Kleines Vorgeplänkel: Zurück aus Gambia und der Freude wieder heimischen Boden unter meinen Füßen zu haben, meine Leute wieder zu sehen und einmal nicht mehr zu schwitzen, nahm ich erst einmal diverse Arzttermine wahr, um mein Bein untersuchen zu lassen. Die Hausärztin brauchte den Rat einer Dermatologin, der Chirurg schickte mich mehrfach zum Radiologen und wieder zurück, da der Tropenmediziner keine Zeit für mich hatte. Nach erfolgten Untersuchungen, Ultraschall und MRT stand zumindest fest, dass meine Sepsis, einen kleinen verkapselten, aber keinen bedrohlichen Apses zurückbehielt, entgegen zahlreichen Unkenrufen ohne irgendwelche lebende Wurmrestbestände. Mit einer speziellen Salbe sollte ich dies weiter behandeln, sodass momentan keine Verdickung mehr vorherrscht. Die Malariaprophylaxe dürfte ich noch 7 Tage weiternehmen und dazu gesellten sich diverse Hausmittelchen und Medikamente im Zuge einer hartnäckigen Erkältung, an der ich prompt auch Steffi teilhaben ließ. 1 1/2 Jahre Maske und das Wetter in Deutschland – ich bin nichts mehr gewöhnt! Nun denn, immerhin überstanden und nicht unterm Messer gelandet.
21.11.2021 – Nachdem wir, Steffi und ich, unseren Trip nach Mexiko (Von hier aus wäre ich gerne noch Costa Rica und Panama nach Grenada weiter gereist.) aufgrund einer Erkrankung stornieren mussten und uns in der Heimat auskurierten, wollten wir dennoch nicht die Segel komplett streichen, sondern unseren lang ersehnten Jahresurlaub in wärmeren Gefilden verbringen und haben Last Minute 11 Tage auf den Kanaren gebucht. Die Anreise nach Teneriffa mit Zug, Flugzeug und Shuttle hat dann doch 11 Stunden gedauert, sodass wir immerhin nach dem Einchecken ins H10 Costa Adeje Palace und Zimmerbeziehen direkt zum Abendessen kamen. Mit einem Abendspaziergang verschafften wir uns einen ersten Überblick über die Umgebung und das Nachtleben.


22.11.2021 – Dominierte auf der Fahrt zum Hotel noch eine triste Kargheit die Landschaft, zeigt sich im südlichen Touristengebiet „natürlich“ alles schön angelegt.

Hotelanlage reiht sich an Hotelanlage und Steffi freute sich mehrfach im Omaparadies zum Chillen gelandet zu sein. So sei es – ich gab mein Bestes:

Soweit sich die Wolkendecke immer einmal wieder löste, genossen wir nach dem Frühstück ein kleines Sonnenbad und die Poollandschaft, bevor wir uns an zwei nahegelegene Strände, einer mit hellem, der andere mit dem hier typischen schwarzen Sand, begaben.


Kaum, dass wir uns versahen, hangelten wir uns heute so irgendwie von Mahlzeit zu Mahlzeit und dann war der Tag auch schon rum. Mein Aktivitätspotenzial wird sich sicherlich noch steigern. Unsere Sundownergrüße gehen an Lena und David aus Speyer. Danke für eure Reisetipps.

23.11.2021 – Kleines Zwischenfazit nach dem Frühstück: Also zur Anlage, dem Zimmer und dem Essen gibt es nix zu schelten.

Auch das Novemberwetter war uns heute erneut wohlgesonnen. Erst die nächsten Tage soll es trüber und leicht regnerisch werden. So haben wir an der Küste und über die wirklich ansehnliche Promenade entlang der Costa Adeje vom H10 aus die Strände bis zum Puerto Colon angelaufen, uns im Meer geaalt, in der Strandbar einen Cocktail geschlürft und heimwärts den heranpeitschenden Wellen zugeschaut und gelauscht.


Unsere Sundownergrüße senden wir heuer unseren Eltern, bevor wir schnabulieren gehen und den Abend ausklingen lassen.

24.11.2021 – Eine kleine Wanderung entlang des Strandes und der Klippen von La Caleta diente zur nötigen Verdauung des üppigen Frühstücksbuffets. Pfälzer Mägen sind bekanntlich sehr elastisch :-). Dabei haben wir schon einmal die Landefläche der Paraglider angeschaut. Am Samstag geht’s für mich auch hoch in die Lüfte. An diesem Küstenabschnitt ist die See rauher, man hat aber die Möglichkeit durch mehrere Eingänge über die kleinen Felsen ins Meer zu gelangen.


