bekommen.

Im Gegensatz zu dem flachen Barbados ist Grenada eine vulkanische Insel und von daher auch sehr bergig und wunderbar grün bewachsen. Leider hat es heute öfters geregnet und die Sicht war nicht allzu gut, aber ich freue mich schon auf die weitere Erkundung.

Abschließend möchte ich Joachim alles Liebe und Gute, Glück und viel Segen, Freude und Gesundheit zu seinem Geburtstag wünschen. Lass dich hochleben.
14.12.2021 – Gut gestärkt starteten wir mit dem Dinghi, einem Beiboot, zur nahegelegenen Hog Island, über die mich William und Kate bis zum Yard, dem Hafen samt Werft und wo sich auch Steffens Reparaturwerkstatt für Schiffe „Driftwood“ befindet, herumführten. Auf schlammigen Wegen durch die Mangroven, zwischen denen Einsiedlerkrebse ihre „Häuser“ wechselten, erreichten wir einen kleinen Strand, an dem wir Mandeln fanden und knackten, Muscheln suchten und einen über 100 Jahre alten Kräutergarten inspizierten. Neben allerlei Essbarem gibt es allerdings ebenfalls giftige Bäume und Sträucher, vor denen man sich in Acht nehmen muss.

Die Landschaft ist einfach wunderschön und es gab stets etwas Neues zu entdecken. Ein himmlisch-harmonisches Paradies auf der einen Seite, leider aber auch durch anlandendes Strandgut, sowie das fehlende Bewusstsein der Einheimischen für Müllentsorgung auf der anderen Seite, ein traurigerweise teils dreckiges. Je nachdem, in welche Richtung man schaut. Wenn man dann einen Krebs in der Hand hat, einen Kolibri entdeckt, ein Fregattvogel über einem kreist und die Wellen an die vulkanischen Klippen peitschen, hat man doch eher die Idylle vor Augen.

Im Yard gab es dann ein Erfrischungsgetränk und man findet einfach immer jemanden, mit dem man sich austauschen kann. Auf dem Rückweg probierte ich, ins karibische „Horn“ zu stoßen und habe mir das tägliche Üben auf die Fahne geschrieben. Anschließend durfte ich das Dinghi bis zur „Maria Rosa“ steuern.

Nachmittags fuhren Steffen und William mit mir zum Speerfischen an ein Wrack und später zu einen Riff hinaus. Fangziel sollte der ursprünglich nicht hier heimische Lionfish sein. Ein aggressiver Räuber, der den heimischen Fischbestand dezimiert und somit die karibischen Fischarten gefährdet. Leider war die See etwas trüb und wir hatten kein Glück. Dennoch konnte ich beim Schnorcheln das Riff und seine Artenvielfalt bestaunen. Ich war unvorsichtig und zog mir ein paar Blessuren zu. Das Unterwasserschnorcheln wird meine nächste Trainingseinheit werden.
Nach dem Abendessen wurde gespielt und Kate schwang noch ihre brandneuen Pixel-Poi auf dem Deck.

Verabschieden möchte ich mich heute mit einem Lebensmotto und Grüße alle Scouts:

15.12.2021 – Vormittags nahm mich Kate mit in die Hauptstadt Grenadas, St. Georges, und führte mich herum. Dabei besichtigten wir auch Fort Georges, eine Festungsanlage, errichtet um 1700, mit herrlichem Rundblick auf Stadt, Hafen, Kratersee und Meer.


Am Nachmittag schnappte ich mir das Kajak und erkundete die Wracks in Hodge Bay und ging in kleinen Buchten auf Erkundungstour.

Außerdem habe ich eine neue Lektüre angefangen – „Das Cafe am Rande der Welt“ von John Strelecky. Thematisch erweist es sich nicht nur als Reiselektüre, sondern gar als Lektüre einer Reise zu einem selbst. Mal sehen, wo sie mich hinführt.
Weiterhin habe ich das erste Mal seit langem, damals waren wir mit den Päddlern auf dem Eijselmeer unterwegs, wieder auf einem Schiff gekocht. Das kann bei dem vorherrschenden Platzmangel herausfordernd sein. Geschmeckt hat es dennoch.
Zum Abend hin habe ich Steffen auf Deck noch mit einer Flasche Rum abgelenkt, damit die Familie die Vorbereitungen für seinen Geburtstag treffen konnten.
16.12.2021 – Bevor das Geburtstagskind Steffen seine Pritsche verließ, schmückten wir den Wohn-/Essbereich und Kate bereitete ein großes Frühstück zu. Nach reichlicher Stärkung holten wir Marcel, der mit seiner „Ti Odara“ auch hier ankert, ab und fuhren weiter, um den Mount Qua Qua zu besteigen. Dieser ist nicht nur der 2.-höchste Berg Grenadas mit über 700 Metern, sondern gleichsam ein alter Vulkan mit Kratersee, auf dessen Rand wir stiegen und über den Grat entlang wanderten. Palmen, Stauden, Bambus und mit Efeu umschlungene Bäume wechselten sich ab, dazwischen schauten Sträucher und Riesenfarn hervor oder Lianen hingen herab. Der schlammige, teils sehr rutschige und enge Weg führte uns an einen Aussichtspunkt über den Westen der Insel und auch zwischendurch konnte man seinen Blick immer mal wieder schweifen lassen.



