Barbados – 08.12.2021 – 12.12.2021

08.12.2021 – Übergut in der Zeit bin ich am Frankfurter Flughafen angekommen und hatte den ersten kleinen Atemstocker, als mir die Dame an der Lufthansa-Gepäckaufgabe sagte, sie könne mir keine Bordkarte ausstellen, da Opodo bei der Buchung nicht alle Angaben für meinen Weiterflug von Barbados nach Grenada aufzeigt. Grenada kenne sie überdies überhaupt nicht! Als ob man sie veräppeln wolle;)!. Letztendlich konnte sie mich dennoch ins System einloggen und mir wurde aufgezeigt, dass ich ohne Weiterreiseticket von Grenada gar nicht erst dort einreisen brauche. Dem entsprechend habe ich wohl in den nächsten Tagen noch ein bisschen was zu entscheiden und zu organisieren. Eigentlich möchte ich ja auf Grenada etwas länger und erstmal für unbestimmte Zeit ausspannen und die Insel erleben. Wo es danach hingehen soll, wollte ich mir dann so peu a peu anschauen. Naja, ich lote bis zum Weiterflug alle Möglichkeiten aus und freue mich erst einmal auf Barbados. 

Dafür war der 9 1/2 – Stundenflug extrem komfortabel und mit der Landung um 18 Uhr auf Barbados in Time. Schätzungsweise war die Maschine von Eurowings nicht mal zu 10 % ausgelastet, sodass die Passagiere meist die 4 Sitze in der Mitte als Schlafstatt betrachteten. Die Einreiseformalitäten liefen ebenso positiv ab, nämlich alles flott und, sofern man alle notwendigen Papiere hatte, sehr unproblematisch. Das Allerbeste – mein Koffer reiste mit mir.

Mit dem Taxi ging es durch die Nacht ins „A home away from home“- Appartement in Saint Michaels, einem Stadtteil der Hauptstadt Bridgetowns, wo mich Virginia, eine äußerst nette und offene ältere Frau empfing. Als letzte Amtshandlung des Tages legte ich bei einem Tee auf der Terrasse entspannt die Füße hoch und möchte meine Sundownergrüße aus 12000 Meter leicht verspätet an die liebe Jasmin senden, die mir einfach immer aus der Patsche hilft, wenn ich mal was brauche und an mich denkt. Du bist ne tolle Freundin.;)

09.12.2021 – Wer hätte es gedacht? Heute hab ich was geschafft. Weil es auf Barbados (Der Name kommt übrigens von den ersten Eroberern, den Portugiesen. Sie trafen bärtige Ureinwohner an und entschieden sich äußerst kreativ das Eiland danach zu benennen.) ab 18 Uhr stockdunkel ist und mich zudem nachts irgendwelche Schreigeräusche, welche sich gerade als Affenbande vom Nachbarsbaume herausstellte, etwas wach hielten, bin ich früh raus, habe den Sonnenaufgang über dem Hafen angeschaut und die Kreuzfahrtschiffe beim Morgenkaffee einlaufen sehen. Dabei lernte ich Jared kennen. Er wohnt auf Dauer bei Virginia im Appartement, hat durch Corona seine Anstellung im Tourismussektor verloren und arbeitet normalerweise als Tagelöhner bei der Straßenreinigung. So habe ich mit ihm ein Arrangement, dass er mich lieber gegen einen entsprechenden Obulus die Tage ein bisschen rumführt und mir auch fernab vom Tourismus Barbados näher bringt, getroffen. Da hat er doch direkt gleich richtig Bock drauf gehabt und sich bei der Company die Woche abgemeldet.

Von der Grazettes Terrace kreuzten wir einige Trampelpfade und Nebenstraßen Richtung Ozean. Unterwegs stand eine Partie Racket an. Neben Fußball sind auf der ehemaligen englischen Enklave Cricket und Tennis sehr beliebt. Racket ist da irgendwas dazwischen, ergänzt mit einem Schuss Tischtennis knapp oberhalb der geteerten Grasnarbe. Der Sport des kleinen Mannes, also genau meiner;).

Steffi musste ich versprechen, dass ich am „Rihanna Drive“ einen Song, der wohl berühmtesten Künstlerin von Barbados, schmettere. Das habe ich auch, allerdings nicht wirklich mit Engelszungen („Shut up and drive“), bevor ich mir ihre damalige Behausung angeschaut habe.

