16.10.2021 – Mein Morgen lässt sich wie folgt unspektakulär zusammen fassen: Kaffee – lesen am Strand – American Breakfast – Schwätzchen mit Kalifa vom Patta Patta. Gegen 13 Uhr kam Susi mit Sam vorbei, der uns nach Sanyang an den Paradise Beach brachte. Zwischendurch füllte ich meinen Antibiotikavorrat in der Apotheke auf. Den wirklich schönsten Strandabschnitt genossen wir gefühlt alleine bis in den Sonnenuntergang hinein. Abschalten, relaxen, sonnenbaden, beim Beachyoga und Afrodance zuschauen, was fürs leibliche Wohl tun und einfach nur Fünfe grade sein lassen, standen auf dem überaus anspruchsvollen Programm;). Herrlich. Janko leistete uns dabei ab 16 Uhr Gesellschaft und brachte uns im Anschluss nach Kololi/Senegambia zurück.




So gemächlich wir es angingen ließen, umso aktiver waren Ali, Kebbah und Sulayman, die in der Northbank nach den Küchenutensilien und einen Teil der benötigten Lebensmitteln für Prince erfolgreich Ausschau hielten.


Unser Budget ist somit aufgebraucht, aber wir können am nächsten Mittwoch ein großes Einweihungsfest mit den Schülern und Lehrern in Prince feiern.
Auf der Baustelle leistete der Fliesenleger ganze Arbeit. Mit den Fliesen erhält der Ofen eine verlängerte Haltbarkeitszeit und sollte 15 Jahre überdauern können.

Weiterhin organisierte Lamin von Hand in Hand for the Gambia von Deutschland aus mit unseren drei gambischen Kollegen den Kick Off für die Installation eines Solarpannels, eines Bohrlochs und einer Wasserpumpe für unsere Patenschule in Chamen. Dafür mussten ebenfalls Angebote eingeholt und verglichen, die Finanzierung geregelt, sowie Materialien eingekauft und Arbeiter gefunden werden. Es ist sehr schön zu sehen, dass in so kurzer Zeit, in der ich in Gambia weile, so viele Projekte realisiert werden können oder ins Rollen kommen. Auch wenn ich die Fertigstellung des Hilfsprojektes für Chamen nicht mehr aktiv mitbegleiten kann, freut es mich unwahrscheinlich, dass der Verein dort eine weitere Verbesserung der miserablen Zustände erzielen wird.



Somit kann man sagen, dass es ein sehr produktiver Tag war – zumindest von Vereinsseite aus. Susi und ich genossen dabei unsere freie Zeit. Delegieren hat doch was für sich.
Die untergehende Sonne Sanyangs dürfen gerne im Besonderen Milli und Ömer, Kathi und Matthias, Herr Maus und Alex, Selina und Georg, Vale und Hannes, Lena und David, die liebe Anna, Chrissi und Tine genießen.

17.10.2021 – In der Früh besuchte mich Nuha im Patta Patta, um sich von mir zu verabschieden. Nächste Woche werden wir uns wohl nicht mehr wiedersehen. Er wollte mich aber nicht ohne Abschiedsgeschenk ziehen lassen, weshalb er mir sein afrikanisches Shirt überlassen hat. Es hat mich sehr gerührt.


Übrigens bin ich seit gestern aktives Mitglied von Family-Health-Projects Gambia e.V., denn auch nach meinem Engagement im Ofenbau möchte ich den Verein unterstützen. Susanne macht mit ihrem Team wirklich sehr gute und sinnvolle Entwicklungshilfe und trägt zur Verbesserung der Lebenssituation von finanziell schwachen Familien bei.
Mittlerweile verdichtete sich, dass ich mir tatsächlich einen Mango-Wurm eingefangen hatte. Meist werden diese durch Ratten oder über nicht ausreichend getrockneter und anschließend mit dem Boden in Berührung gekommener Wäsche oder Bettwäsche übertragen. Die parasitären Fliegenlarven brüten knapp zwei Wochen, bis sich der Wurm bildet und das Gewebe anfrisst, anschwellen und brennen lässt. Das würde zu meiner ersten Übernachtungswoche in Alis Compound in der Northbank passen. Der Wurm muss unbedingt unbeschadet herausgedrückt werden und darf nicht dabei zerplatzen. Genau das ist bei mir allerdings passiert, wodurch sich die Sepsis gebildet hat. Folgende Therapievorschläge finden sich im Internet: Man bestreiche die Wundöffnung mit Vaseline und nimmt dem Parasiten die Atemluft. Alternativ gehen auch Palmöl und Margarine. Das hatte ich den Einheimischen erstmal nicht geglaubt. Weiterhin kann man eine schöne Scheibe Speck auf die Wundöffnung legen, an der sich der oder die Würmer festbeißen und auch nicht mehr loslassen wollen. Man muss den Speck dann nur noch entfernen und voila – es ist angerichtet.
A propos, nach meinem morgendlichen Strandspaziergang und dem Genuss einer weichen Liege, folgte selbiger in meinem Stammrestaurant, dem Solomons. Vielleicht habe ich es mit der Sonne etwas übertrieben. Man könnte mich wohl jetzt mit einem Briten verwechseln. Nachmittags suchte ich nochmals den Schneider auf und hielt hier und da ein Schwätzchen. Die Locals sagen, ich solle ins Meer und mein ehemaliges (So hoffe ich zumindest!) Mangowurm-Domizil nach einem Salzwasserbad austrocknen lassen. Eine Restverhärtung von zwei Zentimeter Durchmesser ist immer noch vorhanden und könne auch noch einige Wochen so bleiben. Mhh… .
Erstmal abschalten, einen guten Tropfen mit Susi genießen, bevor wir in „The New Zebra Beachbar“ aufbrachen. Bakary stieß später noch in die Reggea-Bar dazu.
Meine chillaxten Grüße gehen an Tobi B., aus Gründen Pfälzer Leidenschaft.

18.10.2021 – Ich ging in die Verlängerung und schob auch heute eine ruhige Kugel. Will heißen: Außer Nahrungsaufnahme, relaxen, lesen ist erstmal wenig gewesen. Zufälligerweise traf ich dennoch ein paar bekannte Gesichter, u. a. Ismaila, mit dem Susi und ich ebenso für abends bereits verabredet waren. Im Restaurant „Justice“ wollten wir uns bei ihm endlich revanchieren, dass er uns zum House of Skills mitgenommen hatte. Es war, wie fast der ganze Tag, ein gemütlicher, netter Abend. Was mir nicht ganz so schön aufstieß, trug sich mittags auf der Straße zum Strand hin zu. Wieder einmal rannte mir jemand hinterher, wollte Geld von mir für Ataya und redete auf mich ein, bzw. wollte mir auch gar nicht zuhören. Ich ließ ihn stehen und weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, bin ich zum Kiosk gegangen, habe Ataya gekauft und ihm und seinen Kumpels vorbeigebracht. Darauf schaute er mich abfällig an, schmiss das Teepäckchen auf die Motorhaube und fragte, wo der Zucker bleibe. Ein anderer sagte mir, dass sie Geld brauchen, Tee hätten sie genug. Diese Dreistigkeit stieß mir mal wieder übel auf und für mich war das Gespräch damit zu Ende.
Schöner war, dass Steffi einen überraschenden Videoanruf bei unserem lieben Ömer eingefädelt hatte und wir ihm ein Ständchen zum Geburtstag singen konnten. Natürlich gehen meine Sundownergrüße an das Geburtstagkind. Lass dich hochleben mein Bester.
