Etappen – Ungarn – 14.08. – 16.08.2021

14.08.2021 – Als mich Almedin heute Morgen um 5:30 Uhr verabschiedete, war es für mich einerseits ein Gefühl voll Wehmut, gleichsam aber auch der Vorfreude auf eine weitere Station, ein weiteres Land, und vor allem auf Steffi, die sich von Mainz aus etwa gleichzeitig per Flieger auf den Weg nach Budapest machte. Bedächtig an den Kontrolski Radarskis und Polizeikontrollen vorbei rollte ich langsam aber stetig 1 1/2 Stunden an die Grenze nach Kroatien, musste hier fast eine Stunde warten, obwohl es noch so früh war und habe mich unglaublich gefreut, einmal wieder eine Autobahn unter meinen Rädern zu haben. Die Grenze zu Ungarn erreichte ich gegen 10 Uhr, nutze die erneute Wartezeit zum Beutel-Frühstück …

… und hatte gerade noch im Blick, dass hier Vignettenpflicht herrscht, bis ich erneut auf der Schnellstraße durchstarten konnte. Das Beke Radison Blue erreichte ich kurz vor 13 Uhr und konnte mein Mädel endlich wieder in die Arme schließen, bis es am Nachmittag auf Stadterkundung ging.

Zu sehen waren unter anderem das Parlament, die St. Stephans Basilika und Baumstriezel. Neben gigantischen barocken und gotischen Prachtbauten, habsburgerischem Schick und kommunistischem Brutalismus glänzt Budapest ebenfalls durch eine moderne, alternative Szene, wie um das Szimpla Kertmozi.

Irgendwann hat uns dann der Hunger auf den dort um die Ecke liegenden Streetfood-Markt getrieben. Zwar gab es endlich krosses, dunkleres Brot, auf das ich die ganze Zeit verzichten musste, dennoch hat beim Hippster-Gulasch Großmutters Herzblut gefehlt.

Auf dem Rückweg zum Hotel habe ich dann endlich doch noch einen Friseur gefunden, der mir den hiesigen Schnitt der Saison verpasst hat. Steffis spontane Reaktion darauf:

Schlussendlich sind wir beide platt ins extraweiche Bett gefallen und genießen den Schlaf der Gerechten nach langer Anreise und Stadterkundung.

15.08.2021 – Glücklicherweise schafften wir es vor der Rushour zum Deluxe-Frühstück, welches wirklich keine Wünsche offen ließ.

Danach stand ein Besuch des, als Topadresse deklarierten, Szechenyi Spa an. Eigentlich wirbt es mit einem strengen Hygienekonzept, doch in der Praxis hieß das dann, dass Schilder mit den AHA-Regeln aufgehangen wurden und das Aufhängen auch wohl reicht, gleichwohl, ob man sich daran hält oder nicht. Ganz wohl gefühlt haben wir uns leider nicht und auch wenn das Thermalbad zur Entspannung einladen sollte, war aufgrund der Lautstärke und des Trubels, da die römischen Bäder im Obergeschoss renoviert wurden und sich alles unten drängelte, nicht viel Seele baumeln lassen möglich. Dennoch weißt das Bad eine Architektur auf, die man im Mainzer Taubertsbergbad vergeblich sucht.

Also musste eine nachmittägliche Siesta eingepflegt werden, bevor wir uns abends zum Nagy Fa-Tal Konyhaja, einem Restaurant im jüdischen Viertel mit traditioneller ungarischer Küche (scharf & deftig) und Musik (u.a. Ententanzpolka), begaben.

Nach Speis und Trank schlenderten wir noch etwas an der Donau mit Blick auf Buda und durch den südlichen Innenstadtbezirk von Pest. Einen Absacker gab es bei erneuter Bullenhitze im Szimpla Kert.

Und dann mal ein Zwischenfazit auf der Reise: „Simplify your life!“

16.08.2021 – Nach erneut kostlichem Frühstück nahmen wir an einer knapp 2-stündigen Stadtführung teil. Dabei hatten wir viele Spots bereits an den Vortagen auf eigene Faust erkundet, aber immer bemängelt, dass es nicht einmal Erklärungen auf Englisch gab und man meist ziemlich ratlos vor einer Statue, einem Gebäude oder auf einem Platz stand. Nun konnten wir doch noch ein bisschen Input zur Stadt und Kultur sammeln, fuhren anschließend mit der Metro von Pest nach Buda und liefen zur Fischerbastei hoch. Von dort aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf Pest.

Auf dem Gelände der Bastei befinden sich nicht nur zahlreiche Museen, Statuen, Kirchen, tolle Häuser und das Schloss, sondern auch das Labirintus, ein 12 Meter tiefes Höhlensystem, das schon begann, sich auf natürliche Weise vor rund 500.000 Jahren zu bilden. Auf die Frage, ob sich ein Besuch lohnt, entgegnete eine gerade den Ein-/Ausgang passierende Besucherin: „It’s wonderful. It is so cold inside.“ Das war für Steffi bei 35 Grad Außentemperatur genau das Richtige und ich konnte etwas Herrscher- und Stadtgeschichte bis hin zur Inhaftierung und späteren Ermordung des historischen Graf Draculas in Transylvanien durch König Matthias von Ungarn erfahren. Zudem dienten die Katakomben den Menschen als Lagerkammern, Verstecke während Krisen- und Kriegszeiten, für Maskenbälle, als Steinbruch oder Grabkammern.

Eine kurze Ruhepause im traditionellen Kaffeehaus Korona (Definitiv nicht wegen dem Namen gewählt, sondern weil es gerade da war!) war dann mehr als willkommen, bevor wir das Houdini-House besichtigten. Der berühmte Entfesslungskünstler und Magier war Sohn der Stadt, entstammte der jüdischen Gemeinde und hieß mit bürgerlichem Namen Erik Weisz. Uns wurde neben einer Präsentation seiner Biographie auch eine kleine Zaubershow geboten.

Mit der Metro ging es zurück Richtung Ruinenbars zum Abendessen (Für Steffi gab es endlich Langos!) und dann ausgelaugt ins Hotel.

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