Um 10:30 Uhr fand ich mich zu einer Rum-Tour in der Mount Gay – Distillery ein. Die heißt wirklich so, (obwohl Homosexualität hier unter Strafe steht) und ist tatsächlich die älteste Rumfabrik der Welt, 1703 gegründet. Was den Rum ebenfalls besonders macht, ist die Beschaffenheit des Bodens (Coral Limestone), durch welchen das Grundwasser, gleichsam Trinkwasser, fließt.

Eine Stunde später war meine Privattour (Großer Andrang war erst in der Folgeführung. Woran das wohl liegen mag?) ordentlich RUM und Zeit die zauberhaften Strandabschnitte mit beeindruckend türkisblauem Wasser zu bestaunen, in einem Hotpool (aufgeheizt von der Distille) zu entspannen und bis nach Batts Rock Beach zum einfach Eintauchen durchzuschlendern.

Zum Abend hin erreichte mich durch Steffi eine wunderbare Grußbotschaft von meiner lieben Chris und dem KKR+FOS-Kollegium zu meinem vergangenen Geburtstag. Vielen lieben Dank für die wundervollen Worte Chris. Das ging ja runter wie Öl. Aber, ein bisschen müsst ihr mich noch von der Leine lassen;). Demnächst heißt es ja auch: „Leinen los!“ Ich komme allerdings gerne zurück. Vielleicht in Teilzeit oder als PES-Kraft;). Bis dahin müsst ihr euch mit meinen Sundownergrüßen an euch zufrieden geben.

10.12.2021 – Tag 3 bei den „Bärtigen“, quasi Halbzeit und schon Zeit, einen weiteren PCR-Test für die Weiterreise am Sonntag zu machen. Jared begleitete mich zur gut organisierten Teststation im Queens Park und führte mich anschließend noch etwas durch Bridgetown, bis wir uns trennten, damit er seinen Arbeitslohn abholen konnte.

Daraufhin entdeckte ich die Agapay-Schokoladenmanufaktur und konnte nicht anders als mich über die Herstellung zu informieren und beim Eis zu zuschlagen. „Einmal Kokos-Vanille und klassisch Schokolade bitte!“ Es schmeckte super intensiv, quasi mehr als: „Very N’Eis“ (für alle Neustadt-Kenner!).

Irgendwie bin ich daraufhin falsch abgebogen und in einem, naja … weniger vorzeigbaren Gebiet gelandet. Den angebotenen Stoff und Schnapps lehnte ich freundlich ab und schlug mich zum Calisle Beach durch. Hier bot sich mir ein bisher unbekanntes Bild – Touristen! Diese ölten und aalten sich aufgereiht auf den dafür vorgesehenen Liegen. Nicht, dass ich nicht auch einer von ihnen wäre, aber ich schlenderte lieber über den Carlisle und Browns Beach noch an einen weniger frequentierten Abschnitt, weshalb ich am kleinen Peebles Beach landete. Außer mir, tummelten sich dort nur Krebse, sodass ich das kleine Paradies für mich alleine genießen konnte.

Auf dem Rückweg (inklusive kleiner Klippen-Klettertour, wodurch ich im Hilton landete) kam ich in den  Feierabendverkehr der Altstadt, was hier bedeutet: Afterworkdrink. Zwar habe ich bereits über den ganzen Morgen und Tag verteilt vorwiegend Rastas gesehen, die es sich ziemlich gut gehen ließen, doch nach 16 Uhr war Hochbetrieb in den Reggeabars. Daher habe ich da auch nochmal einen kurzen Stopp eingelegt, bis ich zur zentralen Busstation gelaufen und zur Grazettes Terrace mit  Glühwürmchenbesuch zum abendlichen Relaxen zurück gefahren bin. Zurück bleibt die Erkenntnis des Tages: Sand im Schritt macht unfit. Dennoch war mein Laufpensum nicht zu verachten und die Füße glühten.