Nach dem Hike setzten wir die Tour fort und erreichten wenig später den Annandale Waterfall, wo wir unseren Füßen (und dem restlichen Körper kostenlos dazu) eine Abkühlung gönnten.


Schon etwas erschöpft legten wir den letzten Stopp im Yard ein, bestellten Pizza und enternten die „Maria Rosa“, sodass Steffen endlich bei einem Filmabend in den Genuss seines Geschenkes kam. Wir schauten uns das Roadmovie „972 Breakdowns – Auf dem Landweg nach New York“ an.
Der abendliche Gruß geht heute natürlich an Steffen. Hoch sollst du leben;).
17.12.2021 – Jetzt habe ich doch ein wenig versäumt, von meiner Unterkunft zu berichten. Der Zweimaster „Maria Rosa“, gebaut 1979, ist 17 m lang und weist eine Breite von 5,20 m auf. Der Tiefgang liegt bei 1,5 m.

Angetrieben wird sie durch einen 130 PS starken Perkinsmotor, welcher auch der Bootskatze seinen Namen schenkte. Zudem lassen 150 m2 Segelfläche die rüstige Dame hart im Wind stehen. Eine Seewasserentsalzungsanlage und Wasserfilter sorgen für gute Trinkwasserqualität. Die Energie auf dem Schiff wird durch 3 Solarplatten am Heck, sowie einem Windrad am Mast erzeugt und in eine Reihe Lithiumbatterien im Motorraum eingespeist. Navigiert wird via GPS. Es gibt drei Kabinen mit zwei Waschräumen, einer schmalen Küche, sowie den Wohn-/Essbereich, an dem gegenüber sich ein Schreibtisch befindet. Überall finden sich Schubladen, Luken und sonstige Stauraummöglichkeiten, um alles für das tägliche Leben auf Schiff aufbewahren zu können. Das Deck dient als Terasse, lädt tagsüber zum Relaxen ein und nachts kann man den Sternenhimmel bestaunen.

Die Meyerers haben zudem drei Dinghis und ein Kajak, um das Festland erreichen zu können.
Fischen geht auch von Bord und ich warf nach dem Frühstück die Angel aus. Dabei ist Geduld gefragt und somit könnte ich noch etwas weiter lesen, mich ebenso ins Binden von Seemannsknoten einarbeiten. Der vorbeifliegende Pelikan hat definitiv mehr Anglerglück gehabt.
Später entschied ich mich für eine längere Kajaktour, um auf dem Rückweg bei Marcel vorbei zu paddeln. Er hat mir das Angebot gemacht, zusammen mit ihm auf seiner „Ti Odara“ nach Martinique zu segeln. Der Gedanke, dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte, reift immer weiter, auch wenn sein Schiff noch ein paar Reparaturen braucht und ich Grenada sehr viel früher verlassen müsste, als ursprünglich gedacht.
In der Dämmerung fuhren wir los zu Jaco, einem Mitarbeiter von Steffen, der zum Geburtstags-BBQ eingeladen hatte. Da er Südafrikaner ist, verstand er sich natürlich darauf, uns ein Festmahl auf dem Grill zu zaubern. Es hat so unglaublich gut geschmeckt, dass man es eigentlich nicht beschreiben kann. Allerdings hat es mich an meine Zeit bei Mama Rita in Mitchells Plain, einem Vorort Kapstadts, erinnert, weshalb wir auch allerlei Gesprächsstoff hatten. Ich würde zudem sehr herzlich aufgenommen und hatte einen tollen Abend.
Meine Sundownergrüße gehen daher, ganz selbstverständlich, an Mama Rita. Get well and stay healthy.