Und auch sonst ist alles hier sehr malerisch und schön angelegt.


Um an unserer Bräune weiterzuarbeiten, verbrachten wir vorm obligatorischen Mittagskaffee im Strandcafe etwas Zeit am Hotelpool. Daraufhin habe ich es endlich geschafft, mich mal aufzuraffen und vor dem nächsten Essensgang noch Joggen zu gehen. Habe direkt mit besserem Gewissen geschlemmt und dennoch war ein weiterer Abendspaziergang nicht verkehrt. Nächtliche Grüße von der Plaza an Selma samt Anhang.

25.11.2021 – Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Für den Halbtagestrip zum größten Berg Spaniens, dem Teide mit einer Höhe von 3500 Metern, buchte ich mich fürs Early-Bird-Frühstück ein und wurde mit dem Shuttle über Villaflor durch den Teide-Nationalpark, der sich über das ursprüngliche Bergmassiv mit 18 Kilometer Krater weit erstreckt, gefahren. Der noch halbaktive Vulkan ist der Hühne von den gesamt 320 auf Teneriffa. Die Geografie der Insel, so wie sie heute sichtbar ist, wurde und wird nach wie vor durch eine riesige Magmakammer bestimmt, die auch die weiteren sieben der Kanarischen Inseln zum Vorschein kommen ließ und fortwährend speist. Wo einst nur Meer, später durch plattentektonische Verschiebungen drei einzelne Inseln aus dem Atlantik hervorstießen, bildete sich durch enorme Eruptionen der Teide in der Inselmitte und türmte sich zu Bestzeiten auf über 6000 Meter auf. Durch einen späteren Tsunami büßte er dann 2500 Höhenmeter ein und kolabierte. Bis zum Meeresgrund waren das satte 10800 Meter in der Spitze bzw. Tiefe. Wirkt die Gegend der Caldera um den Teide vielleicht im ersten Moment äußerst karg, finden sich auf dieser abwechslungsreichen „Mondlandschaft“ dennoch auch unterschiedliche Pflanzen und das Farbenspiel von Sand und Gestein über grün, gelb, orange, rot, braun, grau und schwarz ist durchaus sehenswert. Auf fast 2300 Meter konnte ich schroffe Felsformationen umwandern, durchstreifte Wüsten ähnliche Abschnitte und wir durchquerten längst erloschene Magmaströme und Obsidiangestein. Die Seilbahn zum Gipfel fuhr aufgrund der starken Winde leider nicht. Immerhin einen in etwa 800 Jahre alten Pinienbaum, der in der Breite auch der guten alten, leider unlängst zerstörten „Dicken Eiche“ im heimatlichen Hauensteiner Wald Konkurrenz bietet, konnte man auf Höhe der Baumgrenze bestaunen. Alles in allem war es ein schöner Ausflug.





PS: Steffi hatte auch einen guten Tag mit dem Very-Lately-Langschläfer-Frühstück gehabt und relaxte ordentlich.
26.11.2021 – Heute waren wir sogar beide Early-Birds beim Frühstück, da wir eine Inselrundfahrt als Tagestour unternahmen. Mit dem Bus fuhren wir an der Westküste entlang zu den „Los Gigantes“, einer Klippenformation, welche bis rund 600 Meter aus dem Meer ragt.

Leider war es insgesamt sehr trüb und regnerisch, sodass wir nicht immer die beste Sicht auf die Landschaft hatten. Weiter führte uns der Weg nach dem Städtchen Garachico, von dem nach einem Vulkanausbruch anno 1706 lediglich 1/3 übrig blieb. Die restliche bewohnte Fläche wurde von den Lavamassen, die der Arecas Negras ausspuckte, überrollt. Als sich die Lava ins Meer ergoss, wurde sie von den Wellen zurückgeworfen und erkaltete, sodass sich ein Magmaring bildete, indem sich heute angelegte Badebäder befinden.

Wenig später trafen wir in Icod de los Vinos ein, wo wir den Drachenbaum, dessen Alter man nur grob zwischen 800 und 1000 Jahre schätzen kann, bestaunten. Drachenbäume gibt es neben Teneriffa nur noch in Portugal. Sie blühen alle zwei Jahre und aus den Früchten wird Likör gewonnen.

Danach setzte mal so richtig der Regen ein und bestimmte weiterhin unseren 2-stündigen Aufenthalt in Puerto de la Cruz. Leider schafften wir dort gerade einmal unsere Pizza und einen Kaffee. Aber wenigstens waren wir im Trockenen. Unsere Laufleistung in dem Touristenstädtchen würden wir mit starken 250 Metern angeben.

Vom Norden ging es auf die Westseite der Insel nach Candelaria, die „Schwarze Madonna“ besuchen, bis wir nach 9 Stunden Rundreise im Hotel ankamen. Fazit des Tages: Individualreisen lohnt sich definitiv mehr.
Ganz liebe Grüße an unsere heimischen Early-Birds Svenji und Lisa.

27.11.2021 – Für das Highlight des Tages ging es in die Lüfte, genauer gesagt auf den Picho und dann wieder herunter. Er liegt in der Bergkette um die Costa Adeje herum und beinhaltet einen Abflugplatz zum Paragliding. Mein Tandemmaster Ludo brachte uns nach dem Start auf über 1000 Meter hoch und flog mich sicher über das Gebirge an die Küste ins Tal. Bevor wir nach einer Weile landeten, gab es, nach schönem Ausblick auf die Küstengegend und das offene Meer, ein paar Kurvenmanöver und eine Punktlandung vor den Klippen.


Steffi erwartete mich bereits gespannt. Anschließend verweilten wir am Strand, plantschten im Wasser und gingen vom Kaffee zum Cocktail in der Strandbar über. Den malerischen Sonnenuntergang konnte ich im Infinity-Hotelpool mitansehen. Dann war Zeit zum Schlemmen und notwendigerweise – Beine vertreten.
Zum Ende des Tages hin möchte ich herzlichst die liebe Marion grüßen, die sich mit mir vor einigen Jahren todesmutig mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug gestürzt hat.
28.11.2021 – Wir sagen euch an den 1. Advent, … Allerdings brannte an der Costa Adeje weniger die 1. Kerze, sondern mehr die Sonne beim Cocktail-Tasting. Man muss ja irgendwie in Weihnachtsstimmung kommen. Im Hotel ist es dem entsprechend kitschig geschmückt, was für mich bei diesen Temperaturen irgendwie befremdlich anmutet.

Im Anschluss kamen wir quasi nicht um eine Abkühlung im Ozean drum herum. So entspannten wir in der „Bahia Dulque Beach Bar“ und schauten der, sich auf der Meeresoberfläche sich tanzend spiegelten, untergehenden Sonne zu. Sundownergrüße gehen somit heute an die „Riverdale Bitches“ + Uwe, der ist auch dabei.
29.11.2021 – Das war eigentlich nicht ganz so beabsichtigt, als wir ins Shuttle zum Siam Aquapark in Las Americas stiegen. Aber letztendlich sind wir nicht im Rutschenparadies gelandet, sondern zur nahegelegenen Siam Mall geschlendert und styltechnisch erstmal leicht eskaliert – zumindest bei der Anprobe.

Als hipper Mainzer Neustadt-Bursch muss man stets en vogue sein. Doch letztendlich wurde es etwas dezenter…
Daher können meine Shopping-Grüße an Anna „Fashionista“ gehen. So kann man sich im „Georges“ sehen lassen. Meinste nicht? 😉
30.11.2021 – Morgen geht es von Teneriffa für uns leider zurück nach Meenz, weshalb wir nochmal satt Sonne am Pool tankten, darauf nochmal satt Sonne an der Qoquelche Beach Bar tankten, nachdem wir satt Sonne im Klippenrestaurant Mirlo tankten und abschließend unsere satten Sundownergrüße an Kathi und Matthias senden.

01.12.2021 – Nach dem Frühstück ging es direkt zum Flughafen und die 4 1/2 Stunden zurück nach Frankfurt und Mainz ins traute Heim. Wir hatten einen guten Flug und freuen uns wieder hier zu sein. Für mich soll es ein kurzes Gastspiel werden, da ich am 08.12.2021 erneut aufbrechen möchte. Wohin? Verrate ich noch nicht.
Zum Reiseende hin wollen wir ganz herzlich die kleine, süße Ella, die gestern das Licht der Welt erblickt hatte, samt ihren stolzen Eltern Eva und Carsten grüßen. Wir freuen uns mit euch über euer junges Glück.