Abschließend möchte ich heute Melanie plus Family grüßen. Ich hoffe, dass durch meine Beschreibungen deine Reiseerinnerungen an Barbados stets lebendig bleiben. Deshalb gibt es heute statt einen Sundowner, lieber eine kleine kulturelle Zusammenfassung:

11.12.2021 – Nach dem Frühstück und dem 2. Kaffee war es irgendwie schon Zeit, um BuLi zu schauen. Auf Barbados ist man gute 5 Stunden der deutschen Uhrzeit voraus. Mainz gegen Bayern wollte ich mir nicht nehmen lassen und trotz der 1:2 Auswärtsniederlage des FSV M05 bei den Millionarios der Fußballschickeria musste es heute nach starker Leistung lauten: „Mia san Mainzer!“

Im Anschluss ging es mit dem Bus nach Speightstown. Bereits als 2. Stadt der Insel 1603 gegründet, umfasst es heute dennoch lediglich nur etwas über 2000 Einwohner von der rund 290000-köpfigen Gesamtbevölkerung. Es wurde als „Little Bristol“ bezeichnet, da hier der Handel mit England besonders florierte. Somit war es später ebenfalls Teil des Dreieckshandels, wodurch sich auch die indigene Bevölkerung mit den afrikanischen Sklaven mischte. Beide Bevölkerungsgruppen wurden unter der Herrschaft der europäischen Eroberer als Mittel zum Zweck für den Kolonialhandel angesehen und ausgebeutet. Zum Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sich Speightstown als Walfang- und Fischerort.

Glücklicherweise gehören diese Zustände der Vergangenheit an. Ein Hauch von Kolionalismus ist dennoch in der Architektur zu bestaunen, welche ich am Ende des Heywoods Beach mit seinem rosa schimmernden Sand finden konnte.

Trotz aller Fremdherrschaft sind die Einwohner von Barbados sehr stolz auf ihre Insel und ihre Herkunft. In Speightstown zeigt ein riesiges Wandkunstwerk die Landesgeschichte auf.

Mein nächster Stopp war Holetown, welches schon sehr zeigt, dass heutzutage Fischfang keine große Einnahmequelle mehr ist, sondern man auf kaufkräftige Touristen setzt.

Bevor es dämmerte, erreichte ich mein Appartement. Leider musste ich mich vergeblich abmühen, nachdem ich mein negatives PCR-Testergebnis erhalten hatte, sowohl das Einreiseformular der Regierung Grenadas, als auch den Online Check-In bei der Airline hinter mich bringen zu können. Wieder gab und gibt es Probleme bei der Buchungsnummer für den Flug und Service wird bei Opodo wohl eher klein geschrieben. Zudem hat der Regierungsserver Grenadas Probleme. Schauen wir mal, was der Morgen bringt.

Zum Abschluss möchte ich heuer mein Glas auf das liebe Mit-40er-Geburstagskind  Josch erheben. Willkommen im Club Nachbar.

12.12.2021 – 3. Advent und es geht weiter nach Grenada. Irgendwie – hoffe ich zumindest. Seit gestern spinnt der staatliche Server zur Einreise, weshalb ich mein Einreisedokument nicht ausfüllen und absenden konnte. Einchecken konnte ich ebenso wenig und für die Weiterreise (Man braucht bei der Einreise ein Rückflug- oder Weiterreiseticket!) hat mir Steffen, den ich mit seiner Familie besuchen werde, ein Schreiben zukommen lassen, dass ich bei ihm in der Crew anheuere. Glücklicherweise helfen mir Steffen und meine Gastgeberin Virginia tatkräftig, damit ich mein nächstes Ziel erreichen kann.

Bis hin zum Flughafentransport konnte ich in der Hinsicht nicht mehr erreichen, weshalb ich nochmal einen ausgedehnten Spaziergang an den Batts Rock gemacht habe.

Während ich im Wasser war, flog plötzlich ein kleiner Schwarm fliegende Fische über die anbrandende Welle an mir vorbei. Gut, dass ich den Mund zu hatte.

Um 14:30 Uhr kam dann mein Taxi zum Flughafen. Der Abschied von Virginia war sehr herzlich. Sie ist eine tolle und zuvorkommende Gastgeberin. Ich habe sogar ein Abschiedsgeschenk von ihr bekommen und kann sie definitiv, aber nicht nur deswegen, weiterempfehlen.

Am Flughafen wurde die Fluggesellschaft überhaupt nicht ausgeschrieben, habe sie also etwas später als gewollt erreicht. Daraufhin musste ich 1/4 meines Koffers ins Handgepäck umpacken, weil die Intercarribean Airways nur 44 Pfund zulässt, statt die mir bei Buchung von Opodo garantierten 23 Kilo. Habe also umgepackt, ohne Gewicht im Gesamten zu verlieren. Aber die Hauptsache ist, es passt jetzt für den Schalterbeamten. Mit einer Minimaschine soll es gleich in die Lüfte gehen.

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten