13.09.2021 – Nachdem ich ab 4 Uhr nicht mehr richtig geschlafen hatte, sammelte uns Chrissi, wie immer pünktlich wie die Maurer, um 6 Uhr 30 ein und brachte Steffi und mich sicher zum Frankfurter Flughafen. Da musste ich mich mit ein bisschen Wehmut, aber viel Vorfreude von den beiden verabschieden und meine nächste große Reiserunde nahm Fahrt auf.

Es dauerte ein wenig, bis endlich klar war, dass mein Gepäck nun korrekt aufgegeben war und ich entspannter ab Brüssel den Weiterflug nach Banjul über Dakar angehen konnte und über zwei Ecken meinen Kontakt Nuha vor Ort mir signalisierte, dass er mich am Flughafen abholen wird.

Und dann haben sich doch noch böse Omen bewahrheitet. Nach zweiwöchigem Hin- und Hertelefonieren wegen dem Gepäck und einer nicht auf dem Flugplan verzeichneten Zwischenlandung in Dakar/Senegal, kam ich nach 14 Stunden Anreise in Banjul/Gambia am Flughafen an, auch mein Koffer mit den Sportshirts, aber der mit den persönlichen Sachen eben nicht. Nach einer Dreiviertelstunde am Band, sagte man uns dann – es erging noch anderen so – dass in Brüssel so einiges an Gepäck liegen geblieben ist. Na herrlich. Nuha, mein Lehrerkontakt vor Ort und sein Kumpel Sam haben da schon ewig auf mich am Flughafen gewartet und brachten mich dann erstmal zur „Einkaufsmeile“, damit ich Geld abheben, mir ein paar Kultursachen kaufen und eine Simkarte besorgen konnte.

Anschließend ging es weiter zu den No Worries Appartements in Kerr Serign. Hier hatte mir Nuha auch eine Unterkunft organisiert. Bis dahin war es schon stockdunkel und der Magen musste noch gefüllt werden. Dazu ging es zu Sambas Kitchen in Senegambia, wo ich mich für die Hilfe der beiden erkenntlich zeigen konnte. Und was soll ich sagen? „Bestes Hühnchen ever gegessen!“

Zumindest Nuha konnte mir den Morgen verschönern. Er brachte mir von seiner Mama zubereitetes Frühstück mit. Gestampfte Bohnen als Knödel geformt und anschließend frittiert. Diese werden mit Brot umfasst und in ein süßscharfes Chutney eingetaucht und gegessen. Lecker. Leider konnten wir immer noch nicht die WiFi-Probleme des Vorabends lösen, immerhin ging der Stromgenerator mittags wieder, aber dafür gab es kein Wasser mehr. Mal sehen, wie es aussieht, wenn wir wieder heimkommen.
14.09.2021 – Der Tag ging ziemlich bescheiden los. Nämlich mit der Nacht. Als mich die Jungs heimgebracht haben, fing es an zu stürmen, zu schütten und zu donnern und natürlich zu blitzen. Ein ziemliches Donnerwetter könnte man sagen. Und dabei fiel die Elektrizität und somit auch der Deckenventilator aus. Glücklicherweise hat mir Susanne den Tipp gegeben, einen Tischventilator zusätzlich mitzunehmen. Das war zumindest für die Hitze die Rettung. Nichtsdestotrotz war an Schlaf, aufgrund des regen Treibens im Appartementkomplex wenig zu denken. Übrigens krähen hier die Hähne auch länger als unsere heimischen. Nämlich gerne bis zur Mittagszeit. Daneben begrüßten mich Kakerlaken und Ameisen, sodass mein zweiter Blick auf das Zimmer und die Anlage nicht ganz so gut ausfiel. Die baulichen Mängel und Gefahrenzonen kann ich gar nicht alle aufzählen und werde sie auch nicht bildlich dokumentieren.
Mittlerweile kam Sam und wir fuhren in den Affenpark. Ich denke, was zu sehen ist, spricht für sich. Des Weiteren hat uns unser Guide noch ein wenig über die Fauna und Flora des Landes aufgeklärt.




Da der Park direkt an der Küste liegt, lag ein Abstecher an den Strand nahe.

Es dauerte dann auch nicht lange, bis ich meine erste Begegnung mit bekannten gambischen Musikern hatte. Die Jungs von The Nobles singen in ihren Liedern über das Zusammenwachsen und Zusammenhalten der unterschiedlichen Stammesethnien in der Bevölkerung Gambias.

Wir entschlossen uns dann, schon einmal Richtung Flughafen zu fahren, da der Verkehr mörderisch ist und alles nur sehr gemächlich vorangeht, um dann noch eine Halbzeit ManU gegen Young Boys Bern zu schauen. Hier ist man überall absolut verrückt nach Fußball. Das ist für mich dann immer ein gutes Gesprächsthema, um mehr mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Obwohl alle wirklich sehr zugänglich sind.
Danach durfte ich dem Flughafen in Banjul erneut „Hallo!“ sagen, meinem Koffer aber noch lange nicht. Zusammen mit Amadou, den ich auf der Hinreise kennenlernte und der als Koch im Schwarzwald arbeitet, ging erneut das lange Bangen los. Wieder standen wir da bis zum Schluss.
Es kann so unglaublich schön sein…, bis man feststellt, dass der Griff fehlt und man zur Schadensaufnahmestelle muss, während andere erneut auf einen warten müssen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, fuhren wir direkt zu Susanne, die ich in Mainz kennenlernen durfte, auch Lehrerin im Sabbatjahr und Gründerin des Family Health Project Gambia e. V., nach Kololi und weiter zu Senegambia in Solomons Bar. Erstmal alles sacken lassen, sich austauschen und schauen, wie es weitergeht.


Als wir später heimkamen und festzustellen war, dass immer noch keine Internetverbindung aufgebaut werden konnte, musste ich mit den Jungs besprechen, dass ich so leider große Probleme habe, meine Reisevorbereitungen im nördlichen Territorium zu treffen, meine Reise zu dokumentieren und ansonsten auch gerne die nächsten Tage, bis ich größere Entbehrungen haben werde, fließend Wasser, Strom und ein sauberes Bett hätte. Glücklicherweise, da Bettüberzug und Matratze ziemlich zu Wünschen übrig ließen, hatte ich nun für diese Nacht meinen Sommerschlafsack, in den ich mich legen konnte.
15.09.2021 – Diese Nacht war auch nur bedingt besser als die vorherige, weil u. a. wieder der Strom ausfiel und die Hähne unerbittlich krähten. Schweren Herzens musste ich Nuha und Sam und später auch dem Vermieter des No Worries Appartement erklären, dass ich mit Susannes Hilfe, und der ihrer Freundin Sonja, eine neue Unterkunft finden konnte und ich umziehen werde. Die Stimmung war erst einmal gedrückt, da ich gemerkt habe, dass es ihnen allen Leid tut, wenn es mir nicht gut geht und ich niemanden beschämen wollte. Ich erläuterte, wozu ich nach Gambia gekommen bin und wie ich, unsere AG und der Verein Hand in Hand for the Gambia e.V. die Familien in der Northbank unterstützen möchte und habe dafür das Verständnis für meine Entscheidung, als auch einen annähernd fairen Preis für die zwei Nächte bekommen. Zurück bleibt vor allem die Erkenntnis, dass es wichtig ist, aufzuzeigen, dass man nicht als bloßer Tourist hergekommen ist, sondern sich für das Land und die Lebensweise der Gamber interessiert, etwas darüber lernen und den Menschen eine Unterstützung geben möchte. Das Ende vom Lied: „No worries!“
Die Jungs brachten mich sodann nach Senegambia in das Patta Patta – Appartement, das lustigerweise direkt zwischen Sambas Kitchen und Solomons Bar und somit in Strandnähe liegt.

Hier habe ich mich gleich wohler gefühlt und Buba, der Besitzer, den ich nun erst einmal kennenlernen wollte, machte einen sympathischen Eindruck. Etwas später kam Sulayman vorbei. Er ist ebenso ein Lehrer und Mitglied der Organisation von Hand in Hand for the Gambia hier vor Ort. Er half mir, meine Verbindungsprobleme möglichst dauerhaft zu beseitigen. Die gambischen Stromnetze sind definitiv nicht von besten Eltern und das haut das Internet ständig weg. Für alle Langzeitreisende kann ich nun empfehlen, einen Taschenrouter zu kaufen und dann, je nach Land und Anbieter, diesen mit Guthaben aufzuladen. Dies macht mich zuversichtlich auch in der Pampa meine Berichte, Videos und Bilder an meine Sponsoren, den Verein, unsere KKR+-Schul-AG und allen Interessierten des Blogs liefern zu können.

Das ganze Prozedere, sowie der Besuch bei einem Office von Brüssel Airlines hat allerdings ewig gedauert und zu schlechter Letzt konnte man mir dort wegen meinem beschädigten Koffer nicht weiterhelfen. Zurück im Patta Patta hielt es mich nun nicht mehr… ich eilte zum Strand und sprang ins Meer, bevor ich anschließend meine erste Mahlzeit des Tages um 18 Uhr zu mir nehmen konnte. Natürlich in Sambas Kitchen. Er hat’s einfach drauf und so langsam fühle ich mich von der Reise her angekommen.

Um 19:30 Uhr werden die Temperaturen langsam angenehmer und während sich Sporttreibende am Strand rumtreiben, starten andere ins Nachtleben. Ich war etwas ruhiger unterwegs und wollte erstmal ausspannen.


Meine ersten Sundownergrüße gehen verspätet an Chrissi für den besten Teil der Hinreise;).
Wow, das nenn ich mal nen Sundowner! Vielen Dank für die Grüße und gern geschehen 😉
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