18.12.2021 – Es sollte ein sehr ereignisreicher Tag nach gemächlichem Start werden. Wir wollten an einem Hash teilnehmen, der dieses Mal im Osten der Insel stattfand. Den Anfahrtsweg verbanden wir mit einer kleinen Inselrundfahrt. Zwar ist Grenada mit einer Länge von 31 km, sowie in der Breite 16 km nicht gerade weitläufig, allerdings sind die einspurigen Straßen nicht im besten Zustand und man quält sich über zahlreiche Serpentinen die Berge rauf und wieder hinunter, sofern man nicht die Küstenstraße ganz außen herum nehmen kann. Wir hatten beides. Unseren 1. Stopp legten wir an den Concord Waterfalls ein. An diesem Wasserfall konnten wir Klippenspringern zusehen.

Weiter ging es an der Westküste entlang nach Black Bay, wo wir unseren Jeep im Busch parkten und zu Fuß weiter zu einem schwarzen vulkanischen Sandstrand wanderten. Dabei zeigte sich erneut die enorme Vielfalt von Fauna und Flora Grenadas. Ananas, Bananen, Kokosnuss, Mangos, Brotfrucht, Muskatnuss, Mandeln, Kakao, … verhungern würde man hier nicht. Zudem wuchs zwischen den Bäumen und Palmen neben gigantischem Bambus auch mal ein Spikebaum, an den man sich gewiss nicht anlehnen sollte.


Auch Vieles, was kreucht und fleucht ist uns über den Weg gelaufen und Grenadataube, Reiher, Pelikan, Kolibri und Fledermäuse schwirrten durch die Luft. Über den beeindruckenden Sandstrand geschlendert, mussten wir einen Schleichweg einschlagen, um an eine Höhle der indianischen Ureinwohner zu gelangen.


Dort machte ich Bekanntschaft mit Spidermann und einer Kolonie Batman-Doubles, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Entlang der Küste ging es über Gouyave, Victoria, Sauters mit kurzem Stopp, um Kokosnüsse zu sammeln nach Pearls an die Ostküste.

In Pearls mussten wir erst einmal den Startpunkt des Hash, einer Art Schnitzeljagd für Jedermann, finden. Gerade noch rechtzeitig sind wir in festes Schuhwerk geschlüpft und haben uns angemeldet. So richtig wusste ich da noch nicht, was mich erwarten sollte. Dennoch bereute ich schon jetzt, dass die letzte Nahrungsaufnahme, ein halbes Stück Karottenkuchen, 9 Stunden zurück lag. Kate meinte, da geht man einfach mit und das macht Spaß. In der Hinsicht hatte sie definitiv Recht. Bloß wusste ich nicht, dass man sich bei dem Spaßwettbewerb auch anstrengen kann. Auf einmal fiel der Startschuss und während sich ein Großteil des Teilnehmerfeldes im leichten Lauf, als Walker oder Geher in Bewegung setzte, befand ich mich, nachdem es erstmal bergab ging, quasi im Rollen und versuchte an Josh und William dran zu bleiben. Aus dem Ort raus führte die immer mal wieder mit Papierschnippseln markierte Strecke in den Busch, durch sumpfiges Gelände, eng vorbei an Kuh und Bulle, die auf dem Weg grasten, zum Strand. Dort wurde es so langsam hart, aber der Ehrgeiz hatte mich schon gepackt. Einfach war es allerdings nicht. Mehrmals durchwartete man Flüsse, die vom Festlands ins Meer flossen, sackte bisweilen im Schlamm, Sand oder Moor ein, musste über allerlei Angeschwemmtes rennen und dabei auch noch bei brütender Hitze die Orientierung behalten.

Nach dem Strand, motivierten mich herrenlose Hunde noch ein Stück weit mehr, dran zu bleiben und Josh und ich joggten gemeinsam über den alten Flughafen, während uns William bereits abgehängt hatte. Er verpasste leider, wie ein Teil der Spitzengruppe die richtige Abzweigung, auf die wir glücklicherweise stießen und uns auf dem korrekten Pfad Richtung Inland, durch den Ort und somit zur Zielgerade machten. 7. Platz, ganz passabel denke ich. Nach dem Lauf hatten wir uns erstmal eine Stärkung vom Grill verdient und als „Hash-Jungfrau“ sollte ich noch ein Zertifikat als fortan vollwertiger Hasher erhalten. Überraschenderweise geht solch eine Zeremonie nicht ohne Bierdusche über die Bühne. Folglich habe ich gestunken wie ein alter Ziegenbock, also laut Urkunde auch alles richtig gemacht.

Bevor uns die Moskitos auffraßen, traten wir die Heimfahrt durch die Nacht an.
Es war ein langer, sehr schöner Tag, an dem aus gegebenem Anlass meine Grüße an meine Mainzer Laufbuddies, sowie an die Häschdemer, Weindahler und Dahner Extremrunners gehen.
19.12.2021 – Der 4. Advent ist bekanntlich Waschtag, weshalb ich wieder frische Klamotten besitze. Gegen Mittag schipperten wir mit dem Dinghi zur „Le Phare Blue Marina“, wo Josh seine Regatta mit dem Hobiecat und einem Lasor erfolgreich absolvierte.

Die kleine Marina, in der auch ein Leuchtturmschiff liegt, lud hervorragend zum Verweilen ein und so verflog eigentlich die Zeit im Nu, sofern man nicht ewig aufs Essen hätte warten müssen.

Kaum zurück auf der „Maria Rosa“ unternahmen wir mit dem Beiboot einen weiteren Versuch, einen Barrakuda oder Tarpun an Land zu ziehen. Was soll ich sagen? Irgendwann klappt’s.
Mein abendliches „Petri heil!“ geht daher an L. Trillofs David. Da müssen wir wohl doch nochmal zum Fischen fahren;).
20.12.2021 – Zum Frühshoppen habe ich meinen eigenen karibischen Cocktail kreiert – den „Grenada f(e)i(g)thing Pirate“! Man nehme dabei eine Kokosnuss, hacke das obere Drittel hinweg, schlürfe die Kokosmilch in Gänze, genieße das Kokosfleisch pur a la naturelle und lege ein wenig bei Seite zum späteren Verzehr. Nun fülle man die geöffnete Kokosnuss zu einem Drittel mit Clarkes Court Bay Dark Rum, füge ein Schuss Ginger Beer hinzu und veredle es mit einem angeriebenen Stück Lemongras. Vortrefflich entfaltet der „Grenada f(e)i(g)thing Pirate“ seinen Geschmack auf Zunge und Gaumen, wenn man ihn im Wechsel mit Kokosnussfleisch und dunkler Schokolade, mindestens 82 %, kredenzt und genießt. „Trinkt aus Piraten, joho!“

Mittags unternahm ich eine Wanderung mit Ziel Gran Anse Beach. Dazu musste ich vom Yard aus erstmal durchs Gestrüpp über die Bergkuppe wandern und ein paar Bullen ausweichen, bevor ich durch die Vororte zum wunderbar feinen Sandstrand kam. Dort gönnte ich mir auf dem Spice and Craft Market eine Stärkung und verbrachte etwas Zeit am Strand.
Nach dem Abendessen schauten wir uns alte Päddler-Bilder, aus Jahren, in denen Steffen, Josh und ich im Zeltlager waren, an. Aus diesem Grund geht unser aller Gruß heute an Mario, der uns diese nostalgischen Erinnerungen beschert hat.
21.12.2021 – Happy Birthday Steffi. Der Morgen füllte sich mit Besorgungen machen, damit Marcels Einmaster reisefertig wird. Dies hat leider etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, als erwartet. War aber notwendig. Ich will ja auch nicht auf dem Weg nach Martinique absaufen;). Entweder wird es am 25.12 oder 26.12.2021, je nach Windverhältnisse und wie wir einen Coronatest machen können, losgehen. Ich werde die Chance nutzen und mit ihm auf der „Ti Odara“ weitersegeln und dann mal schauen, was sich noch so ergibt.
Mittags konnte ich endlich ausgiebig mit meiner Steffi telefonieren. Heute ist sie der „Herr Maus“, was meint, sie hat Geburtstag. Es war wunderbar und ich wäre gerne heute nicht so weit weg gewesen.
Danach starteten wir den nächsten Versuch, einen Lionfish zu fangen und Steffen erlegte auch einen, der als Katzenfutter für Perkins sein Ende fand.


Meine Wünsche und Grüße gehen heute natürlich an Steffi, ILU. Sorry, dass ich dir keinen Picasso Triggerfish präsentieren kann.
22.12.2021 – Nachdem ich die Nacht erneut erst auf Deck und später in der Koje geschlafen hatte, kam ich etwas später aus selbiger. Die gute Seeluft machts und der Frühsport bestand aus Kajak fahren. Ich bin zu Marcel gepaddelt, trotzte dem Gegenwind und durfte dann gleich ranklotzen, da wir sein Schiff noch flottmachen müssen. Ich bereitete Benzin-Ölmischungen zu, nahm eine Trainingseinheit in seinem wackeligen Faltdinghi und brach auf, an Land Trinkwasser zu besorgen, welches ich anschließend an Bord in die Tanks abfüllte.

Dann bauten wir Solarpannels ab, ich lernte Begriffe und Knoten, sowie Notwendiges über die Steuerungselemente. Als Letztes schafften wir eine alte 50 Kilobatterie an Land und gönnten uns Lunch in der Hafenbar „Cruisers Galley“. Das war bitter nötig. Dabei konnten wir uns mit den Einreiseformalitäten für Martinique beschäftigen.
Meine Reiselektüre „Das Cafe am Rande der Welt“ habe ich abgeschlossen. Die beim Lesen aufgeworfenen Fragen und Gedanken in Bezug auf meine Reise (wohin auch immer sie führen mag und zu mir selbst) werden mich noch eine Weile begleiten. Danke Anna, fürs Ausleihen.
Für Steffen war es der letzte Arbeitstag des Jahres, bevor „Driftwood“ für zwei Wochen schließt. Dort schaute ich noch bei der „Weihnachtsfeier“ vorbei, von der mir Steffen später berichtete, dass es definitiv die friedlichste bisher war – ohne Knochenbrüche, Schlägerei oder sonstige Exzesse. Josh zeigte mir sein Boot, welches er gerade renoviert und er, William und ich tobten uns beim Billiard aus. Das letzte Mal war dann doch schon etwas her, in Montenegro mit Frank.
Von daher gehen meine Grüße heute an dich, Frank „The Tank“.
23.12.2021 – Definitv war der Besuch des Unterwasserskulpturen Parks zwischen Dragon Bay und Molinaire Beach ein absolutes Highlight. Um die unter Wasser versenken und fest installierten Darstellungen betrachten zu können, mussten wir nicht nur teils 6 – 7 Meter tief tauchen, sondern auch erstmal von einer Nebenbucht dorthin schnorcheln. Wir waren ja nicht mit einem Glasbodenboot unterwegs und die paar hundert Meter dorthin auf offener See den Riffen entlang haben sich mehr als gelohnt. Neben zahlreichen exotischen Fischen (wie Papageien-, Angler-, Drücker-, Schnapper-, Trunk-, Ziegen, Trompeten- oder Schmetterlingsfische, …) bestaunte ich Anemonen, Schwämme und Korallen, welche die Riffe bevölkerten. Allein das war schon faszinierend. Uns trieb sogar eine „Eingeweidenqualle“ entgegen und kaum, dass man sich versah, war man in Mitten eines riesigen Fischschwarms.





Ein Perlentaucher werde ich zwar nicht mehr, aber das „Eintauchen“ in diese Welt war etwas ganz Besonderes.
Im Anschluss durchfuhren wir den südlichen Inselteil von der West- und an die Ostküste, füllten dabei unser Wasser an einer Bergquelle auf und hielten an der Bergkirche St. Davids.

Zur späten Kaffeezeit kamen wir zurück, spannten aus, spielten und puzzelten mit selbst gemachtem karibischen Glühwein bis uns der Schlaf übermannte.
Meine durch den Schnorchel gepressten Grüße gehen heute an den Fischmeister Pirre samt Anhang.
24.12.2021 – Platsch hat es heute Morgen erst einmal beim auf Deck kriechen gemacht. Nein, ich bin nicht ausgerutscht, sondern habe gerade noch eine Riesenschildkröte abtauchen und noch zweimal zum Luft schnappen hochkommen sehen. So kann man in den Tag, auch wenn er zwischendurch sehr verregnet war, starten. Anders als in Deutschland ist der 24.12.2021 noch nichts Besonderes. Das Weihnachtsfest steht immer noch vor der Tür und wird erst am Morgen des 25. Dezember gefeiert.
So war zwar Zeit für Besorgungen, jedoch natürlich wie in Deutschland unglaublich viel los. Im Workshop haben wir noch ein wenig gewerkelt und ich habe das Dinghi entrostet. An Bord wurde fleißig gebacken und fürs Fest vorbereitet. Weihnachten in der Karibik liegt in der Luft. Des Weiteren hatte ich genug Zeit, meinen lieben Bekannten, Freunden, Verwandten und der Familie zu schreiben oder zu telefonieren. Ein frohes Fest, besinnliche Tage und allseits Gesundheit wünsche ich euch.
Abends haben wir zusammen gekocht und statt die Lichter am Baum anzuknipsen, erstrahlten erneut die Pixel-Poi an Deck.
